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    Verbittert im 9. Monat

    Ich bin im 9. Monat schwanger und total unglücklich. Ich freue mich ein bisschen auf das Kind, habe bereits Babysachen besorgt, aber wirkliches Glück spüre ich nicht.

    Ich hatte eine schwierige Kindheit. Meine Mutter hat meinen Vater für einen anderen Mann verlassen und sich somit auch von den Kindern verabschiedet. Mein Vater kam mit der Situation nicht klar, entwickelte Depressionen, Drogen- und Alkoholprobleme. Er kümmerte sich nicht mehr um mich und ich wurde aufgrund von Verwahrlosung/Misshandlung in Obhut genommen. Danach wurde ich von Wohngruppe zu Wohngruppe geschickt, habe meine Jugend in Kliniken verbracht, da ich psychisch am Ende war.

    Mit 18 wurde die Jugendhilfe beendet. Ich war absolut orientierungslos, wusste nicht was ich aus meinem Leben machen sollte, hatte weder Freunde noch Familie an meiner Seite. Meine Eltern wollten mich nicht bei sich aufnehmen und ich wollte nicht sozial abrutschen, mich z.B an ein Obdachlosenheim wenden. Ich wollte keine Hilfe mehr. Ich habe beschlossen als Escort zu arbeiten. So konnte ich eine Weile in Hotels leben. Durch den Job habe ich einen Mann kennengelernt, der mir eine Wohnung zur Verfügung gestellt hat. Ich habe aufgehört als Escort zu arbeiten, mir einen normalen Job gesucht und gelegentlich mit meinem „Vermieter“ geschlafen. Durch eine Verhütungspanne bin ich schwanger von ihm geworden. Ich wollte das Kind zunächst abtreiben, habe dies jedoch emotional nicht geschafft. Ich war psychisch total fertig, habe kaum noch etwas gegessen und das Haus nicht verlassen. Der KV (Kindsvater) hat mich nicht zu einer Abtreibung gedrängt, sondern gesagt, dass dies meine Entscheidung sei. Er hat mir mitgeteilt, dass er verheiratet sei und 2 kleine Kinder hat. Das war für mich ein weiterer Schock...
    Ich habe die meiste Zeit der SS versucht irgendwie klarzukommen, war mir nicht sicher ob ich das Kind behalten sollte. Ich habe viel mit dem KV geschrieben, sodass wir uns gut kennengelernt haben. Allerdings hat er kaum irgendwelche klaren Sachen gesagt, sondern vage Äußerungen getätigt, seine Meinung mehrmals geändert usw.

    In der 30. SSW wurde bei mir eine Gebärmutterhalsverkürzung festgestellt, für mich ein weiterer Schock. Ich musste 1 Woche im Krankenhaus behandelt werden und habe mich extrem schlecht gefühlt, war permanent am Heulen. Der KV hat mich in der SS keinmal mehr besucht, wir haben nur viel miteinander geschrieben. Er will sich jetzt wohl von seiner Frau trennen (ich denke für eine andere..) Ich weiß aber nicht, ob er dies wirklich macht. Er erzählt jeden Monat etwas anderes. Die Vaterschaft will er erst anerkennen, nachdem die Scheidung mit seiner Frau durch ist.
    Ich würde gerne die Vaterschaft anerkennen lassen, habe aber Angst dass er dann sein Kind gänzlich ablehnt. Er möchte es wohl mindestens 1x im Monat sehen, will aber keine festen Umgangszeiten vereinbaren und mir nicht zu viel versprechen (Na super!) Ich bin einfach nur am Ende!!

    Ich weiß auch nicht was für ein Verhältnis er zu mir anstrebt, er weiß nicht ob er von mir als Kumpel oder potentiellen Partner gesehen werden will.. Für mich ist er klar ein Ar*** und ich weiß, dass er mir nicht gut tut. Am liebsten würde ich den Kontakt zu ihm abbrechen, bin aber auf sein Geld angewiesen und möchte ja, dass mein Kind den Vater sieht (eigentlich möchte ich dies nicht, aber so ist das gesellschaftlich gewünscht)

    Ich bin einfach nur verbittert, weil ich dieses Leben nicht will. Ich bekomme jetzt zwar meine Tochter und werde Mutter, aber das ist nicht wirklich das was ich mir wünsche. Ich bereue alles was ich getan habe, wirklich alles. Und würde es so gerne rückgängig machen... Ich habe mich mit der Situation arrangiert, wünsche mir aber ein ganz anderes Leben. Ich bin neidisch auf alle normalen 19-jährigen und würde so gerne mit ihnen tauschen. Ich habe in meinem Leben noch nichts erreicht, der KV ist beruflich sehr erfolgreich. Ich weiß, dass er sich für Frauen interessiert, die normal sind also aus gutem Elternhaus kommen und einfach Spaß am Leben haben... Ich bin mir sicher, dass er sich mit irgendwelchen Frauen vergnügt bzw. eine Beziehung mit einer jungen Frau eingehen würde, mich aber als wertlosen Dreck ansieht. Ich bin mir sicher, dass er so über mich denkt! Er macht mir zwar Komplimente zu meinem Charakter, fragt oft wie es mir geht und spricht mir Mut zu (z.B dass ich die Geburt schaffe), aber im Endeffekt bin ich ihm sicherlich kack egal.
    Ich fühlte mich im KH mit den ganzen Infusionen schwach und unattraktiv. Andere junge Frauen gehen abends schön was trinken usw. und ich liege mit dickem Bauch da, darf mich nicht bewegen. Wie soll ich da attraktiv sein? Ich finde nie wieder mehr einen Mann. Der KV will mich nicht, was mich unheimlich verletzt und kränkt. Ich frage mich, warum mich niemand möchte. Der KV hat zudem meine ganze Hoffnung darauf, dass ich einmal eine heile Familie gründen werde, zerstört. Es ist alles kaputt. Wenn ich Frauen mit Partner sehe, könnte ich heulen. Im KH habe ich mir gewünscht nicht mehr schwanger zu sein. Ich habe als junge Frau versagt und mir alles zerstört.

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Ich nehme dich mal in den Arm

    Ich finde nicht richtig, dass die Jugendhilfe mit 18 endet - aber das hilft dir nicht.

    Aber du solltest dir Hilfe suchen - es kommen sicher noch welche, die sich besser auskennen, wo es Hilfe für dich gibt.

    Würdest du denn gerne eine Ausbildung machen?
    Hast du denn eine Wohnung, in der du dich zuhause fühlst?

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Auch von mir erst mal Zuspruch und ein In-den-Arm-nehmen.

    Ich denke, dass ein schönes Leben sich auf jeden Fall (weiter) entwickeln kann, auch wenn es nicht das Bilderbuchleben ist, was Du wolltest.
    Wer weiß, vielleicht steckst Du schon mitten in den Startlöchern zu guten Dingen.

    Es gibt das Bilderbuchleben und ganz viele andere tolle Lebensformen.

    (Das zu wissen nützt Dir jetzt nix, wenn Du lieber anders Leben würdest zur Zeit.
    Ich will Dir Deinen Kummer damit gar nicht wegreden.
    Aber vielleicht nützt Dir der Blick über den Tellerrand doch zu etwas, wer weiß.)

    Du wirst Mama.

    Du bist 19 und wirst damit eine schöne, junge Frau sein. Das wette ich mal. Sonst hättest Du nicht als Escord laufen können.

    Gesund auch.

    Schon drei tolle Sachen, objektiv gesehen:
    Gesund, jung, kannst Leben schenken.

    Hab Vertrauen!

    Jetzt praktisch:

    - Hast Du sowas wie eine mütterliche Freundin?
    Nachbarin, Oma, Tante?

    - gibt es im Krankenhaus einen Sozialdienst?
    Frag mal danach, solange Du noch dort bist, und sage, dass Du einen Termin möchtest.
    Vielleicht können die dort vermitteln zu etwas, was Dir und dem Baby in der ersten Zeit hilft, Geborgenheit zu finden.

    Vielleicht auch eine Therapeutische Möglichkeit, den Kummer aufzuarbeiten.

    Mehr fällt mir gerade nicht ein, aber bestimmt den Anderen hier.
    Geändert von kaffeewasser1 (11.11.2020 um 16:18 Uhr)

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Zitat Zitat von Zipperli Beitrag anzeigen
    Ich bin einfach nur verbittert, weil ich dieses Leben nicht will. Ich bekomme jetzt zwar meine Tochter und werde Mutter, aber das ist nicht wirklich das was ich mir wünsche. Ich bereue alles was ich getan habe, wirklich alles. Und würde es so gerne rückgängig machen... Ich habe mich mit der Situation arrangiert, wünsche mir aber ein ganz anderes Leben.
    Ist jetzt vielleicht nicht so populär, aber ich schreibe es trotzdem:

    Deine Worte klingen klar und reflektiert. Es kann sich aber auch um eine depressive Phase handeln.

    Mein Ratschlag:

    Besorg Dir fachkundige Hilfe und zieh auch eine eventuelle Adoptionsfreigabe in Betracht.

    Ordne mit der Hilfe Deine Gedanken und Gefühle.

    Halte ich in Anbetracht des Kindes für das Wichtigste überhaupt.

    Viel Glück .

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Die Jugendhilfe endet nicht mit 18....

    Du wohnst also weiterhin in der. Wohnung die er bezahlt?

    Das du dir dein Leben anders vorgestellt hast, kann ich verstehen.

    Aber auch jetzt hast du noch Optionen.

    Mutter Kind Haus. Dort könntest du wohnen, eine Ausbildung machen und hast Hilfe.

    Mit 19 alleinerziehend ist nicht so einfach aber auch kein Weltuntergang.

    Du könntest dich auch für Adoption entscheiden. Offen... Damit kannst du auch in Kontakt bleiben.

    Deine Wut und Verbitterung ist verständlich aber darf nicht ewig dauern.

    Egal wie du dich entscheidest.....

    Hol dir Hilfe! Beratung.... Gespräch.... Usw.
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Ach du je, so jung bist du noch...

    Bei dir kommt ja gleich ein ganzes Bündel zusammen.

    Auch, wenn du schlechte Erfahrungen mit dem Jugendamt gemacht hast - nimm so schnell wie möglich Kontakt auf. Laß die alles rund um Vaterschaft und Unterhalt klären, belaste dich nicht unnötig damit.

    Du bist auf sein Geld nicht angewiesen. Es gibt Sozialleistungen, davon kann man keine großen Sprünge machen, aber man kommt erstmal herum.

    Da du noch sehr jung und ohne Ausbildung bist, könnte vielleicht ein Aufenthalt in einer Mutter Kind Einrichtung etwas für dich sein. Es gibt auch wenige, aber doch einige Pflegeeltern, die Mütter mit ihren Kindern zusammen aufnehmen. Meist auf Zeit, das ist dann kein gemeinsamer Haushalt, sondern Mutter und Kind wohnen in einer Einliegerwohnung und können sich so aneinander gewöhnen und einen Alltag finden, für Notfälle ist aber jemand in der Nähe.

    Überlege dir, ob so etwas für dich in Frage käme.

    Von einer sofortigen Adoptions freigabe will ich nicht reden - wir haben lange Zeit Not Pflegekinder aufgenommen und ich weiß daher, dass es mitunter besser ist und ein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein und echter Mutterliebe, sein Kind wegzugeben. Es nötigt mir Respekt ab.
    Aber du kannst es schaffen, mit Hilfe geht es. Und in ein paar Jahren wirst du dann sicher ein ganz normales Leben führen, wie du es Dir heute wünscht.

    Hol dir Hilfe. Sprich die Hebamme an, wenn du jetzt noch im Krankenhaus bist. Eine Schwester, die dir sympathisch vorkommt. Dann kann von dort Hilfe organisiert werden.

    Denk dran : Du hast es schon soweit geschafft - obwohl du eben nicht die gleichen Bedingungen hattest wie die "normalen" 19jährigen.

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Liebe Ziperli,
    erst mal meine Hochachtung für alles was du bis jetzt geleistet hast.
    Du bist sehr reflektiert und klar.
    Und...du bist alles andere als ein
    Ziperli.
    Was dein KV von dir denkt, sollte dir egal sein.
    Das was du von ihm schreibst, klingt nicht nach einem Menschen auf diesen Meinung du Wert legen solltest.
    Lass dich bitte unbedingt gut beraten.
    Er muss für dein Kind Unterhalt bezahlen und auch für dich die ersten 3 Jahre.
    Auch wenn kein Kontakt bestehen sollte, ist es für das Kind wichtig zu erfahren, wer der Vater ist.
    Ein Kind muss kein Hindernis sein, dass du dein Leben genießen kannst.
    Noch ist es ein Hindernis einen guten Partner zu finden.
    Steh zu dir und sei stolz auf dich, dass du dich nicht hast unterkriegen lassen.
    Fange eine Ausbildung an und denke erst mal nur an dich.
    Ich denke ja immer, nichts passiert ohne Grund.
    Das ist in keinster Weise esomässig gemeint.
    Du hast viel Potenzial.
    Mach was daraus.
    Du schaffst das!!!

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Zitat Zitat von luftistraus Beitrag anzeigen
    Die Jugendhilfe endet nicht mit 18....

    Du wohnst also weiterhin in der. Wohnung die er bezahlt?

    Das du dir dein Leben anders vorgestellt hast, kann ich verstehen.

    Aber auch jetzt hast du noch Optionen.

    Mutter Kind Haus. Dort könntest du wohnen, eine Ausbildung machen und hast Hilfe.

    Mit 19 alleinerziehend ist nicht so einfach aber auch kein Weltuntergang.

    Du könntest dich auch für Adoption entscheiden. Offen... Damit kannst du auch in Kontakt bleiben.

    Deine Wut und Verbitterung ist verständlich aber darf nicht ewig dauern.

    Egal wie du dich entscheidest.....

    Hol dir Hilfe! Beratung.... Gespräch.... Usw.
    Je nachdem wie der Einzelfall aussieht wird die Jugendhilfemassnahme in aller Regel mit 18 beendet. Es kann ein Antrag auf Verlängerung gestellt werden, wenn das Pflegekind noch zur Schule geht oder in Ausbildung ist. Lebt es in einer Pflegefamilie, wird dieser Antrag oft gestellt, bei Wohnheimen eher nicht - die Plätze sind knapp.

    Das kann also schon gut sein.

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    @sasapi

    Mir wurde zum 18ten Geburtstag vom Jugendamt gratuliert... Mitgeteilt das nun das Sorgerecht über die Jugendfursorge beendet ist.

    Aber ich hätte weiterhin Hilfe in Anspruch nehmen können (wollte ich aber nicht)

    Wohngruppen Freundinnen waren bis zum 25 Lebensjahr im "betreuten" wohnen. Sie hatten ihre eigene Wohnung aber wöchentlich oder alle 2 Wochen kamen immer noch Betreuer vorbei und haben geholfen.

    @te

    Wenn du das Kind behalten möchtest, dann informiere dich bitte bitte um ein Mutter Kind Haus.

    Dort hast du Hilfe und kannst trotz Kind eine Basis aufbauen (Ausbildung usw)
    Before you argue with someone, ask yourself, is that person even mentally mature enough to grasp the concept of different perspectives. Because if not, there's absolutely no point.

    Grab nicht zu weit in dem Mist rum, dann stinkt's nur noch mehr. Geh davon weg, und merk dir, wie's gerochen hat, damit du beim nächsten Verlierer früher Lunte riechst. (Zitat Wildwusel)

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    AW: Verbittert im 9. Monat

    Ich werde jetzt nicht zwischen deinen beiden Strängen hin- und herspringen. Aber ergänzend zu dem, was ich dir im anderen Strang geschrieben habe: Ich bin mir sicher, dass du dringend Hilfe brauchtst. Zum einen, wie "drüben erwähnt, vom Jugendamt, um Unterhaltsanspruch, Umgangsregelung usw. auf die Reihe zu kriegen.
    Zum anderen aber auch jetzt, direkt, noch bevor das Kind kommt. Bitte wende dich an den Sozialdienst der Klinik. Und versuche in Erfahrung zu bringen, ob es in deiner Stadt ein Angebot "Frühe Hilfen" oder ähnlich gibt. Das sind Angebote gerade für Frauen wie dich: Man stellt dir jemanden zur Seite, der dir bei der Bewältigung des Alltags hilft. Scheu dich nicht, solche Hilfe anzunehmen. Lieber jetzt als später - wenn der Karren womöglich schon tief im Mist steck.

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