Hallo,
Mein Kind wird demnächst 19 Monate alt und wird noch gestillt. In der Regel stillen wir Spätnachmittags, vorm Schlafen, nach bis zu 9 Stunden Pause zwischen 4 und 5 Uhr und dann noch ein bis dreimal im Abstand von 70 min bis zum Aufwachen. Das Stillen vor dem Aufstehen und Spätnachmittags scheint das wichtigste zu sehen. Mein Kind dockt ab, strahlt mich an und wirkt sehr zufrieden. Nuckeln oder Kuscheltiere sind nicht von ernsthaftem Interesse.
Ich stille auch grundsätzlich gern. Mit dem Abstillen kann ich mich nicht anfreunden, weil ich das Gefühl habe, meinem Kind etwas sehr Wesentliches wegzunehmen. Es kann Milch und Nuckeln erkennbar einfordern und ausdrücken, dass es beides gern hat und es gut tut.
Gleichzeitig arbeite ich und würde gerne wenigstens einen Morgen ausschlafen können. Zudem habe ich seit nun vier Monaten Probleme mit den Brustwarzen. Ohne Cortisoncreme reißen sie ein und das Stillen wird sehr schmerzhaft.
Was mich auch am Abstillen hindert ist, dass wir keinen guten Esser haben und noch immer unter 10kg liegen. Ich nehme auch an, dass es zwischen 4 und 5 Uhr Hunger-Durst ist, wir also auf jeden Fall etwas anbieten müssen. Auch abgestillt wäre ich dann also wach. Es müsste also etwas sein, was fertig neben dem Bett steht und nur gefüttert werden muss.
Ich überlege nun, in eine Stillberatung zu investieren, um die Fragen zu klären, da ich keinen Kontakt mehr zu meiner Hebamme habe.
Ich bin einfach kernerschöpft und ganz müde, freue mich mittags schon auf abends und meine freien 20 min vorm Schlafengehen. Das ist bei Kleinkindern sicher normal, ab und zu ausreichend Schlafen würde da aber bestimmt helfen.
Hat sich hier jemand mit Ähnlichem beschäftigt? Wie löst ihr den Morgenhunger? Mit Flaschenmilch mag ich eigentlich nicht mehr anfangen.
Viele Grüße
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08.05.2017, 17:35
Lange Stillen und dennoch offene Fragen
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08.05.2017, 18:35
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Hallo,
Ich habe unseren Großen mit 17 Monaten abgestillt.
Nachdem ich auch völlig ko war weil er nachts so viel trinken bzw. nuckeln wollte haben wir mit 15 Monaten Abends eine Flasche gegeben. Ab da schlief er durch. Es war also Bedarf nach Nahrung, der ihn nachts so viel kommen ließ.
Ich stillte dann nur noch tagsüber bis ich beruflich ein paar Tage verreisen musste und pflichtbewusst pumpte. In 24 Stunden kamen nur ca. 30 ml, da habe ich beschlossen, dass es reicht, obwohl ich sehr gern gestillt habe. In dem Moment ist für mich die Kosten-Nutzen-Waage gekippt .
Im Alter deines Kindes könnte es morgens schon Kuhmilch trinken oder eine Flasche Tee. Oder ihr versucht es abends nachhaltiger satt zu kriegen?
Es hat mit dem Wegfall der nächtlichen Mahlzeiten auch tagsüber mehr Hunger.
Viel Erfolg!
LolloBionda
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08.05.2017, 18:49Inaktiver User
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Ich habe auch lange gestillt. Meine ältere Tochter 21 Monate und die zweite jetzt 9 Monate und noch kein Ende in Sicht.

Vielleicht magst du dir das da mal ansehen. Die sollen sehr gute Stillberaterinnen haben. http://www.lalecheliga.de
Eine Freundin von mir hat sich die Brustwarzen lasern lassen, das hat geholfen.
Alles Gute
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08.05.2017, 18:51Inaktiver User
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Ich würde mit einer der Mahlzeiten anfangen, zb mit Abendstillen (einfach weil ich selbst ganz schlecht darin war, um vier Uhr morgens Konflikte auszutragen). Achte auf dich und dein Kind und wähle nach Bauchgefühl einen Abend aus, an dem du zu Konsequenz in der Lage bist und das Kind gut drauf ist, also nicht gerade kränkelt o. ä. Und dann halte eine geeignete Alternative parat, zb einfach einen Becher Milch. Kann aber gut sein, dass das gar nicht gebraucht wird.
Ich hab mit knapp anderthalb Jahren beide Kinder abgestillt, und das ging fast konfliktfrei und nur mit minimalen Beschwerden. Die Kleine fing eigentlich danach erst so richtig an zu essen.
Meine Kinder haben nachts einfach eine Wasserflasche neben dem Bett.
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09.05.2017, 10:05
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Hallo,
Ich wollte Dir nur von meiner Erfahrung berichten:
meine Tochter ist auch 19 Monate alt und bis vor kurzem habe ich noch zwei Mal täglich gestillt, einmal abends vorm Ins Bett Bringen und einmal nachts zwischen 4 und 5h. Als sie das nächtliche Stilllen dann ein Mal verpennt hat, habe ich angefangen, das wegzulassen / ihr gezielt vorzuenthalten. Seitdem ist sie deutlich früher wach und verkündet lautstark, dass sie aufstehen will. Dann hat sie auch direkt Appetit und bekommt warme Kuhmilch aus dem Becher und zum Frühstück eben Brot wie immer. Ich bin im Moment nachts zuständig und mein Mann steht dann morgens mit ihr auf. Und ich hoffe einfach, dass das irgendwann wieder besser wird. Sie wiegt übrigens auch noch unter 10kg, aber das ist ja kein Makel
Abends stillt sie noch gerne und ich auch, sodass wir das auch noch beibehalten werden. Aber das Abschaffen des Nachts Stillen ging doch (bis auf das frühe Aufstehen...) für uns erstaunlich gut. Es ist dann irgendwie ein Abwägen, was einem jetzt wichtiger ist: Das Bedürfnis des Kindes zu erfüllen oder das eigene
Mir hat's irgendwie einfach mit dem Nachtsstillen gereicht.
Stillberatung gab es übrigens hier über das KH, in dem ich entbunden habe, kostenlos sehr kompetent (auch nach dem Aufenthalt), über die la leche league, die gibt es an vielen Orten (nicht zwangsweise in Kliniken). Das kann ich nur empfehlen, sich bei der LLL zu informieren, wir waren auch nochmal zur Stillberatung als unser Kind fast ein Jahr alt war.
Dir alles Gute!
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09.05.2017, 11:09
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Hallo nochmal,
ein Nachgedanke: nachdem klar war, dass das Stillen keinen "Ernährungswert" mehr hat, habe ich noch ein bisschen gehadert wegen der Nähe und dem Kuscheln, die meinem Kind und mir nach dem Abstillen abgehen könnten.
Es lief dann so, dass er seine Flasche auf meinem Schoß genau auf dem Sessel trank, wo ich ihn zuletzt auch immer gestillt hatte und damit ganz zufrieden war.
Heute, ein gutes Jahr später, fordert er immer noch ab und zu ein, dass wir uns genau auf diesen Sessel setzen und z.B. ein Buch anschauen. Also das Stillen dieses Nähe- oder Sicherheitsbedürfnisses wurde von der Brust auf die Situation übertragen.
LolloBionda
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09.05.2017, 11:20Inaktiver User
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09.05.2017, 13:38
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Ich habe es auch erlebt, dass die Kinder erst nach dem Abstillen wirklich gute Esser wurden und auch zum Kuscheln kamen sie danach ganz von selbst und haben das eingefordert.
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09.05.2017, 14:08
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Also hier (16 Monate) wird gegessen als sei sie ein Müllschlucker, vor allem, seit ich sie kaum noch stille. Habe vor ich glaube 6 Wochen das Nachtstillen entzogen (*nerv* nein, du musst nicht mehr 2-4 Mal pro Nacht ran, Madame!), dann noch morgens und abends gestillt. Jetzt sind wir bei einmal abends vor dem Schlafengehen und auch das ist ja eigentlich nur noch nuckeln, viel kann da nicht mehr kommen.
Wegen Gewicht würde ich mir da nicht so Gedanken machen - die holt sich schon, was sie braucht und sie ist ja nun nicht untergewichtig, auch wenn sie noch unter 10 Kilo wiegt. Mein Großer war (und ist) auch immer ein Leichter. Ich weiß nicht mehr, wann der die 10 Kilo damals endlich geknackt hat - jetzt mit 3,5 wiegt er jedenfalls noch keine 15 Kilo.“Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)
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09.05.2017, 21:52
AW: Lange Stillen und dennoch offene Fragen
Hallo,
ich habe meine Kinder auch alle sehr lange gestillt. Die Große war eine nächtliche Dauerstillerin. Irgendwann konnte ich nicht mehr und ich habe in einem anderen Forum Hilfe gefunden. Gib mal nächtliches Abstillen nach Jay Gordon ein. Das hat bei beiden Mädels gut geklappt. Mein Sohn war nicht so der große Trinker in der Nacht. Bei meiner kleinen Tochter bin ich dann auch zwei Tage auf Fortbildung gewesen, ohne dass ich pumpen oder ausstreichen musste. Das hat sich gut von selbst reguliert.
Viel Erfolg!


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