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    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Genau das ist es. Aber das ist eben ein subjektives Empfinden, das sie mit sich selbst ausmachen muss.
    Mit seinem Abschluss am Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen zu können, ist ein persönlicher Rückschlag (auch wenn einem hätte klar sein müssen, dass es mit bestimmten Abschlüssen alles andere als leicht wird).

    Viele Menschen erleben irgendwann einmal berufliche Rückschläge: die einen haben Probleme, den Einstieg zu finden, arbeiten erst einmal unter ihrer Qualifikation oder müssen umziehen oder eine weitere Ausbildung machen. Andere verlieren ihren Arbeitsplatz, bekommen gesundheitliche Probleme, finden den Wiedereinstieg nach den Kindern nicht, etc. Diese Rückschläge gehören zum Leben.

    Kannst Du Deiner Freundin vermitteln, dass Du es toll findest, dass sie anpackt und noch einmal studiert? Dass das keine Schande ist, sondern ein Anpacken ihres Problems?

    Ist sie denn bei ihren Kommilitonen integriert? Die sind doch in der gleichen Lage wie sie und für die ist es sicher ganz normal, einen Studentenjob zu haben.

    Von wem stammt die Aussage bzw. Bewertung "seither hat sie nichts gefunden, außer so Nebenjobs, die aber nicht wirklich was für Akademiker sind"? Von Dir oder von ihr?

    Mandelblüte

  2. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Für mich hört sich das ebenfalls nach einem Suchtproblem an. Eine Akademikerin, die ernsthaft glaubt, mit Lotto in kurzer Zeit reich werden zu können…??
    Kingt nach psychischen Problemen.

    Es gibt in Österreich an vielen Hochschulen eine psychologische Studentenberatung. Es wäre gut, wenn du sie davon überzeugen könntest, dorthin zu gehen.

    Ich fürchte, du kannst ihr nicht wirklich helfen.

  3. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Mandelbluete Beitrag anzeigen
    Mit seinem Abschluss am Arbeitsmarkt nicht Fuß fassen zu können, ist ein persönlicher Rückschlag (auch wenn einem hätte klar sein müssen, dass es mit bestimmten Abschlüssen alles andere als leicht wird).

    Von wem stammt die Aussage bzw. Bewertung "seither hat sie nichts gefunden, außer so Nebenjobs, die aber nicht wirklich was für Akademiker sind"? Von Dir oder von ihr?
    Mandelblüte
    Bei unserem Abschluss war das überhaupt nicht zu erwarten, daher natürlich frustrierend. Nur dass eben jeder anders damit umgeht. Diese Aussage stammt von uns beiden. Dass das Arbeiten im Supermarkt kein Job für Akademiker ist, steht ja auf der Hand. Sie meinte, dass es ihr einfach peinlich sei, nach Studienabschluss sowas zu machen, während alle anderen erfolgreich sind. Ich muss da dazu sagen, dass sie sogar unter Mindeststudiendauer fertig geworden ist und alles Einsen hatte. Klar, dass das frustriert. ...

    Das mit der Beratung ist eine gute Idee, nur will sie sich nach außen hin nichts anmerken lassen. Sie hat mal zu mir gesagt, dass sie sich durch's Studium ihr ganzes Leben versaut hat. Wäre sie nur nach dem Abi arbeiten gegangen - in diese Richtung ging das. ... Und sie sagte auch, dass sie sich schämen würde, wenn sie bei Mc Donalds jemand sehen würde, der mit uns studiert hat (irgendwie logisch). ... Sie versteht sich mit den anderen Studis relativ gut, ist integriert, würde ich jetzt meinen angesichts dessen, was sie so erzählt ... ändert halt nix am Frust. Sie sagte auch, dass es ihr egal wäre, nochmal studieren zu müssen, wenn das Geld nicht ständig knapp wäre. Scheinbar geht es da wirklich nur darum, dass sie Probleme mit dem Finanzieren hat, weil sie nicht zurückstecken will und nicht damit klar kommt, dass die Realität mit ihren Vorstellen total kollidiert. Und jetzt denkt sie eben, dass das Glücksspiel ein Ausweg sein könnte, denn wenn sie da einmal groß abräumt, wären alle Sorgen dahin. Zumindest verstehe ich das so.

    Mit diesen billigen Kreditkarten könnte sie tatsächlich was am Laufen haben. Hab eine in ihrem Portmonnaie gesehen, mir aber nichts dabei gedacht.

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    AW: Woher Geld nehmen?

    Hallo,

    was für Positionen stehen einem denn mit "Pädagogik mit Schwerpunkt Schule" offen? Bzw. standen bei Studienbeginn offen?

    Mandelblüte

  5. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Mandelbluete Beitrag anzeigen
    Hallo,

    was für Positionen stehen einem denn mit "Pädagogik mit Schwerpunkt Schule" offen? Bzw. standen bei Studienbeginn offen?

    Mandelblüte
    Im Curriculum wurde verlautbart, dass von Schulentwicklung über die Arbeit in pädagogischen Betreuungseinrichtungen alles offen stehen würde, was aber so nicht stimmt. Für alles, was mit Schulentwicklung etc. zu tun hat, wollen sie verpflichtend ein Lehramt und für die Nachmittagsbetreuung braucht man vom Gesetz her einen anderen Abschluss. Mittlerweile wurde aufgrund von Beschwerden das Curriculum geändert bzw. angepasst, aber das bringt uns halt jetzt auch nichts mehr. Ich hab den Vorteil, dass ich eine Trainerausbildung habe und mehrere Weiterbildungen (alles sehr teuer). Sie setzt jetzt daher auf Lehramt, da ihr danach wirklich alles offen steht.

  6. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Curriculum wurde verlautbart, dass von Schulentwicklung über die Arbeit in pädagogischen Betreuungseinrichtungen alles offen stehen würde, was aber so nicht stimmt. Für alles, was mit Schulentwicklung etc. zu tun hat, wollen sie verpflichtend ein Lehramt und für die Nachmittagsbetreuung braucht man vom Gesetz her einen anderen Abschluss. Mittlerweile wurde aufgrund von Beschwerden das Curriculum geändert bzw. angepasst, aber das bringt uns halt jetzt auch nichts mehr.
    Hm, war das denn seinerzeit ein ganz neu eingerichteter Studiengang? Wenn man sich über die Aussichten informiert, orientiert man sich doch an Leuten, die schon fertig sind, und nicht an dem, was in einer Studiengangbeschreibung steht. Theoretisch steht mir als Geisteswissenschaftler auch die Welt offen, nur praktisch ist das nicht immer so einfach.

    Wie sind denn die Aussichten als Lehrer in Österreich? Da wird man vermutlich noch immer verbeamtet, oder?

  7. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm, war das denn seinerzeit ein ganz neu eingerichteter Studiengang? Wenn man sich über die Aussichten informiert, orientiert man sich doch an Leuten, die schon fertig sind, und nicht an dem, was in einer Studiengangbeschreibung steht. Theoretisch steht mir als Geisteswissenschaftler auch die Welt offen, nur praktisch ist das nicht immer so einfach.

    Wie sind denn die Aussichten als Lehrer in Österreich? Da wird man vermutlich noch immer verbeamtet, oder?
    Das war damals ein ganz neu eingerichtetes Masterstudium und wir waren die ersten Absolventen. Und wieso sollte man an dem Berufsfeld, das im Curriculum steht, zweifeln? Es gab keinen Grund dazu, vor allem, da in den Medien und den Unis immer wieder verlautbart wurde, dass der Bedarf in der Schulentwicklung und im Schulbereich so hoch sei Im Nachhinein ist man immer klüger. Die, die als Lehrer diesen Master gemacht haben, hatten danach tolle Aufstiegsmöglichkeiten, aber alle anderen Absolventen haben durch die Finger gekuckt. Naja.

    In Österreich wird man nicht mehr verbeamtet, nein. Je nachdem, welches Lehramt man studiert hat, hat man entweder bessere oder schlechtere Aussichten. Für die Fächer, die sie studiert, müsste sie eig. gleich was bekommen bzw. max. eine Wartezeit von zwei Jahren. Da sie aber Pädagogik + Lehramt hätte, würde sie auch in die Schulentwicklung und in andere Bereiche gehen können, also ist definitiv davon auszugehen, dass sie danach einen guten Job bekommt.

  8. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dass das Arbeiten im Supermarkt kein Job für Akademiker ist, steht ja auf der Hand.
    Abgesehen davon, dass etwas auf der Hand liegt und nicht steht - das ist doch kein Argument. Nur weil man einen akademischen Abschluss hat, ist einem die Welt noch nichts schuldig.

    Natürlich ist es bitter, wenn man nach Studienabschluss feststellt, dass die Jobs rar gesät sind und man nichts - oder nicht gleich etwas - bekommt. Aber dastehen und jammern hilft am wenigsten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das mit der Beratung ist eine gute Idee, nur will sie sich nach außen hin nichts anmerken lassen. Sie hat mal zu mir gesagt, dass sie sich durch's Studium ihr ganzes Leben versaut hat. Wäre sie nur nach dem Abi arbeiten gegangen - in diese Richtung ging das. ...
    Was sollen solche Selbstvorwürfe denn bringen? Sie kann das Rad nicht zurück drehen, aber sie kann das Beste aus der Situation machen. Wenn sie jetzt auf Lehramt studiert und hinterher einen günstigeren Abschluss hat, ist das doch prima. Dann hat sie in absehbarer Zeit bessere Chancen auf einen Job.

    Also geht es derzeit nur darum, während des Studiums Geld dazu zu verdienen. Warum es für eine Studentin ehrenrührig sein soll, Hilfsjobs zu machen, erschließt sich mir nicht. Das ist doch völlig normal, so lange man studiert.

    Ich frage mich ernsthaft, ob das Problem nicht psychischer Natur ist.
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie sind denn die Aussichten als Lehrer in Österreich? Da wird man vermutlich noch immer verbeamtet, oder?
    Nein. Aber die Aussichten sind trotzdem gut.

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und sie sagte auch, dass sie sich schämen würde, wenn sie bei Mc Donalds jemand sehen würde, der mit uns studiert hat (irgendwie logisch)
    Diese Einstellung erschreckt mich, ehrlich gesagt. Deine Freundin hat sich entschlossen, weiterzustudieren, um bessere Berufschancen zu haben. D.h. sie ist weiterhin Studentin, akademischer Abschluss hin oder her, und darauf angewiesen, etwas dazuzuverdienen. Was bitte ist daran peinlich? Was ist an einem Job im Schnellrestaurant peinlich? Im Gegenteil, sie sollte stolz darauf sein, dass sie sich (teilweise) selbst finanziert. Wenn mir in ihrer Lage irgendetwas peinlich wäre, dann doch eher das Anpumpen der Freundin und die Tatsache, dass ich völlig orientierungslos im Schuldenchaos schwimme.

    Ich habe in der 2. Hälfte der 70er Jahre studiert, damals gab es in meinem Studienfach die Möglichkeit, ein sog. Industriepraktikum zu machen (ein Praktikum war Pflicht, den Bereich durfte man sich aber aussuchen) - ausdrücklich mit dem Ziel, das Leben der "kleinen Leute" kennenzulernen. Ich habe damals fünf Wochen bei VW am Band gestanden. Für mich als Akademikertochter war das sehr lehrreich. Für eine angehende Lehrerin, die später mit Kindern unterschiedlichster sozialer Herkunft zu tun haben wird,ist es das bestimmt auch.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Sie hat mal zu mir gesagt, dass sie sich durch's Studium ihr ganzes Leben versaut hat. Wäre sie nur nach dem Abi arbeiten gegangen - in diese Richtung ging das. ...
    Dann wär' sie aber keine Akademikerin


    Zum Schuldenproblem: Ich würde ihr nichts mehr leihen, keinen Cent. Damit verlängerst du den Zustand. Rate ihr dringlich, zur Schuldnerberatung zu gehen, etwas anderes kannst du, fürchte ich, für sie nicht tun.

  10. Inaktiver User

    AW: Woher Geld nehmen?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also geht es derzeit nur darum, während des Studiums Geld dazu zu verdienen. Warum es für eine Studentin ehrenrührig sein soll, Hilfsjobs zu machen, erschließt sich mir nicht. Das ist doch völlig normal, so lange man studiert.

    Ich frage mich ernsthaft, ob das Problem nicht psychischer Natur ist.
    Selbst wenn man das nach dem Studium noch macht, weil es nicht anders geht, ist das nicht ehrenrührig.

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