So, erst einmal Danke für die rege Diskussion und die vielen Anregungen.
Gestern war ich bei meiner Hausbank zum Gespräch und habe meine Beraterin über meine finazielle Situation aufgeklärt.
Ich habe sie gefragt, ob man alle Schulden in einem Kredit umschulden kann, aber sie hat direkt abgewunken.
Was sie mir angeboten hat, ist eine Bankbürgschaft für die Kaution in der neuen Wohnung, damit ich die nicht auch bar hinterlegen muss.
Das fand ich schon einmal ganz nett und es ist immerhin ein kleiner Erfolg![]()
Heute morgen war ich dann bei der offenen Sprechstunde der Schuldnerberatung. Entgegen meiner Erwartungen bin ich relativ schnell drangekommen und mußte nicht lange warten. Die Beraterin war sehr nett, aber sehr kurz angebunden. Ich schilderte ihr meine Situation, vor allem das mit der Wohnungsklage.
Dann sagte sie folgendes:
ich benötige Geld für Lebensmittel, Lebenserhalt etc. Das ist ja im Moment (fast) nie da, weil ich mit jemdem Euro meine Schulden bezahle.
Sie meinte, damit ich wieder etwas Luft habe und vor allem etwas im Kühlschrank, soll ich mir sofort ein neues Konto anlegen lassen bei einer anderen Bank, mit der ich keinen Kontakt habe und dorthin mein Gehalt überweisen lassen.
Dann würden die Banken mir nach geisser zeit den kredit kündigen und das Konto bzw. meinen Lohn pfänden, aber darauf soll ich es ankommen lassen und dann halt über eine PRivatinsolvenz nachdenken.
Was haltet ihr davon? Ich finde das irgendwie ziemlich heftig, so vorsetzlich etwas auflaufen zu lassen und habe ein ungutes Gefühl dabei.Ich habe jetzt mal alles so gemacht, aber ob das so gut ist?![]()
Zu meiner Wohnung hat sie mir leider nicht viel Rat geben können. Ich soll heuzte abend mit dem Vermieter reden, mich entschuldigen und ihm sagen, dass ich schnellstmöglich ausziehe und die offene Miete in Raten zurückzahle.
Davor habe ich so furchtbare große Angst, dass könnt ihr euch nicht vorstellen. Aber ich will ja wirklich etwas bewegen und deshalb werde ich all meinen Mut zusammennehmen.
Gibt es vielleicht die Möglichkeit über das Sozialamt einen Mietzuschuß zu bekommen? Ich habe mal so etwas gehört.
Als nächstes sagte die Dame, dass ich nächste Woche wieder in die Sprechstunde kommen soll, weil sie halt so voll sind zur Zeit. Ich habe Angst, dass ich keinen Ansprechpartner habe, wenn z.B. die Banken anfangen Druck zu machen.
Heute werde ich meine Rentenversicherung und die VWL kündigen. Das macht zwar "nur" 100 Euro im Monat aus, aber immerhin kann ich davon wieder etwas bezahlen. Ob wohl die Situation noch die gleiche ist, fange ich langsam wieder an, Licht zu sehen. Mal sehen wie lange das anhält...
Auf die Frage, warum ich noch nie meine Finanzen kontrolliert habe, kann ich leider keine vernüftige Antort geben. Ich war es einfach nie gewohnt. Meinen Eltern ging es immer gut und wir Kinder haben sehr viel bekommen. Manchmal denke ich, dass ich diesen Lebenstandart (vor allem ind er Wohnung mit Möbeln, Deko, Essen etc.) beibehalten wollte, ob wohl ich es mir nie leisten konnte so zu leben.
Antworten
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10.01.2007, 15:34Inaktiver User
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
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10.01.2007, 16:32Inaktiver User
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
Stop, liebe petitfille,
bitte nicht die Rentenversichrung und VWL kündigen, sondern ruhend stellen. So hast du später die Möglichkeit, alles wieder aufleben zu lassen oder bekommst nach einigen Jahren noch eine Summe X ausgezahlt.
Hausbank hat also abgelehnt. Ich würde es trotzdem noch einmal bei einigen anderen Banken (nur seriöse) versuchen. Mir ist nämlich unerklärlich, warum man dir eine Bankbürgschaft angeboten hat ?!
Schuldnerberatung: Auch hier würde ich noch einmal eine andere Beratungsstelle aufsuchen (ggf. beim Sozialamt deiner Stadt nachfragen).
Warum sollst du denn unbedingt ausziehen ? Ist deine Wohnung zu groß, dann wäre das verständlich (geringere Miete, ggf. auch geringere Nebenkosten), aber ein Umzug und evtl. Renovierungkosten der neuen Wohnung kosten auch.
Du erwähnst deine Eltern. Wäre es evtl. möglich (ich weiß', ist unangenehm, aber ein Versuch wäre es doch wert), mit Hilfe deiner Eltern ein Darlehen zu bekommen oder für einige Zeit dort kostengünstig zu wohnen. Das wäre ein weiterer Aspekt, evtl. doch noch eine Umschuldung zu erhalten.
Ich wünsche Dir viel Glück und Kopf hoch.
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10.01.2007, 17:33Inaktiver User
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
@Cindy33: Danke für dein liebes Posting! Da ich für den Job und das Studium umgezogen bin, ist es nicht möglich bei meinen Eltern zu wohnen. Diese können mir finanzielle leider auch nicht helfen, da mein Vater wohl seinen Job aufgrund seiner Krankheit verlieren wird.
Meine Wohnung muss ich wechseln, weil der Vermieter mir eine fristlsoe Kündigung geschickt hat. Ausserdem ist sie viel zu teuer für mich. Ich weiß das ein Umzug auch teuer wird, aber das muss ich nun auf mich nehmen. Ich versuche z.Z. so viel wie möglich zu verkaufen (danke für den Tip Ebayfan), damit ich nicht mehr alles mitnehmen muss und wieder etwas Geld habe. Und den Umzug selbst werde ich mit Freunden machen.
In meinem Mietvertrag steht übrigens dass die Renovierungsarbeiten bei Auszug von einer Fachfirma erledigt werden müssen. Ist das überhaupt zulässig?
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10.01.2007, 17:35Inaktiver User
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
@Cindy33: Oh, ich hab vergessen zu schreiben, dass ich bei der RV angerufen habe. Wenn ich die Versicherung ruhen lassen will, bis ich wieder liquide bin, muss ich dann alles in einer Summe nachzahlen. Nehmen wir an, ich lasse sie 1 Jahr ruhen, dann müßte ich 640,- Euro nachzahlen. Das ist utopisch für mich und damit ist mir leider überhaupt nicht geholfen. Ich muss sie wohl oder übel kündigen.
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10.01.2007, 18:40
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
Hallo,
ich habe jetzt nur mal den ersten Strang gelesen.
Hier gilt es doch erstmal die Ursachen anzugehen!!
Wer eine Führungsposition nach dem Studium bekommen hat, (herzlichen Glückwunsch) sollte doch so viel verdienen, daß ein 23.000 Euro Kredit keine Probleme bereitet!!
Da es trotzdem Probleme gibt, vermute ich mal (ebenfalls) Kaufsucht. Dafür gibt es sicher Suchtberatung. Notfalls beim Psychologen mit Krankenschein. Nützlich ist das nur, wenn man wirklich bereit ist sich zu ändern. Aber das liegt jetzt wohl vor.
Unabhängig davon natürlich auch Schuldnerberatung und Besprechung mit der Bank, also Sparkasse. Möglichst zunächst nicht mit der Citibank! Die sind dafür bekannt, daß sie wundervolle Gebühren in Form von Versicherungen gestalten und am Ende mit Mahnbescheid kommen. Aber auch Sparkassen sind da mit Gebühren nicht zimperlich, besonders auch bei Umschuldung.
Man sollte doch so viel im Studium gelernt haben, daß man die Kreditkosten nachrechnen kann! Aber ich weiß, das lebenswichtige wird in den Schulen nicht mehr gelernt. Projektarbeit, besonders umweltbezogen, ist eben „in“.
Es kann doch nicht angehen, daß man bei so einem Kredit, den jeder für ein Auto aufnehmen muß, gleich PI anmeldet!!
Auch ich habe mich in den vergangenen Wochen einer Sucht hingegeben und bei der Steuererklärung nicht gemerkt, daß ich einige Kilo zugenommen habe. Aber diese Woche wird nur Milch , Obst und Brot gekauft. Sonst gibt es nur Vorräte aus dem Kühlschrank und so.
Also bei der Kaufsucht würde ich sofort die Kreditkarte, (wenn es eine gibt) zurückgeben und auch möglichst die EC-Karte. Was in der Geldbörse ist, ist verfügbar, alles andere gibt es nicht!! Kauf mit EC-Karte gibt es ab sofort nicht mehr!!
Wenn es nicht anders geht, darf die EC-Karte nur noch zum Geld abheben benutzt werden und als aufgeladene Geldkarte. In München kann man damit wunderbar den ÖPN nutzen.
Wenn ich mir wochenweise Bargeld hole, sollte das alles doch recht übersichtlich werden. (Während meines Studiums, war es chic, das Bargeld zu verteufeln. ) Restaurantbesuche werden sofort gestrichen. Ist es unvermeidlich wird eben nur ein Cola oder so bestellt. Das reicht für den ganzen Abend!! Das geht, notfalls eben wegen der Figur!!!
Alkohol gibt es nur im Schaufenster!! (Ich frage mich immer, wer meinen Durchschnittsverbrauch trinkt.)
BU-Versicherung nicht kündigen. Aber ich bin sicher es gibt andere Versicherungen die man streichen kann. Besonders die Kreditversicherungen, aber auch evtl. eine Hausratversicherung. Hier ist aber das große Risiko, daß ein Wasserschaden in der eigenen Wohnung andere schädigen kann. Also hier Vorsicht!
Es fehlt eine Aufstellung über die einzelnen Kosten!!!
Was ist denn verfügbar und wo geht es hin??
Kleine Beträge so bald wie möglich bezahlen. Damit keine Mahnkosten anfallen. Auch Miete muß pünktlich eintreffen. Sonst ist der Ärger nicht mehr beherschbar und die nächst Adresse ist unter der Brücke, rechts.
Wohnung wechseln(??) nur wenn die bisherige wirklich zu groß und zu teuer ist. Auch ein Umzug kostet erst mal eine Menge. Jedenfalls mehr als man denkt. Und macht viel Arbeit!! Eine Kaution ist auch erst mal für die zweite Wohnung fällig, ohne daß die erste schon verfügbar ist.
Ich hoffe, Du hast keine finanzielle Verantwortung bei der Führungsstelle. Das wäre u. U. tödlich. Welcher Arbeitgeber kann jemand in so einer Position halten, wenn diese Sucht besteht???
Aber selbst ohne eine solche Verantwortung ist jemand mit diesem Problem bestechlich usw.
Es steht also auch die Arbeitsstelle auf dem Prüfstand wenn diese Sucht nicht abgestellt wird!!!
Viel Erfolg damit
Peter
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10.01.2007, 20:20
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
So ein Umzug hat auch Vorteile: Ausmisten, Zeug verkaufen. Denk mal, vor einigen Jahren hast du noch bei deinen Eltern in einem Zimmer mit Bett, Schreibtisch und Schrank gelebt und nichts vermißt. Eine Ein-Zimmer-Wohnung mit Duschklo und Kochnische wäre also nicht menschenunwürdig. Evtl. kannst du dir liebgewordene Gegenstände bei Freunden oder Verwandten einlagern oder dich von der lange ungenutzten, aber vielleicht wertvollen Stereoanlage für ein paar Euro trennen.
Allerdings muß so eine Wohnung erst mal gefunden und zugesprochen werden. Viele Vermieter verlangen eine Schufa-Auskunft.
Ansonsten auf jeden Fall eine Aufstellung der Verpflichtungen machen und deiner finanziellen Eingänge. Was ist unumgänglich (Miete, Strom, Versicherungen), was muß nicht sein (Fernsehen, Internet, Zeitschriften, Auto, Zigaretten, Alkohol, neue Klamotten vor nächstem Herbst).
Bei den größeren Schuldnern würde ich versuchen, eine Ratenzahlung zu vereinbaren, am besten mal mit der Finanzabteilung telefonieren und vielleicht sogar ein persönliches Gespräch anstreben.
Kleinere Schulden als erstes bezahlen, damit sie nicht noch größer werden.
Es gibt eine Menge Webseiten und auch hier Links, in denen Tips zum Sparen aufgelistet werden. Vielleicht hilft dir das ja ein bißchen. Ich glaube vor allem, daß du Öffentlichkeit (Schuldnerberatung, Internet, Freunde) brauchst, um den nötigen Druck zu bekommen, dein Leben wieder in den Griff zu kriegen.Lieber Smarties als Smartphones! (von mir)
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10.01.2007, 23:09
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
Und lass es - ein Deiner Führungsposition angemessenes Gehalt vorausgesetzt - nicht darauf ankommen, dass Dein Gehalt gepfändet wird. Das kommt nicht gut beim Arbeitgeber an!
Wenn Du magst, kannst Du hier ja mal ein paar Eckdaten anführen, damit man mal den Zusammenhang zwischen Führungsposition und 23.000 Euro erdrückenden Schulden erkennen kann. Der ist nach wie vor wohl jedem hier vollkommen schleierhaft. Wenn Du magst... Zudem kann man hier dann Deine Ausgaben strukturieren und planen.
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11.01.2007, 09:57
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
Ich glaube sie hat am Anfang geschrieben, dass es mehr als 23000 Eur sind, weil sie zusätzlich zu diesen Studienkosten auch noch Schulden bei Versandhäusern und dem Vermieter hat.
Zitat von Quirin
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11.01.2007, 12:15
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
Hallo,
Zitat von Yana
selbst wenn es 50.000 oder 100.000 sind, sollte das bei einer entsprechenden Stelle nach dem Studium zu bezahlen sein!!!
Die Frage ist doch
wieviel ist verfügbar und
wo geht es hin??
Notfalls muß eben mal drei Monate ein Haushaltsbuch geführt werden.
Eine Ursache könnte auch ein intensiv genutztes Handy sein.. Aber das machen doch eigentlich nur Schüler.
Peter
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11.01.2007, 19:01
AW: Hilfe, nun ist alles zusammengebrochen
Hallo Petitfille,
ich denke, Du eierst noch ziemlich herum.
- Hast Du eine Aufstellung all Deiner Verbindlichkeiten gemacht? Wieviel ist es denn nun?
- Mach eine Aufstellung, in der Du Dein Nettoeinkommen Deinen unvermeidlichen Ausgaben gegenüberstellst (ohne Schuldentilgung). Wieviel bleibt dann im Monat übrig für den Schuldendienst?
- Teile diesen Betrag auf Deine Gläubiger auf und schreib jedem einen Brief, in dem Du um eine entsprechende Ratenzahlung bittest. Stell klar, dass Du nach einer Prüfung Deiner wirtschaftlichen Situation zu dem Ergebnis gekommen bist, dass dies eine Rate ist, die Du langfristig und zuverlässig aufbringen kannst. Glaub mir, "professionelle" Gläubiger kommen einem da weiter entgegen als man gemeinhin denkt.
- Zur Wohnung: Ist sie für dich zu teuer - ist ein Umzug sinnvoll? Wenn nein, dann REDE mit Deinem Vermieter und schau, dass Du eine Ratenzahlung bekommst (auch da geht meist mehr, als man sich denkt). Dem Gespräch mit dem Vermieter musst Du Dich stellen - und glaub mir, es wird nicht dramatischer als das Bankgespräch.
- Für Dich persönlich: Was ist der Grund Deines Dilemmas? "Noch nie mit Geld umgehen können" - das heisst alles und nichts.
Ganz ehrlich habe ich nach Deinen bisherigen Postings das Gefühl, dass Deine Situation objektiv nicht so dramatisch ist, aber dass Du es noch nicht geschafft hast, das Ganze grundsätzlich anzupacken.
Mandelblüte
PS: Zur Rentenversicherung: Was spricht dagegen, sie beitragsfrei zu stellen? Du kannst, solltest Du die rückständigen Beiträge später nciht aufbringen können, doch immer noch kündigen.


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