Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 11
  1. User Info Menu

    Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Ich wollte zunächst einen Wunschkaiserschnitt, würde aber auch eine spontane Geburt probieren. Dass ich starke Schmerzen dabei haben werde, ist mir klar. Ich habe aber wahnsinnige Angst davor, dass mein Kind bei der Geburt einen Schlaganfall erleidet, die Herztöne wegfallen und ein Notkaiserschnitt gemacht werden muss. Einen Dammriss will ich auch auf keinen Fall erleiden. Wenn die Geburt traumatisch verläuft, würde ich mein Kind definitiv erstmal nicht sehen und mich nicht darum kümmern wollen. Es kam schon oft zu Komplikationen in meiner SS und jedes Mal wenn ich starke Schmerzen erleiden musste, habe ich mir gewünscht nicht mehr schwanger zu sein und kein Kind zu bekommen. Nur wenn ich keine Schmerzen habe, freue ich mich ein wenig. Aber sobald ich Schmerzen habe, spüre ich nur noch Ablehnung!
    Mir ist es deshalb sehr wichtig, dass meine Geburt nicht traumatisch verläuft. Ich bin mir zu 100% sicher, dass ich danach keine Bindung mehr zu meinem Kind aufbauen könnte. Ich bin ungewollt schwanger geworden, mir ging es in der Schwangerschaft psychisch überhaupt nicht gut. Starke Schmerzen kann ich ertragen, wenn mein Kind gesund und ohne Komplikationen auf die Welt kommt. Aber wenn dann ein Notkaiserschnitt gemacht werden muss etc. HORROR! Das packe ich psychisch nicht! Sollte ich lieber einen Kaiserschnitt machen lassen oder die spontane Geburt durchziehen? Sollte ich nach der überhaupt nicht schönen Schwangerschaft noch eine traumatische Geburt erleben müssen, wäre das für mich ein eindeutiges Zeichen, dass ich dieses Kind nicht behalten soll.

  2. User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Oje, das hört sich für mich aber gar nicht gut an. Du bist ungewollt schwanger geworden, da geht es dir wie vielen anderen Frauen. Aber du hast dich ja offensichtlich trotzdem dafür entschieden, das Kind zu bekommen, was ja schön ist.

    Aber ich denke, das Kind hat von Anfang an eine schwere Last zu tragen. Schwangerschaft, Geburt und die Kindheit deines Babies sind ja kein Wunschkonzert, wenn... dann!

    Vielleicht solltest du dir zuerst mal klar machen, dass, egal wie es verläuft, das Kind auf keinen Fall etwas dazu kann. Es ist nicht schuld, auch nicht an einer "traumatischen" Geburt.

    Wie soll es, selbst wenn die Geburt vorbildlich wird, denn danach weitergehen? Das Kind wird mal krank sein, es wird sich vielleicht nicht immer bilderbuchmäßig entwickeln, es wird nicht immer vor Freude strahlend dir entgegen sehen.

    Das ist einfach normal, das ist das Leben. Wirst du dann jedes Mal das Verhältnis und deine Liebe zu dem Kind in Frage stellen? Das wäre für das kleine Wesen fatal und äußerst schädlich.

    Ich bin schon etwas erschrocken, als ich deinen Post gelesen habe, auch wenn ich dich auf keinen Fall verurteilen möchte.

    Ich hatte eine Bilderbuchschwangerschaft bei meinem ersten Kind und dann eine wirklich traumatische Geburt, nach der ich aufgrund eines Gebärmuttereingang-Risses fast verblutet wäre.

    Ganz ehrlich: es ist mir niemal in den Sinn gekommen, mein Kind dafür verantwortlich zu machen, das Ganze war Pech und das Versagen der Geburtsklinik. Ich glaube nicht, dass man von einer traumatischen Geburt auf das spätere Verhältnis zum Kind schließen kann.

    Noch ein Satz zum Thema Kaiserschnitt: es ist eine OP, die Bauchdecke muss aufgemacht werden und es muss die Gebärmutter aufgeschnitten werden. Glaube nicht, dass dir das danach keine Probleme macht, es ist faszial nicht ohne und du hast Zeit deines Lebens eine recht große Narbe.

    Die Erholung nach der Geburt wird auch deutlich länger dauern. Ich bin keine Gegner von Kaiserschnitten, wenn sie notwendig sind, sind sie auf jeden Fall ein Segen, um Mutter und Kind vor Schaden zu bewahren. Aber ich halte einfach nichts davon, bzw. für mich ist das sogar Körperverletzung, wenn man eine gesunde junge Frau operiert, obwohl es nicht notwendig ist.
    Es gibt keinen Weg zum Frieden, der Frieden ist der Weg (Mahatma Gandhi)

  3. User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Zum Thema Kaiserschnitt muss ich kurz einwerfen, ich hatte vor einem Monat einen Wunschkaiserschnitt, mir geht und ging es sehr gut, und ich würde es jederzeit wieder machen.
    Frauen direkt Angst vor einem Wunschkaiserschnitt zu machen, weil sie vielleicht Angst vor einer normalen Geburt haben, finde ich nicht in Ordnung.

    Aber ich finde, du, @Scherbenglas, solltest eher mal zu einem Psychologen gehen, solang du noch Zeit hast (also vor der Geburt). Das klingt alles gar nicht gesund was du da schreibst.
    Die Babyzeit ist so schon belastend genug, auch wenn man vorher psychisch gesund ist.

  4. User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Was du jetzt fühlst und was du danach fühlst, sind zweierlei.

    Wenn man das Kind hat, fängt eh in deinem Leben eine neue Zeitrechnung an.
    Ganz gleich, ob man ein Kind geplant hat oder nicht.

    Die meisten Kinder weltweit sind schon seit Jahrtausenden ungeplant gewesen und wurden/werden trotzdem geliebt. Die Natur richtet das schon ein. Bei der einen Mutter früher, bei der anderen später. Zumindest, bei normalen Frauen. Muttersein wird von der Natur supported, aber bei der ein oder anderen Frau braucht es eben ein wenig länger, um sich an die neue Situation zu gewöhnen.

    Außerdem kenne ich Eltern, die alles schön geplant haben und trotzdem nicht unbedingt die supermega-liebenden Eltern sind/waren.
    Dafür aber andere Eltern, die tierisch an ihren Kindern hängen und zu wahren Helikoptereltern mutiert sind, auch wenn der Nachwuchs nicht geplant war.

    Also: Das Spiel ist noch offen. Besprich dich mit deinem Gynäkologen und lasse alles auf dich zukommen.

  5. User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Nach dem was du schreibst glaube ich ein Gespräch mit einem Psychologen wäre hilfreich für dich. Erhältst du Unterstützung, z.B. von Profamilia? Ungeplant schwanger zu sein mit all den "Nebenwirkungen" die eine Schwangerschaft so mit sich bringt stelle ich mir extrem belastend vor.

    100% Sicherheit auf eine komplikationslose Geburt kann dir leider niemand geben. Ich glaube Dammrisse sind leider gar nicht soooo unwahrscheinlich (finde ich auch keine schöne Vorstellung).
    Es klingt in deinem Text ein bißchen so, als würdest du von deinem Kind erwarten, dass es bitte komplikationslos kommt und nur dann könntest du es lieben. Dein Kind handelt aber ja nicht absichtsvoll (weder wenn es dir Probleme während der Schwangerschaft macht, noch während der Geburt).

    Vielleicht kannst du dich zum Thema Wunsch-Kaiserschnitt ja nochmal beraten lassen. Wenn es für dich die bessere Lösung ist, ist das bestimmt möglich.

  6. Moderation

    User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Liebe Scherbenglas.

    Ich arbeite beruflich mit der Bindungsförderung in Familien, auch zwischen Müttern und ihren Neugeborenen und Säuglingen.

    Ich kann verstehen, dass du dir viele Gedanken machst, über die Geburt, deine Beziehung zum Kind, deine Grenzen. Das sind im Grunde auch gute und wichtige Gedanken. Wenn du dir Sorgen machst, weil du dich kennst und bereits in der Schwangerschaft auch psychisch zu kämpfen hattest, dann würde ich dir sehr ans Herz legen, dir schon jetzt eine (professionelle) Unterstützung zu suchen und so ein „Sicherheitsnetz“ bereit zu
    haben.

    Mit der Geburt ist es ohnehin so, dass man nicht planen kann, bzw man kann, aber es kann aauch ganz anders kommen. Dieser (in gewisser Weise) Kontrollverlust macht manchen Frauen besonders Angst. Das muss nicht bedeuten, dass es auch eine schwierige Geburt wird, das kann man so wie so nicht wissen. Aber es kann beunruhigen und die Schwangerschaft belasten, wenn man sich so viele Sorgen macht.

    Hast du vertraute Menschen, die dir beistehen und dich trösten und beruhigen können. Hast du Hilfe für die Zeit im Wochenbett und in den ersten Monaten?


    Einige Mütter haben es nach schwierigen Geburten tatsächlich schwerer, sich selbst zu spüren, ihre Mitte zu finden und Kontakt zum Kind aufzubauen. Für andere ist das gar nicht so, das ist kein Automatismus.

    Aber die gute Nachricht, und das kann ich dir mit beruflicher Zuversicht sagen, ist, dass man dabei Hilfe bekommen kann. Man braucht Unterstützung und am besten eine Videogestützte Beratung wie zum Beispiel Marte Meo, wo man sich selbst im Kontakt mit dem Kind kennenlernt. Das hat wirklich schon ganz vielen Frauen geholfen.

    Insofern brauchst du keine Angst zu haben, aber du solltest dir am besten schon gut vor der Geburt Unterstützung suchen, privat wie auch beruflich, damit du gut aufgefangen wirst, wenn du es brauchst.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

  7. Moderation

    User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Hast du Hilfe? Ist irgendjemand da, der das Baby liebevoll auffängt, wenn du ausfällst? Ich würde dir vermutlich auch zum KS raten - aber viel wichtiger als die Geburt ist, dass du dir psychische Unterstützung holst.

    Ich hatte zwei sekundäre KS, die aber der Bindung zu den Babys keinen Abbruch getan haben. Wobei ich dir auch noch auf den Weg geben will: Bindung und Liebe sind Dinge, die wachsen und nicht ab dem Moment der Geburt unverrückbar da oder nicht da sind.
    Always be a little kinder than necessary. – James M. Barrie

    Moderation in den Foren "Rund um den Job", "Rund ums Eigenheim", "Fehlgeburt" und "Wissenschaft und Umweltschutz"

  8. User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Jede Geburt kann traumatisch oder wunderbar werden, da ist nicht entscheidend ob natürlich oder Wunschkaiserschnitt. Egal, was passiert, das Kind ist daran niemals schuld.

    Die Bindung zum Kind wächst mit der Zeit. Erwarte da bitte nicht, dass sich da mit der Geburt ein Schalter umlegt.

    Nachdem, was ich hier so von dir lese, hast du aber ganz andere Baustellen, dir dir und deinem Kind im Weg stehen. Du solltest dir wirklich jemanden fachkundigen suchen, mit dem du über deine Gedanken und Ängste reden kannst. Das klingt alles sehr unausgegoren und du hast nur noch ca. 8 Wochen Zeit, deine Gefühle zu sortieren.

    Vielleicht wäre Profamilia oder eine ähnliche Einrichtung eine erste Anlaufstelle.
    Demnächst frage ich vorher, welche Meinung ich haben darf. Damit auch alle zufrieden sind.

  9. Moderation

    User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Zitat Zitat von Bina82 Beitrag anzeigen
    Zum Thema Kaiserschnitt muss ich kurz einwerfen, ich hatte vor einem Monat einen Wunschkaiserschnitt, mir geht und ging es sehr gut, und ich würde es jederzeit wieder machen.
    Ich muss auch sagen, dass ein geplanter Kaiserschnitt etwas vollkommen anderes ist als ein ungeplante, selbst wenn letzterer keine Krankenhausserien-superbedrohliche-Notsotuation ist. Es ist dann schon stressig und natürlich mit Ängsten verbunden.
    Ich hatte beides. Den geplanten Kaiserschnitt habe ich als völlig entspannt erlebt, und ja, auch der Bindungsaufbau zum Baby war leichter als beim ersten Mal.

    Aber ich hatte beim ersten Kond dann ganz tolle Hilfe konnte das alles verarbeiten und überwinden. Ich würde Dich auch darin bestärken wollen, Dir jetzt Hilfe zu holen. Es kann dann sogar ein unglaublicher Vorteil sein, dass Du Deine Verwundbarkeit und Problematik schon kennst. Im Gegensatz zu mir, die sich bei angenehmer Schwangerschaft auf ihr Wunschbaby freute, und dann völlig überrollt und überfordert war - nur allein von der Tatsache, dass ich überhaupt negative Gefühle hatte und nicht das vielbeschworene sofortige Glücksgefühl.
    Vielleicht - wer weiß? - ist es bei dir ja sogar umgekehrt und Du erlebst zu Deiner Überraschung dieses Glücksgefühl? Wünschen würde ich es Dir.

    Ein Wort zur Warnung und eins zur Ermunterung:
    1. Wie hier schon geschrieben gibt es nie Garantien, aber nach einem super verlaufenen Kaiserschnitt ist man etwas eingeschränkter als nach einer super verlaufenen natürlichen Geburt. Nicht unbedingt durch Schmerzen, ich hatte jeweils kaum welche (und Du kannst echt jeden fragen, ich bin die größte Memme!). Aber Du kannst nicht Auto fahren, das Baby nicht lange herumtragen, und allgemein schlaucht der Eingriff ziemlich. (Das mag aber bei einer natürlichen Geburt auch so sein.) Das ist kein Grund Angst zu haben, will aber vorbereitet sein (z.B. mit einem vollen Kühlschrank und genügend Helfern).

    2. Wie gesagt gibt es Hilfe, und ich kann Dir echt nur wiederholt ans Herz legen, Dir diese zu holen. Auch jetzt schon. Es kann z.B. dauern bis man weiß, welche Angebote es lokal gibt, das könntest Du jetzt herausfinden, damit Du weißt, was Du erfragen, beantragen und ggf. auch einfordern kannst oder musst. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht nach: "Oh Gott, noch mehr zu tun!" Es lohnt sich so dolle, passende Hilfe macht das Leben nicht nur einfacher, sondern tatsächlich auch erheblich schöner. Mein erstes Kind und ich haben damit den schwierig Start gut weggesteckt und eine ganz normale schöne Beziehung.
    Geändert von Flau (03.11.2020 um 11:42 Uhr)
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung

  10. User Info Menu

    AW: Lehnt man sein Kind nach einer traumatischen Geburt ab?

    Liebe Scherbenglas,

    Du machst Dir viele Sorge, um Dinge, die sein könnten oder auch nicht. Ich kann verstehen, dass die Geburt mit all ihren Unplanbarkeiten Dir großen Respekt einflößt und Du Dir Sorgen machst.

    Ich selber hatte 2 traumatische Geburten mit dramatischem Notkaiserschnitt. Ich hatte trotzdem nie ein Problem beide Kinder bedingungslos zu lieben - aber das ist auch Glückssache.

    Bei Kind 2 habe ich lange gehadert, ob ich es noch mal vaginal versuche oder einen "Wunsch"kaiserschnitt wähle.
    Bei der Entscheidung hat mir die Betreuung in der Schwangerschaft durch eine Hebamme sehr weitergeholfen (steht einem durch die gesetzliche Krankenkasse zu). Obwohl die ja tendenziell eher zur vaginalen Geburt raten, habe ich mich von ihr sehr ernst genommen und ohne Druck beraten gefühlt. Am Ende war es etwas ziemlich Simples, was sie gesagt hat, was meine Entscheidung sehr beeinflusst hat. Kurz gesagt war die "Lösung" (für mich, nicht übertragbar auf andere): Ich versuche es und mache aber vorher klar, dass der natürliche Versuch sofort beendet wird, wenn ich das will.

    Nun ja, es sollte anders kommen, es waren ein zweiter Nabelschnurvorfall, ein zweiter Notkaiserschnitt. Es ging mir nicht gut danach (seelisch wie körperlich), aber ich fühle es so, dass es ist niemandes Schuld, nicht meine, nicht die der Hebamme, nicht die des Kindes.

    Daher mein Tipp, dass eine weitere Quelle der Unterstützung eine Hebamme sein könnte. Während meiner ersten Schwangerschaft war mir nie klar, wozu das gut sein sollte, aber die Unterstützung in meiner zweiten Schwangerschaft hat mir wirklich sehr geholfen.

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •