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    Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Liebe Leute,

    nun hat rechnerisch meine letzte Schwangerschaftswoche begonnen, und seit Tagen habe ich den totalen Blues. Ich glaube, die Schwangerschaft einfach nicht gebührend genossen und gewürdigt zu haben.

    Ganz am Anfang hat sie mich total erschrocken, sodass ich sogar über einen Abbruch nachdachte (gemacht hätte ich ihn aber wohl nicht). Danach hatte ich immer nur Angst, dass es doch wieder nicht hält, auch als die ersten drei Monate schon lange vorbei waren (ich hatte schon vier Fehlgeburten, aber immer ziemlich früh in der Schwangerschaft). Das ging soweit, dass ich mich nie wirklich traute, mit anderen über die Schwangerschaft zu reden und zuzulassen, dass sie sich mit mir freuen. Ich wollte nach Möglichkeit keine Emotionen zulassen - eine erneute Fehlgeburt stellte ich mir dann noch belastender vor. Dann war auch noch Winter, sodass meine Schwangerschaft unter der dicken Jacke im Grunde gar nicht bemerkt wurde. Vor fünf Wochen fing dann mein Mutterschutz an, währenddessen ich wegen Corona nichts mehr schönes "Außenwirksames" mit dem Bauch machen konnte, und sei es nur schön im Café mit einer Freundin einen Cappuccino trinken und mich dort endlich mal trauen, Gefühle und Gespräche zuzulassen, oder mit meinem Mann ins Kino gehen. Stattdessen "Hausarrest". Der Geburtsvorbereitungskurs war auch nur online. Umzugsbedingt habe ich im Mutterschutz auch noch ganz schön geackert, dabei hätte ich mir echt etwas mehr Langeweile gewünscht. Hinzu kam/kommt, dass meine Mutter seit über zwei Monaten schwerkrank im künstlichen Koma im Krankenhaus liegt. Alles irgendwie ziemlich doof also.

    In einer Woche ist der Entbindungstermin, und dann ist die - übrigens völlig unkomplizierte - Schwangerschaft auch schon wieder vorbei. Bei dem Gedanken werde ich echt wehmütig und sentimental, einfach wegen des Gefühls, dass die Schwangerschaft nur so nebenbei lief und sie und auch ich zu kurz kamen. Das Babyfotoshooting im Krankenhaus nach der Entbindung, auf das ich mich schon lange gefreut hatte, fällt wegen Corona natürlich auch aus. Ach menno ...

    Kennt jemand diesen Schwangerschaftsblues? Den gibt's bestimmt auch unabhängig von Corona. Seid Ihr darüber hinweg gekommen? Was hat Euch in der Situation geholfen?

    Für Eure Rückmeldungen bin ich dankbar!
    Metaline - bald schon wieder ohne Bauch ...

  2. Moderation

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Zitat Zitat von Metaline Beitrag anzeigen
    Was hat Euch in der Situation geholfen?
    Darauf kann es eigentlich nur eine Antwort geben: Dein Baby!

    Metaline, Du hast da ganz schön was mitzumachen (gehabt), auch für Deine Mutter tut es mir leid, und diese Zeit jetzt ist auch per se nicht gemacht für unbeschwerte Gefühle.

    Den Schwangerschaftsblues hatte ich nicht, aber im Leben meiner Kinder immer wieder Situationen, bei denen ich dachte, so das war´s jetzt, das kommt nie wieder. Das letzte Mal dem Kindergartenbus nachwinken, das letzte Mal Schulbrote schmieren, die Abiturfeier, ja, in der Rückschau war auch der letzte Pampers-Großeinkauf ein einschneidendes Erlebnis.

    Ich will sagen, es wird immer wieder Zeiten geben, da denkst Du Dir, wo ist selbige geblieben? Hadere nicht damit. Wenn ich aus welchem Grund auch immer in solch einer Gedankenspirale gefangen bin, hol ich den ollen Hesse raus.
    Stufen, vorgelesen dann noch von Heinz Rühmann (kennst Du den noch?) und ich heule wie ein Schlosshund. Und dann ist wieder gut.

    Für mich ein probates Mittelchen bei leichten Verstimmungen. Wenn es tiefer geht, hilft das natürlich auch nichts. Ich will nicht behaupten, dass es Depressionen nicht gibt, dann müssen stärkere Geschütze ran.

    Dir und Deinem Kind erst einmal alles Gute, eine sichere Geburt und ein wunderbares Leben mit dem Familienzuwachs!
    Moderatorin in
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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Ja, ich kenne das von meinen Schwangerschaften. Obwohl ich nie gerne schwanger war, aber ohne geht's halt nie.
    Ich habe zwar nie über einen Abbruch nachgedacht, aber ich erinnere mich gut an so ein "Was haste da denn nun angestellt?" Gefühl beim positiven Schwangerschaftstest.

    Hinzu kam, dass mein Mann und ich bei jeder Schwangerschaft die Einzigen waren, die sich ein Loch in den Bauch gefreut haben.
    Bei der Großen waren wir 21 und 23,war schon in den frühen 90gern recht früh. Aber wir hatten jeder eine abgeschlossene Ausbildung, ein bisschen Berufserfahrung und unbefristete Arbeitsverhältnisse. Trotzdem schlug die Familie die Hände über dem Kopf zusammen. Bei der Zweiten 6 Jahre später das gleiche, nun war doch die Erste aus dem Gröbsten raus... Und die Dritte, sie meldete sich an, als die Zweite gerade 1 Jahr alt war, sorgte dann nur noch für Augenrollen.

    Warum auch immer.

    Ich vermisste auch ein bisschen dieses Gefühl des "nie alleine seins" nach der Schwangerschaft.

    Ich glaube daher, dass diese Wehmut ganz normal ist.

    Alles Gute für die Geburt und eine schöne Babyzeit!

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Liebe Metaline,
    ich hatte den gleichen Denkfehler wie Du: ich dachte, die Entbindung ist "das Ende der Schwangerschaft", aber sie ist kein Ende, sie ist ein ANFANG. Der Anfang mit deinem Baby, der Anfang als Mama und der Anfang von Euch als Familie, und das wird großartig und einzigartig!

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Ich saß beim Jüngsten heulend im Kreißsaal, weil ich gleich nicht (nie!) mehr schwanger sein würde.


    Metaline, Deine Gefühlslage ist völlig normal.
    Und nebenbei, freu Dich auf den Hormonflash direkt nach der Geburt. Wenn es den irgendwo als Droge gäbe, würde ich sofort zum Junkie.
    RIDENDO CORRIGO MORES

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Liebe Leute,

    danke, Ihr seid so lieb. Klar, die Geburt ist nicht nur ein Ende, sondern vor allem auch ein Anfang :-) Und letztlich geht alles vorbei und sei es nur das Windelnkaufen ;-), aber schafft auch immer Platz für Neues. Ein bisschen Wehmut gehört aber vielleicht auch dazu, und mit Corona habe ich eben einfach Pech.

    Hesses "Stufen" - das meintest Du doch, Utetiki(?) - sollte ich wohl auch mehr verinnerlichen. Alles andere wäre Stillstand.

    Na dann schaue ich mal, wann das Kleine denn kommt ...

    Metaline

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Ich bin wohl schon zu uralt - ich finde völlig normal und das Erstrebenswerte, dass die Schwangerschaft so nebenbei abläuft.

    (und ich war zum Schluss ungeduldig, wann endlich das Kind kommt. Es war aber auch Juli-Hitze).

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Zitat Zitat von Marta-Agata Beitrag anzeigen
    Ich bin wohl schon zu uralt - ich finde völlig normal und das Erstrebenswerte, dass die Schwangerschaft so nebenbei abläuft.

    (und ich war zum Schluss ungeduldig, wann endlich das Kind kommt. Es war aber auch Juli-Hitze).
    Ich glaube das ist Typenabhängig, mir geht es momentan auch so. Durch Kleinkind (13 Monate) läuft die Schwangerschaft nur so nebenbei (35 SSW.) und ich bin dafür eigentlich recht dankbar und sehne das Ende herbei .

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    AW: Wehmütiges Schwangerschaftsende

    Ich wollt´s jeweils auch drinnen behalten

    Schwangerschaften waren bis zum 6.Monat eine Vollkatastrophe, aber dannnnn.... ich habs geliebt.

    Eine Runde Verständnis
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

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