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  1. Registriert seit
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Ich denke auch, das mit Mehl bestäuben und die Kokosmilch tragen schon gut zur Sämigkeit bei. Wenn Du außerdem eine Apfelsorte nimmst, die richtig gut verkocht (z. B. Boskoop), hilft das auch noch mal. Da muss man dann vermutlich gar nichts mehr pürieren.

  2. Avatar von Alaska
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Zitat Zitat von roderic Beitrag anzeigen
    Ich würde sie weglassen, weil das dann eine - für meinen Geschmack - modernisierte Version eines Gerichts ist, dass man (ich) doch auch wegen seines quasi antiken Charmes kocht.
    Kennst Du denn das Originalrezept?

    Kartoffel so wie die SZ es vorsieht könnte dann auch fehl am Platze sein.

    Obwohl natürlich gut für Sämigkeit.
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  3. Registriert seit
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Zitat Zitat von Alaska Beitrag anzeigen
    Kennst Du denn das Originalrezept?

    Kartoffel so wie die SZ es vorsieht könnte dann auch fehl am Platze sein.

    Obwohl natürlich gut für Sämigkeit.
    Es gibt kein Originalrezept, das ist wie bei Linseneintopf oder Grünkohl, da hat jede/r ein eigenes. Für mich ist das "Original" das der schottischen Nachbarn aus den Siebzigern und diesen Geschmack versuche ich zu treffen, wenn ich das koche.

    Wäre ich Mulligatawny-Novizin, würde ich die Version aus der SZ bestimmt nachkochen, das sieht sehr gut aus.

  4. Avatar von Fairyqueen
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Ich tendiere zu Roderics Einstellung.

    Aus der umfangreichen Recherche, die der Guardian macht, entnehme ich auch, dass Apfel eigentlich die Säure liefern sollte, die Zitrone nicht geben konnte, weil vielleicht nicht vorrätig im kalten Britannien.
    Auch Zutaten wie Ananas und Mango substituieren Mango-Chutney oder umgekehrt, man weiß es nicht.

    Es geht um Schärfe, Süße und Säure und um Konsistenz, die die Briten im kalten England so nachkochen wollten, wie sie es bei ihren kolonialen Aufenthalten in Indien von den indischen Köchen bekommen haben.

    Also echte fusion Küche.
    "Vieles ist gelungen, manches ist misslungen." Helmut Schmidt

  5. Avatar von Alaska
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Die Britisch Indische Küche ist als eigenständige Küche anerkannt.

    Es gibt auch spezielle Britisch Indische Restaurants.

    Insofern könnte die Variante mit Apfel "originaler", als die mit Zitrone sein.
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  6. Registriert seit
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Führt weg von der Strang-Frage, aber apropos Britisch-Indische Küche: Kedgeree könnte ich auch mal wieder machen


  7. Registriert seit
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Und Kartoffeln könnten der indischste Bestandteil sein. Ich hab nie so viele Kartoffeln gegessen wie in Indien.

  8. Avatar von Alaska
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Ich finde das Thema sehr interessant.

    Das indische Vorbild für die Mulligatawny-Suppe war eine fleischlose Chili- und Pfeffer-Soße, die der Aromatisierung einfacher Reisgerichte diente... Die vermutlich erste schriftliche Erwähnung der Mulligatawny-Suppe in Großbritannien ist das Rezept für eine „Mulaga-Tawny Soup“ im Kochbuch The Cook’s Oracle aus dem Jahr 1822 des Arztes, Musikers und Optikers William Kitchiner (1775–1827), der in Großbritannien als Erfinder der Kartoffelchips und des modernen Teleskops gilt... Die demnach ursprüngliche Variante der Suppe bestand aus einer Geflügel- (Ente, Pute) bzw. Hühnerbrühe mit einer weißen Zwiebel, einer Chilischote sowie gemahlenem Ingwer, Kurkuma, Currypulver und schwarzem Pfeffer, wobei Kitchiner auch empfahl, nach der Hälfte der Garzeit das Geflügel zu entnehmen, in Stücke zu zerteilen, knusprig zu frittieren und erst kurz vor dem Servieren der Suppe portionsweise wieder in die einzelnen Schüsseln bzw. Teller einzulegen...

    Mulligatawny-Suppe – Wikipedia
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  9. VIP Avatar von katelbach
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    Zitat Zitat von roderic Beitrag anzeigen
    Das steht so auch im Guardian. Ich würde sie weglassen, weil das dann eine - für meinen Geschmack - modernisierte Version eines Gerichts ist, dass man (ich) doch auch wegen seines quasi antiken Charmes kocht. Das wäre für mich so, als würde man die in langem Gebrauch etwas ramponierten Griffe einer alten Kommode durch Ikea-Beschläge ersetzen.

    Bei der Suppe meiner früheren Nachbarn kam die Sämigkeit von zerfallenem Gemüse, vielleicht auch von roten Linsen, so genau erinnere ich mich nicht mehr.
    Ich würde die Kokosmilch unbedingt weglassen (ich mag keine!).

    Mulligatawny Soup habe ich noch nie selbst gekoch, aber schon öfter auswärts gegessen. Sie war immer ohne Kokosmilch.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  10. Avatar von Fairyqueen
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    AW: ( a little drop of) MULLYGATAWNY soup

    So, die Suppe hat überaus gut geschmeckt, daran wollte ich Euch noch teilhaben lassen.
    Ich hab sie so gemacht (für 12-14 Portionen)

    - ein großes Huhn (2kg), gekocht, entbeint, enthäutet, zerfleischt
    - Suppengrün und deutsche Gewürze für die Brühe (Piment, Lorbeer etc.)

    - in Butter (Ghee hatte ich nicht) habe ich folgende Zutaten angeschwitzt:
    - 1 fein in Streifen geschnittene Zwiebel bis hellgolden, danach zusätzlich
    - klein geschnittenes Gemüse, bestehend aus 2 großen Möhren, 2 Stangen Sellerie und 1 Stange Lauch, 5 gehackte Knoblauchzehen, ein daumengroßes Stück gehackten Ingwer,
    danach zusätzlich
    - 3 Teelöffel bestes mittelscharfes Curry
    - 2 Teelöffel gutes Garam Masala
    - 2 kleingeschnittene getrocknete Chilis ohne Kerne.
    Mit Mehl bestäubt und mit der gesamten verfügbaren Hühnerbrühe aufgegossen (ca 3 Liter).
    Dazu eine gute Handvoll in Stückchen zerissene getrocknete Ananas (3 Ringe)

    Dann habe ich die Suppe 30 Minuten kochen lassen, danach püriert. Da sie recht dünn ist, flitzen einige Gemüse-Stückchen doch durch.
    Nun wird im Guardian ein Verfahren angeraten, bei dem Mandeln eingeweicht und dann püriert werden. Das war mir zu kompliziert, und Kokosmilch wollte ich nicht nehmen.
    Daher habe ich ein gutes halbes Glas Cashewmus geopfert und in die Suppe eingerührt. Da muss man noch mal mit dem Rührstab kurz durch, damit sie sich gut verbindet.
    Das gab dem Ganzen eine sanfte Süße.
    Nun flugs das Hühnerfleisch hinein und erneut erhitzen.
    Wegen der vielen Gäste habe ich noch ein großes Glas vegetarische Brühe aus dem Kühlschrank dazu gegossen, dann ging das Spiel mit den Gewürzen von vorne los. Ein weiterer Esslöffel Curry und weiteres Cashewmus haben es grundsätzlich gerichtet.
    Dann das Ganze mit Salz, Zitronensaft und ein paar Löffeln Mango-Chutney abgerundet.

    Parallel habe ich einen großen Topf Basmati-Reis gekocht (im Bett gegart), und ein Bündel Koriandergrün gehackt, sowie ein Schüsselchen mit Creme Fraiche und einige Chutneys auf den Tisch gestellt.

    Das Prozedere war dann so: Reis als Berg im tiefen Teller aufhäufen, Suppe und Fleisch drumherum gießen, Koriandergrün obendrauf und Creme Fraiche oder Chutney so, wie jeder mag.

    War lecker, kam gut an, und die Hauptarbeit war eigentlich das Sprenghuhn.
    "Vieles ist gelungen, manches ist misslungen." Helmut Schmidt

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