Guten Morgen!
Mein Mann und ich sind zur Zeit abwechselnd in einer entweder prekären (harmlos ausgedrückt) bis dann wieder aussichtslosen Situation.
2008 ging das Unternehmen (AG) meines Mannes (an dem er 25% Anteil hatte) in die Insolvenz. Für dieses Unternehmen hatte er einige Jahre zuvor eine Bürgschaftserklärung für ein Darlehen über 400.000 Euro abgegeben. Der 75% Partner ist in der Privatinsolvenz und in Haft.
Nun … 6 Jahre später verlangt die Bank die Zahlung der 400.000 Euro von meinem Mann. Eine solche Summe ist jedoch nicht ansatzweise vorhanden.
Zwei Termine mit der Bank (eine Güteverhandlung und ein außergerichtlicher Termin) hatten stets dasselbe Ergebnis. Die Bank ist an keinerlei langfristiger Rückführung interessiert und möchte eine Einmalzahlung haben.
Die Frage ist dabei: Wie?
Mein Mann ist alleiniger, geschäftsführender Gesellschafter einer gesunden GmbH mit einem Jahresumsatz von zur Zeit ca. 320.000 Euro. Die GmbH ist zwar grundsolide aber immer noch im Aufbau befindlich.
Wir besitzen als 35% Gesellschafter Anteile an einer Gewerbe-Immobilie, die zur Zeit zum Verkauf steht. Ferner besitzen wir ein Haus in Südeuropa und ich aus der Zeit vor meiner Ehe eine Eigentumswohnung.
Wir wollen nun so schnell wie möglich einen Termin bei einer Schuldnerberatung machen um zu sehen wie wir dieses Problem lösen können. Und haben Bedenken, dass wenn die Bank Druck macht nur die PI bleibt.
Dazu habe ich einige Fragen – vielleicht weiß ja Jemand von euch Rat.
Welche Schuldnerberatung käme da am ehesten in Frage? Hat da Jemand Erfahrung oder einen Tipp?
In wie weit ist mein Vermögen betroffen (ich halte 10% an der Gewerbe-Immobilie und 50% an dem Haus im Süden)? Können wir gezwungen werden das Haus zu verkaufen? Das Gewerbe steht ja eh zum Verkauf.
Es sieht so aus, als wenn die Bank sich auf einen Vergleich einlassen würde. Hat Jemand Erfahrungen mit so etwas? Gibt es einen Pi mal Daumen %-Wert auf den Banken sich in solchen Fällen einlassen?
Was ist mit der GmbH? Kann die Bank dort hinein pfänden?
Ich weiß – klingt kompliziert. Ich bin aber für jeden Tipp dankbar.
Antworten
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24.06.2014, 07:27
Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Apprenti
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24.06.2014, 07:57
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Also das würde ich mal einen Anwalt fragen!
Moderatorin im Forum
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Reine Familiensache
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24.06.2014, 09:52
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Ich rate zu einem Termin bei einem Anwalt für Insolvenzrecht.
Das ist definitiv zu komplex für ein Forum.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
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24.06.2014, 10:14Inaktiver User
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Ich würde auch zum Fachanwalt gehen. Ich habe meinen Mann aufgrund der komplizierten Konstellation meiner Firma mit Gütertrennung und notariellem Ehevertrag abgesichert. Ihr habt doch bestimmt ebenfalls irgendwas in der Richtung gemacht.
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24.06.2014, 10:42Inaktiver User
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Evtl. berät auch die IHK, wenn Ihr Mann dort organisiert ist.
Ihr Vermögen dürfte bei einer Insolvenz nicht der Masse anheim fallen, wenn Sie die Bürgschaft nicht mitunterschrieben haben.
Die Banken geben sich gern als "harte Hunde". Wenn wirklich und glaubhaft damit gedroht wird, im Falle einer Ablehnung eines akzeptablen Ratenplanes die Insolvenz zu beantragen, lenkt man gewöhnlich doch ein, denn der Spatz in der Hand ist auch für eine Bank immer noch besser als die Taube auf dem Dach.
Ein Kollege von mir, der vor Jahren seinen Betrieb aufgeben musste, hat eine Forderung von knapp 60.000 Euro mit 10.000 Euro "schuldbefreiend" erledigt.
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24.06.2014, 11:37
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Ich sehe das kritischer, da eine Bürgschaft eingegangen wurde.
Geht zum Anwalt.
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24.06.2014, 12:51
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Deine Eigentumswohnung, die du vor der Ehe besessen hast, dürfte aus dem Konglomerat herausfallen. Ansonsten ist es ziemlich undurchsichtig, wer wie viel wo von hat.
Eine Bürgschaft, die geleistet worden ist, muss im Notfall bedient werden. Dies ist der Fall, wenn der andere Partner verhaftet ist. Dessen Firma müsste mit zum "Vermögen" gezählt werden. Wie hoch der Wert ist, wissen Bank und Anwälte. Wenn Geld aus Verkäufen von Grundstücken und Immobilien erzielt werden kann, wird das in den meisten Fällen auch so gemacht. Je mehr Bargeld ihr habt, desto eher könnt ihr der Bank einen Deal anbieten, um die Bürgschaft zu bedienen.
Nimm dir einen guten Anwalt. Der rettet deinem Mann hoffentlich die kleine Firma. Denn eine Schuldnerberatung wird wahrscheinlich nicht so firm sein, was Grundstücke und Anteile anbelangt.
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24.06.2014, 13:01Inaktiver User
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Ich denke auch, dass ein einfache Schuldnerberatung mit so einem Fall überfordert ist.
Ist die Insolvenz von 2008 denn inzwischen abgeschlossen? Habt ihr einen ensprechenden Bescheid vom Insolvenzverwalter und vom Gericht bekommen?
Wenn dein Mann eine Bürgschschaft unterzeichnet hat, ist klar, dass die Bank auf ihn zukommt. Ich würde versuchen, zu verhandeln.
Nicht betroffen sind Immobilien, die dir allein gehören, zB. deine Eigentumswohnung.
Die Gewerbeimmobilie und dem Haus im Süden werden wohl verkauft werden müssen. Gewerbeimmobilien sind derzeit allerdings nicht leicht zu verkaufen, aber oft haben Banken Immobilienabteilungen, die einem dabei helfen können.
Ich würde auf jeden Fall einen guten Anwalt suchen. Veilleicht kann er die neue GmbH deines Mannes noch retten.
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24.06.2014, 16:01
AW: Unternehmensinsolvenz - Privatinsolvenz?
Herzlichen Dank erst einmal für die vielen Antworten.
Ich habe mir nun Adressen von verschiedenen Insolvenzanwälten besorgt und werde versuchen dort kurzfristig einen Termin zu bekommen. Ich hatte schon angenommen, dass "normale" Schuldnerberatungen mit der Komplexität überfordert sind.
Die Gewerbe-Immobilie steht ja eh zum Verkauf und es gibt auch einen ernst zu nehmenden Kaufinteressenten, der momentan an der Finanzierung bastelt. Auch hat mein Mann heute ein Schreiben der Bank erhalten, in dem sie formuliert haben, dass sie an einer PI nicht interessiert sind. Und wohl auch zu Zugeständnissen bereit. Ferner hat der Insolvenzverwalter der AG angekündigt bei einer langfristigen Rückführung zu unterstützen.
Das könnte funktionieren ...
Ich denke einfach auch, die Bank hat nichts davon die GmbH anzugreifen. Und großartige Barreserven haben wir nicht, da hohe Investitionen in den Aufbau der GmbH geflossen sind.Apprenti
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24.06.2014, 16:13Inaktiver User


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