Die wollen und müssen verkaufen. Das ist im Grunde eine Drückerkolonne im Anzug/Kostüm und parfümiert. Das ist der einzige Unterschied zu den Zeitschriftenwerbern an der Haustür. Ich habe den Fehler gemacht und habe einen Festgeldauftrag vor Ort in der Filiale abgeschlossen. Um den gings die ganze Zeit garnicht. Und das wo ich erstens klipp und klar Ansage gemacht habe was ich hier will. Also nicht "was haben sie denn so" sondern "ich will das FG Konto aus Werbung". Mir wurden ach so grandiose viel besser verzinste (risikoreiche) Fonds und pipapo angeboten (wo ich als Festgeldler aber risikoscheu bin, was jeder Berater hätte erkennen müssen), die berühmten Zinstreppen usw., immer wieder musste ich Druck machen, dass ich nunmal langsam den Festgeldantrag unterschreiben will und keine Zeit für das sachfremde Blabla habe.
Und als ich ein Tagesgeldkonto eröffnen wollte, musste ich erstmal eine halbe Stunde mir Gelaber über meine Rentenlücke anhören und dass die Versicherung XY da ganz grandiose Angebote hätte. Immer wieder wurde die Eingabe meiner Daten für das TG Konto dadurch unterbrochen, dass die "Beraterin" wieder Angebote ausdrucken musste. Das nervt und zwar gewaltig. Und am Ende sind die fast noch unfreundlich, wenn man die "grandiosen" Angebote ausgeschlagen hat. Klar, gibt ja wieder Mecker vom Chef, weil man die Verkaufszahlen für unnütze Produkte nicht erreicht hat. Nee Freunde, Kundenservice sieht anders aus.
Seitdem wickel ich alles online ab, um den sog. Bankberatern aus dem Weg zu gehen. Nicht weil die mir direkt unsymphatisch sind, nein, weil ich keine Zeit habe mir stundenlang Produktempfehlungen anzuhören, obwohl ich mit einem klaren Ziel dort erscheine. Wer sich bequatschen lässt kommt 100pro mit was anderem raus als er eigentlich wollte, siehe Threadstarterin.
Antworten
Ergebnis 51 bis 60 von 78
-
04.10.2011, 08:24Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Geändert von Inaktiver User (04.10.2011 um 08:39 Uhr)
-
04.10.2011, 13:27Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Das geht mir ganz genauso! Ich gehe überhaupt nicht mehr in die Filiale, mache alles selber, weil mich das Verkaufsgebahren einfach nur noch nervt. Das ist allerdings nicht nur in der Bank so, im Küchenstudio oder im Elektromarkt ist es mir ähnlich ergangen: man versucht, mit fadenscheinigen Argumenten seine Produkte an den Mann zu bringen und wundert sich dann, wenn der informierte Kunde nicht kauft.
Damit machen sich diese Verkäufer natürlich auf Dauer überflüssig, ergo: Arbeitsplatz weg und durch Onlineterminal ersetzt.
...und dabei bin ich durchaus bereit, für gute (!) Beratung mehr zu zahlen.
-
04.10.2011, 18:02
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Fühl dich gedrückt!
Es lohnt sich immer, jemand zweites dabeizuhaben, schon damit man gegenüber dem Verkäufer in der Überzahl ist, und einer von beiden sich immer darauf konzentieren kann, ablehnend zu sein bzw. sich an den Plan zu halten.
Das Problem ist ja, daß du dem Experten gegenübersitzt, aber der Experte nicht für dich arbeitet, sondern für jemanden, der was von dir will. Und gerade Banken haben da so einen Wettlauf um das niedrigste Niveau. Der Meister in deiner Autowerkstatt macht sich vielleicht noch Gedanken, daß du nicht wiederkommst, wenn er dich zu krass übers Ohr haut, die Bank ist da schmerzbefreit -- nicht zuletzt, weil ein übervorteilter Werkstattkunde auf die Werkstatt schimpft, ein übervorteilter Bankkunde dagegen auf sich selber.
Wenn du deinen eigenen Experten daheim hast, ist das ein Hauptgewinn. Nimm ihn mit!
Ich mach überhaupt nichts mehr vor Ort, was ich mir nicht vorher vorgenommen habe. Ich hab' in meinem Notizbuch stehen, was ich tun will und das hab ich offen vor mir auf dem Tisch. Beschützender Effekt des geschriebenen Wortes, sozusagen.
-
04.10.2011, 20:38Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Mangels Feedback der TE bisschen OT:
Seh' ich auch so - oder aber ich will von der Bank dann deutlich niedrigeren Kreditzinsen, weil ja dann das Ausfallrisiko fuer den Kredit durch die zusaetzliche Versicherung auf 0 gedrueckt wird.
Ich fuerchte: JA. In der breiten Masse auf jeden Fall. Anders kann ich mir gewisse Formen der Werbung oder Aktionen etc. nicht erklaeren. Oder in den Marketingabteilungen sitzen nur Vollhonks. Das kann ich mir aber nicht so recht vorstellen.
zB. solche Aktionen, dass man bei Eroeffnung eines Girokontos, bei dessen Fuehrung keine Kosten fuer den Kunden anfallen, 50 EUR Guthaben kriegt. Das ist ja schoen fuer den Einzelnen, aber die Bank macht das doch nur vor dem Hintergrund, dass sie sich ausgerechnet haben, was sie an einem sein Girokonto durchschnittlich ueberziehenden Kunden so ungefaehr verdienen werden. Das muss ja dann deutlich mehr als 50 EUR plus den Kapazitaetsanteil im Rechenzentrum fuer die Kontofuehrung sein - und zwar in absehbarer Zeit...
Die hier diskutierte Frage, ob ich jetzt in der netten Finanzproduktverkaeuferin eine Gegnerin, ein Superarmloch oder doch eine Mitbuergerin mit Finanzmigrationshintergrund sehe, halt' ich persoenlich ungefaehr fuer so wichtig, wie die Frage ob Brian jetzt bei der judaeischen Volksfront oder bei der Volkfront zur Befreiung Judaeas mitmachen will.
@bienie: Ich kann dir gut nachfuehlen, dass dich so ein paar geschilderte Faelle und Auffassungen schon in Rage bringen koennen, weil sie deinem Empfinden und deiner Auffassung gegenueber deinem Jobs so dermassen zuwiderlaufen.
Ich denke aber auch, in dem von mir in Post34 verlinkten WiWo-Artikel kommt schon auch raus, dass die Leute am Schalter ja nicht aus eigener Bosheit oder Skrupellosigkeit den Kunden irgendwas komisches andrehen, sondern aus der Angst um den eigenen Arbeitsplatz heraus. Daraus kann man wohl eher dem Management einen Strick drehen als den Mitarbeitern mit Kundenkontakt.
Aehnliche Erfahrungen wie MIB70 in Post51 beschreibt, hab' ich auch schon mal gemacht; daher hatte ich mich auch an den 1.5h Gespraechsdauer aufgehaengt, ohne natuerlich im Detail zu wissen ob es bei der TE auch so war (Bei mir gings dann, als ich im Ton etwas frostiger wurde und bei versuchen Abschweifungen dem Herrn Bank"beamten" (ich liebe dieses Wort) durchaus direkt ins Wort fiel).
WK
-
05.10.2011, 12:13Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Wer auch immer hinter den heute nicht mehr vorhandenen Bankschaltern sitzt, ist sicher nicht für die Unmündigkeit und Unfähigkeit des vor ihm Stehenden verantwortlich.
Wer Geldsachen so sieht
Nein, es ist bei mir nicht so.
Und dies auch nicht:
Denn auch ein Soll muss nicht vorhanden sein ...
und dann auch noch so unüberlegt handelt:
um dann auch noch die Schuld darauf zu schieben, dass derjenige mit Verstand, sprich der Mann
, nicht mit bei der Bank war ...
Der ist wohl nicht zu helfen. Willkommen im Jahr 1950, oder wie?
Hätte ich eine solche Partnerin, würde ich mich scheiden lassen oder sie geschäftlich entmündigen. Aber vermutlich ist er ähnlich gestrickt, sonst hätte er schon etwas getan.
-
05.10.2011, 14:22Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Jein.
Es bleibt ein Geschäft zwischen Kaufleuten und Privatmenschen, die zu Recht(!) einen gewissen Schutz vor ihrer eigenen Unerfahrenheit/Dummheit genießen. Dieser Schutz hat allerdings Grenzen.
Wenn ein gewiefter Verkäufer der 75-jährigen, vielleicht schon etwas tattrigen Oma einen 20 Jahre lang laufenden Vertrag unterjubelt und ihr verschweigt, dass sie da vor Ablauf nicht raus kann, sich selber aber hinterher auf das Kleingedruckte beruft, so ist das nicht ok. Solche Omas, die oft in hohem Alter nach dem Tod ihres Mannes zum ersten Mal Geldgeschäfte tätigen müssen, sind auf die Redlichkeit der Bankangestellten angewiesen.
Wenn der Verkäufer es schafft, einer geistig fitten 30-jährigen mehr Verträge anzuhängen als sie haben wollte, so muss sie damit eben leben, wie mit anderen Fehlentscheidungen, die man so trifft, auch. Ich kann ja auch nicht die 30g Hackfleisch, denen ich an der Theke zugestimmt hatte später doch wieder zurückbringen.
Ganz so krass sehe ich das nicht. Die TE hat sich hier vielleicht etwas unvorteilhaft dargestellt. Diese lockeren Formulierungen a la "dummdiedumm und schwups hatte ich 3000 mehr Schulden, weiß auch nicht, wie das passieren konnte" haben mir auch nicht unbedingt gefallen.
Trotzdem tritt Ihr Grundproblem doch recht häufig auf: Sie geht zur Bank und kommt mit etwas anderem wieder raus als sie haben wollte, dieses andere ist üblicherweise wesentlich provisionträchtiger als das ursprüngliche erfragte Standardprodukt. Das passiert sehr vielen Leuten, fast unabhängig vom Bildungsgrad und Vermögen. Wenn ich mir z.B. die Finanzen von befreundeten Ärzten anschaue, gruselt es mich immer. Diese Leute verdienen sehr gut, haben dementsprechend viel anzulegen, aber Null Lust sich damit zu beschäftigen. Äußerst willkommene Opfer für dubiose Finanzanbieter jeglicher Art. Was die an Versicherungen, geschlossenen Fonds, usw. haben möchte ich nicht geschenkt haben. Letztendlich stellen die es nicht klüger an als die TE, bloß, dass sie wegen ihres hohen Einkommens keine Schulden haben.
Ich bin grundsätzlich ein Verfechter klassischer Bildungsinhalte in der Schule, insbesondere auf dem Gymnasium: also Lesen, Schreiben, Sprachen, Naturwissenschaften, Geschichte, Kultur, eher die "nutzlosen" Dinge (die nutzbringenden kann man dann in der anschliessenden Ausbildung lernen). Wenn ich mir allerdings diese ungeheure, weitverbreitete Finanzlegasthenie so anschaue, bin ich fast auf Seiten der Wirtschaftverbände, die ein solches Fach in der Schule befürworten. Zumindest allereinfachste Grundregeln ("es lohnt nicht, Geld zu 2% anzulegen, wenn ich gleichzeitig einen Kredit auf 5% oder, schlimmer noch, einen Dispo auf 14% laufen hab") sowie Zinsrechnung sollte man dann doch beherrschen.
Ich frage mich, wie man diese Sorte Bildung sinnvoll unter die Leute bringen kann und ob "die Wirtschaft" eigentlich ein echtes Interesse daran haben kann, Finanzbildung zu verbreiten, immerhin verdienen viele Zweige recht gut an dieser verbreiteten Unkenntnis???
-
05.10.2011, 14:37Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Alte Leute sind ein anderes Thema. Hier reden wir von einer Frau des 21. Jahrhunderts. Deren "Einsicht" in ihre "weiblichen Unfähigkeiten" haut mich fast aus den Schuhen.
Den Umgang mit Geld haben mir zum Glück meine Eltern vermittelt. Die einfachste aller Regeln sowieso. Nie mehr Geld ausgeben als man hat, keine Schulden machen ...Geändert von Inaktiver User (05.10.2011 um 14:56 Uhr)
-
05.10.2011, 14:51Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Es gibt dieses Fach, zumindestens in der Berufsschule. Da lernt man neben grundlegenden Dingen über Unternehmensformen und -strukturen, Arbeitsrecht eben auch das. Aber bei vielen ist die Berufsausbildung eben schon lange her oder sie haben halt immer gefehlt oder geschlafen, wenn WISO(so heisst das Fach) dran war.
Ich komme ja gerade in meinem fortgeschrittenen Alter nochmal in den Genuss einer IHK Ausbildung. Viele Dinge waren neu für mich.
-
05.10.2011, 15:08Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Unabhängig davon, wie lange die Schulbildung her ist, gibt es in diesem Land freien Zugang zu Medien. Und sogar zu Ratgebern, z. B. im TV (WISO ;- )).
Die Menschen sind an ihrer Unkenntnis selbst schuld, wenn sie sich lieber Trash reinpfeifen, als sich zu informieren. An dieser Grundhaltung würde auch ein Schulfach nichts ändern.Geändert von mkr (05.10.2011 um 21:26 Uhr) Grund: OT entfernt
-
05.10.2011, 15:13Inaktiver User
AW: Warum ich nie mehr ohne meinen Mann zur Bank gehe
Das ist vermutlich das größte Problem. In dem Alter interessiert man sich eben noch nicht für die Rechtsform von Unternehmen oder was einen Real- von einem Nominalzins unterscheidet. Letztendlich ist es wie bei so vielen anderen praktischen Dingen (Kochen, Steuererklärung, wie tapeziere ich eine Wand) auch, dass man es von Eltern oder Bekannten lernt und einfach Pech hat, wenn niemand in der Umgebung ist, der einem so etwas beibringen kann:
Und mit beibringen meine ich gar nicht einmal die konkrete Tätigkeit, sondern das Aufgeschlossensein gegenüber dem Erlernen der Tätigkeit.
-
- Grund
- OT entfernt



Zitieren
