Ich traue mich fast nicht, einen eigenen Thread zu eröffnen, weil ich so unregelmäßig hier im Forum bin. Ich lese hier ja schon länger, meistens still, mit und der Thread „Voraussetzungen zum Kinderkriegen“ hat bei mir solche Ängste ausgelöst, dass ich jetzt doch mal nachbohren möchte, ob es hier eventuell auch Frauen gibt, die in einer ähnlichen Situation sind wie ich und trotzdem Kinder haben, und wie da so die Erfahrungen sind.
Was mir nämlich hier schon lange auffällt, ist, dass irgendwie alle Schreiberinnen hier Festangestellte mit gutem Einkommen zu sein scheinen, und viele haben in dem besagten Thread erwähnt, dass eine stabile Einkommenssituation mit gutem Gehalt und unbefristetem Vertrag als eine Voraussetzung zum Kinderkriegen angesehen wird, oder zumindest als Ziel, das man als Mutter irgendwann erreicht haben sollte. Wenn das so ist, bin ich voll in den Po gekniffen.
Ich habe meine Laufbahn ausgewählt, als ich noch „wusste“, dass ich nie Kinder haben will. Ich „wusste“ das schon immer. Bis ich meinen Mann traf. Ich mag meine Fertigkeiten und meine Arbeit. Aber wir sind beide Freiberufler, beide auf Aufträge angewiesen, haben beide auftragsabhängig ein unregelmäßiges Einkommen, haben laufbahn- und lebensverlaufbedingt (noch) keinerlei Altersvorsorge und können nie in Elternzeit gehen, außerdem zahlen wir hier in Deutschland Monsterpreise für die Krankenversicherung. Im Moment geht es uns finanziell gut, aber wir wissen nie, wie lange das so bleibt. Und jetzt hätten wir gerne ein Kind. Viel Zeit bleibt mir biologisch auch nicht mehr.
Hat irgendwer Erfahrungen mit so einer (ähnlichen) Situation?
Antworten
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24.02.2016, 11:29
Finanzielle Sicherheit und Stabilität
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24.02.2016, 11:36
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Schade ich hätte dir gerne eine PN geschickt.
Hm also ich kann dir nur sagen das ich es nicht so sehe.
Und 100% oh sicher kann sich niemand sein. Ein unbefristeter Vertrag heißt nicht das man nicht rausfliegen kann.
Und dann gibt es auch Mittel und Wege.
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24.02.2016, 11:38Inaktiver User
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Ganz ehrlich, ich würde einen Kinderwunsch nicht unbedingt von Geld abhängig machen.
Es kommt vielmehr darauf an, mit wie wenig Geld ihr auskommen könnt und welche Ansprüche ihr an euren Lebensstandart habt, ohne Depressionen zu bekommen. Ich nehme an, dass Miete, Versicherung und Lebensmittel von einem Gehalt gedeckt werden können.
Alles andere wie Kleidung, Spielzeug usw. kann man sehr teuer aber auch sehr günstig, sprich gebraucht bekommen. Oder selber machen. Typsache.
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24.02.2016, 11:44
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Ich glaube, die moisten hier empfinden es nicht als absolute Voraussetzung zum Kinderkriegen, dass man eine feste und gut bezahlte Arbeit hat. Es erleichtert aber halt vieles. Alleine das Thema Elternzeit: es ist wahnsinnig anstrengend, wenn man quasi direct wieder arbeiten muss. Wäre es den möglich, dass einer von Euch eine Festanstellung annimmt? Kann einer von Euch genug verdienen, so dass der Andere für ein Weilchen zu Hause bleiben kann oder kürzer treten kann?
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24.02.2016, 11:52
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Whoops, genau das hab ich gerade im anderen Thread geschrieben. Ich glaube, es kommt auch einfach drauf an, was man fuer ein Sicherheitsbeduerfnis hat, und wie die generellen finanziellen Ansprueche an den Lebensstandard sind. Bei mir ist es eher die Sicherheit - und das ist zum Teil sicherlich uebertrieben und wuerde auch anders funktionieren. Ich hab das Gefuehl, wir sorgen uns hier zum Teil auch auf hohem Niveau, ich persoenlich erwische mich zumindest ab und an dabei.

Und dann kann man ja auch beliebig viel Geld fuer den Nachwuchs ausgeben - ich denke, mit ein bisschen Planung und genauen Ueberlegungen kann aber vieles auch in weniger gesicherten finanziellen Verhaeltnissen funktionieren. Mir persoenlich waere es wichtiger, den richtigen Partner zu haben, und sich einig zu sein, dass man es schon irgendwie hinbekommt.
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24.02.2016, 11:53
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Oh je, ich glaube, ich muss dich mal beruhigen! Zwar bin ich auch gut abgesichert. Ich bin verbeamtet, aber mein Mann ist selbstständig und muss natürlich auch immer am Ball bleiben. Elternzeit für meinen Mann ist also auch nicht drin, wir machen das klassische Modell: Mama bleibt für 1 Jahr Zuhause.
Aber ganz ehrlich, wer sucht sich seinen Beruf nach Möglichkeiten der Elternzeit oder der Vereinbarkeit von Beruf und Familie aus? Ich definitiv nicht. Ich habe das studiert , was mich interessierte und was mich erfüllte. Mit 20 dachte ich definitiv nicht an Familie! Ich bin sehr gerne Lehrerin, aber so gut -wie viele meinen- lässt sich das nicht mit Familie vereinbaren. Zwar arbeite ich nach der Elternzeit wieder Teilzeit mit weniger Stunden, aber alle Zusatztermine nach dem Unterricht habe ich auch. Das ist nicht wenig, so dass dann beide Kinder lang in der Kita angemeldet sind und ich sie -je nach Möglichkeit - mal früher oder später abhole. Bei Krankheit der Kinder stehen mir auch nur 4 Tage pro Kind zu. Da hat man bei manchen Krankheiten echt ein massives Problem. Unterstützung habe ich auch nur durch eine Großelternseite. Also, so toll ist das bei uns auch nicht.
Macht Euch vorher Gedanken wie Ihr Krankheiten des Kindes auffangen wollt und wie die Kitamöglichkeiten bei Euch sind. Durch Basare und Freunde mit Kindern kann man viele Babysachen auch Secondhand bekommen. Man muss definitiv nicht alles neu kaufen. So halten sich die Neuanschaffungen auch im Rahmen.
Außerdem den richtigen Zeitpunkt für ein Kind gibt es nie!
Nur Mut!
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24.02.2016, 11:57Inaktiver User
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Ich finde auch nicht, dass ein unbefristeter Arbeitsvertrag auch mit Sicherheit gleichzusetzen ist. Bei Kündigungsfristen die heutzutage teilweise 4 Wochen zum Monatsende bedeuten, frage ich mich wo die Sicherheit gegeben ist.
In Elternzeit kann man doch auch als Freiberufler gehen, Elterngeld gibt es dann doch auch? Und ich denke nicht, dass wenn du 6 Monate in EZ bist, du nie wieder Aufträge bekommst.
Wenn eure Aufträge sowieso unregelmäßig sind, könnt ihr das dann nicht auch ein wenig steuern? Ich kann es gerade nicht so gut erklären. Macht ihr beide das gleiche? Könntet ihr das nicht gemeinsam so steuern, dass dann immer nur der eine die Aufträge bekommt? Klingt wirr, ich muss mich mal entwirren...
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24.02.2016, 11:57
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24.02.2016, 11:59
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Müsstest du sofort nach der geburt wieder arbeiten?
Ich würde versuchen vorher eine festanstellung zu bekommen. Einfach weil es sonst extrem anstrengend werden kann ohne elternzeit.
Ich bin in sehr bescheidenen verhältnissen groß geworden, hat mir nicht geschadet. Allerdings hätte ich bedenken was die altersvorsorge betrifft. Könnte das mal aufs kind zurückfallen? Das würde ich nicht wollen.
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24.02.2016, 12:00
AW: Finanzielle Sicherheit und Stabilität
Liebe TE,
ich habe überhaupt keine Voraussetzung erfüllt. als ich meine erste beiden Kinder bekam.
Ich kannte meinen Partner erst wenige Wochen, war erst 22 Jahre alt, noch in Probezeit, hatte keinen Kinderwunsch.
Nur die Finanzen waren in Ordnung und gesichert.
Als Beamte war und bin ich noch nicht einmal kündbar. Das kann ich ja nun auch nicht verleugnen.
Ich stimme dir insoweit zu, dass es sich manchmal so liest, als müsse man hohe Hürden überwinden, um sich einen Kinderwunsch zu erfüllen und tausende Voraussetzungen schaffen.
Ist nicht so, kann ich dir versichern....


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