Antworten
Seite 6 von 10 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 91
  1. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    @Frank

    Mit Verlaub, ich finde schon, dass du verallgemeinerst. Deiner Aussage zufolge sind ja alle Akademiker, die staatlicherseits unterstützt werden müssen, lebensunfähig.
    Da könnte ich genausogut sagen, alle Unternehmer, deren Firma insolvent wird, sind lebens- oder sonstwie unfähig.
    Und das ist doch wohl totaler Quatsch. Es gibt hundertundeinen Grund dafür, dass sich eine Investition, sei es in ein Studium oder in ein Geschäft nicht auszahlt. Und nicht immer ist es die Unfähigkeit des Betroffenen, schließlich müssen beide (Arbeitskräfte und Unternehmen) an ihren jeweiligen Märkten bestehen und die sind nunmal sehr gesättigt und der Wettbewerb ist sehr hoch.

    Ich finde es einfach nicht fair, verächtlich auf Menschen herabzublicken, die trotz ihrer Mühen gescheitert sind, ob das nun insolvente Unternehmer sind oder Akademiker, die sich nur mit Mühe oder gar nicht ihren Lebensunterhalt verdienen können. (Ganz unabhängig davon, dass natürlich jeder dafür verantwortlich ist, das beste aus seiner Situation zu machen.)


    Laetitia

  2. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Nein, nicht lebensunfähig sondern überlebensunfähig in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und des Umbruchs. Flexibilität, Einsicht in die Notwendigkeit, Teamarbeit, an einem Strang ziehen usw., dass sind die gefragten Eigenschaften.

    Und ich bleibe dabei, es sind nicht Alle gleich.

    Es ist kein Platz und auch keine Geld mehr für das Ausleben von Eitelkeiten oder Statusdenken vorhanden. Sicher, in den Bereichen wo nicht direkt das Leistungsprinzip ansetzt oder die Leistung des Einzelnen messbar ist, da ist vielleicht für solche Dinge noch etwas Raum vorhanden.

    Es würde manchen arbeitslosen Akademiker gut zu Gesicht stehen mal von dem hohen Ross herunterzusteigen und vielleicht mal wieder unten anzufangen und sich hoch zu arbeiten, wenn er es drauf hat, dann dauert der Aufstieg nicht lange, statt dessen wird sich auf ein Studium berufen und man möchte dementsprechend sofort eingestuft werden über den anderen stehen.

    Der Weg geht immer von unten nach oben und nie umgekehrt. Sicher, in Deutschland ging es auch eine Zeit anders herum, aber es war die Zeit des Überflusses und die ist nun endgültig und unwiederbringlich vorbei.
    V.G.
    PS: Habe auch eine akademischen Abschluss und trotzdem schmutzige Hände von der Arbeit.

  3. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Zitat Zitat von Inaktiver User

    Der Weg geht immer von unten nach oben und nie umgekehrt. Sicher, in Deutschland ging es auch eine Zeit anders herum, aber es war die Zeit des Überflusses und die ist nun endgültig und unwiederbringlich vorbei.
    V.G.
    PS: Habe auch eine akademischen Abschluss und trotzdem schmutzige Hände von der Arbeit.
    Ich würde es anders sagen,
    *einmal oben* ist nicht mehr die Garantie für *immer oben*.
    Wer nicht die unverdiente Gnade der Geburt hat, der muß heute mehr strampeln als vor 20 Jahren, das ist korrekt. Aber vor 20 Jahren sah die Welt auch noch ganz anders aus. Es nützt nix, sich gegenseitig die Schuld zu zuweisen, die Ärmel müssen hochgekrempelt werden, von jedem.
    Nach wie vor bin ich der Meinung, das eine gute bis sehr gute Bildung, die häufig in Frage gestelt werden muß, schon mehr Chancen bietet als keine Abschluß. Was aber in unsrer Zeit gfragt ist, ist die zusätzliche Flexibilität, von jedem. Damit meine ich nicht unbedingt die Mobilität. Niemand kann von einer AE Mutter mit 3 kleinen Kindern verlangen, ständig umzuziehen und die Probezeit nicht zu überstehen. Aber genausowenig dürfen die Kinder als Grund für nicht arbeiten vorgeschoben werden, wenn die Kids gesund sind.
    Dieses ach ist ja eh alles für die Katz, das hass ich vielleicht!
    Und noch eins, wo nicht nachgefragt wird, also defacto kein Bedarf besteht, das wird auch nicht produziert im Non´-Profit bereich schon gar nicht. BWL, 1. Semester.

  4. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    In den entwickelten Volkwirtschaften Europas gibt's nun mal ein Überangebot an gutausgebildeten Arbeitskräften, mit allen Konsequenzen für die Betroffenen.
    Wenn dem so wäre, hätte es keine deutsche "Green Card" gegeben. Und dann würden wir auch nicht ausländische Facharbeiter aktiv anwerben.

    Wir haben in Deutschland viele ausgebildete Menschen. Das Prädikat "gut" verdienen längst nicht alle. Manche sind auch noch "falsch" ausgebildet (Branche z.B.).
    Wir haben inzwischen wieder Lehrermangel. Man studiert aber lieber BWL, um als Taxifahrer zu enden (es lebe das Klischee). Wir brauchen Techniker, Maschienenbauer. Stattdessen bekommen wir Sozialpädagogen u.a. die nahezu chancenlos auf dem Arbeitsmarkt sind, weil eben nur sehr wenige gebraucht werden.
    Gute Vertriebsleute sind in allen Branchen rar. Vertriebler verdienen sehr häufig überdurchschnittlich. Nur das Image ist unterdurchschnittlich. Stattdessen wird lieber "was ordentliches" studiert. Man ist danach zwar oft Jobsuchend (um es positiv zu formulieren) aber immerhin hat man was ordentliches studiert.

    Sorry, aber hier krankt etwas ganz gewaltig in manchen Hirnen.

  5. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Zitat Zitat von Ebayfan
    Wenn die Arbeitsplatzbesitzer mal etwas kürzer treten würden - alle miteinander - und nicht soviel und solange arbeiten würden, dann gäbe es auch mehr Arbeitsplätze für die ganzen "Schmarotzer". Wie wäre es denn mal mit 30 - 35 Stunden/Woche für alle?
    Sag mal, lebst Du noch in den 70ern ? Diese Mähr ist doch schon lange volkswirtschaftlich widerlegt. Das funktioniert nur bei gleichzeitigem Einkommensverzicht. Ansonsten führt es zu Rationalisierung und ArbeitsplatzABBAU. So geschehen von Umstellung der 42 auf die 40 Stundenwoche, von der 40 auf 38 und von 38 auf 35. Inzwischen sind sich alle einig, dass die Arbeitszeit wieder verlängert werden muss, weil dadurch die Kosten sinken, die Unternehmen profitabler und somit international Wettbewerbsfähiger werden. Und nur dann besteht auch nur im Ansatz eine kleine Chance auf neue Jobs. Leider längst nicht immer.
    Geändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 13:21 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Zitat Zitat von tanimun
    @Hillary:
    Jetzt mal ganz ernsthaft:
    Könntest Du von einem Stundenlohn von 6,50 leben?
    macht bei einer 40+ Stundenwoche und 22 Arbeitstagen im Schnitt 1150€ brutto. Netto vielleicht 900€. Davon leben viele Menschen in Deutschland!

    Also, ich nicht! Und ich habe keine Riesenansprüche, wohne in einer pupsigen Mietwohnung und habe einen Kleinwagen!
    Keine riesen Ansprüche ? Sicher nicht, aber wir reden hier von mindest-Standards. Wieso muss jeder in einer eigenen Wohnung leben ? Du kannst auch mit Deinen Eltern/Geschwistern/Freunden in einer WG leben., was in der Tat viele so machen. Wieso muss man ein Auto haben ? Öffentliche sind zwar nicht überall so toll, aber sie funktionieren. Als mindestmaß akzeptabel, wie ich finde.

    Für eine Akademikerin wie mich ist das strenggenommen ein Witz!
    Wann bringt man Akademikern, s.g. gebildeten Menschen, mal bei, dass ein Studium nichts mit dem Anrecht auf Einkommen zu tun hat. Erst Deine Arbeitskraft qualifiziert Dich/jeden für eine Entlohung. Je nachdem wie wertvoll diese Arbeit für den Arbeitgeber ist, wird er mehr oder weniger bezahlen. Der Schluss "Studium=Gehalt" ist definitiv falsch. "Ergebnis=Gehalt" ist richtig. Das Studium dient lediglich dazu, die Chance auf ein besseres Arbeitsergebnis zu verbessern. Es ist keine Gehaltsgarantie.
    Geändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 13:22 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Man kann sich auch den ganzen Tag in einer Firma beschäftigen und ist deswegen nicht faul, die Frage bleibt aber, wie viel habe ich ERWIRTSCHAFTET und nur das zählt am Ende.
    Perfekt! Das ist der Punkt.

    Beispiel von heute:
    Eine Vertriebsverantwortliche (auch Key-Account Betreuerin) legt mir heute seitenweise Analysen/Statistiken über ihre Mitarbeiter vor. Das Ergebnis aller ist in Summe negativ. Meine Frage, was sie unternommen hat, um das zu ändern, beantwortet sie mit diversen Erklärungen und weiteren selbstgemachten Statistiken. Darauf sagte ich ihr, dass ihre Jobbeschreibung "Sales Manager" wäre und nicht "Administrative Manager". Sie verbingt 80% ihrer Zeit am Schreibtisch anstatt 80% der Zeit bei Kunden und ihren Mitarbeitern zu verbringen. Sicher macht sie aus administrativer Sicht einen guten Job, aber das ist nicht ihrer Aufgabe. Ihr Ergebnis ist schlecht. Punkt. Obwohl sie ansonsten Ihre Arbeit gut macht. Aber es ist die falsche Arbeit.
    Geändert von Inaktiver User (15.11.2006 um 13:31 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ich würde es anders sagen,
    *einmal oben* ist nicht mehr die Garantie für *immer oben*.
    ...
    Nach wie vor bin ich der Meinung, das eine gute bis sehr gute Bildung, die häufig in Frage gestelt werden muß, schon mehr Chancen bietet als keine Abschluß.
    Korrekt. Aber die Halbwertzeit von Wissen und Know-How, auch dem Studium, beträgt heutzutage ca. fünf Jahre. Das heißt, das Wissen, welches ich heute (durch Studium oder Erfahrung) besitze, von dem ist in fünf Jahren nur noch 50% gültig und erfolgreich. Der Rest ist veraltet. Aufs Studium bezogen ist bereits nach fünf Jahren ein Grossteil überholt.
    Es geht heute also darum, durch kostantes Lernen, Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Einsatz und v.m. seinen Teil zum ERGEBNIS beizutragen. Nur das ERGEBNIS (be)zahlt.

  9. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Ich hatte mir vorgenommen in diesem Strang nicht mehr zu lesen, es regt mich einfach nur auf mit welcher Selbstherrlichkeit und Selbstverständnis in diesem Land Ansprüche kommuniziert.

    Am lauteste schreien die, die das Wort Wertschöpfung nicht im eigenen Sprachgebrauch wiederfinden.

    Das Problem, bei uns gab es und gibt es keine echte Existenzangst, ihr könnt mir glauben, wenn die eintritt da staunt man über sich selbst wie beweglich und flexibel man wird.

    @blackjack
    endlich mal normale und lebensnahe Ansichten.

  10. Inaktiver User

    AW: Diskussion zur Unterschichtsdebatte

    Man lernt und studiert heute zu 50 % nur um das lernen und das Umsetzen des Gelernten zu trainieren. Sicher, es gibt eine Menge Grundlagen die dafür Vorraussetzung sind.

    Aber die effiziente Umsetzung und Anwendung von neuem ist doch das was uns flexibel macht und deshalb kann man auch von einer Branche in die nächste Branche wechseln.
    V.G.

    Mein Doktor sagte immer, „brauchste nicht lernen, merk dir wo es steht“

Antworten
Seite 6 von 10 ErsteErste ... 45678 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •