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  1. Avatar von Spadina
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    Grinsen AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Ich habe ein Kind.

    Wir wollten drei. Kind als solches erst einmal unproblematisch bis zum 9. Lebensmonat. Ab da war das Kind nur einmal krank, nämlich immer. Morgens noch gesund, Mittags Lungenentzündung, gepaart mit Asthma, chronischer Bronchitis. Holen sie bitte das Kind sofort ab (Krippe).

    Ehemann keinen Bock auf nüschte, erst recht nicht zur Arbeit. Und so ein keuchendes Kind erträgt man eher bestens, wenn man schon 10 Bier weghat.

    Scheidung, Gearbeitet habe immer nur ich, sofern das machbar war, ich wurde auch mehrmals entlassen, weil ich das Kind nicht in die Kita geben konnte. Allein die Medikamente im Täschchen, 15 Stück waren den Betreuern eine wahre Last.

    Neue Arbeit: erste Frage: wer betreut ihr Kind, wenn es krank ist? Omma fürs Grobe gab es nicht. Wie oft ich da, obwohl qualifiziert, nicht genommen wurde, Himmel!

    Ich denke zurück an furchtbare Jahre, wo man sich durchs Leben quälen mußte. Geldnot, manchmal habe ich wochenlang nur Toastbrot mit Marmelade gegessen, damit wenigstens das Kind was ordentliches bekam.

    Aber ich habe täglich gekocht, mich mit dem Kind beschäftigt. Die Pubertät war schrecklich. Ich hatte einen Job, wo ich nur Nachtdienst machte, was anderes war auf dem Markt nicht zu finden.

    Kind schwänzte Schule, ohne dass ich das mitbekam. Drogen, Klauen, Häuser anstecken, als Mitläufer immer dabei: mein Kind.

    Ich habe trotzdem immer an das Kind geglaubt und ihm immer wieder gesagt, aus dir wird noch mal was, du wirst selbst merken, dass der Weg im Moment nicht das Gelbe vom Ei ist.

    Es ist so gekommen. Mein "Kind" , heute Mitte 40, studiert, sagt mir immer wieder, wenn ich nicht so hinter ihm gestanden hätte, wäre es verloren gewesen. Arbeitet auf sozialem Gebiet, muß Gutachten anfertigen im Rahmen von Familienhilfe. Und schlägt immer wieder die Hände überm Kopf zusammen, wie Menschen mit ihren Kindern umgehen.

    Wir hatten es sicherlich nicht leicht, aber heute sind scheinbar der Plasmafernseher und das neuste Handy wichtiger als sich zu kümmern. Das scheint irgendwann nur noch lästig zu sein.

    Ich kenne allerdings auch das Gegenteil davon. Mütter, die ihrem 10 Monate alten Kind im Zoo erklären, das Fledermäuse olfaktorisch nicht so der Hammer sind. Nein, die drücken das natürlich weit gestelzter aus. So mit wissenschaftlicher Abhandlung, das Kind wird sicherlich mal Professor werden. Zumindest ist das so angepeilt....

    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

  2. Moderation
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Zitat Zitat von Convallaria Beitrag anzeigen
    Hm. Ich habe solche Aussagen nie gehört, eigentlich nur das Gegenteil.
    Ich habe schlimmeres gehört, allerdings zum Glück nicht in meiner Famile. (Meine Familie war schon immer gut im Klappehalten.)
    Was dazu beitrug, daß ich das Klagen als "ist halt individuell und stimmungabhängig" einsortiert habe.


    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen
    Ich spreche immer wieder junge Frauen an, deren Kind in Bus oder S-Bahn zum 30. Mal immer quengelnder Mama sagt, wo die Mutter sich aber hingebungsvoll ihrem Daddeln auf dem Handy widmet und nicht einmal den Kopf hebt, um ein Wort an das Kind zu richten. Wo Kinder schlichtweg ignoriert werden....
    Ich denke, die sind in dem Moment einfach alle. Oder sie klären gerade mit ihrem Kind Grenzen. Ob das jetzt altersangemessen ist, wie der Tag gelaufen ist, wie die Beziehung und das Umfeld ist, ... das kannst du als Zuschauerin vielleicht erraten, aber trotzdem wirst du so eine Situation durch deine Beteilung zuverlässig schlechter machen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
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  3. Avatar von Spadina
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Ich denke, die sind in dem Moment einfach alle. Oder sie klären gerade mit ihrem Kind Grenzen. Ob das jetzt altersangemessen ist, wie der Tag gelaufen ist, wie die Beziehung und das Umfeld ist, ... das kannst du als Zuschauerin vielleicht erraten, aber trotzdem wirst du so eine Situation durch deine Beteilung zuverlässig schlechter machen.
    Ich beobachte zunehmende emotionale Vernachlässigung. Das Kind wird einfach ignoriert. ich beobachte das ja oftmals und immer wieder über eine Fahrt von mehr als 30 Minuten. Da ist wahres Dummgequatsche mit einer Freundin durch ellenlange Gespräche wichtiger, oder eben das soziale Kontakthalten über FB oder WhatsApp durch Eintippen ins Handy.

    Ich bin eine sehr genaue Beobachterin. Selbst auf dem Spielplatz hier vor der Tür: Kinder toben rum, Muddern tippt wie wild auf dem Handy, dass das Kind fast vom Gerät fällt in akrobatischen Momenten - keine Seltenheit.

    Dass solche ins Handy träumende Mütter gerade Grenzen beim Kind setzen - so naiv kann ich gar nicht denken....
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.

  4. Avatar von Hair
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Ich finde, das hast Du schön gesagt Spadina. Vielleicht löst das wirklich etwas aus in der Mutter.
    Schön wär‘s.

  5. Avatar von fritzi72
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Spadina, natürlich gibt es Familien wie Du beschreibst und in der Familienhilfe sieht Dein Sohn viele Extremfälle und davon ist natürlich jeder sehr traurig. Ich habe beruflich oft ähnliche Einblicke, aber versuche, daraus kein generelles Negativbild zu entwickeln.
    Seit inzwischen 13 Jahren besuchen meine Kinder Kindergarten und Schule und die meisten Eltern, die ich dort kennenlerne, schätze mal mindestens 90% liegen zwischen den von Dir beschriebenen Extremfällen und kümmern sich in Abstufungen und Varianten gut um ihre Kinder.

    Das Handy-Beispiel könnte ich durchaus in dem einen oder anderen Moment gewesen sein, konnte niemand sehen, ob ich gerade Nachrichten eines älteren Kindes beantworte, das nach der Schule noch wo hin will oder schreibt, dass es noch ganz dringend für den nächsten Tag xy für die Schule braucht, parallel meinem Mann schreibe, dass er bitte noch Brot mitbringen soll, ihm vom Arztbesuch mit dem Kind berichte, mit einer Mitmutter aus dem Kiga etwas abspreche wegen des Elternabends oder ob ich sinnfrei vor mich hin surfe.

    Zwar mit etwas Pathos und Übertreibung ist die mit dem Elternsein verbundene Umstellung hier schön beschrieben (und besungen).
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"


  6. Registriert seit
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Das sind mir immer die Liebsten... Von der Seite mit Ratschlägen fremder Menschen angeschnackt werden ist selten hilfreich.
    Du kennst die Mutter nicht und auch nicht das Kind. Und was sind 30 Minuten Zugfahrt auf einen Tag gesehen?
    Solange es sich nicht um eine Gefahrensituation handelt, hat man sich nicht einzumischen.

  7. Moderation
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Ich finde, das hast Du schön gesagt Spadina. Vielleicht löst das wirklich etwas aus in der Mutter.
    Schön wär‘s.
    Von fremden Leuten in der Öffentlichkeit angemacht zu werden? Bestenfalls landet das nicht beim Kind, das sich in der Situation natürlich mit der Mutter solidarisiert und merkt, daß es die Ursache dafür war, daß die Mutter verärgert ist. (Das merken Kinder, bevor sie sprechen können.) Bestenfalls hast du nur jemands Leben schwerer gemacht und das Kinder-haben weniger erfreulich.

    Und wenn die Frau wirklich so aso ist, wie du annimmst, dann ist die Chance nicht schlecht, daß das ganze im Vermischten in der Lokalzeitung landet.
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  8. Avatar von Spadina
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Ich finde es erschreckend, dass man lieber wegguckt und die Klappe hält als dass man darauf aufmerksam macht, dass das Kind ein Bedürfnis hat.

    Dieses, ich weiß ja in 30 Minuten nicht, wie die sonst drauf ist, lasse ich als Argument nicht gelten.

    Da ist ein Kind, was j e t z t genau in seinen Bedürfnissen ignoriert wird. Wo die Mutter, man hört es ja, nebensächliste Dinge ins Handy quatscht, statt sich mal für eine Minute dem Kind zu widmen.

    Und genau das ist eben traurige Wirklichkeit. Man schließt die Augen vor so etwas.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
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  9. Avatar von Wolkenschaf3
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Zitat Zitat von Spadina Beitrag anzeigen

    Ich bin eine sehr genaue Beobachterin. Selbst auf dem Spielplatz hier vor der Tür: Kinder toben rum, Muddern tippt wie wild auf dem Handy, dass das Kind fast vom Gerät fällt in akrobatischen Momenten - keine Seltenheit.

    Dass solche ins Handy träumende Mütter gerade Grenzen beim Kind setzen - so naiv kann ich gar nicht denken....
    Gerade der Spielplatz ist ja ein Ort, wo die Erwachsene Begleitperson nicht die ganze Zeit 100% präsent sein muss ( jedenfalls wenn die Kinder nicht mehr ganz klein sind). Die spielen nämlich mit Kindern und brauchen dafür Erwachsene nicht die ganze Zeit. Da kann Mutter ode rVater auch gut mal ein Buch lesen oder auf dem Handy rumdaddeln

  10. Avatar von Wolkenschaf3
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    AW: Warum rät jeder davon ab, Kinder zu haben?

    Es kommt wohl auch darauf an in welcher Phase man sich den Kindern gerade befindet. Schlafmangel z.B. zermürbt einen. Und Es überwiegt nicht immer das Positive, jedenfall wenn man Momentaufnahmen betrachtet. Das heißt nicht das in der Gesamtbilanz Kinder kriegen keine schöne Sache ist, aber man muss auch durch die eine oder andere Durststrecke , die ziemlich zermürbend sein kann.

    Meine sind 3 und 5 und es herrscht nicht immer das Gefühl vor, dass sie mehr geben als sie verlangen. Manchmal fühlt es sich auch umgekehrt an.

    Sie sind wundervolle Kinder, aber können auch furchtbar anstrengend sein. Es gibt vile schöne Momente und auch viele wo sie einfach zum wegrennen sind.
    Geändert von Wolkenschaf3 (01.09.2019 um 13:16 Uhr)

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