Hallo zusammen,
mein Baby ist 12 Wochen alt. Und ich liebe sie über alles!!!!
ABER.....ich fühle mich oft überfordert, habe Angst was falsch zu machen. Bin müde und genervt wenn mein Baby quengelig ist. Bin gelangweilt davon, den Schnuller zum 200. in den Mund zu stecken, da er rausgefallen ist oder den Ball zum 200. Mal anzureichen. Und gleichzeitig habe ich genau deswegen sooo ein schlechtes Gewissen. Mein Kind kann ja nichts dafür, sie macht es ja nicht mit absicht. Sie ist 12 Wochen alt und auf mich angewiesen.
Sie möchte auch nicht alleine auf ihrer Spieldecke liegen. Möchte ich nur mal kurz zur Toilette und bin nicht in Sichtweite, beschwert sie sich und schon bin ich wieder genervt. Ich kann nicht in Ruhe essen oder mich mal für den Tag herrichten.
Dinge des Alltags nerven mich. Einkaufen finde ich eine Qual. Ich fahre mit dem Auto irgendwohin, "Mit-Kind-Parkplätze" sind belegt, also parke ich ganz hinten, wo alles frei ist, dass ich ausladen kann. Dann Kinderwagen zusammenbauen, später wieder alles im Auto verstauen, kein Platz für die Einkäufe,....
Müll runter bringen...mit ihr auf dem Arm? Dann kann ich nichts mehr tragen und in die Tonne werfen, sie alleine in der Wohnung lassen? Erstens schreit sie dann, zweitens kann ich mein Baby doch nicht alleine in der Wohnung lassen, auch nicht, wenn ich das Babyphone mitnehme!?
Und das Tag für Tag.
Oft habe ich auch ganz gute Tage, manchmal weine ich aber auch.
Mein Mann ist häufiger geschäftlich über Nacht weg und dies steht nun das erste Mal an. Und ich habe so Angst, dass alles alleine nicht zu schaffen bzw am Abend so genervt zu sein, dass ich sie nicht mehr beruhigt bekomme, um sie ins Bett zu legen. Sonst ist mein Mann Abends zu Hause und wir können uns dann mal abwechseln.
Auch, wenn andere Mütter sagen, sie fühlen sich auch überfordert und kennen das, habe ich immer den Eindruck, damit alleine auf der Welt zu sein. Andere Mütter erwecken in mir den Eindruck, sie würden auch mit der Überforderung souveräner umgehen als ich.
Manchmal wache ich morgens oder nachts auf, mit einem Gefühl der Angst und Überforderung und dem Gedanken, dass niemals zu schaffen und nun aber die nächsten Jahre da durch zu müssen. Das klingt jetzt vielleicht komisch. Ich würde mein Kind für nichts, aber auch garnichts, auf der Welt hergeben aber dieser Druck der Verantwortung und die Angst und Überforderung sind doch manchmal so schwer.
Kann mich irgendwer da draussen verstehen? Geht es vielleicht noch jemandem ähnlich?
Liebe Grüße
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Thema: Überforderung durch Baby
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21.11.2016, 09:59
Überforderung durch Baby
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21.11.2016, 10:06Inaktiver User
AW: Überforderung durch Baby
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendjemandem nicht so ging.

Ich hab drei Kinder, und tatsächlich sollte man mit dem dritten anfangen - beim ersten ist alles noch so wahnsinnig kompliziert und anstrengend.
Viel beitragen kann ich nicht, außer: es ist eine Phase, es bleibt nicht so. Die Zeit spielt für dich und jeden Tag wird es besser. Und wie jede Zeit hat auch diese Babyzeit was Schönes, es ist schade, dass man das wenn man drinsteckt so wenig genießen kann.
Und mach dich nicht verrückt. Zum Müllrunterbringen kann ein Baby durchaus kurz allein in der Wohnung bleiben!!
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21.11.2016, 10:16
AW: Überforderung durch Baby
Vielen Dank, hilfskonstruktion.
Deine Worte haben mir schon sehr gut getan. Vielleicht hätte ich das vorher wissen sollen und hätte dann mit Baby Nr. 3 angefangen
Irgendwie denke ich immer, ich bin die einzige Mama auf diesem Planeten, die scheinbar völlig überfordert ist und solche Ängste und Gedanken hat. Das ich mich so oft so fühle und so genervt bin. Irgendwie heißt es immer, die ersten paar Wochen braucht man Zeit zur Eingewöhnung und dann ist alles gut. Und dann war es eben nicht so und dann kommt das unendlich schlechte Gewissen und die Selbstzweifel.
Wenn man andere Mütter sieht, scheinen die alles zu wuppen und dabei noch auf Wolke 7 zu schweben.
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21.11.2016, 10:19
AW: Überforderung durch Baby
Vielleicht sollte dein Mann einkaufen und der Müll wird erst runtergebracht, wenn er da ist. Oder er erledigt das.
Vielleicht kannst du das Baby auch in das Laufställchen setzen. Und du machst irgendwas.
Kann deine Mutter/ Schwiegermutter einmal in der Woche nachmittags für 1-2 Stunden kommen? Oder Tanten / Onkel, eine Freundin?
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21.11.2016, 10:34
AW: Überforderung durch Baby
Mein Mann macht das in der Regel schon. Aber ich fühle mich dann manchmal einfach noch eingeschränkter, wenn ich nicht mal so Kleinigkeiten erledigt bekomme.
Einen Laufstall haben wir. Aber wenn sie mich nicht mehr sieht, weint und schreit sie. Das ist im Laufstall und auch auf der Spieledecke der Fall, auch, wenn ich im Zimmer bleibe. Es sei denn, ich sitzte bei ihr oder habe sie auf dem Arm. Das ist momentan ganz schlimm. Es war auch schon mal etwas besser, aber zur Zeit bleibt sie wirklich gar nicht alleine.
Meine Mutter und meine Schwester unterstützen mich schon auch. Aber ich habe dann ein schlechtes Gewissen, dass sie jetzt für mich Zeit opfern und dass ich nicht in der Lage bin, meine Dinge alleine zu erledigen.
Neulich hatten wir die Situation, dass sie da waren und ich bin einkaufen gefahren. Ich komme dann völlig gestreßt nach Hause, weil ich mich so beeile, weil ich ein schlechtes Gewissen habe, dass sie jetzt mit meiner quengeligen Tochter alleine war. Und dann fühle ich mich auch genauso gestreßt, überfordert, hilflos wie sonst.
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21.11.2016, 10:37
AW: Überforderung durch Baby
Hallo liebe TE,
Ich fühle sehr mit dir und finde es gut, dass du hier deine Gefühle schreiben kannst.
Müll runter tragen und anderes: hol dir bitte eine Trage (ich kann dich gern beraten! Bitte nur keinen Babybjörn oder so was schlimm gruseliges sondern eher eine aus Tuch wie Hoptye oder Frl. Hübsch). Baby an dich dran und ab mit euch! Dein Baby möchte bei dir sein und das darf es! In der Trage oder im Tuch wird alles einfacher! Geht raus, geht spazieren, auf Flohmärkte, stöbern, alles, was dir Freude macht! Du musst nicht spielen, das kommt später noch genug. Wichtig ist, dass du sicherer mit dir und deinem Baby wirst, und das lässt sich nicht erzwingen. Zufrieden in den Tag hineinleben ist die Devise finde ich. Gib euch Zeit! Dein Baby ist zufrieden, wenn ihr gemeinsam den Tag erlebt. Mir hat singen geholfen. Ich habe irgendwann nur noch mein Baby singend rumgetragen und Kram erledigt :)
Baby- Kurse können auch gut und spannend für euch sein (neue Lieder lernen, Spielchen, Reime...)
Es gibt auch Hilfe für Eltern mit Kindern (unter einem Jahr) z.B. Welcome. Die gehen mit deinem Kind spazieren oder spielen und du darfst duschen, schlafen, Wohnung saugen...
Kopf hoch! Es wird besser!
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21.11.2016, 10:39Inaktiver User
AW: Überforderung durch Baby
Liebe Verwirrt,
Hallo und schön, dass Du hier schreibst.
Ganz praktisch: Laß Dir von der Hebamme beibringen mit dem Tragetuch umzugehen. Damit ist Baby an Dir dran, hast die Hände frei und wieder Kapazitäten für den Alltag. Meine Kinder sind pflegeleicht, aber ohne Tuch wäre ich ausgeflippt.
Sieh zu, dass Du jeden Tag am Vormittag einen festen Termin außer Haus hast. Das gibt Struktur und Du hast das Gefühl, das Leben im Griff zu haben.
Sprich jeden Tag mit einem Erwachsenen. Babys sind süß, aber man läuft Gefahr zu verblöden. Bring das Baby mal ein, zwei, drei Stunden zum Opa, der Patentante oder der babyverrückten Nachbarin und geh ins Kino einen Ballerfilm gucken, zur Fußpflege oder in die Kirche, oder jage mit 180 über die Autobahn - tu etwas für Dich.
Mach es Dir schön mit dem Muckelchen. Kuschelt, mach Fotos von ihren Grimassen, fahrt in die Thermen, geht ins Museum, besucht die demente Tante im Altenheim, Pekip, Babymassage, Kurse, Müttercafé bei der Hebamme, triff andere Mütter.
Der Haushalt kann warten.
Außer Haus läuft alles irgendwie leichter.
Und wegen der Verantwortung: wir haben noch in der Schwangerschaft rechtsverbindlich festgelegt, was mit den Kindern geschehen soll, falls uns etwas passiert. Danach haben wir beide besser geschlafen.
Wenn Du das Gefühl hast, es wird nicht besser: Sprich mit der Hebamme und der Gynäkologin ob vielleicht eine postnatale Depression vorliegen könnte. Ist keine Schande, das kann jede treffen.
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21.11.2016, 10:45Inaktiver User
AW: Überforderung durch Baby
Hey, die Oma liebt das Baby und ist nicht die Mutter. Sie ist von Natur aus nicht so von dem Gequengel genervt. Das Babygeschrei muss die Mutter alarmieren, das ist noch von den Höhlenmenschen in uns drin.
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21.11.2016, 10:48
AW: Überforderung durch Baby
Die sehen nur so aus!
Und sollte da doch mal eine Mutter sein, bei der alles perfekt ist: Meide sie UNBEDINGT - Sie lügt wie gedruckt!!!!
Ich habe auch drei - allerdings war es bei mir anders als bei hilfskonstuktion. Mein drittes Baby war ein totales Schreikind, während das Zweite ein lachender, zufriedener Wonneproppen war. Deshalb hatte ich mir ja das Dritte zugetraut!
Und ich weiß noch genau, WIE unzulänglich und "schlechte-Mutter-mäßig" ich mich gerade beim Ersten gefühlt habe.
Du bist nicht allein, gar nicht! Halte einfach durch, das wird besser.
Und Du kannst ohne weiteres die Kleine zum Müll rausbringen ein paar Minuten alleine lassen - vergiß nur den Wohnungsschlüssel nicht (mit Schaudern erinner).
Und ein Laufstall für später ist sehr sinnvoll, egal, was die "Supermütter" sagen. Solange das Kind dort nicht stundenlag liegt...Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
Aber macht!
ausgeborgt von Uli_F-2009
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21.11.2016, 10:52Inaktiver User
AW: Überforderung durch Baby
Liebe Verwirrt,
lerne eine große Lektion in Sachen Mutterschaft: das schlechte Gewissen ist da und wird dich ab jetzt die nächsten Jahre begleiten. Lerne es zu akzeptieren und lass dich nicht davon behindern. Irgendwann ist es nur noch ein Hintergrundsummen, oder du hörst es gar nicht mehr.
Junge Mütter brauchen Hilfe. Das war immer so und wird immer so sein. Mutter und Schwester "opfern" nicht ihre Zeit, sondern machen genau das, was Mütter und Schwester, Tanten und Onkels, Nachbarn und Großväter zu allen Zeiten gemacht haben: sie passen ein Weilchen auf ein Baby auf. Das ist kein Opfer, das ist Teil des Lebens. Und wenn deine Kinder irgendwann aus dem Gröbsten raus sind und sich in die Welt verstreuen, dann darfst du es (wenn du dann kannst und willst) dem Universum zurückzahlen und auch mal ein paar Stunden auf das Baby deiner Nichten und Neffen, Kinder oder Nachbarn aufpassen. Und ihnen sagen: "Geh du duschen/einkaufen/dein Raumschiff umparken, ich schaff das schon!"



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