Kennt Ihr das?
Arglos verlässt man mit seinem Kind, Alter zwischen ca 9 Monaten und vier Jahren, das Haus. Man will beim Bäcker bloß ein Brot kaufen oder etwas Aufschnitt beim Metzger... man möchte an der Kasse einfach nur bezahlen, doch würde man nicht Einhalt gebieten, stünde man am Ende da mit Kind voll aufgeweichtem Brötchen, angelutschter Wurst und klebrigem Kaubonbon.
Und mit viel Glück reihert es dann anschließend nicht ins Auto.
Im "Krabbeltreff" (zehn Kinder zwischen 8 und 14 Monaten) den ich eigentlich echt schön finde und mit den anderen Müttern prima auskomme, geht's dann weiter.
Es ist Platz.... es gibt Matten, Decken, Spielsachen zu Hauf... doch dann, spätestens nach zehn Minuten, geht es los: es knistert, raschelt und ploppt. Denn sobald ein Kind auch nur die leisesten Anzeichen von Unmut äußert, kann das natürlich nur eins bedeuten: es hat Hunger!
Und dann wird es richtig toll. Nach und nach kramt jeder Reiswaffeln, Möhrenkekse und geschnittenes Obst raus ( "also, die Jule will ja NUR Obst!!"). Die Kinder (die es schon können) laufen und krabbeln, den Mund voller Irgendwas, abwechselnd zwischen diversen Dosen und Tüten hin und her.
Sie spucken angesabberten Zwieback auf die Decke, wo das nächste Kind sich drüber freut.
Sie schmoddern Bananenbrei auf die Bauklötze, und nur wenn man Glück hat, muss man sich anschließend zu Hause nicht komplett umziehen.
Es wurde im Grunde also mehr gegessen, gekehrt und gewischt als sonstwas.
Das war schon bei meinen beiden großen Kindern so, und ich fand es damals schon furchtbar. Zudem neigten sie dazu, sich schnell schlimm zu verschlucken (warum auch immer), der Kleine kommt mit groberer Nahrung auch noch nicht klar... und wenn ich die anderen dann mit einem riesigen Apfelschnitz im Mund krabbeln bzw herumwackeln sehe, wird mir ganz anders.
Wenn meiner seinen Brei gegessen hat, ist er mindestens fünf Stunden satt. Das wird bei Anderen auch nicht viel anders sein, denke ich.
Zu Recht könntet Ihr sagen, "spiel das Spiel einfach nicht mit!". Aber spätestens, wenn mein Jüngster laufen kann, steht er ruckzuck bei denn ObstundKekse- Mamas. Und ich als Verweigerer ziemlich doof da.
Wie seht Ihr das... bleibt Ihr da gelassen, oder stört Euch das auch?
Ist es albern, in der Esserei ein Problem zu sehen?
Hat gar jemand von Euch eine Idee, wie man da diplomatisch einen Änderungsvorschlag anbringen könnte (natürlich nicht bei Metzger u Bäcker, sondern in der Gruppe)?
Lieben Gruß,
Antworten
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07.09.2016, 13:12Inaktiver User
Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
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07.09.2016, 13:22
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Nö, kenne ich nicht. Hier in diesem wundervoll getakteten Land gibt es allüberall fünf feste Mahlzeiten am Tag.
Frühstück, 9 h-Zwischenmahlzeit, Mittagessen, 16 h-Zwischenmahlzeit, Abendessen
Das ist in allen Betreuungseinrichtungen und Familien ziemlich gleich. Wenn man sich also während einer Mahlzeit-Zeit trifft (also fast immer
), schaut die Mutter mit dem hungrigsten Kind fragend in die Runde ("Wollen wir *landesüblicher Ausdruck für 16 h Zwischenmahlzeit* machen?") und dann gibt es eine gemütliche Runde mit Erwachsenen und Kindern.
Wer aufsteht, ist fertig.
Fertig.
Kramt ein Kind zwischendurch in der Tasche heisst es "Das gibt es gleich zur *16 h Zwischenmahlzeit*)
Für mich als bekennender Häufigesser ein Traum. Die nächste Mahlzeit nie mehr als 3 h entfernt
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07.09.2016, 13:35
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Nein, es funktioniert nicht jedes Kind genauso wie Deines. Das wirst Du genauso akzeptieren muessen wie Du es Dir auch wuenschst, in Eurem Rhythmus und Essverhalten akzeptiert zu werden.
Stolz zu verkuenden, dass Dein Sohn "MINDESTENS fuenf Stunden satt" ist, ist kein anderes Statement als "die Jule will ja NUR Obst".
Ja, ok, ist nervig. Aber er muss und wird lernen, dass manches bei anderen anders ist als bei Euch. Du darfst meiner Meinung nach auch von den anderen Muettern verlangen, dass sie Deinem Kind keine Esswaren anbieten, bzw. ihn an Dich verweisen.
Das kann man Kindern schon zumuten, auch wenn ich vollstens verstehe, dass die Situation in dem Moment anstrengend fuer Dich ist. Aber mei, bei Dir ist es die Esssituation, bei anderen ist es was anderes. Kommt vor.
Das ist das echte Problem, was ich in Deiner Schilderung sehe. Das kenne ich so ueberhaupt nicht und finde es auch unappetitlich. Koenntest Du vorschlagen, eine "Snackecke" einzufuehren? Mit einer Decke, und vielleicht einem niedrigen Tisch oder so fuer Getraenke (die fallen ja sonst auch gerne mal um). Ist fuer die Kinder vielleicht auch schoener, so eine Picknicksituation. Und das Sauberkeitsargument wird bestimmt allen einleuchten.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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07.09.2016, 14:16
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Mich hat das auch genervt, denn ich hatte wenn dann wirklich nur Notfallrationen dabei für nen Spielplatzbesuch oder Ähnliches. Mein Kind war ausserdem ein ausgeprochener Schnorrer
Tja, aber machen kann man da nix...aber ich kann Dich verstehen!
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07.09.2016, 14:20
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Ja, und nervt mich auch. Tochter ist mittlerweile 4,5 u würde am liebsten den ganzen nur snacken. Vor allem wegen der Zähne finde ich es nicht gut. Selbst nichts mitnehmen bringt auch nicht viel, da ja immer jemand anders was dabei hat oder ihr beim Einkauf was zugesteckt wird. Und das Krabbelstunden-Szenario war hier auch so. Ich habe ihr extra immer noch vorher was gegeben, aber andere ihren Kindern nicht, sondern stattdessen 2 min. nach dem Begrüßungskreis.
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07.09.2016, 15:40Inaktiver User
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Minestrel,
es geht nicht darum, dass ich ein "getaktetes Land" wünsche. Sondern einfach nur die Möglichkeit, eineinhalb Stunden beisammen zu sein ohne ständig Essen reinzuschieben.
Flau,
meine Bemerkung bez. fünf Stunden satt sein war etwas daneben, wo ich das jetzt noch mal lese. Natürlich gibt es Babys, die sehr schlechte Esser sind und viele kleine Mahlzeiten brauchen.
Das mit der Snack- Ecke finde ich eine gute Idee und werde das mal vorschlagen!
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07.09.2016, 15:48Inaktiver User
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Ja, die Schnorrer... kenn ich. Meine beiden Großen konnten das auch ganz prima, sehr peinlich!
Darum, als einziger nix mitbringen funktioniert nicht.
Ich geb auch extra zu Hause noch was, bevor ich losgehe, wenn die nächste Mahlzeit bald dranwäre. Das nutzt nix, denn Süßes essen Kinder auch, wenn sie satt sind.
Finde es halt schade, wenn sich ein Spielkreis fast ausschließlich auf's Naschen reduziert.
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07.09.2016, 15:57
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Das kann ich verstehen und kenne es, wie gesagt, auch von hier (GB) nicht, obwohl hier ein Snack ganz oft dazugehoert. Daher reagiere ich meinerseits manchmal etwas ueberempfindlich, wenn ich Anti-Snack-Fetischisten wittere, die nicht nachvollziehen koennen, dass sich nicht jedes Kind, jede Wohnsituation und jeder Tagesablauf fuer "Punktgenau-dreimal-am-Tag-am-Esstisch-Essen" eignen. Offenbar habe ich Dir da Unrecht getan, das tut mir Leid.
Also, ich wuerde Dir wuenschen, dass es mit der Essecke klappt. Bei den hiesigen Spielgruppen gehoert ein Snack, wie gesagt, oft dazu, aber dann eben am gesonderten Platz, nicht im/ueberm Spielzeug, gemeinsam, meist am Ende. (Aber koennte man ja auch am Anfang machen oder wie auch immer.) Vielleicht waere das ja was fuer Euch. Mein Kind isst dabei selten mehr als einen Cracker und drei Weintrauben. Wenn sich das nicht so ueber die Spielzeit hinkleckert, uebernehmen sich die Kinder, die eigentlich nichts brauchen (so wie Deine), vielleicht auch nicht so.Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
"Ich hasse es, wenn Fantasy sich einfach nicht an die Realitaet haelt".Maxi Gstettenbauer
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07.09.2016, 15:57
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Und dann wundern die Muttis sich, dass sich das Schluckern, Schlotzen und Mampfen fort setzt und viele dickliche bis dicke Kinder dabei heraus kommen, die keine Schulstunde ohne Essen&Trinken (Süßes! Säfte! Limonaden!) aus kommen.
Vielfraße werden nicht geboren, Vielfraße werden gemacht (und gefüttert. Und gefüttert. Und gefüttert.)Geändert von ZoppoTrumpf (07.09.2016 um 16:08 Uhr)
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07.09.2016, 16:09
AW: Tupperdosen des Grauens oder: warum müssen Kinder ständig essen?
Ooooookeeee...
Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne
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