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    Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Hallo zusammen,

    ich bin schwanger, noch ganz frisch, in der 5. Woche.
    Zur weiteren Info: Ich (30 Jahre) bin elf Jahre mit meinem Mann (36 Jahre) zusammen, davon ein Jahr verheiratet, bauen gerade sein Elternhaus um (meine Schwiegereltern haben sich ein kleineres Haus gekauft und sind ergo ausgezogen), in drei Wochen ist Einzug.
    Eigentlich habe ich mir geschworen, dass ich mich so wenig wie möglich im Internet tummel in der SS, da ich mich leicht verunsichern lasse und teils zuviel auf die Meinung anderer gebe und allen alles recht machen will.

    Nun möchte ich es mit diesem Thema aber dennoch versuchen, denn es beschäftigt mich doch sehr:
    Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit in meinem Job macht mir sehr zu schaffen.
    Ich habe direkt nach dem Abi ein duales BWL Studium gemacht und hatte seitdem, inkl. meines Studienbetriebs und meinem jetzigen AG, vier Arbeitgeber.
    Ich habe leider, dies aber unverschuldet, immer sehr viel Pech gehabt (Vorgesetztenwechsel und Streichung der Stelle, Insolvenz des Betriebes)
    Nun bin ich seit einem Jahr in einem sehr guten Betrieb im Gesundheitswesen, im Gegensatz zum vorigen AG gut bezahlt, mit guten Sozialleistungen und Betriebsrat.
    Meine Stelle (Assistentin der GL) ist unbefristet und (sorry wenn das jetzt etwas selbstherrlich rüberkommt) man war direkt sehr zufrieden mit mir und sagte, es käme allen vor, als wäre ich schon fünf Jahre im Betrieb.
    Auch ich fühle mich so.
    Ich denke, ich mache viel über normalen Einsatz, habe die Emails auf meinem privaten Handy um schneller agieren zu können, regel auch im Urlaub und bei Krankheit noch viel von zu Hause.
    Hier liegt auch der einzige Knackpunkt meiner Stelle, meine Vertretung war bis dato grauenvoll geregelt. Selbst ein Tag Urlaub war immer ein Kraftakt, da mein Platz hat zumindest für Telefon und „wenn´s brennt“ besetzt sein muss.
    Ich habe zwei Chefs, mit einem komme ich super klar, der sieht auch viel Potential in mir und nicht nur die Tippse. Er will, dass das Telefon in meiner Abwesenheit besetzt ist, damit die GL eben immer erreichbar ist, macht aber andere Dinge größtenteils selbst, wenn ich nicht im Hause bin.
    Der zweite Chef ist total von der alten Schule, denkt, meine Position kann wie bei Aldi an der Kasse ständig besetzt sein und gibt selbst meinen Telefonvertretungen Aufgaben, die sonst nur ich mache. Und wundert sich dann und ist empört, dass es zu Fehlern kommt.
    Viel Neuerungen, die ich eingeführt habe (Vorbereitung und Erstellung von Sitzungsunterlagen) versteht er technisch nicht und pfuscht mir vieles kaputt, weil er es dann selbst macht und die technischen Kniffe nicht kennt.
    Ich sitze da also etwas zwischen den Stühlen, was mein „toller“ Chef auch stets so sieht und mir hoch anrechnet, wie ich das schaffe.

    Vor all diesen Hintergründen habe ich nun aber wahnsinnig Angst vor der Bekanntgabe meiner SS.
    Vielleicht denken einige von euch: Warum hat sie denn dann nicht noch gewartet mit dem schwanger werden?
    Aber diese Situation wäre auch in zwei Jahre keine andere gewesen.
    Ferner haben wir es echt nicht drauf angelegt, nur einfach mal die Verhütung weggelassen.
    Ich habe eine leichte Gelbkörperschwäche, die sich aber zum Schluss ganz gut eingependelt hatte und mein Mann hat ein urologisches Problem (Pendelhoden)
    Deswegen hatten wir nicht gedacht, dass es direkt klappt und wollten einfach ohne Druck an alles rangehen.
    Ferner denke ich, dass wir schon in dem Alter sind, um an Kinder zu denken.
    Zumal ich gerne zwei Kinder hätte, aber mit einem etwas größeren Abstand (drei bis vier Jahre).

    Ich hatte erst gedacht, direkt nach dem Mutterschutz wieder auf 450€ Basis einzusteigen und dann gewisse Themen auch im Homeoffice regeln zu können.
    Für die Präsenzaufgaben müsste dann halt eine Vertretung her, wobei wir gerade eine feste Urlaubsvertretung gefunden haben, die auch einmal in der Woche zu mir kommt.
    Sie will in der Tat nur die Sekretariatsaufgaben machen, von daher ergänzen wir uns auch gut und man kann die Trennung gut im Bereich der Aufgaben realisieren.
    Im zeitlichen Bereich wird das ja oft schwierig.
    Ich könnte mir vorstellen, dass diese Kollegin auf für den Mutterschutz / die Elternzeit geeignet wäre.

    Nun merke ich aber jetzt schon, dass ich andere Prioriäten setze.
    Ich habe mich bis dato immer für meine AGs krum gemacht, viel Freizeit und Lebensqualität geopfert.
    Zunehmend denke ich, auch wenn ich die SS ansonsten sehr locker angehe: Jetzt bin ich mal dran.
    So dass ich mehr und mehr dazu tendiere, ein halbes Jahr nach der Geburt ganz zuhause zu bleiben, wenn auch erreichbar zu sein bei Rückfragen.
    Dann Einstieg auf 450€ wenn das Kind sieben Monate alt ist und nach einem Jahr wieder mit 30 Stunden arbeiten (letzteres war so oder so mein Plan)

    Ich bin einfach hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, meinen Job behalten zu wollen aber eben auch der Stimme in meinem Kopf (und Bauch!) die mir mehr und mehr sagt, dass ich mich mit Kind nicht mehr so aufreiben kann / sollte.
    Gibt es hierzu bei euch Erfahrungswerte?
    Hintergrund noch: Betreuung ist zu jeder Zeit gegeben.
    Bitte bleibt fair und sachlich, auch wenn ich für euch ein ganz anderes Modell ausgesucht habt / aussuchen würdet. Und natürlich freue mich auf das Kind, will dieses Thread nur eben auf das berufliche Thema fokussieren.

  2. Inaktiver User

    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Hm, GF-Assi als 450 Euro-Job? Wieviele Stunden sollen das denn sein?

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    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Hallo Scales,

    die 450€ direkt nach dem Mutterschutz oder nach sieben Monaten, und nur bis das Kind ein Jahr alt ist.
    Ab dann 30 Stunden / Woche.

    Sprich, die 450€ (fünf Stunden / Woche bei meinem Gehalt) nur als Überbrückung um in einem Jahr EZ nicht komplett raus zu sein.
    Es gibt durchaus Themen, wie die Vorbereitung regelmäßiger Sitzungen von Gremien, die ich dann von zu Hause machen könnte.

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    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Zitat Zitat von Fine1510 Beitrag anzeigen
    Hallo Scales,

    die 450€ direkt nach dem Mutterschutz oder nach sieben Monaten, und nur bis das Kind ein Jahr alt ist.
    Ab dann 30 Stunden / Woche.

    Sprich, die 450€ (fünf Stunden / Woche bei meinem Gehalt) nur als Überbrückung um in einem Jahr EZ nicht komplett raus zu sein.
    Es gibt durchaus Themen, wie die Vorbereitung regelmäßiger Sitzungen von Gremien, die ich dann von zu Hause machen könnte.
    Wenn Du eine zuverlässige Kinderbetreuung hast (Vater, Oma, Krippe), hört sich das doch nicht unrealistisch an. Ob es Dich dann völlig aufreibt, oder Du sogar froh bist, für ein paar Stunden aus dem Haus zu können, wirst Du dann immer noch sehen...

    Kann der künftige Papa Dich denn zeitlich unterstützen oder ist er ein totales Karrieretier? Wenn er nicht mehr als 40h arbeitet und ein bisschen flexibel ist, dann ist doch alles machbar (er bringt, Du holst ab, etc).

  5. Inaktiver User

    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Bei fünf Stunden würde mein AG sagen "Nee, dann bleib weg".

    Warum muss es überhaupt ein 450 Euro-Job sein und nicht normale Teilzeit?

  6. User Info Menu

    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Ist das eine Jahr Elternzeit für dich gesetzt? Sprich du willst erst danach "Richtig" wieder einsteigen mit den 30 Stunden?
    Wie sieht in deiner Region die betreuungslage aus, wenn du wieder mit 30 Stunden anfängst?

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    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Das mit der TZ direkt in der EZ habe ich auch schon überlegt.
    Aber:

    Ich habe in den vergangenen zehn Jahren privat recht viel durchlebt.
    Suizid meines ersten Freundes, Unfall, Koma, zwei Jahre Schwerstbehinderung und dann Tod meines Vater, vor zwei Jahren dann schwere Brustkrebserkrankung meiner Mutter.
    Das fing alles mit dem Studium an und zog sich bis zum letzten Jahr, meine Mutter ist gerade in der fünf-Jahres-Phase.
    Ich glaube, ich habe das alles recht gut gemeistert, aber eben auch viel Studium und Job priorisiert.
    Nun ärger ich mich zum Beispiel sehr, dass ich nicht noch mehr Zeit mit meinem Vater verbracht habe, als er aus dem Koma erwacht ist, denn nun bringt einem diese Zeit keiner wieder.

    Und ich habe halt Angst, dass es mir mit meinen Kindern mal genauso geht, wenn ich nicht die richtige Dosis finde.

  8. User Info Menu

    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Ich glaube: Jetzt bist du mal dran!

    Und wenn man ganz sicher Kinder will, sogar 2, ist es mit 30 Jahren keineswegs zu früh.

    Ja die lieben Chefs - solange es irgendwie alles klappt, sehen sie sich nicht veranlasst, mal eine ordentliche Vertretung zu organisieren, während der Babypause werden sie das müssen. Das ist ein Vorteil für dich, weil du dann zum Wiedereinstieg endlich eine gescheite Vertretung hast!
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


  9. Inaktiver User

    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Ich versteh das mit dem Minijob immer noch nicht, man kann doch auch 5 Stunden Teilzeit machen, wenn der AG das mitmacht.

  10. User Info Menu

    AW: Schwanger - Angst vor beruflicher Entwicklung

    Scales,
    da scheinst du dann mehr Fachwissen zu haben als ich.
    Klär mich mal bitte auf, wo der Unterschied /Vorteil zwischen TZ 5 Stunden / Woche oder dem Minijob mit 5 Stunden / Woche liegt?
    Für mich ist das alles Neuland.

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