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    Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Gestern ging es durch die Presse. Schwangere werden quasi überversorgt. Es werden viele Untersuchungen gemacht, die in den Leitlinien gar nicht vorgesehen sind.

    Mir war bewusst, dass es nur 3 US-Untersuchungen gibt, aber nicht, dass CTGs gar nicht zum Standard gehören, sofern die Schwangerschaft normal verläuft. Das hab ich erst vor wenigen Monaten erfahren, also lange nach meiner Schwangerschaft.

    Wie ist das bei Euch?

    Habt Ihr alles untersuchen lassen, was angeboten wurde? Oder habt Ihr auf bestimmte Sachen sogar verzichtet, die Standard sind?

    Ich selbst hab den Glucosetest verweigert; der war 2013 gerade neu als Kassenleistung hinzugekommen. Mir wurde der Weltuntergang prophezeit. Bis ich die Ärztin damit konfrontiert habe, dass der Suchtest zu viele falsch positive Ergebnisse bringt und mich das nur stresst. Sie stimmte mir zu und meinte, sie sei damit auch nicht glücklich.

    Allerdings hab ich US hinzu gebucht. Ich brauchte das für meine Sicherheit. Zudem haben wir das Ersttrimesterscreenig und den Organ-US machen lassen. Wir wollten auf eventuelle Erkrankungen einfach vorbereitet sein.

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Über diesen Artikel, der auf SPON und der WELT rumging, habe ich mich gestern schon gehörig geärgert. Zum einen werden hier von Krankenkassen Behauptungen aufgestellt, die keinerlei wissenschaftliche Untermauerung haben. Z.B. die Unterstellung, dass mehr Untersuchungen zu mehr Kaiserschnitten führen. Also, jemand, der nur halbwegs Ahnung von Kausalverläufen und Kausaltheorien hat, bekommt bei so einer "Schlussfolgerung" hektische Flecken, weil das so ohne beweisbare Zahlenlage absoluter Unsinn und unseriös ist.

    Ich weiß noch, als es vor ein paar Jahren hieß, die Krebsvorsorge ist nicht effektiv und zahlreiche Leistungen aus den Katalogen der Krankenkassen gestrichen wurden. Die hierfür angebrachten Studien sind unter Fachleuten aber mehr als umstritten. Jetzt hat man eben die Vorsorge als Einsparpotential entdeckt. Was kommt als nächstes?

    Die Techniker schüttelt ja immer wieder eine Studie aus dem Ärmel, nach der Ultraschalle nichts bringen. Liest man die mal durch, sind das Erkenntnisse, die aus den frühen 90er Jahren kommen, also mit der modernen Schalltechnik so viel zu tun haben wie ein Mops mit einem Rennpferd. Noch in den 80ern (!!) war in Deutschland die Sterblichkeitsquote für Kinder im Mutterleib wohl führend unter den Industrieländern. Gott sei Dank ist dies heute anders. Ich habe im engsten Freundeskreis schon drei Fälle, bei denen eine gefährliche Unterversorgung auf den letzten Metern mit CTG erkannt werden konnte. Die Kinder würden wohl sonst heute nicht existieren...

    Wenn die Ärzte ihre Patienten hinsichtlich von IGEL Leistungen unter Druck setzen, ist das sicher unter aller Sau. Und ich wundere mich auch sehr, dass es Gynäkologen gibt, die bei jeder Untersuchung standardmäßig einen Schall anbieten, auch bei völlig normalen Schwangerschaftsverläufen. Aber dies als Anlass zu nehmen, den Rotstift anzusetzen und die Einkürzungen den Frauen selbst "anzukreiden" und das dann noch mit wissenschaftlich betrachtet reinen Schwachsinnsargumenten geht doch wirklich zu weit...

  3. VIP

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Wenn du privat versichert bist, sind diese Untersuchungen auf einmal dringend notwendig...

    und ich finde das sagt so einiges über manche Untersuchungen aus.

    Meine Freundin hat eine Schwangerschaft als Privatversicherte und die andere als gesetzlich Versicherte "durchgemacht". Sie sagte es sei ein komisches Gefühl gewesen, dass auf einmal "Selbstverständlichkeiten" (so das Empfinden in der ersten Schwangerschaft) weg gefallen sind. Sie sei nie auf die Idee gekommen, dass andere nicht alle vier Wochen einen Ultraschall bekommen, sie dachte das sei Standard.

    Ich bin zwar auch der Meinung, dass manchmal zu viel Heckmeck gemacht wird, andererseits finde ich, dass bei bestimmten Vorgeschichten auch diverse Standards erhöht oder erweitert werden sollten. Ohne Diskussion.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  4. Moderation

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Wie kommen die denn in diesem Artikel zu dieser Aussage?
    Das Überangebot an Untersuchungen schürt die Angst der Frauen vor der Geburt und möglicherweise auch ihren Wunsch nach einer vermeintlich sicheren Kaiserschnitt-Entbindung
    Wieso sollten denn zusätzliche Untersuchungen Angst vor der Geburt machen? Es geht doch in den meisten Fällen nur darum zu schauen, ob mit dem Baby alles ok ist. Und nur weil man das tut, heißt das doch noch lange nicht, dass man ein Kandidat für einen Wunsch-KS ist.

    Ich finde die Routineuntersuchungen, die von den gesetzlichen KKs übernommen werden, in Deutschland sehr gut und habe das in meiner SS nicht als Überversorgung wahrgenommen. Dass ein CTG bei unauffälligem Verlauf nicht dazugehört, ist mir übrigens auch neu. Was man darüber hinaus an Leistungen wahrnimmt, darf man ja auch schön bezahlen. Da finde ich schon, dass manchmal von Seiten der Ärzte eine Dringlichkeit vermittelt wird, die so nicht unbedingt gegeben ist. Aber da ist ja auch klar warum. Da würde ich mir von Seiten der Ärzte, insbesondere wenn es um Pränataldiagnostik geht, wünschen, dass mehr Aufklärung erfolgt. Meine FA hat mir z. B. sehr nahegelegt ein ETS zu machen. Wir bekamen ein Infoblatt mit, das wir uns durchlesen sollten. Wie die Ergebnisse einzuordnen sind und welche Schritte im Falle eines schlechten Ergebnisses anstehen würden, wurde nicht angesprochen. Nun bin ich jemand, der sich im Vorfeld über solche Dinge informiert und konnte das selbst einordnen, aber das macht ja nicht jeder. Und dann fallen die Leute erstmal aus allen Wolken, wenn das Ergebnis nicht so ist wie erhofft. Wir haben das ETS übrigens machen lassen, auf Wunsch meines Mannes, und es war zum Glück alles gut. Wir sind uns aber beide einig, dass wir bei einer nächsten SS darauf verzichten wollen. Ansonsten habe ich noch 2 US zusätzlich bezahlt (die kosten bei meiner FA stolze 45€ pro US), aber mehr aus Neugierde als aus Sorge, dass was nicht stimmen könnte. Brauchen tut man die meisten zusätzlichen Untersuchungen sicher nicht, aber ich kann schon verstehen, dass es einem zusätzliche Beruhigung und Sicherheit verschaffen kann. Von daher ist es doch gut, wenn jeder selbst entscheiden kann, wie viel er zusätzlich untersuchen lassen möchte.

    Im übrigen finde ich, der Spiegel sollte sich lieber mal über die aktuelle Hebammensituation aufregen. Der Wegfall von Hebammen ist nämlich in meinen Augen eher ein Grund für zunehmende KS-Raten als zu viele Untersuchungen.

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Wie kommen die denn in diesem Artikel zu dieser Aussage?

    Wieso sollten denn zusätzliche Untersuchungen Angst vor der Geburt machen? Es geht doch in den meisten Fällen nur darum zu schauen, ob mit dem Baby alles ok ist. Und nur weil man das tut, heißt das doch noch lange nicht, dass man ein Kandidat für einen Wunsch-KS ist.
    Ich kann das verstehen. Mir haben manche Untersuchungen Angst gemacht. Das ETS ließ ich über mich ergehen, vor dem Organ-US war ich das reinste Nervenbündel. Ich hatte wirklich Panik, dass etwas nicht mit dem Baby nicht stimmte.

    Jedes Mal ein CTG ab einer bestimmten SSW kann auch belasten. Ich fand es entspannend, hatte ich doch mal 20 Minuten für mich allein, ohne Job, Telefon etc. ABER: als ich vorzeitige Wehen bekam, war danach jedes CTG für mich belastend, weil mit Angst verbunden. Das legte sich dann erst, als die Frühgeburtsgefahr weg war, also nach der 26. SSW.

    Wenn dann gewisse Ärzte auch noch unsensibel sind, kann das eventuell schon dazu führen, dass Frauen sich für den vermeintlich sichersten Weg - den Kaiserschnitt - entscheiden. In der Pauschalität ist diese Aussage aber sicher nicht richtig.

    Zitat Zitat von Phoenic Beitrag anzeigen
    Im übrigen finde ich, der Spiegel sollte sich lieber mal über die aktuelle Hebammensituation aufregen. Der Wegfall von Hebammen ist nämlich in meinen Augen eher ein Grund für zunehmende KS-Raten als zu viele Untersuchungen.
    Da hast Du sicher Recht!

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    LadyInWaiting,

    wie immer volle Zustimmung ;)

    Ich halte den Artikel für einen typischen Sommerloch-Füller:
    bissi polemisch, bissi vage, aber halt genau richtig für Tante Erna, die ehemals ihre sieben Kinder direkt auffem Feld zur Welt brachte und jetzt sagen kann: ich sachet doch, früher ging datt auch ohne den ganzen Technikkram.

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Also ich hatte aufgrund meiner risikoschwangerschaft im Schnitte alle 4 Wochen US, ohne zusätzlich zahlen zu müssen und mich hat es sehr beruhigt.

  8. Inaktiver User

    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Ich muss rückblickend etwas lächeln. Bei meiner ersten Schwangerschaft dachte ich noch: "Alles cool, erster US in der elften Woche reicht doch völlig ...". Vier Fehlgeburten später sah das dann ganz anders aus. Da hätte ich vehement auf das "Tender Loving Care"-Konzept bestanden (Ultraschall zur Not immer dann, wenn man sich sehr unsicher fühlt), wenn mein Arzt es nicht von sich aus so gehandhabt hätte.

    Was sagt das nun? Man sollte wie immer den gesunden Menschenverstand walten lassen, finde ich. Hinterfragen, wenn gefühlt zuviel untersucht wird, und hinterfragen, wenn zu wenig untersucht wird.

    Was ich so gar nicht verstehe, ist der Run auf die US-Bilder. Mein Arzt hat sich immer fast schon entschuldigt, wenn kein netter Schnappschuss dabei war. Dabei sind die Kinder wirklich viel, viel süßer, wenn sie auf der Welt sind.

  9. gesperrt

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Egal in welchem Alter Frau heute ist,sie IST ein prima Geldmachdingens.....ich war 1985 Mutter geworden und obwohl alles normal lief sollte ich denn einen Fruchtwasser-Test machen ....hab ich nicht. Die Katzen? oh Gott,SOFORT abschaffen..hab ich nich...achja, als dann wenige Wochen vor Termin mein Vater plötzlich starb...ja am Besten nen Kaiserschnitt...is ja eh besser.Verdient man heute das Doppelte.
    Damals hatte ich schon die Nase voll von solchen Ärzten.

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    AW: Schwangere lassen zu viel untersuchen - oder?

    Zitat Zitat von Gigaset1959 Beitrag anzeigen
    Egal in welchem Alter Frau heute ist,sie IST ein prima Geldmachdingens.....ich war 1985 Mutter geworden und obwohl alles normal lief sollte ich denn einen Fruchtwasser-Test machen ....hab ich nicht. Die Katzen? oh Gott,SOFORT abschaffen..hab ich nich...achja, als dann wenige Wochen vor Termin mein Vater plötzlich starb...ja am Besten nen Kaiserschnitt...is ja eh besser.Verdient man heute das Doppelte.
    Damals hatte ich schon die Nase voll von solchen Ärzten.
    Mir hat 2013 niemand gesagt ich müsse meine Katzen abschaffen, oder einen Kaiserschnittmachen, obwohl ich Vorerkrankungen hatte oder eine schwierige familiäre Situation

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