Hallo liebe Community,
ich bekomme in drei Monaten mein erstes Kind und bin langsam genervtvon meiner Hebamme und der Häufigkeit, in der ich momentan auf das Thema Homöopathie während der Schwangerschaft stoße.
Fakt ist, ich glaube nicht an eine Wirkung von Homöopathie, die über den Placeboeeffekt hinaus geht. Ich sehe das ganze eher als Hokus-Pokus. Ich will auch keine Diskussion losbrechen, ob, wann und wem Homöopathie alles schon geholfen hat.
Aber in der Schwangerschaft kann man dieser (und anderen alternativen Heilmethoden) fast gar nicht aus dem Weg gehen.
Die Hebi letztens im Geburtsvorbereitungskurs: "Nein, die Plazenta werden wir nicht essen. Aber wenn wir uns Kügelchen draus machen lassen, DAS ist dann was anderes."Ich musste laut lachen, denn meine Schwester (Apotherkerin) erzählte mir vor einer Woche, dass Frauen wirklich Teile ihrer Plazenta mitbringen und abgeben, um daraus Globuli machen zu lassen. Ich fand das so witzig und abgedreht.(Und nein, ich möchte keinen angreifen, der das macht, jedem das seine).
Ich fand einen guten Artikel in der SZ (Globulisierung des Kreißsaals), der mir aus der Seele spricht. Ich verteufele die Homöopathie nicht, es sei denn, es ist wirklich was ernstes und man lässt sich deswegen nicht "richtig" behandeln und suche einfach Frauen, denen es genauso geht/ging und möchte wissen, wie ihr damit umgegangen seid.
Habt ihr euch darauf eingelassen nach dem Motto wird ja schon nichts schaden?
Habt ihr deutlich kommuniziert, dass ihr das nicht möchtet?
Wart ihr auch so genervt von dieser omnipräsenten "sanften" Heilmethode in der SS?
Danke für eure Erfahrungen![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 130
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20.01.2016, 11:24
Schwangerschaft OHNE Homöopathie
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20.01.2016, 11:33
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Sag doch einfach freundlich, aber bestimmt, dass Du von Homöopathie nichts hältst und sie auch nicht ausprobieren möchtest.
May you be surrounded by friends and family,
and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.
Leonard Cohen
Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
Erich Kästner
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20.01.2016, 11:39
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Ich hatte Glück, irgendwie hat mich keine Hebamme jemals übermäßig mit Homöopathie behelligt, weder beim ersten noch beim zweiten Kind.
Ich denke gerade ganz intensiv nach, aber nein, ich kann mich wirklich nicht daran erinnern. Es ist aber auch möglich, dass ich bei irgendwelchen Empfehlungen einfach drüber hinweggehört und das innerlich abgehakt habe. Dass mir jemand direkt was geben wollte, daran kann ich mich nicht erinnern.
Im normalen Alltag sage ich, wenn es um Homöopathie geht, immer: "Sorry, aber ich glaube nicht an Homöopathie" und dann ist schon Ruhe.
Was mich allerdings tierisch genervt hat, war, dass einem die Apotheker in der Schwangerschaft nicht mal harmloses Zeug wie Rennie (gegen Sodbrennen) oder Dolo-Dobendan (gegen Halsschmerzen) verkaufen wollten. Das hat mich richtig sauer gemacht.
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20.01.2016, 11:45
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Jenseits aller Nutzendiskussionen: was ist die Alternative?
Für Schwangerschaftswehwehchen (und später beim Neugeborenen zum gewissen Teil auch) kann und will man oft nichts schulmedizinisches nehmen/geben (wobei auch in der klassisch-pharmazeutischen Medizin der Placeboeffekt nicht zu unterschätzen ist) und Hausmittel haben nicht selten einen ähnlich geringen Effekt bzw. einen, der ausschließlich auf die Placebowirkung zurückzuführen ist.
Oft geht es nur um die Beruhigung der Nerven, das Gefühl, etwas unternommen zu haben - und wenn das klappt, dann ist das doch prima.
Wenn ich das für mich nicht will, dann sage ich das und gut ist - solange bis der Leidensdruck überhand nimmt und ich alles probiere, um das Problem loszuwerden.
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20.01.2016, 11:47Inaktiver User
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Ich habe mir damals mehrere Hebammen angeschaut und schon beim Kennenlerngespräch gesagt: Homöopathisches nehme ich nicht. Wenn die Hebamme dann komisch guckte, wusste ich gleich: das wird nichts mit uns. Mit einer sprach ich kurz über Kopfschmerzen in der Schwangerschaft und merkte, dass ihr außer Globuli nichts zu dem Thema einfiel. Auch beim Vorbereitungskurs habe ich mir einen ausgesucht, bei dem kein Wert auf alternative Themen gelegt wurde (es war überhaupt eine sehr naturwissenschaftlich geprägte Runde - und außer mir und der Hebamme waren alle promoviert, wenn ich mich recht erinnere
).
Aber du kannst dir schon mal ein dickes Fell zulegen. Auch in Kita und Kindergarten kommt das Thema immer mal wieder auf den Tisch. In unserer Kita wurden zb bei Insektenstichen gerne Globuli verteilt, denn echte Medikamente dürfen Erzieher nicht verabreichen. Andere Mütter werden dir homöopathische Hustensäfte/Zäpfchen/Tabletten für und gegen alles mögliche empfehlen. Lass es an dir vorbeistreichen. Bei den allermeisten kleinen Kinderwehwehs helfen kühlen, kuscheln und "Heile, heile Segen" singen am besten.
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20.01.2016, 11:48
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Sie haben da ja eine gewisse Verantwortung, insofern ist das verständlich.
Aber ärgerlich ist es doch.
Ich bin glücklicherweise auf Apotheker gestoßen, die die übliche Warnung aus dem Beipackzettel "es gibt keine Studien, in Schwangerschaft und Stillzeit sorgfältige Abwägung von Risiko und Nutzen durch einen Arzt" als das verstanden haben, was sie ist: eine Rückversicherung des Herstellers.
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20.01.2016, 11:49Inaktiver User
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Das ist ja das Problem: Wenn man nicht dran glaubt, hat man nix vom Placebo-Effekt. Ich sag darum immer: "Ich glaube nicht an Homöopathie, und sie hilft ja leider nur, wenn man daran glaubt."

Ansonsten fand ich Embryotox sehr hilfreich, was zb Schmerzmittel in der Schwangerschaft anging.
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20.01.2016, 11:50
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Ha, ja, das ist so nervig....meine GVK Hebamme hat uns an einem Abend gesagt, wir sollen nächstes Mal was zum Schreiben mitbringen, damit sie uns 10 homöopathische Sachen diktieren kann, die wir unbedingt besorgen müssen: Ich hatte als Einzige nichts zu schreiben mit
Im Kreissaal hab ich anfangs mal kurz geheult, weil alle total hektisch rumrannten und einen auf Risikogeburt und Kaiserschnitt machten. Da hat mir die Hebammenschülerin Rescue Tropfen in den Mund geträufelt....aber da war ich einfach zu willenlos, um mich zu wehren. Aber schadet ja auch nix....hilft nur leider auch nicht.
Historia: Mir ging es in der Apotheke genauso und ich war auch echt genervt! Ich kann das nämlich berufsbedingt ganz gut selber bewerten
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20.01.2016, 11:57
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Nichts nehmen oder wie hier schon erwähnt bei Kindern: kuscheln, auf die Wunde pusten und Pflaster drauf.
Eine absolut negative Seite der Homöopathie ist nämlich, dass direkt irgendetwas eingeworfen wird. Bei mir selbst ok, aber was für eine Mentalität gebe ich denn da bitte an meine Kinder weiter? Dass man für jeden Piep was einwerfen muss. Die Pharmafirmen danken.
Ich hab nicht eine einzige Tablette bisher eingenommen, Kopfweh hat mir mein Freund wegmassiert. Es ist gar kein Problem für mich, mal etwas durchzustehen. Und Wehwehchen stehe ich eben durch und esse keinen Milchzucker dagegen.
Aber genau darüber wollte ich nicht diskutieren. Ich fühle mich mittlerweile einfach schon als Exotin, weil ich dem nichts abgewinnen kann und bin froh, dass es doch noch Menschen gibt, die genauso denken.Geändert von MissMangan (20.01.2016 um 11:58 Uhr) Grund: Fehlerteufel
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20.01.2016, 11:58
AW: Schwangerschaft OHNE Homöopathie
Ja, wer nicht glaubt, der nimmt halt keine Kügelchen.
Aber hier war ja öfter von Hebammen und GVK usw. die Rede, da sitzen bei 10 Schwangeren vielleicht 2 homöopathiekritische Naturwissenschaftlerinnen, die mit Homöopathie nichts am Hut haben, 2 patchouliumwehte esoteriküberzeugte Batikkleidträgerinnen, die seit Jahr und Tag ausschließlich mit Homöopathie behandeln und 6 Frauen, die ihrer Überzeugung gemäß irgendwo dazwischen stehen bzw. gar keine Überzeugung haben.
Für die letzteren sind die vielen Kügelchenratschläge, Moxen, Tees und was es nicht noch alles gibt unter den genannten Bedingungen ggf. hilfreich.
Den Faktor Verunsicherung würde ich nicht unterschätzen: die Angst, Verunsicherung und Sorge vieler Schwangerer, das Bestreben, alles gut und richtig zu machen und daraus resultierend der Drang, überhaupt etwas zu machen/zu unternehmen. Da haben die Kügelchen einen ganz guten Placebo-Effekt im wortwörtlichen Sinn, einfach weil man sie nehmen kann.


von meiner Hebamme und der Häufigkeit, in der ich momentan auf das Thema Homöopathie während der Schwangerschaft stoße.
Ich musste laut lachen, denn meine Schwester (Apotherkerin) erzählte mir vor einer Woche, dass Frauen wirklich Teile ihrer Plazenta mitbringen und abgeben, um daraus Globuli machen zu lassen. Ich fand das so witzig und abgedreht.(Und nein, ich möchte keinen angreifen, der das macht, jedem das seine).
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