Liebe Mamas,
ich bin seit September Mama eines gesunden Jungen. Ich empfinde die erste Zeit als sehr hart und fühle mich oft allein. Allein nicht im Sinn von ohne Unterstützung, sondern ohne Verständnis. Mein Sohn ist ein anstrengendes Kind. Er hat von Geburt an mehr geschrien als andere Babies und brauchte viel Nähe. Das war für mich überraschend und durch ständiges Hinterfragen durch Außenstehende und auch meinen Mann wurde ich immer angespannter: Warum schreit er denn? Warum schläft er nur auf dem Arm? Warum trägst du ihn dauernd? Warum stillst du jetzt schon wieder?
Unser großes Problem ist neben Blähungen/Bauchweh die abendliche Schreistunde und das Einschlafen: irgendwann zwischen 16 und 18 Uhr beginnt das Weinen. Er lässt sich kaum beruhigen, meistens dehne ich den Tag noch bis 18:30 Uhr aus, um noch mit meinem Mann zu sprechen (trage ihn dabei rum). Dann ist das Einzige, was ihn wirklich zur Ruhe bringt, ins dunkle und ruhige Schlafzimmer, Baby pucken und bei ihm bleiben bis er gegen 20/21 Uhr schläft. Leider ist das Zimmer im oberen Stockwerk und wenn ich zu lange unten bin, wacht er auf. Also TV oder essen mit meinem Mann geht nicht. Ich lese viel und schlafe auch oft einfach ein. Also sitze ich seit 9 Wochen abends im Schlafzimmer. Ich würde auch abends keinen Babysitter holen, von wem könnte man das verlangen ohne abgestempelt zu werden?
Jetzt ist er 9 Wochen alt und nun kommt noch sein Bauchweh hinzu, wenn er Stuhlgang hat. D.h. er schreit oft schon ab morgens mehrmals über den Tag, ich massiere ihn und trage ihn rum. Organisch ist er gesund. Der Ostheopath sprach von einer Regulationsstörung, was ich auch denke. Er schläft tagsüber nur mit viel Hilfe ein und dann nur kurz. Mein größtes Problem dabei ist, dass ich nichts von meinem Mann habe und er nichts von mir und dem Baby. Entweder er kümmert sich um unser Baby oder ich bzw meistens kümmere ich mich ums Baby und er um liegen gebliebene Hausarbeit.
Außerdem habe ich Angst, das Kind mitzunehmen zum Einkaufen oder u Freunden. Denn wenn er dort einen Schreiausbruch bekommt geht oft gar nichts mehr (wir mussten 2 Besuche und 1 Einkauf deshalb abbrechen und seither keine mehr geplant). Denn scheinbar schreit nur mein Kind und selbst Freunde mit Kindern und auch meine Schwiegermutter fragen ständig nur, was er habe und ob ich nicht zum Arzt wolle etc. Manchmal würde ich am Liebsten sagen, ich hab keine Ahnung was er hat, er ist gesund, aber er schreit halt. Gute Ratschläge machen mich nur noch wütend, ich würde gern einmal eine andere Mutter treffen, die auch einen schwierigen Alltag mit Baby hat und nicht immer mitleidig angeschaut werden. Ich weine im Moment viel deshalb.
Wo sind dieses Mütter? Kann mir jemand Mut machen? Geht diese Zeit auch vorbei?
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 35
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10.11.2015, 08:21
Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Geändert von nenipa (10.11.2015 um 08:51 Uhr)
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10.11.2015, 08:36
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
lasse bitte als erstes abklaeren ob dein kind gesund ist, oder ob ein koerperliches problem vorliegt, denn gegen kraempfe kann man auch etwas machen
und dann wendest du dich bitte schleunigst an eine schreiambulanz
ansonsten lasse dir helfen und nimm unterstuetzung an, denn du bist nicht alleine verantwortlich fuer euer kind
das kann auch jemand anderes betreuen, damit du entlastung bekommst
warum wird das kind wach wenn du zu lange unten bleibst im anderen stockwerk ?
du wirkst auf mich auch total verunsichert und extrem verkrampft im umgang mit dem baby, auch daran mußt du arbeiten, denn deine verkrampftheit und angespanntheit uebertraegt sich auch auf euer baby
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10.11.2015, 08:38
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
noch etwas, mache bitte absaetze in deinen text, er ist so kaum lesbar
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10.11.2015, 08:39
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Nenipa: Ja, diese Zeit geht vorbei. Mit jedem Monat wird es besser - und mit einem Jahr ist das "schlimmste" geschafft. So empfand ich es jedenfalls mit meinem schwierigen Septemberkind.
Weihnachten - also mit 3,5 Monaten - war er übrigens schon so wach und rege, dass er den Tannenbaum bestaunt hat und wegen der Lichter- und Glitterpracht am ganzen Körper vor Aufregung gezappelt hat. Das war so lustig - und so schön anzusehen.
Wenn dein Junge ähnlich gestrickt ist wie meiner, würde ich Tragetuch und Hüpfball (du wippst mit Baby auf dem Arm auf und ab) empfehlen. Wenn einer von uns mit dem Lütten auf dem Hüpfball gewippt ist, war sogar eine Unterhaltung zwischen mir und meinem Mann möglich.
Ich denke, du hast schon ein gutes Gespür für dein Baby entwickelt. Mach weiter so - und lass dir von Familie und Freunden "das Schreien ist doch nicht normal" oder "stillst du etwas SCHON wieder?" oder "warum legst du das arme Kind zum Schlafen nicht mittags in sein Bett?" nicht verrückt machen. Es gibt einfach Babys, die sind anstrengender als andere.
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10.11.2015, 08:46
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Wie oft musst du stillen? Unsere Maus hat zwar die Flasche bekommen, aber als mein Mann sie ein paar Stunden lang jede Stunde gefüttert hat, weil er schreien mit Hunger gleichgesetzt hat, hatte sie auch Bauchschmerzen. Ich plädiere hier auch nicht für Füttern nach Plan, aber ständiges Füttern, ob per Brust oder Flasche, stelle ich mir nicht gut vor.
Hast du schon einmal von "Wellcome" gehört? Die unterstützen im ersten Lebensjahr. Einfach mal googeln.
Hast du eine Hebamme? Vielleicht kannst du dir von dieser ein paar Tipps holen.
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10.11.2015, 08:53
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Ich finde unsereb Stillrhythmus mit 2 bis 3 Srunden gut. Viele im meiner Umgebung geben die Flasche nur alle 3 oder 4 Stunden und finden das zu oft.
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10.11.2015, 08:54Inaktiver User
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Oje, ich kann dich sehr gut verstehen - meine Tochter hat sehr, sehr viel geweint und ganz, ganz wenig geschlafen. Eine höllische Kombination

Ich habe mir ein Tragetuch besorgt. Da war das Kind immer dabei und ich hatte die Arme frei. Wenn du es richtig bindest, dann schlägt dir das auch nicht aufs Kreuz. Ich habe mir das von einer Trageberatung zeigen lassen.
Es ist völlig egal, was andere Leute denken. Gehe raus, ins Einkaufzentrum, spazieren, was auch immer. Sonst bekommst du einen Lagerkoller.
Beschaffe dir Hilfe. Schicke deinen Mann oder wen auch immer mit dem Kind spazieren. Kinderwagen oder Trage(tuch). Pfeife auf den Haushalt, leg dich hin und schlafe.
Und lass dir auch mit dem Stillrhythmus nicht dreinreden. Meine Tochter hat gaanz oft und ganz kurz getrunken. Es ist mehr Streß das ändern zu wollen, als es zu akzeptieren.
Und nochmal das Wichtigste - es ist egal, was andere Leute sagen! Ich wünsche dir viel Kraft!
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10.11.2015, 08:57
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Such dir bitte Hilfe in einer Schreiambulanz.
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10.11.2015, 09:00
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Wenn das Kind Verdauungsprobleme hat - und darauf deutet ja ein Teil der Schmerzen hin - solltest du versuchen, die Abstände zwischen den Stillmahlzeiten zu dehnen und die Brust nur explizit zum Trinken anbieten.
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10.11.2015, 09:00
AW: Alltag mit anstrengendem Baby meistern
Liebe TE,
ich stimme dem letzten Satz meiner Vorschreiberin zu:es gibt einfach Kinder,die anstrengender sind als andere..
Lass dich nicht irritieren (wenn gesundheitlich alles in Ordnung ist).
Von meinen 4 inzwischen erwachsenen Kindern waren 2 problemslos (Essen,Schlafen) und 2 ganz fürchterliche Schreier mit ganz lauten Stimmen.Das Schreien fremder Babys kam mir da immer wieder wie ein Säuseln vor.
Lass dir vor allem von der nächstgeneration nichts einreden-da ist oft ein schlechtes Gedächtnis. Wenn man evt nachfragt,war man selbst oder der Ehemann kein problemfreier Säugling-das wurde nur vergessen.
Blöd ist tatsächlich die ungestörte Kommunikation mit dem Ehemann-könntet ihr nicht abends zusammen mit Baby im KiWa einen Spaziergang machen?
Denk dran,die Bauchewh-Schreiphase geht vorüber.Schau,dass du bei Kräften bleibst.
Alles Gute Daphnia


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