Hallo liebe Mitleser,
ich habe jetzt länger überlegt, ob ich ein Thema aufmachen soll oder nicht. Weil es glaube ich nicht so leicht ist, mein Anliegen richtig in Worte zu packen und auch verständlich rüber zu bringen. Und es mehrere Punkte in einem sind.
Aber ich versuche es einfach mal
Ich bin Mutter von einer fast 10-monatigen Tochter und stelle fest, dass viele andere Mütter/Familien, denen man so begegnet, sei es im Schwimmbad, beim Einkaufen, im Hotel, im Zoo, auf dem Spielplatz sehr auf sich selber fixiert sind. Das soll jetzt absolut keine böse Unterstellung sein - ich hoffe das kommt nicht so rüber.
Beispiel: Wenn ich ein Kind/Baby sehe ist das für mich etwas Süßes/Schönes und wenn es sich ergibt oder mich auch offensichtlich anlacht oder anschaut lächle ich selbstverständlich zurück, wenn ich nicht schon von mir aus ein Lächeln schicke oder ein mich reingenuscheltes "süß". Bei meiner Tochter (sie ist wirklich ein fröhliches Kind und lacht sehr, sehr viel) ist es so, dass ganz viele Menschen auf sie "anspringen", aber so gut wie nie eben auch Frauen/Familien/Leute mit anderen Kindern und Babys?
Das soll jetzt bitte nicht so rüberkommen, dass ich ständig Aufmerksamkeit für mein Kind brauche, aber ich finde das Verhalten eben sehr merkwürdig. Ich finde es macht Spaß sich mit anderen Familien/Müttern auszutauschen, man weiß wovon der andere spricht und es geht ja nicht immer darum, dass man Freunde fürs Leben sucht.
Am Anfang dachte ich oft, es ist einfach Gedankenlosigkeit... die Menschen haben so viel selber zu tun, aber mittlerweile denke ich da oft anders drüber.
Kürzlich im Supermarkt. Meine Tochter sitzt vorne drin, ein anderes Mädchen auch (ähnliches Alter) die beiden Mädchen lächeln sich an. Wir (die beiden Mütter) waren gerade etwas abwesend an den Regalen. Als ich sehe, wie sich die beiden Mädchen anlachen muss ich auch lachen und sage zu dem anderen Mädchen: Hallo du kleine Maus und lächle. Die andere Mutter schaut kurz und wendet sich dann ohne ein Lächeln oder ein Wort ab.Ist das nicht komisch? Zumal mir das vermehrt auffällt.
Mit unseren Freunden/Bekannten oder weiteren Bekannten aus den Babykursen ist das nicht so. Wobei ich feststelle, dass teilweise ein großer Konkurrenzkampf herrscht und sehr stark verglichen wird.
Meine Maus ist motorisch schon relativ weit für ihr Alter. Ich ertappe mich oft, wie ich bewusst das umgehe und es mir fast unangenehm ist... Dann denke ich mir wieder Hallo?! Gretel, sei doch froh, dass alles gut klappt und sei dankbar dafür.
Kennt ihr das auch? Ist das einfach so unter Müttern? Irgendwie bin ich da wohl anscheinend noch nicht angekommen. Ich muss immer dran denken, wie meine Schwägerin (selber schon Mutter) während meiner Schwangerschaft zu mir sagte: "Pass nur auf, wirst schon noch sehen, was ich mit Mütter-Mafia meine und ja langsam weiß ich was sie meint und ja ich finde das traurig. Es ist doch kein Wettbewerb, wer das Schönste und Beste Kind hat.
Eine Freundin von mir hat ein behindertes Kind und wahrlich zu kämpfen. Sie hat viel gehadert usw... trotzdem kann sie offen sagen, dass meine Maus toll ist und weit ist usw... Hut ab. Das können nicht viele. Und ich versuche immer sogar "das Licht meiner Tochter" unter den Scheffel zu kehren, damit mir ja niemand nachsagen kann, ich würde nicht "angeben" Ist das nicht doof?
Danke fürs Lesen...
Eure Gretel
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20.09.2016, 08:02Inaktiver User
Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
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20.09.2016, 08:38Inaktiver User
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
Hm, vielleicht liegt's daran, dass nicht jede Mutter automatisch den Wunsch verspürt, mit anderen Müttern smalltalk zu halten, nur weil die Kinder grad kommunizieren.
Ich hab auch nie den Wunsch gehabt, auf dem Spielplatz unbedingt mit der Mutti von Benni zu reden, nur weil der Benni grad so schön mit meinem Hannes spielt...
Das Vergleichen mit besser, schneller, weiter, schlauer fand ich auch immer dämlich.
Aber wer's braucht, von mir aus.
Gewöhn Dich dran, das geht noch so weiter, selbst wenn die Kinder längst erwachsen sind.
"Mein Sohn macht ja jetzt Abitur", "... studiert in xy", "Meine Tocher ist Dozentin für...".
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20.09.2016, 09:03
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
Also Gretel, dein Eingangsbeitrag ist schon ein wenig amüsant...

In deiner ganzen Objektivität *hüstel* als Mutter möchtest du, dass dein perfektes Kind Bewunderung erfährt.
Du wirst in deinem Leben auf Mütter treffen, die sich gern austauschen und auf Mütter, die das nicht gern tun. Du bist mit der Intuition ausgestattet, das sehr schnell zu unterscheiden. Die Zeichen sind eigentlich sehr deutlich.
Die meisten Mütter - würdest du sie fragen - werden dir sagen, dass sie diese Vergleiche zwischen den Kindern nicht mögen und dennoch vergleichen alle gegenseitig ihre Kinder. Weil sie (wir) eben nicht anders können.
Ich hoffe ernsthaft, dass du von deiner Freundin mit ihrem behinderten Kind nicht nur Bewunderung für dein "perfektes" Kind erwartest, sondern in der Lage bist, die Besonderheit ihres Kindes und die Fortschritte, die es macht, auch zu würdigen.
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20.09.2016, 09:06
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
Verstehe den Threadtitel nicht
Es ist der Geist der sich den Körper baut
Friedrich Schiller
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20.09.2016, 09:12Inaktiver User
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20.09.2016, 09:17
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
Ich ignoriere solche sachen oefter. Ich habe meist schlicht keine lust auf den ewig gleichen smalltalk. Und ich bin.von natur aus kein dauergrinser.
Ich habe 2 kinder und hab alle diese gespraeche schon x mal gefuehrt....
Und muetter mafia? Naja...ich erlebe das anders. Jedes kind ist irgendwo hinten und wo anders vorne. Man unterhaelt sich, bekommt oder gibt tips. Ich werte nicht, erzaehle auch doofes (xy will nicht schlafen gehen) und bekomme eigentlich dann immer auch solche geschichten.zu hoeren.
Und es ist wirklich egal wann ein kind laeuft, spricht etc. Spaetestens mit 3 quasseln sie dir das ohr ab und laufen in die falsche richtung....
Edit: denk nicht ueber sowas nach. Unterstuetz lieber deine freundin ....
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20.09.2016, 09:24Inaktiver User
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
Das habe ich befürchtet, dass mein Thema so verstanden wird... ich hätte es lassen sollen.
Und ja klar, wenn ich mir selber meinen Thread durchlese würde ich wahrscheinlich genauso denken wie ihr...
Wenn ihr mich wahrscheinlich persönlich kennen würdet, würdet ihr das nicht so denken
Ich merke halt, dass die meisten ständig über ihre Kinder reden, was sie für Fortschritte machen, wie schnell sie was machen, wie gut sie sind usw... und ich das eben nicht mache, obwohl meine Maus wirklich weit ist und ich das so gesehen auch richtig raushängen lassen könnte - ich das aber eben ekelhaft finde.
Weil jedes Kind in seiner Einzigartigkeit genauso liebenswert und richtig ist wie das Andere.
Meine Freundin mit dem behinderten Kind meinte kürzlich zu mir, sie findet es komisch, dass ich eben "das Licht meiner Tochter" (sorry für den Ausdruck), der kam so gesehen nicht von mir, so unter den Scheffel stelle und warum ich nicht auch ein bisschen Mutterstolz zulasse.
Aber ich lasse das Thema... ich kann das was ich möchte nicht so rüber bringen.
Wenn mich ein Kind anlacht, lache ich zurück. Es sei denn, ich bin wirklich total in Gedanken. Das gehört für mich dazu. Und ja ich finde das komisch, dass es eben nur andere Menschen mit Kindern sind, die bewusst weg schauen?
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20.09.2016, 09:28
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
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20.09.2016, 09:31
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
"Jmds. Licht unter den Scheffel stellen" ist eine Redensart und keine Angeberei.
Mal ganz offen: ich finde "fremde" Kinder oft nicht sehr interessant oder auch nur charmant. Ich gehe auch davon aus, dass das anderen Leuten mit unserem Kind nicht anders geht. Es sind eben Kinder. Für die Eltern das Größte, für die anderen mehr oder weniger große oder kleine Übel.
Zum Glück sind sie in einem gewissen Alter relativ objektiv süß (Kindchenschema
), das erleichtert die Interaktion mit Mitmenschen, die möglicherweise durch ein "meeehr Kucheeeeen" kreischendes zweijähriges Engelchen etwas eingetrübt sein könnte.
Aber sonst...
Ja, gut, man wahrt die Form, und wechselt zwei, drei Floskeln, wenn es sich ergibt.
Wenn es zu solchen Einkaufswagenbegegnungen kommt, zwinkere oder flirte ich mit dem kontaktaufnehmenden Kind evt. auch nur mal ein Lächeln oder zwei Worte für die Eltern und das wars. Aber grundsätzlich begegne ich Müttern/Familien mit Sympathie. Wenn gerade im Nachbareinkaufswagen aus dem Sitz geklettert wird um den Korb auszuräumen bzw. leerzufuttern während sich das große Geschwisterchen in der Quengelzone zielgruppengemäß plärrend auf den Bauch wirft, dann ist meine Einstellung den begleitenden Eltern gegenüber, dass wir alle im gleichen Boot sitzen und das uns auch schon passiert ist oder passieren wird. Das versuche ich dann zu vermitteln, je nachdem nonverbal oder auch durch ein Hilfsangebot (ich halte das Kleine, damit sie das Richtung Eistruhe davonsprintende Große einfangen können oder so).
Aber das Bedürfnis, mich z.B. auf dem Spielplatz mit irgendwem auszutauschen hatte ich noch nie. Babygruppen habe ich eher gemieden.
Babyquartett (Wie alt, wie schwer, wie groß (Trümpfe: Geburtsgewicht und -länge), wieviele Zähne, was kann es denn schon...) finde ich sehr langweilig.
Austausch finde ich in der Bri (bzw. unserer privaten Forenrunde) und mit den Frauen aus meinem Geburtsvorberieungskurs (Zwischenzeitlich Krabbel- jetzt Chaosgruppe)
Aber das sind Leute (Eltern und Kinder), die ich schon lange kenne und an denen ich ein freundschaftliches Interesse habe.
LolloBionda
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20.09.2016, 09:35Inaktiver User
AW: Zählt nur das eigene Kind die Kinder? Angst vor "Neidern"?
Was mich daran hindert, ich glaube die Reaktion... Wenn ich dann erzähle, dass sie das und das schon macht oder so merke ich wie dann der Neid durchkommt und dann Bemerkungen kommen: Nach dem Motto: Das ist aber ein frühreifes Früchtchen - viel Spaß später mal. Oder Warte nur ab, du kriegst dein Fett schon auch noch ab... alles natürlich unter dem Deckmäntelchen des Spaßes... ja nee ist klar.
Und was den Smalltalk betrifft - ich brauche das auch nicht unbedingt. Das war auch nicht das Thema. Aber ein kurzes Lächeln habe ich immer für ein anderes Kind übrig.
Und ja wenn man sich mal austauscht mit fremden Müttern/Familien. Ich frage interessiert nach und dann wird erzählt und erzählt, aber es kommt keine Rückfrage... finde ich auch komisch.



Ist das nicht komisch? Zumal mir das vermehrt auffällt.
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