Hallo Wassernixlein, ich kann deine Gefühle gut nachvollziehen. Ich bin noch in Elternzeit mit Kind 2 ( so alt wie deine Tochter), habe aber zwischen Kind 1 und 2 auch gearbeitet und fange auch mit dem 2. Geburtstag wieder an zu arbeiten. Es gibt Zeiten, da beneide ich meinen Mann, weil er den ganzen Tag weg ist und weiterhin sein "normales" Leben hat. Da fiebere ich auch am Montac schon dem Freitag entgegen, einfach weil ich dann nicht allleine 2 Kinder bespaßen muss. Wenn ich wieder arbeite, wird sich das nicht großartig ändern. Ich in Teilzeit, er in Vollzeit, da ergibt sich die Rollenverteilung fast von selbst. Zum Glück habe ich meine Eltern in der Nähe, die immer gerne einspringen oder zu denen ich einfach auch mal mit Kindern komme, wenn mir die Decke auf den Kopf fällt.
Ich würde dir auch empfehlen, deine Tochter wenn möglich länger in der Kita zu lassen (zumindest an einem Tag), evtl. einen Babysitter zu suchen, um dir Zeit frei zu schaufeln.
Hol auch deinen Mann ins Boot! Kann er nicht auch mal einen Abend früher kommen? Oder einfach am Wochenende mal die Kleine übernehmen und du triffst dich mit Freundinnen oder lässt es dir einfach mal gut gehen?
Es wird auch eurer Beziehung gut tun! Ich bin manchmal auch richtig zickig, weil ich einfach mal nur die berühmten 5 min Ruhe haben will.
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04.06.2019, 20:17
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
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04.06.2019, 21:10Inaktiver User
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Hallo Wassernixlein,
ich glaub, wir haben schon mal im gleichen Strang geschrieben und ich fand mich in vielem wieder 🙂 so auch hier. Ich hab leider nicht viel beizutragen (meine Tochter ist aber auch erst 7 Monate alt und ich bin noch ca. 1 Jahr zu Hause), außer - ich kann dich total gut verstehen. Und, oh Schreck, ich dachte, dass es besser wird, wenn man wieder arbeitet?! 😲 Owei. Ich hatte da Hoffnung 😉
Unsere Situation klingt recht ähnlich. Werde auch knurrig, wenn ich nie allein sein kann.
Ich werde mit 26h wieder einsteigen (+1,5h Fahrt jeden Tag), und ich plane fest mit 30 Minuten Runterkommen jeden Tag, bevor ich die Kleine abhole. Ob das klappt, wer weiß. Aber vielleicht könnt ihr die Kita-Stunden noch erhöhen?
Und so Kleinigkeiten, die man mal erledigen will (kurze Telefonate etc.) - ich hab das aufgegeben. Das klappt nicht. Ich hab allerdings auch meine Eltern alle 2 Wochen hier (und dazwischen fahre ich hin). Ich mache vorher eine Liste mit solchen Kleinigkeiten und die wird dann abgearbeitet. Sonst ärgere ich mich jeden Tag nur über das, was ich nicht schaffe. Doof. Vielleicht kannst du das auch bündeln? Und an deinem freien halben Tag machen?
Alles Gute!
C.
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04.06.2019, 21:25
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Ich kann dich sehr gut verstehen. Die Zeit zwischen 1 und 2 Jahren fand ich megaanstrengend, obwohl unsere Tochter dann ab 14 Monaten ja auch bis nach dem Mittagsschlaf in der Krippe war. Man ist ständig am Kind bespaßen, gleichzeitig sind "sinnvolle" Spiele oder Gespräche ja noch nicht möglich, und die Kinderbücher in dem Alter sowas von dröge. Mit andere Kindern spielen tun sie in dem Alter ja auch nicht wirklich...
Hatte heute zwei 1,5-jährige zu Besuch und habe mir im Stillen gedacht wie froh ich bin dass mein Kind jetzt schon in ganzen Sätzen sprechen und zumindest kurz mal alleine was machen kann
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Bei uns ging es ab dem 2. Geburtstag deutlich aufwärts. Unsere Tochter wird jetzt im Sommer 3, und mittlerweile spricht sie so, dass man sich wirklich unterhalten kann, die Bücher werden interessanter und man kann Dinge spielen, die einem auch als Erwachsenen Spaß machen (so für 10 Minuten zumindest
) oder mal was unternehmen. Und sie spielt tatsächlich mit anderen Kindern und haut ihnen nicht nur Sand ins Gesicht.
Anstrengend ist es immer noch, und ich beneide Menschen, die Großeltern oder andere Verwandte in der Nähe haben, aber es ist kein Vergleich zum Jahr davor.
Übrigens muss ich gestehen dass ich das mit dem alleine spielen mittlerweile schon stark forciere. Manchmal muss ich halt was erledigen und ziehe das dann auch durch, und nach ein bisschen dramatischem Gequengel sucht sie sich dann meistens eine Beschäftigung. Das geht in ca. 70 Prozent der Fälle gut, in den anderen Fällen ist ihre Beschäftigung dann Klopapier abrollen u.ä.
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04.06.2019, 21:34
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Wassernixlein, ich finde diese Fremdbestimmung auch sehr, sehr anstrengend. Gibt es denn eine kleine, kurze Sache, bei der du entspannen kannst trotz Kleinkind um dich herum?
Bei mir ist das einen Chai Tee trinken und dabei einen Artikel aus meiner Wochenzeitung lesen. Das macht mich richtiggehend glücklich und das versuche ich jeden Tag einzubauen. Mein Kleiner ist 16 Monate alt und oft reißt er mir die Zeitung weg oder ich muss während der einen Tasse Tee 10x aufstehen, aber er hat den Ausdruck "Mama hat jetzt Pause" schon sehr oft gehört und irgendwann wird es fruchten. Meine Tochter ist 3,5 Jahre alt und geht schon lange mittags in ihr Zimmer, hört CD und ich bin raus. Das ist herrlich! Und das kommt bei deiner Tochter auch noch. Bis dahin, versuche so eine kleine Pause im Alltag zu finden, die dir durchhalten hilft.
Alles Gute!
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04.06.2019, 21:38
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Ha!
Ich habe es mal fertigbekommen, meine Jüngsten im Haus zu verlieren.
Als ich sie fand, waren sie in der Toilette - die Mittlere, 2, rollte das Papier direkt von der Rolle in die Schüssel ab, die Kleinste, nicht ganz ein Jahr, stand davor und drückte das Papier mit der Toilettenbürste direkt ins Knie....
Ich würde bis heute gerne wissen, woher sie wussten, dass man so die zuverlässigste Verstopfung hinbekommt...
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04.06.2019, 21:56
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Ich war Alleinerziehende, seit meine Tochter neun Monate alt war. Und ich habe heute noch keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Es ging schon los, als ich morgens duschen gegangen bin. Ehrlich gesagt habe ich sie manchmal vor Kika geparkt.
Bis heute (sie ist jetzt zwanzig Jahre alt) habe ich ein latentes Stressgefühl, auch wenn die ganze Welt im Garten chillt.
Ich kann dir nur dringend und ganz warm raten, dir mindestens alle paar Tage etwas Entspannendes zu gönnen. Manchmal ist das auch mit Kindern verhandelbar. Eine frühere Freundin steckte ihre Kinder zwischen zwei und halb vier Uhr ins Bett und spätestens um 19:15 gingen sie wieder schlafen. Die Freundin brauchte das, weil sie Zeit für ihre Arbeit einplanen musste und weil sie Bücher lesen wollte.
Bleib dran.
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04.06.2019, 22:27Inaktiver User
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Andere Mütter mit Kleinkindern habe ich in dieser Zeit gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Anfragen von Freunden im Hinblick auf gemeinsamen Urlaub habe ich mit fadenscheinigen Vorwänden abgelehnt.
Heute denke ich: Ich hätte mich, in kontrollierter Dosierung, auf manches einlassen sollen. Vielleicht wäre es einfacher gewesen, wenn ich den Wert, den diese Zeit ja auch hat, stärker in den Fokus genommen hätte.
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04.06.2019, 22:47Inaktiver User
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Ich empfand damals einen großen Druck
Die anderen Mütter - Top gestylt, Kinder schön zurechtgemacht (Mädchen aufwendige Flechtfrisuren und Jungs mit Hemd inkl. Bügelfalte)
Dann sollte man sich im Kiga noch engagieren und Kuchen backen, Feste vorbereiten, Organisation usw und das alles mit einem Lächeln im Gesicht ohne Spur von Stress.
Ahhh, dieser Wettstreit... mein Kind kann schon bis 50 zählen, deines etwa nicht? In der U3 Gruppe ein Wettlauf gegen die Windel. Was dein Kind trägt zum Mittagsschlaf noch Windeln? Da solltest du mal zum Arzt gehen.....
Die ständige Bohrerei warum man ein Kind bekommt und es ganztags in die Betreuung gibt...
Diese Treffen mit anderen Müttern habe ich zu 99% negativ erlebt.
Irgendwann hatte ich ein großes "Leck mich am Arsch" Gefühl. Hab sie belächelt und mir ging es besser.
Nein, ich mache keine 50 Cupcakes fürs Fest.
Nein, ich organisiere nichts mit
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04.06.2019, 22:59
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Sich kleine Inseln zu schaffen (und wenn es nur fünf Minuten ganz in Ruhe im Auto vor der Kita sind, bevor du sie abholst) ist sicherlich hilfreich.
Ich glaube allerdings, der Schlüssel liegt eher in der Akzeptanz. "Es ist jetzt so."
Ich habe mir ganz bewusst klar gemacht: "Mein Kind ist JETZT klein. Es braucht mich. Die Zeit ist begrenzt. Sie wird am Ende schneller vorbei gegangen sein als ich mir jetzt vorstellen kann."
Setz dich in einen größeren Zusammenhang. Wie alt bist du jetzt? Wieviele Jahre sind es noch, bis du 67 bist und in Rente gehen wirst, wieviele Jahre wirst du also noch arbeiten? Wieviele Jahre dagegen wird dich dein Kind so dringend und eng brauchen?
In einem größeren Zusammenhang kannst du auch sehen, dass es schon immer auf der ganzen Welt Eltern gab, gibt und geben wird, die sich um ihre Kinder kümmern und eben eine begrenzte Zeit lang NICHT diesen Freiraum für sich haben, den du von vorher gewohnt warst.
Ich finde, diese Perspektive hilft ungemein.
Ich will nicht verhehlen, dass die Ausgangssituation bei mir ein bisschen anders war:
Erstens habe ich einen äußerst anstrengenden und total fremdbestimmten Job, in dem ich eben nicht die drei Sachen machen kann, von denen alle sprechen (nämlich dass sie im Büro endlich wieder 1) in Ruhe aufs Klo gehen 2) in Ruhe eine Tasse Kaffee trinken und 3) in Ruhe ein erwachsenes Gespräch führen könnten) - alles drei kann ich in meinem Job nicht.
Zweitens war es bei mir nicht selbstverständlich, dass ich überhaupt noch ein Kind bekommen würde, und die Freude und Dankbarkeit darüber, dass es dann doch so kam, hat einfach nie nachgelassen.
Dennoch kenne ich deine Überforderungsgedanken, bin denen aber halt mit den oben genannten Strategien erfolgreich entgegengetreten (und bin heute, wo mein Kind schon 10 Jahre alt ist, froh und dankbar, dass ich die Zeit, in der er so eng bei mir sein wollte, auch wirklich bewusst wahrgenommen und auch genossen habe).Moderation "Kinderwunsch und Babyjahre"
und "Unterstützter Kinderwunsch"
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05.06.2019, 01:21
AW: Fremdbestimmtheit durch Kleinkind macht micht fertig :-(
Lieber eine gut gelaunte Mutter, die etwas weniger Zeit mit ihrem Kind verbringt als eine Mutter, die ständig am Limit geht und mehr Zeit mit dem Nachwuchs verbringt.


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