Hallo liebe BriCom,
nachdem ich schon länger stumm mitlese, habe ich - angeregt durch den Schlaftthread von Chifuru - nun selber eine Frage, die mich seit geraumer Weile beschäftigt. Da ich das Brigitte-Forum schätze für sein intelligentes, aber trotzdem vielfältiges Meinungsspektrum, hoffe ich auf einige Anregungen.
Mein Sohn ist mittlerweile knapp 5 Monate alt. Er kam als zartes 2kg-Frühchen fast 6 Wochen zu früh auf die Welt, hat sich mittlerweile aber zu einem propperen 7kg-Energiebündel gemausert.Nach dem wir nach 10 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden sind, schlief er die ersten Tage nur auf uns und musste dabei festgehalten werden. Da er definitiv KEIN Bauchschläfer ist, fing er an mit zunehmender Kraft in dieser Lage zu robben und zu wuseln, schlafen zwischen uns im Bett war aber genauso chaotisch, vor allem sein permanentes Gefuchtel (wenn man ihm nicht die Arme festhielt) hielt uns alle wach.
Meine Hebamme gab uns dann den Tip mit dem Pucken, und siehe da: seit diesem Tag haben wir richtig gute Nächte, in dem er im Schnitt zweimal ordentlich auftankt, ansonsten von 20.00 Uhr bis ca. 7 Uhr gut schläft (in der offenen Wiege direkt neben unserem Bett). Einschlafen tut er auch super, egal ob mit oder ohne Einschlafstillen bzw. Nachtflasche mit abgepumpter MuMi.
Mittlerweile mache ich mir aber schon Gedanken über das Pucken, und denke, dass er irgendwann ja auch mal ohne schlafen müsste, weil es mir doch wie "gefesselt" vorkommt. Habe es auch ein paar mal ohne versucht, allerdings war es das reinste Chaos. Zum einem ist er zwar hundemüde und schläft beim Stillen auch sofort ein, wacht nach kurzer Zeit allerdings wieder auf und braucht dann bestimmt eine dreiviertel Stunde bis er wieder einschläft - und das auch nur indem ich ihm die Hände halte. Davor fuchtelt er wild rum, jammert und reibt sich die Augen. Danach wacht er dann praktisch auch jede Stunde wieder auf, will dann allerdings nicht stillen, sondern schläft am besten wieder mit Schnuller und Festhalten wieder ein (mein Sohn ist eher der Hungerstiller, der es hasst, wenn Milch kommt, wenn er doch eigentlich nur nuckeln will).
Tja, was also tun? Scheinbar kommt er mit seinen unkontrollierten Armbewegungen nicht klar. Also ihm die Begrenzung lassen und hoffen, dass sich das von selbst irgendwann mal gibt? Oder müsste er das "lernen"? Kann mir einer Tipps geben, wie ich das am besten anstelle? Bzw. hat einer Erfahrungen mit Langzeitpucken und kann mir die Angst nehmen, dass ich ihn irgendwie in seiner motorischen Entwicklung behindere?
Achja, tagsüber schläft er im Skianzug und im Lammfellsackverpackt in der Babywanne auf dem Balkon, also auch ziemlich "eng".
Liebe Grüße,
esmerelda
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Thema: Schlafen ohne Pucken
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20.02.2008, 10:43
Schlafen ohne Pucken
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20.02.2008, 11:15Inaktiver User
AW: Schlafen ohne Pucken
sorry, habe keine konstruktive idee, MUSS dir aber mitteilen, dass ich eure tagsüber-schlaflösung extremst sympathisch finde!!! das muss ich auch mal testen!
übrigens habe ich gelesen, dass pucken angeblich sehr gut ist, auch wenn es über monate praktiziert wird. quelle kann ich dir nicht mehr nennen, war irgendsoein kinder-ratgeber, und es wird ja auch viel geschrieben...
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20.02.2008, 11:35
AW: Schlafen ohne Pucken
Hallo esmeralda -
ich habe Jakob in den ersten Monaten auch oft nachts gepuckt, weil er sich immer "wachgerudert" hat und dann nicht mehr einschlafen konnte!
Irgendwann (so mit drei Monaten vielleicht?) ging es dann ohne - mein Osteopath hat damals gemeint, dass viele Kinder in dem Alter von selbst von heute auf morgen mit dem Rudern im Schlaf aufhören (genauso wie mit den nächtlichen Grunz- und Quiek-Geräuschen
).
Könnte bei Euch also durchaus auch noch der Fall sein - da Dein Sohn ja eine Frühgeburt war, muss man ja i.d.R. in der Entwicklung die fehlenden Wochen im Bauch noch dazu geben!
Beim Übergang zum Schlafen ohne Pucksack habe ich Jakob manchmal einfach nur die Arme in den Schlafsack gesteckt - da dieser Ärmel hatte, blieben die Arme auch drin, es war aber nicht so eng wie im Pucksack.
Das ginge sicher auch mit einem weiten Schlafanzug!
Und ja, Händchen halten als Alternative war in dieser Phase auch sehr wichtig für ihn...
Versuch doch mal, Deinem Sohn Schritt für Schritt mehr Bewegungsfreiheit im Schlaf zu geben - evtl. kannst Du ja auch den Skianzug gegen einen Kuschelsack + Decke austauschen und ihn in Strumpfhose und Pulli reinlegen?
Ich verstehe Dein Problem schon - mir wäre es auch nicht recht gewesen, den Sack noch viel länger zu verwenden!
Jakob bewegt sich im Schlaf nämlich inzwischen wie ein Großer, sucht sich öfter eine neue Stellung, breitet sich aus oder rollt sich eng zusammen, liegt mal auf dem Rücken, mal auf der Seite... das alles wäre im Pucksack sicher nicht möglich!Hinter jeder Ecke lauern ein paar Richtungen.
S. Jerzy Lec
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20.02.2008, 13:12
AW: Schlafen ohne Pucken
Welch COOLE Idee.
Zitat von esmerelda
Was passiert, wenn du ihn mit einem Stillkissen oder mir gerollten Handtüchern "einengst"? Ist das zu viel Bewegungsspielraum?
Ich kenne dein Problem mit dem auf dem Rücken schlafen!
Sören (6 Monate) bekommt es selten hin auf dem Rücken einzuschlafen. Bis Ende des 3. Monats hat er gepuckt auf dem Rücken geschlafen. Danach wurde es ihm zu eng. Unsere Lösung ist das auf dem Bauch einschlafen.
Daraus schließe ich mal, dass er immer bei euch im Bett schläft!?
Zitat von esmerelda
Was passiert denn wenn er auf dem Bauch liegt? Schläft er nicht ein? Oder wuselt er nur viel rum und daraus schließt du dass er kein Bauchschläfer ist?
Sören schläft auf dem Bauch. Er wuselt auch ohne Ende und schläft dann irgendwann ein. Abends lauert es inzwischen keine 5 Minuten mehr, dann ist er "weg".
Inzwischen rollt er und dreht sich manchmal nachts auch auf den Rücken. Nur schläft er auf dem Bauch eindeutig schlechter.
Hoffe ihr findet für euch eine passende Lösung.
LG KaScho
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20.02.2008, 13:31Inaktiver User
AW: Schlafen ohne Pucken
lass ihn einfach gepuckt und versuch es ab und an mal wieder ohne. der tag kommt von selbst...ich habe noch nie von einem gepuckten gymnasiasten gehört.
leonard schlief dann vor kurzem von einem auf den anderen tag auch ohne händchen festhalten ein. inzwischen halten wir nur händchen, weil seine mutter ohne das so schlecht einschläft.
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20.02.2008, 17:03
AW: Schlafen ohne Pucken
danke schon mal für eure Antworten!
@Schokomilch: ja, der Tagschlaf klappt auf diese Weise durch die Frischluftzufuhr super! Ich gehe zwar eigentlich jeden Tag mal raus mit Leander, da ich allerdings ein paar Stunden am Tag für meinen alten Arbeitgeber im Home Office arbeite, finde ich nicht immer die Zeit für ausgedehnte Spaziergänge und so muss ich mir keine Gedanken darum machen, ob er genug frische Luft bekommt.
@Kascho: Ich glaube, Stillkissen drum rum klappt nicht, da er mehr nach oben fuchtelt. Auf dem Bauch legen habe ich übrigens auch schon versucht, da ich mir gedacht habe, dass er da ja auch nicht soviel Bewegungsspielraum zum Fuchteln hat, allerdings ist für ihn die Bauchlage scheinbar immer ne Aufforderung zum Sport, sprich: Oberkörper bzw. Poch hoch und diverse Robb- und Stemm- und Rollversuche. War schon immer so, habe noch nie erlebt, dass er in der Bauchlage auch nur gechillt hätte. (er schläft übrigens in einer Wiege direkt neben unseren Bett. Wir haben leider nur 1,40m und ein Babybay wäre auch nicht wesentlich komfortabler, da ich nur im Sitzen stillen kann).
@Shelily: Ich denke ja auch, dass es irgendwann von alleine kommen müsste und mein Mann meint auch, dass ich ihm und uns keinen Stress machen muss, solange er das Gepucktseinmag und damit offensichtlich besser schläft, allerdings mache ich mir angesichts der "normalen" Babyschlafhaltung (Fäustchen nach oben) schon so meine Gedanken, wie gut diese "erzwungene" Armhaltung so sein mag. Und habe ähnliche Gedanken wie Bellybee, dass Leander gepuckt keine "normalen" Schlafhaltungen finden kann. Der Tipp mit dem Schlafsack und dem schrittweise mehr Bewegungsspielraum geben ist übrigens echt gut, werde ich heute abend gleich mal ausprobieren!
Tja, also das Pucken ist ja schon bequem irgendwie für alle Beteiligten und garantiert auch einen sehr ehrholsamen elterlichen Feierabend, den ich nach der Arbeit auch brauche. Aber irgendwie frage ich mich jetzt langsam doch, ob es nicht auch elterliche Bequemlichkeit ist...
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20.02.2008, 17:13
AW: Schlafen ohne Pucken
ich habe meinen großen sohn sehr lange gepuckt. es hat ihm geholfen in den schlaf zu kommen, besonders während seinen schlimmen krankheitsphasen.
mein kleiner sohn hat das pucken nicht so gebraucht, da habe ich mit ca. 4 monaten aufgehört. nur wenn er krank war, habe ich es wieder gemacht.
elterliche bequemlichkeit? nee... es gehört zu seinem schlafritual. früher oder später wird er das eintauschen, gegen ein stofftier oder eine frau.
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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20.02.2008, 17:22
AW: Schlafen ohne Pucken
Hallo Esmerelda,
meine Tochter (auch ein Frühchen) hat über ein halbes Jahr sehr eng gepuckt geschlafen - sie kannte das so aus dem Krankenhaus, und ich habe das dann zuhause weitergeführt. Ich glaube gerade Babys, die zu früh geboren werden haben noch ein großes Nachholbedürfnis nach Enge und Wärme. Wenn Dein Kleiner das noch eine Zeitlang braucht, dann gönn ihm das einfach. Die motorische Entwicklung wird dadurch mit Sicherheit nicht gestört.
Meine Tochter schläft inzwischen problemlos im Schlafsack - das kam dann irgendwann, als es im Sommer richtig heiß wurde...
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21.02.2008, 07:56
AW: Schlafen ohne Pucken
Hallo esmerelda,
auch mein Kleiner schläft nachts gepuckt, er ist 4,5 Monate alt. Er hatte anfangs ähnliche Probleme wie Dein Sohn.
Mit 12-14 Wochen habe ich ihn tagsüber in Seitenlage auf ein Daunenkissen gelegt, da ist er richtig eingesunken und konnte die Arme nur ein bisschen bewegen. Vielleicht wäre das auch was für Dich als erster Schritt? Geht natürlich nur, wenn Du neben ihm bleiben kannst. Der nächste Schritt war Seitenlage mit Rolle vorne und hinten; mittlerweile schläft er in Seitenlage ein und dreht sich dann auf den Rücken, also hat er tagsüber kaum noch Schwierigkeiten, obwohl seine Schlafphasen viel kürzer sind als in der Enge des KiWa oder der Autoschale. Nachts habe ich es zweimal mit normalem Schlafsack probiert, ging zwar einigermaßen, aber gepuckt schläft er einfach besser, also gebe ich ihm noch etwas Zeit, obwohl ich die gleichen Bedenken habe wie Du.
Ich würde es auf jedem Fall erstmal tagsüber „üben“, denn es ist zwar in erster Linie eine Frage des Könnens, aber dann muss er sich auch dran gewöhnen, denke ich.
Alles Gute!
Geduld
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21.02.2008, 09:30
AW: Schlafen ohne Pucken
...die ihn wahrscheinlich im Schlaf die ganze Zeit fest umklammert halten muss...
Zitat von xanidae
okay, gestern nacht haben wir es einmal mit der Ärmchen-im-Schlafsack-Methode probiert, was auch zuerst geklappt hat, wo er sich aber leider früher oder später freigewurschtelt hat (was ja eigentlich ein Zeichen ist, dass er so nicht unbedingt liegen mag) und danach wieder sehr unruhig war und ich ihn dann wieder gepuckt habe...
Hm, muss ehrlich sagen - auf seinen langen Frischluft-Tagschlafphasen in der KiWa-Wanne bin ehrlich gesagt arbeitstechnisch schon angewiesen, denn: seine Schlafpausen sind meine Arbeitsstunden.
Die Wanne ist ja in absehbarer Zeit eh bald zu klein und dann muss ne andere Lösung her. Hatte schon mal damit geliebäugelt eine Hängematte anzuschaffen, da wäre er ja auch erstmal etwas beengter und auf das Schaukeln fahren die Minis bestimmt auch noch ab, wenn sie etwas größer sind (wenn man eine entsprechende Hängematte anschafft). Hat einer mit sowas Erfahrungen gemacht?
Der Kompromiss hier erstmal wohl so aussehen, dass wir ihn den ersten Teil der Nacht, bis wir selbst schlafen gehen, nicht pucken und in diesen Stunden mal den Übergang zum weniger begrenzten Schlafen üben...
Danke für alle eure Tipps, tut auf jeden Fall gut zu lesen, dass noch andere ihre Kinder länger gepuckt haben und es auch irgendwann mal ohne ging!


, hoffe ich auf einige Anregungen.
Nach dem wir nach 10 Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden sind, schlief er die ersten Tage nur auf uns und musste dabei festgehalten werden. Da er definitiv KEIN Bauchschläfer ist, fing er an mit zunehmender Kraft in dieser Lage zu robben und zu wuseln, schlafen zwischen uns im Bett war aber genauso chaotisch, vor allem sein permanentes Gefuchtel (wenn man ihm nicht die Arme festhielt) hielt uns alle wach.
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