Hallo in die Runde,
ich überlege schon seit längerem mal einen eigenen Thread aufzumachen. Jetzt ist es soweit. Thema: Babyschlaf. Präziser: der Schlaf meines Babys.
Im Mai dieses Jahres habe ich mein erstes Kind, eine Tochter, zur Welt gebracht. Schlafen war von Anfang an unser Thema. Ich weiß, die erfahrenen Mütter unter euch werden sich (und im Anschluß mir) sagen, daß ich nicht die Erste und bei weitem nicht die Letzte bin, die daran verzweifelt, da unruhiger Babyschlaf und nächtliches Erwachen und Stillen einfach natürlich sind.
Nach den schwierigen ersten Wochen habe ich das auch eingesehen, habe mir gedacht, nicht mehr rumzuprobieren, was Ratgeber X oder Pekip-Mutti Y sagt, sondern die Lage einfach als gegeben hinzunehmen, mich damit zu arrangieren und lieber die Zeit mit meinem Kind zu genießen. Das geht mal besser, mal schlechter. Aber momentan stoße ich einfach an meine Grenzen.
Ich beschreibe mal ganz kurz zusammengefasst die bisherige Geschichte unseres Babyschlafs: Das Kapitänchen hat von Anfang an unruhig geschlafen, hat sich hin- und hergeschmissen, dazu die unmöglichsten, verrücktesten Geräusche gemacht und wollte alle anderthalb bis zwei Stunden was trinken. Nach dem wir beim Ostheopathen waren, hatte sich immerhin die nächtliche Zappelei und die (mitunter richtig laute) Geräuschkulisse erledigt - das nächtliche Trinken blieb bei dem Rhythmus. Irgendwann funktionierte das im Liegen Stillen und vorerst war alles gut. Nun habe ich seit einiger Zeit aber das Gefühl, daß mich das Stillen immer mehr auslaugt. Mir tun morgens nach dem Aufstehen erstmal alle Knochen weh und ich fühle mich wie verkatert. Kopf- und Gliederschmerzen sind nun mein ständiger Begleiter und Rücken habe ich auch (damit hatte ich aber schon vorher Probleme, das merk ich kaum noch...)
Seit drei Wochen sind die Nächte einfach unterträglich furchtbar! Sie wacht auf, weint sofort, lässt sich kaum beruhigen, schläft wieder ein für fünf Minuten bis eine Stunde (wenn ich viel Glück habe), wacht wieder auf, weint usw. usf. Irgendwann zwischen zwei und fünf Uhr hat sie dann eine Phase in der sie nur weint. Weint, weint, weint, ca. eine Stunde lang.
Mittlerweile habe ich keine Ahnung mehr, woher ich tagsüber die Energie nehme, meinen Tag zu gestalten und zu leben. Meine Erschöpfung ist grenzenlos. Ich habe seit Geburt keine zwei Stunden mehr zusammenhängend geschlafen, manchmal komme ich nur auf vier bis fünf Stunden fraktionierten Schlafs in der Nacht (und die Zeit im Mutterschutz war durch verschiedenste Malaisen auch nicht mehr das gelbe vom Ei). Leider begreife ich jetzt erst, daß die Kleine in der Zeit zwischen Osteopath und vor drei Wochen eigentlich sowas wie gut geschlafen hat, sie wachte zwar oft auf und wollte gestillt werden, das ging aber irgendwann im Halbschlaf und dazwischen war Ruhe, seufz.
Mir ist klar, daß es DEN ultimativen Tip nicht gibt. Mir ist auch klar, daß ein Baby nicht durchschläft. Mir ist klar, daß ein Baby verschiedenste Entwicklungs- und Wachstumschübe durchmacht. Aber ein bißchen mehr Ruhe wäre ein Traum. Seit sieben Monaten sage ich mir: das ist nur eine Phase, es wird bald besser, oooohm! Als Erstmutter mache ich vielleicht doch irgendwas falsch? Vielleicht hat die ein oder andere doch einen Rat? Oder kann mir Mut machen, damit ich durchhalte? Oder mich anderweitig aufmuntern? Oder ich nutze diese Stelle hier, um einfach mal ordentlich zu jammern![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 100
-
03.12.2015, 20:08
Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
-
03.12.2015, 20:18Inaktiver User
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Zu allererst: du machst nichts falsch!
Babys machen in den ersten Wochen komische Geräusche im Schlaf. Und viele, gerade Stillbabys, wachen nachts oft auf. Und Schreiphasen sind keine Seltenheit, wenn ein Baby müde ist und nicht einschlafen kann.
Wie ist es denn tags, eher gut drauf oder eher müde? Wieviel Stunden schläft es tags?
Gegen Rückenschmerz empfehle ich Yoga - stillen kann je nach Position Verspannungen verursachen. Beim stillen selbst immer mal überprüfen, ob man schief sitzt oder irgendeinen Muskel anspannt.
Kann dir dein Partner dann und wann eine Nachtschicht abnehmen, ggf mit Fläschchen?
Ansonsten: Alles wird gut... Irgendwann.
-
03.12.2015, 20:55
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Danke für die schnelle Antwort!
Tagsüber ist sie total freundlich und fröhlich. Es muß so auffällig sein, daß ich schon oft drauf angesprochen wurde. Schlafen will sie weniger, meist sind es zwei Schläfchen à 30 Minuten - manchmal ist der Nachmittagsschlaf auch etwas länger (so wie heute, wir haben zu zweit fast eine Stunde geschlafen - ein Traum!).
Wir haben vor ca. 3 Monaten ein Abendfläschchen eingeführt. Das kriegt sie von ihrem Vater und danach bringt er sie ins Bett. Nachts Fläschchen zu geben will ich (bislang) nicht. Die Angst ist zu groß, daß sie dann nachst alle 2 Stunden eins einfordert. Da stille ich lieber. Die Stillposition überprüfen sollte ich wirklich mal. Nachst versuche ich einfach eine halbwegs bequeme Position zu finden, schiebe mir das große Stillkissen in den Rücken und versuche schnell wieder wegzudösen. Yoga oder Pilates hatte ich schon ein paar mal im Auge, bin aber noch nicht weiter gekommen mit Plänen in diese Richtung. Ich werde es mal mit meinem Mann besprechen, falls ich irgendwo einen Abendkurs finde. Es gibt ein paar Kurse mit Baby, aber wenn, möchte ich dann sowas gleich für kindfrei nutzen.
Wir hatten keinen einfachen Start, wir drei. Ich war ziemlich angeschlagen von der Geburt und das Zusammenwachsen als Familie hat lange drei Monate gedauert, war von viel Streit und Unglücklichsein geprägt. Manchmal, wenn ich wieder so müde und einfach nur den Tränen nahe bin, frage ich mich schon, was das für Auswirkungen auf das Wohl meines Kindes hatte. Es ist so niederschmetternd, wenn das Kind so viel weint, wo ich es doch einfach nur über alles liebe, immer versuche mein Bestes zu geben und trotzdem dann nicht anders kann, als zu denken, ich genüge nicht
-
03.12.2015, 21:04
-
03.12.2015, 21:19
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Kommt deine Tochter seit sieben Monaten im zwei Stunden Rhythmus und hat Hunger oder nur phasenweise? Hat sie einen Schnuller?
Wir hatten das Problem anfangs auch mit dem Rhythmus. Leider hat es mit dem stillen nicht auf Dauer geklappt. Nach etwa zwei Wochen Fläschchen nachts wurde der Rhythmus immer länger. Bevor du komplett an deine Grenzen kommst, versuche das mit der Flasche nachts doch einfach mal?! Oder biete ihr auch mal nur Wasser oder Tee an. Vielleicht ist das auch Gewohnheit. Das ändert vielleicht nichts an dem schreien nachts aber so kann dein Körper vielleicht etwas Kraft tanken wenn du nicht so oft stillst. (Nur aufpassen wegen milchstau-ich hatte sechs in neun Wochen!)
-
03.12.2015, 21:24
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Oh, auch etwas zum drüber nachdenken. Danke! Bei der letzten Kontrolle war alles in Ordnung, die war aber im Juni. Ich nehm ab und an einen Tropfen Vigantol, hatte mir die Hebamma in der Rückbilung gesagt und habe mir Mama A-Z Vitamine aus dem DM geholt. Ich weiß, kein Ersatz für ausgewogene Ernährung - denn die ist in der Tat sehr grottig bei mir. Ich esse tagsüber oft wenig, haue dafür abends ordentlich rein und dann sehr fettig, salzig und Süßkram hinterher. Ab und an lege ich auch ne Nachtschicht ein und verputze mehrere Müsliriegel oder ne Tafel Schokolade. Trotzdem bin ich schon etliche Kilo unter meinem Vor-Schwangerschafts-Gewicht. Nährstoffmangel, ick hör dir trapsen.
-
03.12.2015, 21:35
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Regenbogen: Sie hatte die ersten fünf, fast sechs Monate tatsächlich alle zwei Stunden Hunger. Dann wurde der Hunger nachts etwas besser, die Aufwachfrequenz blieb. Einen Schnuller nimmt sie nicht, gleiches gilt für Wasser und Tee (auch tagsüber nicht). Momentan stille ich sie ungefähr alle drei Stunden, würde ich schätzen. Dann sind meine Brüste aber auch echt schon ganz schön schwer und es wird höchste Eisenbahn.
Wie ist das bei Dir? Gibst Du jetzt nachts die Flasche und tags stillst Du? Ich hab so gekämpft ums Stillen am Anfang, ich kann mich mit dem Gedanken nicht anfreunden, immer mehr auf Flasche umzustellen
-
03.12.2015, 21:35
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Liebe puabi,
Das klingt heftig! Hut ab dass du das schon 7 Monate durchhältst - das hätte ich niemals geschafft.
Mir ist bei deinem Bericht eines aufgefallen - deine Kleine scheint tagsüber wenig zu schlafen. 2x 30 Minuten finde ich sehr sehr wenig in dem Alter, wobei das natürlich auch von Kind zu Kind verschieden ist. Kann es sein dass sie übermüdet ist und daher so schlecht schläft? Eine liebe Freundin aus der Bri hat mir mal den Spruch gesagt "Sleep creates sleep". Angeblich soll der Nachtschlaf besser werden wenn der Tagschlaf besser ist - so paradox sich das anhört, aber bei uns ist das tatsächlich so.
Was hier half, um die Tagesschläfchen zu verlängern: dazulegen, Bett vorwärmen bzw. sicherstellen dass dem Kind nicht kalt ist, sichstellen dass Kind keinen Hunger hat, Bett kuschelig gestalten ...
In der Nacht könntest du evtl. aufhören, so oft zu stillen. Kann dein Mann übernehmen? Ich habe bei meinen Kindern ab einem gewissen Alter (8 Monate) die nächtlichen Stillmahlzeiten reduziert, sprich, eine Mahlzeit wurde gestrichen. Ich habe dann statt um Mitternacht, 3h und 6h nur mehr um Mitternacht und um 6h gestillt. Das Aufwachen um 3h hat mein Mann übernommen, der das Kind herumgetragen hat bis es wieder einschlief. Nach wenigen Nächten (4 oder 5) wachte das Kind nicht mehr auf.
Wenn bei euch der Rhythmus alle 1,5 bis 2h ist denke ich dass deine Tochter nicht verhungert, wenn du eine Mahlzeit auslässt. Falls dein Mann mitzieht könnte er dich so ein bisschen entlasten - und du könntest ein bisschen Verantwortung abgeben.
Die Schmerzen die du hast würde ich eher auf deinen allgemeinen Erschöpfungszustand als auf das Stillen zurückführen. Aber ein Arztbesuch ist bestimmt nicht verkehrt.
Alles Gute
-
03.12.2015, 21:40
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Dass sie so schlecht schläft liegt nicht an Dir! Das zu allererst, es klingt nämlich gerade so, als würdest Du Dir Vorwürfe deshalb machen. Das ist nicht nötig. Kann es sein, dass die ersten Zähnchen drücken? Das hatte bei uns schreckliche Nächte zu Folge, oder eigentlich immer, wenn das Gehirn den nächsten upload geladen hatte. Wenn dann plötzlich sitzen/stehen/drehen etc ging, waren die Nächte auch wieder weniger schlimm. Richtig gut sind sie auch immer noch nicht, mit knapp 19 Monaten. Nicht um Dir Angst zu machen, aber dass man schlecht schläft, ist leider mit Baby eher die Regel als die Ausnahme. Mache einen Mittagsschlaf, wenn Du kannst. Der Bügelkorb ist unwichtig.
-
03.12.2015, 21:49
AW: Baby 7 Monate: Schlaf, Stillen und Müdigkeit
Hallo ninette,
ja, die Kleine schläft wirklich wenig. Ich achte schon sehr auf Müdigkeitsanzeichen, aber sie ist wirklich ein sehr waches Kind! Da kommt sie genau nach ihrem Vater. Wenn ich da an die Geschichten denke, die mir die Schwiegermutter schon erzählt hat, will ich nicht wissen, wie ich in drei Jahren aussehe...
Wurde mir auch schon gesagt und ich finde, das klingt auch plausibel. Sie müssen soviel verarbeiten in dem Alter, das geschieht im Schlaf. Wenn man also tagsüber genug schläft und sozusagen vorverarbeitet hat, dann schläft es sich nachts besser. Aber was tun, wenn das Kind einfach nicht müde ist?! Ich würde mir nen Ast freuen, wenn ich mich jeden Tag mit ihr nachmittags eine Stunde gemeinsam hinlegen könnte!"Sleep creates sleep".
Wir reden immer mal drüber. Meinte meine Hebamme auch: Vater übernimmt die Nacht und Mutter schläft. Mutter übernimmt den Tag, Vater schläft. Sie sagte aber auch, daß sie bei Kinder unter einem Jahr nicht garantiert, daß es klappt (mit dem besser und länger schlafen des Kindes). Ihrer Erfahrung nach würde es ab einem Alter von rund 1,5 sicher klappen.In der Nacht könntest du evtl. aufhören, so oft zu stillen. Kann dein Mann übernehmen?
Wenn Du sie sehen würdest, wäre das letzte, was Dir einfällt "verhungern"Wenn bei euch der Rhythmus alle 1,5 bis 2h ist denke ich dass deine Tochter nicht verhungert, wenn du eine Mahlzeit auslässt. Falls dein Mann mitzieht könnte er dich so ein bisschen entlasten - und du könntest ein bisschen Verantwortung abgeben.
Mein Mann würde bei allem mitziehen, was mir helfen kann!!! Bis vor drei Wochen hatte sie ja diese nächtlichen Schreiphasen nicht! Bis dahin dachte ich mir: ich stille sie lieber alle zwei Stunden, denn das ist für mich erträglicher, als sie trösten und das Weinen ertragen zu müssen. Das muß ich wohl überdenken, wenn es sich nicht bald ändert...
DankeAlles Gute


Zitieren

