Einfamilienhäuser eignen sich nur sehr selten als Kapitalanlage. Die Preise sind meist so überteuert, dass man das kaum mit der Miete gegenfinanzieren kann.
Dazu kommt, dass die potentiellen Mieter anscheinend nicht mit Geld umgehen können. Bei solchen Leuten ist das Ausbleiben der Mietzahlung vorprogrammiert. Da sie nicht in der Lage waren, die eigene Finanzierung zu bezahlen, werden sie auch nicht in der Lage sein, die Miete längerfristig zu finanzieren.
Lass lieber die Finger davon und hoffe auf nette, neue Nachbarn!
Als Kapitalanlage sind Mehrfamilienhäuser rentabler. Vergleiche nur mal, wieviele Quadratmeter man für wieviel Geld in einem Mehrfamilien- und wieviel man ich einem Einfamilienhaus bekommt. Der Unterschied bei den Mieten ist lange nicht so groß! Dazu kommt die Risikostreuung im Mehrfamilienhaus. Denn es ist weniger wahrscheinlich, dass alle Mieter nicht mehr bezahlen, als dass im Einfamilienhaus der eine Mieter ausfällt. Leider sind Mietausfälle heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr!
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Ergebnis 11 bis 20 von 30
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08.07.2007, 14:48
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
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08.07.2007, 17:03
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Ähm, ich gehe mal davon aus, dass ich gemeint war.
Zitat von akademikerin
Für mich zählen Immobilien als Risikoabsicherung, vorausgesetzt sie sind schuldenfrei. Vorher ist eine Immobilie allerdings selber ein Risiko. Damit hast du Recht und ich hatte mich ungenau ausgedrückt, sorry.
Ich bin einfach munter und fröhlich davon ausgegangen, dass Haus 1 bereits in trockenen Tüchern ist. Ich habe mich gefragt, ob das scheinbar verfügbare Geld nicht besser in einem Depot angelegt wäre, als schon wieder Geld in Kredite zu stecken und sich ein weiteres Objekt an den Schuh zu binden."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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09.07.2007, 08:48
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Hallo Nocturna ;)
eine Immobilie ist NIE eine Risikoabsicherung, auch nciht, wenn sie schuldenfrei ist. Mietausfälle gibt es immer, überraschende Reparaturen etc. ebenso. Immobilien sind für mich mit die unkalkulierbarste Geldanlage überhaupt, v.a. über langfristige Perioden gesehen. Was heute gut ist, muß es in 20 Jahren nicht mehr sein.
Aber mit der Anlage gebe ich dir Recht. Verfügbares GEld, das man ja selber mal brauchen könnte für Sondertilgungen am eigenen Haus, Spontanrohrbrüche oder ähnliches, das ist sicherlich in einem Depot bzw. Tagesgeldkonto (teilweise) besser angelegt.
Gruß
Ak.Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
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09.07.2007, 09:51
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Hallo Akademikerin, eine interessante Diskussion.
Vielleicht sollten wir Immobilien aber noch mal zusätzlich in selbstgenutzt und vermietet unterteilen.
Eine selbstgenutzte, schuldenfreie Immobilie ist doch ein ultrasolides Standbein. Je nachdem, in welcher Gegend man wohnt, spart man sich die Miete, die einen nicht unerklecklichen Betrag in der monatlichen Abrechnung ausmacht. Selbst wenn mal mit der Rente viel schief geht und ich von Salatblättern mit Toastbrot leben muss, um es mal überspitzt auszudrücken, mein Dach hätte ich immer noch über den Kopf.
Die vermietete Immobilie, da scheiden sich wohl die Geister. Also wenn diese Immobilie mal schuldenfrei ist, hält sich das Risiko meines Erachtens in Grenzen. Klar, die Gefahr eines Mietnomaden ist allgegenwärtig. Auch Mieter der Sorte Messi, die Müll ansammeln und die Wohnung herunterkommen lassen, sind übel. Das ist allerdings dann aber schon der größte anzunehmende Unfall, quasi wie ein Börsencrash zur falschen Zeit. Mit etwas Glück hat man einen soliden Mieter, der zuverlässig die Miete überweist und damit ein halbwegs solides Standbein.
Da meine anderen Einnahmen im Alter vornehmlich aus Wertpapiergeschäften kommen werden, muss ich ein gewisses Maß an Risiko akzeptieren, die die Börse so mit sich bringt. Insofern ist eine Immobilie eine Risikoabsicherung, da ich einen Mieter immerhin gründlich checken kann, meine Wertpapiere aber dem Wechselspiel der Märkte ausgeliefert sind."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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09.07.2007, 10:16
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Nocturna,
ist ja im Prinzip nicht falsch. Aber auch eine abbezahlte Immobilie kostet Geld. Und nicht nur Nebenkosten, sondern v.a. wenn sie älter wird, auch Reparaturen etc. Dafür sollte man ebenfalls Reserven haben. Kostenloses Wohnen in allen Ehren: Zusatzkosten hat man trotzdem. Z.B. eine Heizung. Die hält nicht ewig und muss irgendwann ausgetauscht werden. Womöglich auch öfter als einmal, während man drin wohnt. D.h. die "Ersparnis" der Miete ist eigentlich nur die Möglichkeit, in etwa diesen Betrag beiseite zu legen, um auch im Alter noch halbwegs ohne grössere Probleme drin wohnen bleiben zu können. Wenn ich mir manche Häuser anschaue, die verkauft werden und schon einigermassen alt sind, dann kann man ohne weiteres sehen, wo noch Geld für Instandhaltung und -setzung vorhanden war und wo nicht.
Darum kann man auch nicht so ohne weiteres seinen Altersvorsorgebedarf abzüglich Mietkosten rechnen. Man zahlt keine Miete, ja. Aber Kosten für das eigene Haus, die nun mal über dem liegen, was man als Mieter bezahlt.
Wenn die Rente diese Kosten nicht decken kann und sonst keine Ersparnisse vorhanden sind, dann wird es aber bitter. Dann hat man im schlimmsten Fall ein schuldenfreies Haus und muss es doch verkaufen, weil man sich den Unterhalt nicht mehr leisten kann. Auch die laufenden Nebenkosten sind bei einem Haus höher als bei einer Mietwohnung.
Ak.Wer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.
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09.07.2007, 10:42
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Man kann im Notfall auch als Hausbesitzer staatliche Unterstützung beantragen (ähnlich dem Wohngeld). Im Eigenheim ist man auch gar nicht verpflichtet, eine funktionierende Heizung zu besitzen. Frieren ist erlaubt! Rohrbrüche werden meist über die Gebäudeversicherung abgerechnet. Instandhaltungsarbeiten kann man auch selbst durchführen und im Garten den Salat für das Toastbrot anbauen und die Tomaten und und und.
Eine kleine selbstgenutzte Immobilie ist eine sichere Sache und eine gute Grundlage zur Alterssicherung. Vor allem ist sie auch Hartz IV sicher. Ein Sparguthaben müsste erst aufgebraucht werden, ein Häuschen kann man behalten.
Die Unterhaltskosten sind auch nicht viel höher, als in einem entsprechenden Mietobjekt. Denn die meisten Kosten werden vom Vermieter nur weitergereicht und die Instandhaltungskosten sind mit Sicherheit im Mietpreis enthalten. Als Eigentümer kann man sich aussuchen, wann man welche Arbeiten durchführt/en lässt. Als Mieter zahlt man immer. Und zwar den Handwerkertarif. Selbermachen ist nicht.
Bei einem Vermietobjekt sieht die Sache aber ganz anders aus. Und ein Einfamilienhaus mit klammen Mietern ist einfach nicht zu empfehlen. Ein schönes Wohn- und Geschäftshaus in guter Innenstadtlage wäre da etwas ganz anderes und durchaus rentabel.
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09.07.2007, 17:43
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Vielen Dank für Eure Antworten. Die Situation ist wirklich nicht ganz einfach. Wir selbst haben keine Schulden, unser Haus, in dem wir wohnen, ist abbezahlt. Auch sonst geht es uns finanziell nicht schlecht. Aber Eure Hinweise machen uns doch sehr nachdenklich. Ich glaube, es wird wohl zu einer Zwangsversteigerung des Nachbarhauses kommen. Wir sind halt mit den Nachbarn befreundet und sie tun uns leid, wenn sie aus dem Haus müssen. Die Miete könnten sie wohl bezahlen. Aber ich habe auch so ein Grummeln im Bauch. Ganz geheuer ist mir das Ganze nicht. Ich habe eben so ein Gefühl, dass wir moralisch verpflichtet sind, zu helfen. Wir wollen zwar keinen großen Gewinn machen, aber auch nicht am Ende noch Geld verlieren. Weiterhin unschlüssig...
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09.07.2007, 18:30
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
MaryLoulu, da gibt’s doch so einen weisen Spruch, bei Geld hört die Freundschaft auf.
Du machst ihre Probleme zu deinem Problem und Dank wirst du am Ende nicht ernten, wenn schließlich doch alles den Bach herunter gehen sollte."Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
(John D. Rockefeller)
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09.07.2007, 18:56
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Das ist auch mein Tipp, schaut beim Geld zuerst auf Euch selber.
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09.07.2007, 22:32
AW: Haus kaufen -und dann vermieten?
Du solltest eindeutig auf deinen Bauch hören. Euch selbst in eine finanzielle Abhängigkeit dieser Art zu begeben: NIEMALS!!! Ihr habt keine moralische Verpflichtung den Nachbarn gegenüber, weil es auch nicht euer Problem ist, dass sie sich übernommen haben. Ansonsten: siehe mein Posting oben.
Zitat von MaryLoulou
Wenn sie die Kosten der Finanzierung nicht leisten können, können sie auch keine Miete in dieser Höhe bezahlen.Und bedenke: als VERMIETER habt ihr dann auch noch die Arschkarte, jederzeit alles reparieren und instandsetzen zu müssen, was die als MIETER beanstanden. AUch wenn es Rückstau ist aus deren Zeit als Eigentümer ... das täte ich mir im LEBEN nicht freiwillig an.
Gruß
AkWer dir die Flügel stutzt, der hat das Fliegen nie gelernt. Blieb immer nur am Boden und wäre doch so gern geflogen.


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