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  1. Inaktiver User

    AW: nun ist es zu spät

    Liebe blubb,

    Ich weiß nicht woher dein Gefühl kommt, daß DU (!!) alles versaut hast. Egal wie berechtigt oder unberechtigt deine Sorge ist, bin ich mir sicher daß nicht alles zu spät ist!!!

    Es berührt mich sehr wie verzweifelt du klingst (und bitte glaube mir ich kenne Selbstvorwürfe und Zweifel mit den verschiedenen teils echt heftigen Baustellen mit meinen beiden Kindern , jetzt 8 und 5 Jahre , sehr gut.)
    Bitte nimm Kontakt zu deinem Kinderarzt und/oder einer kinderpsychologen oder auch zB einer Erziehungsberatungsstelle auf. Ich habe auch schon in Tränen aufgelöst beim Kinderarzt um Rückrut gebeten - obwohl organisch bei meinen Kindern alles gesund ist.

    Alles was bei euch vermeintlich (?) schief läuft ist ein ungünstiges Zusammenspiel von vielen Faktoren, Anlagen und Einflüssen.

    Das positive ist du liebst deinen Sohn und du möchtest das Richtige tun.

    Zitat Zitat von blubb80 Beitrag anzeigen
    Ich wollte alles richtig machen, was bei mir falsch lief.
    Und jetzt wirst du dir wie tausende vor Dir Unterstützung suchen, eine Schieflage gerade zu rücken.

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    AW: nun ist es zu spät

    Liebe blubb,

    was ist denn überhaupt los? Ich fürchte, du müsstest ein bisschen mehr ins Detail gehen, um verstehen zu können, wo genau der Schuh drückt.

    Deine Gedanken kenne ich auch und wahrscheinlich fast jede hier... Wer kann sich schon auf die Schulter klopfen und voller Inbrunst behaupten "Yeah, ich bin die beste Mutter der Welt und mache alles richtig!"?
    Das habe ich zumindest noch nie gehört...

    Fühl' dich gedrückt. Kopf hoch. Auch ich finde, allein die Tatsache, dass du das äußerst bedeutet, dass du dir viel mehr Gedanken machst, als dir bewusst ist...
    Sommerkind 2007

    Sommerkind 2013

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    AW: nun ist es zu spät

    Liebe blubb

    Mit 4 Jahren ist noch gar nicht nichts zu spät

    Nur Mut
    Wenn du niemanden zum reden hast probiere es mal hier

    www.nummergegenkummer.de/elterntelefon.html
    (Ist kostenlos )

    Da kannst du alles loswerden und die haben auch Anlaufstellen für dich

    Alles gute Maggie

  4. Inaktiver User

    AW: nun ist es zu spät

    Zitat Zitat von blubb80 Beitrag anzeigen
    Ich habe versagt, auf ganzer linie. Mein sohn ist nicht sicher an mich gebunden, ich habe ihn zuviel kritisiert. War nicht geduldig, überfordert. Ich bin schuld. Nun ist er fast 4, geht nicht auf andere kinder zu, traut sich nichts, ist nicht glücklich. Ich hätte mir hilfe holen sollen, nun ist es zu spät. Ich wollte alles richtig machen, was bei mir falsch lief. Ihm zeigen wie dinge funktionieren. Nun hat er kein selbstgefühl. Jeden tag ist mir schlecht, ich weiß weder ein noch aus. Er wird es ausbaden müssen. Er könnte so ein tolles kind sein, ich habs versaut.
    Was ist denn passiert? Und wie zeigt sich dieses "nicht sicher gebunden" deiner Meinung nach?

    Ich persönlich bin der Meinung, dass Schüchternheit ebenso wie andere "Charaktereigenschaften" in erster Linie genetisch begründet sind.

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    AW: nun ist es zu spät

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was ist denn passiert? Und wie zeigt sich dieses "nicht sicher gebunden" deiner Meinung nach?

    Ich persönlich bin der Meinung, dass Schüchternheit ebenso wie andere "Charaktereigenschaften" in erster Linie genetisch begründet sind.
    Das sehe ich auch so. (Siehe mein Post!)

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    AW: nun ist es zu spät

    Ich sehe es auch so, dass die Kinder einiges an Persönlichkeit 'mitbringen' und diese einfach schon in ihnen angelegt ist. Als Eltern kann man ihnen bestenfalls helfen, Strategien zu entwickeln, mit 'schwierigen' Persönlichkeitsmerkmalen gut umzugehen und vielleicht auch die guten Seiten zu sehen. Ich glaube das ist besonders schwer, wenn man sieht, dass das Kind ähnliche Schwierigkeiten hat wie man selbst, vor denen man es eigentlich beschützen wollte. Gerade da braucht man vielleicht Unterstützung von außen, das ist keine Schande!

    Falls da wirklich etwas schiefgelaufen sein sollte, kann ich mir übrigens nicht vorstellen, dass du nichts mehr unternehmen kannst, dass sich die Situation für euch bessert. Auch wenn wir bestimmte Merkmale haben, heißt das ja nicht, dass man in der Entwicklung stehenbleibt, wenn wir drei oder vier Jahre alt sind! Auf jeden Fall denke ich, dass eine Beratung helfen kann, wenn es dir so schlecht geht mit der momentanen Situation - sei es, dass du dadurch eine andere Perspektive auf dein Kind und eure Beziehung bekommst oder tatsächlich neue Strategien entwickelst, durch die sich etwas ändert. Vielleicht kann dir der Kinderarzt Adressen nennen?

    Bei meinem Zweijährigen stelle ich mir übrigens manchmal ganz ähnliche Fragen wie du, auch wenn ich aus deinem Text keine Details herauslesen kann... gerade auch nach der Bindung und seiner allgemeinen Zurückhaltung/Schüchternheit.

    Ich wünsche euch alles Gute!
    Ainhoa
    Das Leben ist kein Problem, was es zu lösen, sondern eine Wirklichkeit, die es zu erfahren gilt. (Buddha)

  7. Inaktiver User

    AW: nun ist es zu spät

    Zitat Zitat von Ainhoa Beitrag anzeigen
    Ich sehe es auch so, dass die Kinder einiges an Persönlichkeit 'mitbringen' und diese einfach schon in ihnen angelegt ist. Als Eltern kann man ihnen bestenfalls helfen, Strategien zu entwickeln, mit 'schwierigen' Persönlichkeitsmerkmalen gut umzugehen und vielleicht auch die guten Seiten zu sehen.
    Genau so!

  8. VIP

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    AW: nun ist es zu spät

    Ja, du hast mit Sicherheit Fehler gemacht. Nein, es ist nicht zu spät, um dir (!) Hilfe zu suchen.
    Dein Sohn gehört vielleicht zu den Kindern, die einen hohen Anspruch an sich haben und Dinge erst dann tun, wenn sie sich durch beobachten die Kenntnisse angeeignet haben, um Dinge ausprobieren zu wollen. Vielleicht gehört er zu den Kindern, die langsam Freundschaft schließen. Vielleicht gehört er zu den Kindern, die sich (zu) viele Gedanken machen.

    Ich bin mir sicher, dass du ein tolles Kind hast.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  9. Moderation

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    AW: nun ist es zu spät

    Ich möchte hier mal kurz eine Unterscheidung zwischen einem zurückhaltenden, eher vorsichtig und vielleicht ängstlich veranlagten Kind und einem unsicher gebundenen Kind einschieben.

    Ein eher vorsichtiges, tendenziell ängstliches Temperament hat viel mit angeborenen Anlagen zu tun. Oft hat auch mindestens ein Elternteil ähnliche Züge. Eine Veranlagung ist aber immer nur der genetische Rahmen, für die Entwicklung des Kindes ist es entscheidend, inwieweit es unterstützt wird, mit seinen Möglichkeiten an der Welt teilzunehmen. Und das Interessante ist : mit passender, weder überfordernder noch überbehütender Unterstützung kann das Kind sich stabil entwickeln und seine Möglichkeiten erweitern.

    Bindung hingegen beschreibt eine Beziehung zwischen dem Kind und seinen Erwachsenen. Wie sicher und frei das Kind seine Eltern als Basis für Schutz und Trost ebenso wie Explorieren und an der Welt Teilnehmen hat, liegt daran, wie gut die Eltern das Kind sehen und annehmen sowie trösten und auch gegen lassen können.

    Unsicher gebunden bedeutet, das Kind fühlt sich nicht mit allen Gefühlen angenommen und sicher bzw die Eltern sind nicht ausreichend zuverlässig als sichere Basis zugänglich. Entweder zu oft ablehnend oder zu wechselhaft. Dann wird das Kind darin eingeschränkt, entweder die volle Bandbreite seiner Gefühlezu zeigen und Hilfe bei der Gefühlsregulierung zu bekommen, oder zu explorieren, die Welt zu erforschen.

    Letzteres kann in Teilen einem von Natur aus schüchternen Kind ähneln, aber da sind dennoch deutliche Unterschiede in der Beziehung.

  10. Moderation

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    AW: nun ist es zu spät

    Mit anderen Worten : wenn man ein vorsichtiges Kind angemessen ermutigt aber nicht überfordert, dann fühlt es sich gesehen und unterstützt und kann auch sicher gebunden sein.

    Wenn ein Kind erlebt, dass die Entfernung vom Elternteil, das Explorieren, das Elternteil sehr stresst oder aber nie ganz sicher ist, ob das Elternteil als sichere Anlaufstelle zur Verfügung steht, wenn das Kind Schutz und Trost braucht, dann wird das Kind nahe beim Erwachsenen bleiben und weniger explorieren. Gleichzeitig wird ein unzufriedener, oft nörgeliger Tonfall in der Beziehung liegen, zwischen Nähe und Ärger. Daher heißen solche unsicheren Bindungen auch ambivalent.
    that was the river - this is the sea


    Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum

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