@Frank
Mit Verlaub, ich finde schon, dass du verallgemeinerst. Deiner Aussage zufolge sind ja alle Akademiker, die staatlicherseits unterstützt werden müssen, lebensunfähig.
Da könnte ich genausogut sagen, alle Unternehmer, deren Firma insolvent wird, sind lebens- oder sonstwie unfähig.
Und das ist doch wohl totaler Quatsch. Es gibt hundertundeinen Grund dafür, dass sich eine Investition, sei es in ein Studium oder in ein Geschäft nicht auszahlt. Und nicht immer ist es die Unfähigkeit des Betroffenen, schließlich müssen beide (Arbeitskräfte und Unternehmen) an ihren jeweiligen Märkten bestehen und die sind nunmal sehr gesättigt und der Wettbewerb ist sehr hoch.
Ich finde es einfach nicht fair, verächtlich auf Menschen herabzublicken, die trotz ihrer Mühen gescheitert sind, ob das nun insolvente Unternehmer sind oder Akademiker, die sich nur mit Mühe oder gar nicht ihren Lebensunterhalt verdienen können. (Ganz unabhängig davon, dass natürlich jeder dafür verantwortlich ist, das beste aus seiner Situation zu machen.)
Laetitia
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09.11.2006, 11:08Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
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09.11.2006, 14:45Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Nein, nicht lebensunfähig sondern überlebensunfähig in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und des Umbruchs. Flexibilität, Einsicht in die Notwendigkeit, Teamarbeit, an einem Strang ziehen usw., dass sind die gefragten Eigenschaften.
Und ich bleibe dabei, es sind nicht Alle gleich.
Es ist kein Platz und auch keine Geld mehr für das Ausleben von Eitelkeiten oder Statusdenken vorhanden. Sicher, in den Bereichen wo nicht direkt das Leistungsprinzip ansetzt oder die Leistung des Einzelnen messbar ist, da ist vielleicht für solche Dinge noch etwas Raum vorhanden.
Es würde manchen arbeitslosen Akademiker gut zu Gesicht stehen mal von dem hohen Ross herunterzusteigen und vielleicht mal wieder unten anzufangen und sich hoch zu arbeiten, wenn er es drauf hat, dann dauert der Aufstieg nicht lange, statt dessen wird sich auf ein Studium berufen und man möchte dementsprechend sofort eingestuft werden über den anderen stehen.
Der Weg geht immer von unten nach oben und nie umgekehrt. Sicher, in Deutschland ging es auch eine Zeit anders herum, aber es war die Zeit des Überflusses und die ist nun endgültig und unwiederbringlich vorbei.
V.G.
PS: Habe auch eine akademischen Abschluss und trotzdem schmutzige Hände von der Arbeit.
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09.11.2006, 15:13Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Ich würde es anders sagen,
Zitat von Inaktiver User
*einmal oben* ist nicht mehr die Garantie für *immer oben*.
Wer nicht die unverdiente Gnade der Geburt hat, der muß heute mehr strampeln als vor 20 Jahren, das ist korrekt. Aber vor 20 Jahren sah die Welt auch noch ganz anders aus. Es nützt nix, sich gegenseitig die Schuld zu zuweisen, die Ärmel müssen hochgekrempelt werden, von jedem.
Nach wie vor bin ich der Meinung, das eine gute bis sehr gute Bildung, die häufig in Frage gestelt werden muß, schon mehr Chancen bietet als keine Abschluß. Was aber in unsrer Zeit gfragt ist, ist die zusätzliche Flexibilität, von jedem. Damit meine ich nicht unbedingt die Mobilität. Niemand kann von einer AE Mutter mit 3 kleinen Kindern verlangen, ständig umzuziehen und die Probezeit nicht zu überstehen. Aber genausowenig dürfen die Kinder als Grund für nicht arbeiten vorgeschoben werden, wenn die Kids gesund sind.
Dieses ach ist ja eh alles für die Katz, das hass ich vielleicht!
Und noch eins, wo nicht nachgefragt wird, also defacto kein Bedarf besteht, das wird auch nicht produziert im Non´-Profit bereich schon gar nicht. BWL, 1. Semester.
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15.11.2006, 12:51Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Wenn dem so wäre, hätte es keine deutsche "Green Card" gegeben. Und dann würden wir auch nicht ausländische Facharbeiter aktiv anwerben.
Zitat von Inaktiver User
Wir haben in Deutschland viele ausgebildete Menschen. Das Prädikat "gut" verdienen längst nicht alle. Manche sind auch noch "falsch" ausgebildet (Branche z.B.).
Wir haben inzwischen wieder Lehrermangel. Man studiert aber lieber BWL, um als Taxifahrer zu enden (es lebe das Klischee). Wir brauchen Techniker, Maschienenbauer. Stattdessen bekommen wir Sozialpädagogen u.a. die nahezu chancenlos auf dem Arbeitsmarkt sind, weil eben nur sehr wenige gebraucht werden.
Gute Vertriebsleute sind in allen Branchen rar. Vertriebler verdienen sehr häufig überdurchschnittlich. Nur das Image ist unterdurchschnittlich. Stattdessen wird lieber "was ordentliches" studiert. Man ist danach zwar oft Jobsuchend (um es positiv zu formulieren) aber immerhin hat man was ordentliches studiert.
Sorry, aber hier krankt etwas ganz gewaltig in manchen Hirnen.
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15.11.2006, 12:56Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Sag mal, lebst Du noch in den 70ern ? Diese Mähr ist doch schon lange volkswirtschaftlich widerlegt. Das funktioniert nur bei gleichzeitigem Einkommensverzicht. Ansonsten führt es zu Rationalisierung und ArbeitsplatzABBAU. So geschehen von Umstellung der 42 auf die 40 Stundenwoche, von der 40 auf 38 und von 38 auf 35. Inzwischen sind sich alle einig, dass die Arbeitszeit wieder verlängert werden muss, weil dadurch die Kosten sinken, die Unternehmen profitabler und somit international Wettbewerbsfähiger werden. Und nur dann besteht auch nur im Ansatz eine kleine Chance auf neue Jobs. Leider längst nicht immer.
Zitat von Ebayfan
Geändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 13:21 Uhr)
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15.11.2006, 13:06Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
macht bei einer 40+ Stundenwoche und 22 Arbeitstagen im Schnitt 1150€ brutto. Netto vielleicht 900€. Davon leben viele Menschen in Deutschland!
Zitat von tanimun
Keine riesen Ansprüche ? Sicher nicht, aber wir reden hier von mindest-Standards. Wieso muss jeder in einer eigenen Wohnung leben ? Du kannst auch mit Deinen Eltern/Geschwistern/Freunden in einer WG leben., was in der Tat viele so machen. Wieso muss man ein Auto haben ? Öffentliche sind zwar nicht überall so toll, aber sie funktionieren. Als mindestmaß akzeptabel, wie ich finde.Also, ich nicht! Und ich habe keine Riesenansprüche, wohne in einer pupsigen Mietwohnung und habe einen Kleinwagen!
Wann bringt man Akademikern, s.g. gebildeten Menschen, mal bei, dass ein Studium nichts mit dem Anrecht auf Einkommen zu tun hat. Erst Deine Arbeitskraft qualifiziert Dich/jeden für eine Entlohung. Je nachdem wie wertvoll diese Arbeit für den Arbeitgeber ist, wird er mehr oder weniger bezahlen. Der Schluss "Studium=Gehalt" ist definitiv falsch. "Ergebnis=Gehalt" ist richtig. Das Studium dient lediglich dazu, die Chance auf ein besseres Arbeitsergebnis zu verbessern. Es ist keine Gehaltsgarantie.Für eine Akademikerin wie mich ist das strenggenommen ein Witz!Geändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 13:22 Uhr)
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15.11.2006, 13:11Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Perfekt! Das ist der Punkt.
Zitat von Inaktiver User
Beispiel von heute:
Eine Vertriebsverantwortliche (auch Key-Account Betreuerin) legt mir heute seitenweise Analysen/Statistiken über ihre Mitarbeiter vor. Das Ergebnis aller ist in Summe negativ. Meine Frage, was sie unternommen hat, um das zu ändern, beantwortet sie mit diversen Erklärungen und weiteren selbstgemachten Statistiken. Darauf sagte ich ihr, dass ihre Jobbeschreibung "Sales Manager" wäre und nicht "Administrative Manager". Sie verbingt 80% ihrer Zeit am Schreibtisch anstatt 80% der Zeit bei Kunden und ihren Mitarbeitern zu verbringen. Sicher macht sie aus administrativer Sicht einen guten Job, aber das ist nicht ihrer Aufgabe. Ihr Ergebnis ist schlecht. Punkt. Obwohl sie ansonsten Ihre Arbeit gut macht. Aber es ist die falsche Arbeit.Geändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 13:31 Uhr)
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15.11.2006, 13:20Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Korrekt. Aber die Halbwertzeit von Wissen und Know-How, auch dem Studium, beträgt heutzutage ca. fünf Jahre. Das heißt, das Wissen, welches ich heute (durch Studium oder Erfahrung) besitze, von dem ist in fünf Jahren nur noch 50% gültig und erfolgreich. Der Rest ist veraltet. Aufs Studium bezogen ist bereits nach fünf Jahren ein Grossteil überholt.
Zitat von Inaktiver User
Es geht heute also darum, durch kostantes Lernen, Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Einsatz und v.m. seinen Teil zum ERGEBNIS beizutragen. Nur das ERGEBNIS (be)zahlt.
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15.11.2006, 13:20Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Ich hatte mir vorgenommen in diesem Strang nicht mehr zu lesen, es regt mich einfach nur auf mit welcher Selbstherrlichkeit und Selbstverständnis in diesem Land Ansprüche kommuniziert.
Am lauteste schreien die, die das Wort Wertschöpfung nicht im eigenen Sprachgebrauch wiederfinden.
Das Problem, bei uns gab es und gibt es keine echte Existenzangst, ihr könnt mir glauben, wenn die eintritt da staunt man über sich selbst wie beweglich und flexibel man wird.
@blackjack
endlich mal normale und lebensnahe Ansichten.
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15.11.2006, 13:28Inaktiver User
AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte
Man lernt und studiert heute zu 50 % nur um das lernen und das Umsetzen des Gelernten zu trainieren. Sicher, es gibt eine Menge Grundlagen die dafür Vorraussetzung sind.
Aber die effiziente Umsetzung und Anwendung von neuem ist doch das was uns flexibel macht und deshalb kann man auch von einer Branche in die nächste Branche wechseln.
V.G.
Mein Doktor sagte immer, „brauchste nicht lernen, merk dir wo es steht“


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