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  1. Registriert seit
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    Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Hallo zusammen,

    ich hoffe, hier auf Verständnis zu stoßen und evtl. den ein oder anderen Tipp von den erfahrenen Mamas zu erhalten.

    Zunächst zur Ausgangssituation: Ich bin 32 und habe vor 5 Monaten meinen Sohn (absolutes Wunschkind) erhalten. Obwohl ich mir Kinder gewünscht habe, hatte ich bereits vor der Schwangerschaft Angst, mit der neuen Situation nicht zurechtzukommen. Dazu sollte vielleicht erwähnt werden, dass ich früher auch nicht viel mit Babys am Hut hatte. Viele meiner Freundinnen haben ihre Kinder früher bekommen, ich hatte aber nie das Bedürfnis, mich mit den Babys zu beschäftigen bzw. sie auf den Arm zu nehmen usw. Allerdings war ich überzeugt, dass das beim eigenen Kind anders werden würde.
    Nun ist es aber so, dass ich, seit mein Sohn auf der Welt ist, mich völlig überfordert und unglücklich fühle und ganz extrem mein Leben vor dem Kind vermisse. Mein Sohn gehört auch leider zu den eher unzufriedeneren Babys, er kann sich wenig alleine beschäftigen (kann man das von einem so jungen Baby überhaupt erwarten?), sodass es mir sehr schwer fällt, meinen Alltag zu organisieren und etwas anderes zu machen, als mich mit dem Baby zu beschäftigen. Diese Beschäftigung macht mich aber nicht glücklich. Ich finde es mental anstrengend und extrem langweilig.
    Ich vermute, dass ich einfach völlig andere Vorstellungen vom Babyalltag hatte. Ich gehe sehr offen mit dem Thema um, habe bereits an eine postnatale Depression gedacht und habe sogar ein erstes Gespräch bei einer Therapeutin gehabt. Allerdings weiß ich im Moment nicht, wie mir eine Gesprächstherapie konkret für meinen Alltag helfen soll.
    Mein Mann arbeitet viel, er kommt nicht vor 19 Uhr nach Hause. Aufgrund meiner Überforderung wohnte meine Mutter eine Zeit lang bei uns, um mich zu unterstützen, allerdings geht das ja nicht auf Dauer und irgendwann muss ich es ja auch alleine schaffen.
    Ich befürchte mittlerweile, dass ich einfach ungeeignet bin für diesen Mamajob und dann tut es mir für meinen Sohn so leid, dass er mich als Mama hat, da er ja nichts dafür kann.
    Ich hatte gehofft, dass es nach den berühmten drei Monaten besser wird, aber das ist leider nicht der Fall.
    Vielleicht ging es jemandem von euch ähnlich. Wie habt ihr euch rausgekämpft? Wurde es irgendwann besser? Habt ihr vielleicht konkrete Tipps für mich, wie ich den Alltag meistern kann?
    Babykurse besuche ich, aber dort habe ich eher das Gefühl, dass die anderen Mamas alles super hinkriegen, nur ich versage auf ganzer Linie.


    Bitte entschuldigt den langen Text.
    Vielen Dank für's Lesen und viele Grüße
    VerzweifeleteMama

  2. Moderation Avatar von skirbifax
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Kannst du mal konkret sagen, was du organisieren müsstest und nicht kannst? Jetzt kommt die schlechte Nachricht: Babys nehmen den Großteil der Zeit ein. Sie können ihre Bedürfnisse noch nicht zurückstellen. Und nein, mit sich selbst beschäftigen sie sich auch eher selten. Sie wollen mit der Umwelt agieren und momentan bist die wichtigste Umwelt du als Mutter.

    Um dir Luft zu verschaffen, könntest du nicht einen Babysitter/Oma/Opa für ein paar Stunden in der Woche engagieren? Dann könntest du durchatmen.
    Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.
    Christian Morgenstern


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  3. Registriert seit
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Vielen Dank für die Antwort.
    Konkret komme ich nicht dazu, den Haushalt zu machen, was zu kochen usw. Ich kann nicht einmal telefonieren, weil ich ständig eine innere Unruhe habe, dass das Baby gleich anfangen könnte zu schreien. Wenn er mal tagsüber schläft (schwieriges Thema), dann kann ich mich auch schwer aufraffen, etwas zu erledigen, da ich denke, er wacht sowieso jeden Moment auf. Total verrückt und völlig kontraproduktiv, ich weiß. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Fremdbestimmung erfahre, und diese macht mir einfach extrem zu schaffen.
    Meine Mama wohnt weiter weg, mein Vater ist verstorben und die Schwiegereltern sind zu alt, sie können uns nicht unterstützen. Einen Babysitter würde ich sehr gerne engagieren, allerdings ist das im Moment finanziell schwierig, da wir erst kürzlich ein Haus gekauft haben und nun sowieso sparsamer leben müssen.


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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Ich verstehe das so, dass Du eigentlich eher unausgelastet bist als überfordert, also in dem Sinne, dass Du eher andere, spannendere (?) Sachen machen möchtest. Im Prinzip ist aber Baby "bespaßen" im Moment Dein Job. Wie könnte denn eine andere Lösung für Dich aussehen?


  5. Registriert seit
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Vielen Dank für die Antwort.
    Tatsächlich ist es vielleicht auch eher eine Art Unterforderung, zumindest was die geistige Tätigkeit im Babyalltag angeht. Ich würde auch sehr gerne wieder ein paar Stunden arbeiten gehen (bin Lehrerin und sehr gerne in diesem Job tätig), allerdings ist das nicht möglich, weil mein Mann selbstständig ist und keine Elternzeit nehmen kann. Ab September werde ich in Teilzeit arbeiten, unser Sohn wird dann in der Kita oder von einer Tagesmutter betreut.
    Ab dann wird es sicherlich besser, aber wenn ich mir vorstelle, dass ich mich bis September noch so fühlen werde wie jetzt, bekomme ich es direkt mit der Angst zu tun.
    Es ist doch nicht normal, dass ein Baby so unglücklich macht und man sein altes Leben so extrem vermisst, oder?

  6. Moderation
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Die gute Nachricht zuerst: Es wird besser. Das Kind wird auch in den nächsten Jahren noch viel von deiner Zeit nehmen, aber diese komplette Vereinnahmung wird nachlassen.

    Mein Tipp ist, die Situation erstmal anzunehmen. Ein Baby ist ein Baby. Es schreit manchmal. Es schläft manchmal nicht, wenn man will, dass es schläft. Es ist manchmal unglücklich, weil Mama gerade aufs Klo geht. Es ist dann wie ein Regentag, an dem man eigentlich picknicken wollte: man kann sich entweder darüber grämen - oder sich entscheiden, es zu akzeptieren und das beste daraus zu machen.

    An welchen Situationen geht es euch beiden gut? Meine Tochter hat am tiefsten im Kinderwagen geschlafen. Also verabredete ich mich zu Spaziergängen oder saß mit einer Zeitschrift im Café.

    Und noch ein Tipp: Zieh dir auf jeden Fall einen Babysitter heran. Kann auch kostengünstig ein Teenie sein, der einfach eine Stunde mit dem Kind spazieren geht. Dieses Geld ist gut investiert, nämlich in deine Gesundheit und in ein gutes Familienleben.


  7. Registriert seit
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Es ist normal, dass man zu nichts kommt. So geht es allen.

    Versuche mal, nicht dagegen anzukämpfen, sondern die Fremdbestimmung einfach zu akzeptieren. Mir ging es beim ersten Mal genauso. Es machte mich wahnsinnig. Die Zeit geht aber vorbei, auch wenn es einem nicht so vorkommt. Denke daran, je mehr du dein Baby in den Mittelpunkt stellst, je mehr du Bindung aufbaust - und das bedeutet auch, sehr häufig Körperkontakt zu halten - desto leichter fällt es dem Kind dann später, sich Stück für Stück von dir zu lösen, wenn es denn Urvertrauen gefasst hat.

    Es kommt jetzt bald in eine Phase, in der es anfängt zu fremdeln. Das ist ein wichtiger Schritt. Es hat gelernt, dass seine Eltern eine besondere Beziehung ist, anders als alle anderen. Das kann auch sehr nervig sein, weil das Baby schon anfängt zu weinen, wenn man sich nur wegdreht. Auch das geht vorbei.

    Dann kommen die Zähne. Auch nicht einfach.

    Und das du ständig müde bist, kennen Mütter auch alle. Außer so ein paar Supermütter.

    Der Haushalt kann liegen bleiben. Was meinst du, wie es bei uns aussah. Wäscheberge, Chaos überall. Man kriegt nichts "gebacken". Das ist nicht wichtig. Und jeder versteht das.

    Auszeiten wären wichtig. Dass du mal zum Durchatmen kommst. Ich bin in der Zeit Samstagsmorgens öfter mal alleine losgezogen. Da hat dann der Gatte gehütet.
    Da steckste nicht drin!

  8. Avatar von twix25
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Zitat Zitat von VerzweifelteMama Beitrag anzeigen
    Konkret komme ich nicht dazu, den Haushalt zu machen, was zu kochen usw. Ich kann nicht einmal telefonieren, weil ich ständig eine innere Unruhe habe, dass das Baby gleich anfangen könnte zu schreien. Wenn er mal tagsüber schläft (schwieriges Thema), dann kann ich mich auch schwer aufraffen, etwas zu erledigen, da ich denke, er wacht sowieso jeden Moment auf. Total verrückt und völlig kontraproduktiv, ich weiß. Das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich eine Fremdbestimmung erfahre, und diese macht mir einfach extrem zu schaffen.
    Einen Babysitter würde ich sehr gerne engagieren, allerdings ist das im Moment finanziell schwierig,
    Liebe TE,

    ich habe es ähnlich erlebt und das auch, obwohl es ein absolutes Wunschkind war.

    Ebenfalls war wenig Unterstützung zur Hand, wobei ich da -ähnlich wie du-auch immer dachte: Für die kurze Zeit lohnt sich yz garnicht erst anzufangen.

    Allerdings hätte ich es garnicht so gut beschreiben können, wie du.

    Es war eher sehr diffus, ich war ent-täuscht, hatte mir das alles irgendwie anders vorgestellt.
    Dieses soo Fremdbestimmte, das Baby schlief kaum, war oft anstrengend.....

    Aus heutiger Sicht und mit Betrachtung der Situation der Vergangenheit und im Vergleich mit jungen Müttern, die ich im engen Umfeld erlebe, weiß ich, wie ich es gern anders gemacht hätte u demzufolge empfehlen würde:

    Such Dir die nettesten Menschen-mit und ohne Babys- treff Dich mit ihnen, geh in die heutigen fast immer netten Cafes, setz Dich ab Frühling in Parks, Schwimmbad, versuch in eine Babygruppe in der Nähe zu gehen und auch da bleibst du nur, wenn alle nett sind und sich nicht nur Supermütter befinden, mach dich auf und versuche per Medien oder Zeitung in der Nachbarschaft , Mütter zu finden um bald die Kinder abwechselnd zu betreuen oder Dein Baby regelmäßig abzugeben

    Regelmäßig, damit Du z.B zum Friseur oder sonstwo hin kannst
    Einfach drum zu wissen, du hast frei

    Deine Mutter, so möglich einmal im Monat für 1 Übernachtung kommen zu lassen
    Ev eine Therapeutin oder Familienberatungsstelle aufsuchen mit dem Thema : Darf ich mir sooviel gönnen, wo ich doch jetzt ein Baby hab
    Darf ich enttäuscht, überfordert u unzufrieden sein

    Überfordert von was eigentlich?????

    Die Jugend sagt heute : Gönn Dir

    Ich wäre damals froh um so einen Satz gewesen

    Der Haushalt kann warten, mach das wirklich Nötigste bzgl Putzen, Kochen...
    Lass es Dir gut gehen und dich darin auf jeder Ebene unterstützen und umgib dir wohlgesonnenen Menschen
    ************************************************** **************************************

    Ich so : "Och bitte" - Mein Leben so : "Nö!"

    Ich wieder: "Och bitte"

    Mein Leben so : "Naaaa guut"

  9. VIP Avatar von xanidae
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Auch ich kenne diese Situation. Kinder haben ist toll, die Babyzeit war weniger meins.

    Es wurde besser als ich mich entschlossen habe, die Führung zu übernehmen. D. h. ich habe meinen Tag mit Kind geplant, so dass ich immer vor die Tür kam. Habe aber z.B. den Einkauf mit einem Spaziergang und einem Cappuccino in einem Café verbunden - wenn möglich noch mit einem Treffen mit einer Freundin oder einem Freund.

    Ich weiß auch nicht genau, wie man einen Säugling "bespaßt", Kinder wollen gerne immer überall dabei sein, wo die Eltern sind und dann nimmt man sie eben auch mit. D. h. Tragetuch oder Wippe oder Kinderstuhl. Wir haben uns einen Kinderstuhl angeschafft, der eine "Liegefunktion" hatte. So konnte das Kind früh mit in der Küche liegen, dabei sein wenn ich gekocht habe. Mit Baby im Tragetuch kann man Wäsche waschen und aufhängen - aber auch gut ins Museum oder Spazieren gehen.

    Alternativ lagen sie auf einer Decke auf dem Boden und ich habe "stimmlich" Kontakt gehalten, insgesamt viel gesungen (was ich wollte, nicht unbedingt Kinderlieder).

    Und wenn das alles nicht so klappte, dann war das eben so. Cariad hat da schon Gutes und Wahres dazu geschrieben.

    Außerdem empfehle ich dir eine Putzfrau, einen guten Essenslieferdienst, und ganz dringend ein Gespräch mit deinem Mann. Wenn er abends nach Hause kommt, kann er auch mal das Kind übernehmen und du ins Kino oder so gehen.
    Wir hatten eine Putzfrau und ich habe, wenn mich jemand nach Wünschen gefragt hat, immer gesagt, sie sollen mir was Gescheites kochen. Dinge, die ich gerade nicht schaffe, wie z. B. Karottensalat oder Kartoffelgratin. Mein Mann hatte den Auftrag für mich immer Schnittchen und Rohkost vorzubereiten, bevor er zur Arbeit ging. Dies haben wir beim ersten Kind dann gewechselt, da blieb er zuhause. Fertiggerichte, Bofrost waren auch sehr angesagt bei uns.

    In der Gesprächstherapie kannst du durchaus auch Dinge besprechen, die dich im Alltag belasten.

    Ich habe jetzt zwar ein paar Sachen geschrieben, aber mir ist immer noch nicht so ganz klar, was dich belastet und warum du das Gefühl hast zu versagen.

    "We're here for a reason. I believe a bit of the reason is to throw little torches out to lead people through the dark."- Whoopi Goldberg


  10. Registriert seit
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    AW: Baby 5 Monate, überfordert mit Babyalltag

    Mir hat bei meiner zweiten Tochter (die erste war ein pflegeleichtes Anfangerkind) der Kontakt mit anderen Müttern mit eher anstrengenden Babies geholfen, ich war mit Nr. 2 eine Woche zur Diagnostik in der Kinderklinik, weil sie täglich etliche Stunden schrie und sich nicht beruhigen ließ.
    Die waren nämlich keine Supermamis und gingen genauso auf dem Zahnfleisch wie ich.

    Ich habe meine Töchter auch immer "mitgeschleppt", wir besaßen gleich drei Laufstalle in denen sie liegen konnten. So hatte ich sie im Blick und sie waren auch ruhiger, wenn sie mich sahen.

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