liebe mitmütter,
ich hatte nun mehrere erlebnisse mit eltern und schwiegereltern, die mich stark ins grübeln bringen.
mein mann und ich sind sehr autarke und recht späte eltern, (37 & 40), haben viel gelesen, geredet, uns informiert und abgeguckt. leonard ist heute 19 wochen alt, wird voll gestillt, schläft im familienbett, wohnt im tragetuch, hat genausoviel papa wie mama zum liebesbeauftragten, arbeitet gern mit in unseren büros und ist ein wirklich sonniges und ausgeglichenes kind. wir haben den eindruck, dass wir das alles ganz gut hinkriegen.![]()
gestern fiel der gesamte familienclan wieder ein. davor hatte ich etwas angst, denn beim letzten mal hatte leonard abends überfordert nur noch geheult. wir haben also versucht, den anwesenden eltern, schwiegereltern und onkels etc. klarzumachen, dass das kind aussieht wie ein weihnachtsengel, aber ein durchaus empfindliches kleines persönchen ist. und deshalb bitte bitte: langsam!
um es kurz zu machen: im laufe des tages wurde das kind neben den geplanten schmusemomenten mit oma etc. mehrfach gegen meinen willen betatscht, rumgereicht, geweckt und gedrückt. mir wurde attestiert, ich sei hysterisch, eifersüchtig und das kind viel zu verwöhnt. es bräuchte etwas "richtiges" zu essen, es müsse längst durchschlafen, und zwar im eigenen bett. wir wurden mehrfach ausgelacht, provoziert oder direkt angegriffen. mein mann sei ja vollkommen überengagiert und kein normaler vater. dass leonard so beweglich sei, trotz des gefährlichen tragetuchs, sei reines glück.
ich war im laufe dieses beschaulichen sonnntages immer weiter wie paralysiert. normalerweise habe ich eine durchaus vitale rhetorik und sicher auch genug selbstbewusstsein, aber wenn das gesammelte vernichtende urteil, ungefragte ratschläge und respektlosigkeiten von den eigenen familien kommen... ich konnte es immer weniger fassen. früher waren übrigens gerade meine schwiegereltern freundliche, zurückhaltende und respektvolle leute.![]()
gegen abend begann murmel zu schreien und wir verließen fluchtartig die veranstaltung. er hat den halben abend geknöttert, zu tun gehabt und war heute nacht 6, 7 mal wach und wollte stillen.
so. zuerst habe ich es gestern versucht, es (wieder) amüsant zu nehmen, da wurden wir dann ständig zum gespött gemacht. danach wurde ich auch mal ernst, da wurde mir hysterie unterstellt. als leonard dann weinte, wurde das nicht als zeichen seiner überforderung gewertet, sondern als beweis der tatsache, dass das kind verwöhnt sei.
ich lag die halbe nacht wach und kochte auf kleiner flamme gar. woher nehmen normalerweise vernunftsbegabte menschen derart viel dummes zeug? und derartige dreistigkeiten?
bitte teilt mir eure erfahrungen mit... was habt ihr gemacht? wie habt ihr euch abgegrenzt? gegen solche verletzungen gewehrt?
danke!
lilly
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 44
-
03.12.2007, 13:47Inaktiver User
Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
-
03.12.2007, 13:56
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
hi lilly!
ich hab zwar (noch *g*) keine erfahrung in diese richtung, aber ich finde das verhalten der mischpoke unverschämt!
selbst wenn ich (!) finde, dass ein kind im eigenen bett schlafen soll, so ist es doch sache der eltern, das zu organisieren und zu entscheiden. und wenn es eurem kleinen so gut geht, wie du beschreibst, dann kann das auch nicht verkehrt sein! das einzige was wichtig ist, ist dass es euch allem - v.a. dem kind - gut geht.
was tun?
ich würde in gesprächen in kleiner runde (zB nur mit den schwiegereltern) klarstellen, dass das verhalten und die kommentare unangebracht und verletzend waren.
in zukunft solche familien-aufläufe vermeiden, mich bewusst abgrenzen.
keine verteidigung, à la: dem kind gehts doch gut, der arzt sagt, das ist ok oä, sondern klare konfrontation: das ist UNSER stil und wem das nicht passt, der soll andere kinder (und deren eltern) nerven.
ich bin normalerweise nicht so auf krawall gebürstet, aber was du da beschreibst, finde ich unsäglich!
laß dich bloß nicht kirre machen
rofl
-
03.12.2007, 14:06
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
Kenne ich von meinem Schwiegerclan - ist fast wie ein Deja vu.um es kurz zu machen: im laufe des tages wurde das kind neben den geplanten schmusemomenten mit oma etc. mehrfach gegen meinen willen betatscht, rumgereicht, geweckt und gedrückt. mir wurde attestiert, ich sei hysterisch, eifersüchtig und das kind viel zu verwöhnt. es bräuchte etwas "richtiges" zu essen, es müsse längst durchschlafen, und zwar im eigenen bett. wir wurden mehrfach ausgelacht, provoziert oder direkt angegriffen. mein mann sei ja vollkommen überengagiert und kein normaler vater. dass leonard so beweglich sei, trotz des gefährlichen tragetuchs, sei reines glück.
Ja, genauso auch erlebt. Zum Kotzen.so. zuerst habe ich es gestern versucht, es (wieder) amüsant zu nehmen, da wurden wir dann ständig zum gespött gemacht. danach wurde ich auch mal ernst, da wurde mir hysterie unterstellt. als leonard dann weinte, wurde das nicht als zeichen seiner überforderung gewertet, sondern als beweis der tatsache, dass das kind verwöhnt sei.
Chiara hat extrem stark gefremdelt - vor allem das wurde mir/uns als Erziehungsfehler ausgelegt. Ich bekomme immer noch Beklemmungsgefühle bei den Erinnerungen...
Was mir geholfen hat?
- Im ersten Jahr so viel Distanz wie möglich, so seltene Familientreffen wie möglich. Klare Ansagen meines Mannes an seine Familie (vor allem Mutter und Oma): Wenn keine Akzeptanz, dann gar kein Besuch.
- Psychohygiene bei ausgewählten, guten Freunden und Miteltern.
- Im zweiten Jahr der lebende Beweis und innere Vorbeimarsch, dass wir es genau richtig gemacht haben, wie sogar die völlig erstaunte Schwiegerfamilie bei jedem neuen Treffen feststellt. Das Kind sei ja so toll erzogen und intelligent und lieb (wahre Werte halt
) usw.
Schlimm, schlimmer, gut gemeint.
-
03.12.2007, 14:09
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
P.S. Gerade im ersten halben Jahr haben wir Chiara so wenig wie möglich aus dem Tuch genommen, wenn der Clan mit mehreren Personen zugegen war. Ging nicht anders, war besser so.
Schlimm, schlimmer, gut gemeint.
-
03.12.2007, 14:10
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
Mensch, Lilly - was für ein Tag
!
Ich vermute stark, Du wirst keines dieser Familienmitglieder soweit bringen, dass sie Deinen Stil gutheißen - gerade bei dem Kinderthema sind die meisten ja dermaßen überzeugt von der eignen Methode
Also hilft es wohl nur, deutlich-freundlich klarzustellen, wo die Grenzen des Dreinredens sind - es ist Euer Kind und nicht Omas, Onkels oder Kusinchens !
Mit den Jahren könnt Ihr dann alle ganz nebenbei Lügen strafen, die meinen, Leonard wäre unselbstständig, abhängig, verzogen, unterernährt, motorisch zurück geblieben oder was auch immer...
Ich finde es auch immer furchtbar, wenn bei Familienbesuchen beim ersten Quäker irgendwelche Hinweise kommen
.
Unser Sohn ist ja auch ein sehr ausgeglichenes und zufriedenes Kind (selbstverständlich nur unserer bescheidenen, natüüüüürlich völlig unmaßgeblichen Meinung nach
).
Bei einem Familienwochenende mit 8 eifrigen Ratspendern wird einem aber suggeriert, das könne nur grober Zufall sein und für die Zukunft droht ein böses, böses Erwachen
!!!
Ja nun... warten wirs mal ab
!
Hinter jeder Ecke lauern ein paar Richtungen.
S. Jerzy Lec
-
03.12.2007, 14:26
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
Jaja, Zufälle gibts...
Zitat von AnnaK
Wie konnte das passieren????

Ein sehr süßes, neues Bild im Übrigen
!
Hinter jeder Ecke lauern ein paar Richtungen.
S. Jerzy Lec
-
03.12.2007, 14:29
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
Das haben wir natürlich nur den dominanten Schwiegergenen zu verdanken.
Zitat von bellybee
Danke für das Kompliment!
Schlimm, schlimmer, gut gemeint.
-
03.12.2007, 14:45Inaktiver User
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
hallo lilly!

fast genau das gleiche hab ich gestern auch erlebt,
und fand es einfach nur furchtbar!
unsere kleine ist jetzt 9wochen alt,wurde rumgereicht, bespaßt von 1000senden leuten...als ich sie dann ins bettchen gelegt habe belagerten alle das bettchen und mußten ihre komentare abgeben wie süß sie doch sei und so weiter!
nach ca 2,5stunden bekam sie dann hunger!
da wurde mir dann unterstellt ich verwöhne das kind wenn ich es JETZTschon WIEDER anlege
!
und überhaupt kuscheln wir ja viiiiel zu viel mit ihr
"DAS WIRD SICH SPÄTER NOCH RÄCHEN....."
jaja...einfach nur ätzend!
beim stillen hatte ich natürlich dann auch keine ruhe und die kleine fing dann an der brust zu weinen an!
das war dann natürlich gleich den satz wert
"na ,ist wohl zu wenig milch in der brust
,dann mußt du unbedingt zufüttern!!!!!!"
nebenbei bemerkt tropfte meine brust , ich könnte 2kinder ernähren damit!!!!!
der kröhnende abschluß war dann der satz "ach heute wird sie ja bestimmt shööön schlafen nach der ganzen aufregung"
sag mal können sie sich wirklich nichtmehr an ihre babys errinern?
die kleine maus hat abends erstmal 1stunde lang ihren weltschmerz rausgeweint!
und unsere maus ist wirlich sonst ein kleiner engel und schläft supergut ein und durch!!!!
naja ich hab mich jedenfalls abends auch in rage geredet mit meinem freund1
und wir sind zu der erkenntnis gelangt!
wir lassen uns nichts mehr sagen....
auch wenn wir vieleicht belächelt oder als kautzig hingestellt werden!
denn so wie anna schon beschrieben hat, das ergebnis wird spätestens in einem jahr überzeugen, da bin ich mir ganz sicher!!!!
ein glück hab ich gute unterstützung von meinen eltern und das ist ja das wichtigste!
und unsere freunde sehen das alle genauso wie wir.
und darauf kommt es doch an!
wir müssen tun was wir für richtig halten denn es ist UNSER baby!
und die anderen sehen es mal einen tag, aber wir haben es 24stunden rund um die uhr...und da wissen wir am besten was gut für sie ist!!!!!!
soooo jetzt gehts mir besser!
danke lilly, auch wenn ich dir keinen rat geben konnte!
aber ich bin froh nicht allein mit dem problem zu sein!
-
03.12.2007, 14:51Inaktiver User
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
Bei mir war es so, dass ich unsere Kinder nicht so sehr abgegrenzt habe - ich habe es genossen, wenn sich andere Familienmitglieder um die Kids "gerissen" haben.
Und die Kids haben die Aufmerksamkeit genossen (unsere Grosse kam eh aus einem Heim, in dem 50 Kinder in einem Zimmer lebten und sie ständigen Wechsel von Betreuern gewohnt war).
Zum einen war ich dadurch schon auch entlastet, zum anderen war es für mich ein Zeichen der Integration meiner Kinder (sicher auch in Anbetracht unserer "aussergewöhnlichen" Familiensituation), sprich, dass sie angenommen und akzeptiert waren, so wie sie sind.
Das "Muttersein" wurde mir nicht aus der Hand genommen, wobei ich natürlich auch mal die eine oder andere Bremse ziehen musste bei den engagierten Grosseltern ;-).
-
03.12.2007, 14:52Inaktiver User
AW: Abgrenzung Eltern & Baby versus Familie/Umwelt
Ich hab gestern auf einer Feier gesagt "Jeder, der meine Kleine jetzt nochmal anfassen, tätscheln oder anschauen will, bezahlt gefälligst 5 Euro in ihre Sparbüchse ein. Und zwar jedesmal!"
Zumal da auch noch irgendwelche wildfremden Leute meinten Gutschi-Gutschi machen zu müssen.


Zitieren
