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16.07.2016, 09:05
Geändert von ballroom (20.11.2021 um 00:17 Uhr)
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16.07.2016, 09:29
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Dich durchsetzen. Sie ist 14 Monate alt, entdeckt ihren eigenen Willen, soll sie auch, kann aber die Konsequenzen ( wunder Po, kaputte Zähne) nicht erkennen.
Also- notfalls Kind tatsächlich festhalten und im Liegen wickeln..
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16.07.2016, 09:32
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Zum Zähneputzen wirst Du viele verschiedene Ansichten hören. Wenn Du eine Pause machen willst, dann würde ich empfehlen, dem Kind zumindest seine mit Zahnpasta bestrichene Zahnbürste zum Herumkauen und selbst putzen in die Hand zu drücken. So kommt die erforderliche Portion Fluorid an die Zähne.
Da ich selbst schlechte Zähne habe, waren wir da sehr entschieden und haben auch unter Protest geputzt. Andere Eltern haben aber mit mal lockerlassen auch gute Erfahrungen gemacht.
Beim Wickeln wäre meine Empfehlung, den Wickeltisch vorerst nicht zu nutzen und eine Wickelstation auf dem Fussboden einzurichten. Vielleicht hilft es, wenn Dein Kind jeweils ein Spielzeug aus einer besonderen Kiste zum Wickeln mitnehmen darf (Freunde von uns haben das so gemacht). Schleichtiere zB.
Grundsätzlich: dass jetzt das Alter ist, in dem die Konflikte losgehen, ist normal. Auch normal, dass Du selbst eine Zeit brauchst, bis Du Deinen Umgang/Deine Linie gefunden hast. Es ist nicht falsch, verschiedene Dinge auszuprobieren. Aber es empfiehlt sich auch, eine Weile dranzubleiben, wenn man etwas gefunden hat von dem man selbst überzeugt ist. Dein Kind darf Sachen blöd finden und Protest ausdrücken.
Ich bin sicher, dass Ihr da gut reinwachsen werdet
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16.07.2016, 09:42
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
So virtuell sind die Dinge nicht so leicht zu beschreiben, aber im Prinzip sehe ich das so:
Wenn man es sehr vereinfacht, dann gibt es zwei elterliche Positionen : die der Begleitung und die der Anleitung/Führung.
Also wann immer es in der Situation möglich ist, kann dein Kind seinem Interesse an der Welt und den Dingen folgen, und du begleitest das mit Übersicht, benennst, was es tut, schaffst einen sicheren Rahmen dafür, nimmst Teil. Mit Maria Aarts gesprochen (der sehr klugen Entwicklerin einer videogestützten Elterberatungsmethode): "she does, you say". So weit, so gut.
Dann gibt es die andere Position: Anleitung /Führung: du ergreifst die Initiative und sagst freundlich und bestimmt, was geschehen soll. "You say, she does". Dabei kommt es auf deine innere Haltung an sowie darauf, dass du mit dem Kind Kontakt herstellst (Blick, Name) und ihm hilfst, mit dir zusammenzuarbeiten.
Wenn du unsicher bist, ob du anleiten/führen darfst, wenn du die Idee hast, ihr durch Rahmen vorgeben und deutlich sein zu schaden, kannst du nicht führen, weil sie unsicher wird und du auch.
Ein Zauberwort kann "ich will"sein. "Ich will, dass du jetzt den Mund aufmachst" "ich will, dass du jetzt still liegst"
Was hilft ist auch, kurz vorzubereiten (wenn es passt, sonst geht es eben nicht) "in zwei Minuten putzen wir deine Zähne", den Anfang zu markieren "so, jetzt ist Zähneputzen dran" sowie das Ende, "fertig".
Sie muss wissen, was du mit ihr zusammen machen willst und dass du es bist, die jetzt gerade vorgibt, was geschieht. Dann wird sie mit dir zusammenarbeiten.
Es klemmt, wenn es klemmt, beim Erwachsenen, der unsicher ist und nicht wirklich anleitet sowie die Unsicherheit überträgt.that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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16.07.2016, 10:01Inaktiver User
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Grundsätzlich finde ich den Ansatz gut, aber mein Sohn gehörte zu denen, die diese Theorie leider nur bedingt kennen. Den haben auch Dinge, wo wir uns 100% sicher waren (nicht mit 12 Monaten alleine und ohne Geländer die Treppe runter, medizinische Augentropfen) Ansagen so gar nicht interessiert, der Drang war einfach zu groß. Da fand ich dann dieses "wenn Du nur genug dahinter stündest, würde es auch klappen..." als Rat eher anmaßend.
Einen tollen Rat habe ich nicht, nur: es kommen wieder bessere Zeiten. Ganz sicher. Nicht jeder wird zum begeisterten Zähneputzer, aber alle Kinder im Bekanntenkreis haben sie sich irgendwann putzen lassen.
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16.07.2016, 10:26Inaktiver User
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Zum wickeln: Konsequenz ist hier angesagt und viel Arbeit, weil du das nicht von Anfnag an durchgezogen hast. Meine Jungs wußten ganz genau, dass Mama keinen Spaß versteht wenn es ums wickeln geht. Sicher haben sie auch ihre "Ausbruchsversuche" gemacht, aber mit liebevollem immer wieder hinlegen haben sie dann begriffen, das die Prozedur wesentlich schneller vorbei ist, als mit Theater. Als sie klein waren hatte ich ein Mobile über dem Tisch hängen was sie abgelenkt hatte.
Zum Zähne putzen: Es erzeugt nur unnötig Stress, direkt bei den ersten Zähnen den Ehrgeiz zu haben diese perfekt zu putzen. Damit erzeugt man nur einen enormen Widerwillen. Wenn du deine Kinder vernünftig ernährst, sie möglichst wenig Zucker bekommen, nicht an Flaschen nuckeln mit gezuckerten Flüssigkeiten, passiert so schnell nichts an den Zähnen. Sie müssen nicht ein Leben lang halten.
Ich habe meinen Kindern die Zahnbürste in die Hand gegeben und sie haben darauf herumgekaut. Das war wesentlich entspannender als der immerwährende Kampf. Wir Erwachsenen haben uns neben sie gestellt, dank 2er Waschbecken möglich und uns auch die Zähne geputzt, Vorbildfunktion.
Keins meiner Kinder hätte ein Loch im Milchzahn, obwohl es durchaus vorkam, dass die Zähne nicht perfekt geputzt waren.
Du kannst dein Kind mit soviel Streß um die Zähne negativ konditionieren, sodaß es auch später, in wesentlich höherem Alter immer noch einen Widerwillen dagegen hat.
Also keep cool. Das wird schon.
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16.07.2016, 10:50
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Ist hier gerade ähnlich (auch 14 Monate) und ich halte das auch in dem Alter für normal. Ich versuche den Weg zu gehen, der für ins alle am stressfreisten ist. Ich habe es beim Wickeln mit Festhalten versucht, aber das fühlte sich für mich irgendwann zu gewaltsam an. Meine Tochter ist extrem willensstark, war sie von Anfang an. Sie kämpft dann wie eine Löwin, schreit als ob ich sie umbringen wollte. Da bin ich mehr damit beschäftigt, sie festzuhalten als dass ich zum Wickeln komme. Meiner Meinung nach hat das auch nichts mit mangelnder Konsequenz zu tun. Ich kann noch so sehr wollen, dass sie liegen bleibt, laut werden, das hilft nichts. Ich wickele daher jetzt entweder in ihrer Kuschelecke, die liebt sie, oder im Stehen so nebenbei.
Zähneputzen ist mir auch wichtig, vor allem weil es doch hin und wieder mal einen Bissen Zuckerhaltiges gibt. Momentan klappt es ganz ok, wenn ich mir gleichzeitig die Zähne putzen und sie mir auch mal putzen darf. Habe auch schon überlegt ihr eine elektrische Zahnbürste zu kaufen, weil sie meine toll findet. Wenn's gar nicht geht, reicht es mir aber auch, wenn ich nur kurz drüber wischen konnte oder sie auf der Bürste rumgekaut hat.
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16.07.2016, 11:08
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Zum Zähneputzen kann ich wenig beitragen, ich würde es nicht übertreiben. Nicht nach jeder Mahlzeit müssen die Zähne geputzt werden.
Am Abend würde ich es mit einem beliebteren Teil des Abendrituals verbinden, also erst Zähneputzen, dann Geschichte lesen, Abendlied singen.
Wenn das Kind solche Schwierigkeiten beim Wickeln macht, würde ich daran denken, die Windeln wegzulassen und den Topf oder die Toilette einführen.
Ja, mit 14 Monaten geht das schon. Einen Versuch ist es wert.
Ich habe selber einen Emmi Pikler Spielraum besucht, lehne aber ab, meinen eigenen Rücken zu ruinieren, damit das Kind “auf dem Boden bleibt“.
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16.07.2016, 11:19
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Ob die Zähne Löcher bekommen, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören:
1. Mundhygiene
2. die individuelle (bzw. familiäre) Bakterienzusammensetzung
3. die Zusammensetzung des Speichels
4. Fluoridversorgung
5. Ernährung
Anscheinend ist es so (aber ganz verstanden ist das noch nicht), dass Menschen die bei 2 und 3 gute weggekommen sind, mit den Zähnen wenig Probleme haben. Auch, wenn sie bei 1 und/oder 4 und/oder 5 weniger gewissenhaft sind.
Es gibt aber auch Menschen, die mit ihrer 2/3-Kombination Pech haben. Und da ist es angeraten, dass die bei 1 und 4 besondere Umsicht walten lassen. (Bei 5 sowieso)
Aussagen wie "wir haben das nie so genau genommen und meine Kinder haben keine Löcher" sind nur sehr bedingt übertragbar. Die TE schrieb von sich, sie habe selbst schlechte Zähne.
Auch "sie müssen nicht ewig halten" stimmt nicht. Bei kariösen Milchzähnen können neue Zähne schon beim Einwachsen schaden nehmen.
(Das Thema betrifft mich persönlich, weil ich auch seit langer Zeit trotz attestiert exzellenter Mundhygiene immer mal wieder Löcher habe. Ich habe kürzlich meine alten Milchzähne in einer Dose gefunden und schliesse aus deren Zustand, dass meine Eltern es auch eher locker genommen haben. Ich halte es bei meinen Kindern anders.)
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16.07.2016, 11:20
AW: Zahnputz- und Wickel-Drama bei 1 jährigem Kind
Vielleicht auch mal die Bewegungsmuster beim Hinknien, Hochkommen und Knien anschauen. Richtig ausgeführt kann das einen gesunden Rücken eigentlich nur stärken . (Bei bestehenden Schäden ist das natürlich anders.)Ich habe selber einen Emmi Pikler Spielraum besucht, lehne aber ab, meinen eigenen Rücken zu ruinieren,


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