Hallo,
bei uns ist es so, dass wir beabsichtigen ein Haus zu kaufen. Da genügend Eigenmittel vorhanden sind, brauchen wir keinen Kredit von einer Bank. Es bleibt auch noch was übrig, falls mal ne Reparatur sein sollte.
Die Banken schlagen natürlich vor, doch lieber einen Kredit aufzunehmen, sei jetzt noch günstig, und dann das ersparte Geld dort als Kundeneinlage arbeiten zu lassen - das brächte dann mehr Zinsen als man zahlen würde, etc. etc. Was ist hiervor zu halten?
Der Verkäufer möchte unbedingt eine Finanzierungszusage einer Bank erhalten. Hintergrund ist wohl, dass beim Umschreiben des Hauses eine Grundschuld erst mal auf den Namen der Verkäufers eingetragen wird und dann erst auch den Käufer.
Doch wie sieht so eine Finanzierungszusage aus? Wir wollen dem Verkäufer ja nicht sagen, dass wir es ohne Kredit kaufen, sonst kommt er vielleicht noch auf die Idee, mehr zu verlangen.
Und wie kommen wir an eine Finanzierungszusage, wenn wir keine Finanzierung brauchen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
Thema: Hauskauf ohne Schulden?
-
26.05.2006, 07:53
Hauskauf ohne Schulden?
-
26.05.2006, 12:46
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Alles ganz einfach zu regeln:
Das ist insofern richtig, dass die Bank daran doppelt verdienen kann. Was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist, wenn dein Ergebnis davon auch positiv betroffen wird.Die Banken schlagen natürlich vor, doch lieber einen Kredit aufzunehmen, sei jetzt noch günstig, und dann das ersparte Geld dort als Kundeneinlage arbeiten zu lassen - das brächte dann mehr Zinsen als man zahlen würde, etc. etc. Was ist hiervor zu halten?
Ich schmeiß mal paar Zahlen rein, dass es deutlich wird:
Das Haus kostet 250.000€, ihr nehmt auf Anraten der Bank 200.000€ Kredit auf und legt eure 200.000€ bei der Bank an. Der Kredit kostet 4,5% Zinsen (sinnigerweise ohne Tilgung), also 9.000€ pro Jahr. Wenn ihr nun von eurer Bank eine Kundeneinlage angeboten bekommt, muss man natürlich drauf achten, was es ist. Es macht logischerweise nur Sinn, wenn die Rendite deutlich über dem Darlehenszinssatz liegt.
Habt ihr 5% Guthabenverzinsung, so habt ihr 10.000€ Ertrag, der euer zu versteuerndes Einkommen erhöht. Solche "sicheren" Anlagen werden zu 100% versteuert. Bei 20% sind's also 2.000€. In so einem Fall bekommt ihr also 8.000€ Nachsteuerertrag, habt 9.000€ Kosten. Also Verlust! Bei 6% Verzinsung habt ihr immerhin 600€ Gewinn. Aber alles unter der Voraussetzung, dass euer Kredit nix extra kostet und auch sonst keine Pferdefüße zu sehen sind.
Ich würde es allerdings so machen, wie die Bank das vorschlägt, nur auf meine Art:
200.000€ Kredit, 20 Jahre Zinsbindung und keine oder nur sehr geringe Tilgung (meist wollen die Banken was sehen). Die 200.000€ lege ich im Aktienmarkt an. Bei 20 Jahren Laufzeit kann man auf jeden Fall mit mindestens 8% rechnen. Eher mehr. Auch wenn's nicht so ganz realistisch ist, unterstell ich mal, dass jedes Jahr diese 8% erreicht werden. Bei 20 Jahren Zinsbindung hast du auch höhere Zinsen, also nehm ich mal 6%.
Jährliche Zinszahlung: 12.000€
Jährlicher Ertrag: 16.000€
Zurzeit sind Kursgewinne steuerfrei, nur Zinsgewinne werden hälftig versteuert. Nehem wir eine zukünftig mögliche Versteuerung an, werden 50%, also 8.000€ versteuert. Bei 20% entspricht das also 1.600€. Nach Steuer also ein Gewinn von 14.400€ abzüglich 12.000€ Zinsen 4.400€ Reingewinn.
Voraussetzung: ihr glaubt daran, dass Aktien bzw. Aktienfonds langfristig wesentlich höhere Erträge erwirtschaften als eure Bank, könnt mit Sicherheit auftretende Kursschwankungen aussitzen und seid bereit, ein paar Jahre vor Ende der Zinsfestschreibung auf mögliche Renditen zu verzichten und schichtet in langweiligere Anlagen um.
Und das Darlehen nehmt ihr nicht bei der Bank, sondern bei einem Anbieter aus dem Internet.
So mach ich das bei meinen Kunden und die sind glücklich und zufrieden!
Kein Problem, ihr geht zueiner Bank, füllt die Selbstauskunft aus und startet eine Finanzierungsanfrage. Die Bank schickt euch ne Zusage, dass sie sich unter den Bedingungen für eine Zeit X bereiterklärt, diese Finanzierung durchzuführen. Sowas könnt ihr in hunderfacher Ausführung machen. Anders kann man nämlich gar nicht die verscheidenen Angebote vergleichenDoch wie sieht so eine Finanzierungszusage aus? Wir wollen dem Verkäufer ja nicht sagen, dass wir es ohne Kredit kaufen, sonst kommt er vielleicht noch auf die Idee, mehr zu verlangen.

Und ihr müsst ja nicht mit der Bank finanzieren, die euch ne Zusage gegeben hat.
-
26.05.2006, 23:14
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Hallo,
wenn man das Haus selbst bewohnt, kann man die Schuldzinsen nicht steuerlich geltend machen. Die Guthabenzinsen sidn dagegen voll steuerpflichtig.
Ggf. will die Krankens´jkasse aauch noch ihren Anteil.
Unter diesen Umständen einen Gewinn zum machen ist so gut wie ausgeschlossen.
Also, wenig Schulden und die Bank mag anderer Leute "verwalten".
Der Vorschlag der Bank läuft auf eine sichere Geldanlage der Bank hinaus und ihr tragt ein Risiko, ohne nenneswerten Vorteil.
Und das Finanzamt verdient beiim Vorschlag der Bank besonders gut.
petra
PS: Wenn ihr dem Verkäufer einen von der Bank bestätigten Scheck vor die Nase halten könnt, sollte er zufrieden sein. Sicherer kann er nicht verkaufen. Oder er hat keine Ahnung. Da soll er seinen Notar fragen.
Aber Vorsicht, der wird ein Notaranderkonto empfehlen.. Denn daran verdient der Notar. Und manchmal geht ein Noatar auch damit auf die Flucht oder in die Spielbank. Alles schon dagewesen.
-
27.05.2006, 04:14
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Lass den Unsinn mit dem Kredit und der Geldanlage. Zahl Dein Haus von Deinem Guthaben, denn nur dann ist es abbezahlt.
Was ist denn, wenn unvorhergesehenes dazwischenkommt? Zugegeben, ein Extremfall, aber sowas kommt vor: Haus hat schwere Mängel, muss abgerissen werden, gleichzeitig geht der Verkäufer pleite (genau deshalb hat er verkauft), ist also nichts mehr zurückzuholen. Und - ups - Eure Geldanlage hat halt mal kurz 30% verloren, weil wir vor einiger Zeit von der Hausse in die Baisse gewechselt sind? Na, dann mal viel Spass mit den Schulden, die Euch bleiben, nachdem das Haus und das Geld weg sind.
-
04.06.2006, 12:50
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Von der Bank, bei der ihr das Geld geparkt habt, eine Bestätigung geben lassen, dass der Kaufpreis xy bezahlt werden kann.
-
04.06.2006, 12:59
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Nein, beim Grundbuch wird nur der neue Eigentümer eingetragen und die alte Grundschuld des Verkäufers gelöscht. Der Notar gibt dem Käufer Bescheid, wenn die Voraussetzungen für die Zahlung des Kaufpreises vorliegen. Der Verkäufer bestätigt dem Notar, dass der Kaufpreis bezahlt ist. Der Notar wiederum bestätigt dem Grundbuchamt, dass die Voraussetzung für die Umschreibung vorliegen. Punktum mehr nicht.
Der Verkäufer möchte unbedingt eine Finanzierungszusage einer Bank erhalten. Hintergrund ist wohl, dass beim Umschreiben des Hauses eine Grundschuld erst mal auf den Namen der Verkäufers eingetragen wird und dann erst auch den Käufer.
Neue Grundschuld kostet doch nur Geld und ist nicht erforderlich, es sei denn, ihr wollt eine Eigentümergrundschuld eintragen lassen, um irgendwann mal Geld für "irgendwas" aufzunehmen.
-
04.06.2006, 19:56
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Hallo,
eine andere Vorgehensweise ist angeraten, wenn ihr einen Teil des Hauses vermieten wollt. Aber da gibt es besondere Regelungen, daß man den eigenen Anteil bezahllt und nur den Kredit auf den vermieteten Teil eintragen läßt.
Aber da wird das FA natürlich besonders waach sein.
Das geht vermutliich nicht ohne eine ausgefuchsten Steuerberater. Vorausgesetzt diese Regelung igbt es überhaupt noch.
petra
-
05.06.2006, 11:52
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Diese Regelung gibt es noch. Man muss nur beim Kauf bzw. Eintrag der Grundschulden eine Zuordnung der Schulden auf den vermieteten Teil vornehmen. Ein guter Notar weiss wie es geht. Das macht dem FA dann auch kein Problem, denn das ist anerkannte Rechtssprechung.Aber da wird das FA natürlich besonders waach sein.
Das geht vermutliich nicht ohne eine ausgefuchsten Steuerberater. Vorausgesetzt diese Regelung igbt es überhaupt noch.
-
05.06.2006, 15:11
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Na Klasse,Diese Regelung gibt es noch. Man muss nur beim Kauf bzw. Eintrag der Grundschulden eine Zuordnung der Schulden auf den vermieteten Teil vornehmen. Ein guter Notar weiss wie es geht. Das macht dem FA dann auch kein Problem, denn das ist anerkannte Rechtssprechung.Aber da wird das FA natürlich besonders waach sein.
Das geht vermutliich nicht ohne eine ausgefuchsten Steuerberater. Vorausgesetzt diese Regelung igbt es überhaupt noch.
vieleicht ist da noch Gestaltungsspielraum
petra
-
05.06.2006, 19:44Inaktiver User
Re: Hauskauf ohne Schulden?
Hallo,
zunächst einmal herzlichen Glückwunsch - das ist ja toll, ein Haus ohne Kredit kaufen zu können! Da habt Ihr gut gespart, davor ziehe ich den Hut
Ich würde auch gleich alles bezahlen und keinen Kredit aufnehmen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es eine seriöse und sichere Geldanlage gibt, die definitiv mehr abwirft, als Ihr bei einer Kreditaufnahme an Zinsbelastung hättet. Auch ist das Thema Hausfinanzierung so gleich "vom Tisch" und es müssen in Zukunft keine weiteren finanziellen Dispositionen mehr getroffen werden.
Statt einer Finanzierungszusage könntet Ihr dem Verkäufer doch eine formlose Bescheinigung Eurer Bank vorlegen, dass entsprechendes Vermögen vorhanden ist, oder?


Zitieren
