Ich möchte unbedingt betonen, dass das eine wertfreie Frage ist und dich nicht drängen oder gar in eine Rechtfertigungsposition bringen soll:
Warum möchtest du abstillen? Bzw. eigentlich ist die relevante Frage mehr: WIE dringend möchtest du abstillen? Was ist dir wichtiger. Jetzt abzustillen oder harmonisch abzustillen?
Ich frage das, weil mein höchstes Ziel auch immer das harmonische Abstillen war. Zwischenzeitlich hab ich aber doch mehrere Abstillversuche unternommen, bei denen ich eigentlich nicht mit dem Herzen dabei war. Einmal so um den ersten Geburtstag rum, dann nochmal so um 18 Monate rum... Einfach weil ich dachte "Jetzt sei es doch mal Zeit" oder weil ich einfach deutlich merkte, dass das so erwartet wird. Kein gleichaltes Kind im Bekanntenkreis wurde noch gestillt und die Fragen "wie du stillst immer noch?" mehrten sich. Ich habe auch einfach angenommen (auch wenn er nichts sagte), dass mein Mann es langsam mal von mir erwarten würde und es ihm langsam unangenehm wäre, dass ich noch stille.
Als ich dann mal wieder so einen Brüllabend hatte une krampfhaft versuche, meine Kleine ohre Brust zum Einschlafen zu bringen - Ergebnis: Wir beide fast ne Stunde am Heulen - fragte mein Mann mich: "WARUM tust du euch das an?" Das längst überfällige Gespräch ergab, dass er in keiner Weise von mir erwartet, mich irgendeinem gesellschaftlichen Druck zu fügen und dass er mir gern den Rücken stärkt. Dass er von sich aus sagen wird, wenn er meint, dass es dann an der Zeit ist, aber dass in seinen Augen noch lange keine Notwendigkeit dazu besteht.
Auf meinen Einwand hin, dass ich einfach Soergen hätte, dass es mit der Zeit immer schwieriger wird und wenn ich es nicht jetzt mache, es wohlmöglich auch bis 3 oder 4 nicht schaffen werde, meinte er: "Wozu JETZT euch beiden Stress machen, weil vielleicht viel Später ein Problem entstehen könnte. Dann mach den Stress doch dann".
Resultat des Gespräches war, dass ich mit Selbstbewusstsein und gutem Gefühl weitergestillt habe. Bis es dann tatsächlich mit ganz sanftem Druck meinerseits relativ einvernehmlich möglich war abzustillen (ich musste das schon anstupsen, wenn ich das nicht getan hätte würde meine knapp 4-jährige mit Sicherheit noch immer stillen! Aber es gab keinen Machtkampf, keine Tränen!) Da war meine Tochter dann allerdings schon 29 Monate alt. Angefangen habe ich den Prozess des bewussten Abstillens (z.B. nicht mehr in den Schlaf stillen) ganz ganz gemächlich und sanft ab ihrem zweiten Geburtstag. Und da passte das einfach für uns. Sie hätte noch gern weiter gestillt, brauchte es aber nicht mehr essentiell (ja ich sehe es so, dass sie es vorher gebraucht hat) - und ich wollte wirklich nicht mehr und konnte es dann auch authentisch durchziehen.
Das mal als eine etwas andere Darstellung. Sie soll dich nicht unter Druck setzen. Wenn du wirklich und wahrhaftig nicht mehr stillen möchtest und dafür auch bereit bist, das eigentliche Ziel einvernehmlich abzustillen hintenanzustellen, dann wirst du das schon schaffen. Bei mir war es aber eben anders. Und das musste mir erstmal selbst klar werden. Und ich bin überzeugt, das spüren die Kinder auch. Ob man etwas aus Überzeugung macht oder aus so halbgaren Gründen wie ich es wollte...
Ich finde halt, beide Perspektiven sind wichtig. Du sagst, du wüsstest, dass Abstillen mit 15 Monaten kein Problem sei. Also: Es spricht nichts dagegen, dass du es tust. Wichtig ist aber auch zu sagen: Es spricht auch nichts dagegen, dass du es nicht tust! Beides ist völlig ok. Das wird manchmal eben vergessen...
Alles gute Euch!![]()
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Thema: Abstillen schwer gemacht?
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29.07.2015, 13:12
AW: Abstillen schwer gemacht?
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Die Raupe ist zur Motte herangewachsen...
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Und hat zu Ostern verstärkung in Form eines Häschens bekommen
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Unvergessen bleibt mein Juli-Sternchen für immer in meinem Herzen

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30.07.2015, 14:26
AW: Abstillen schwer gemacht?
Hallo,
Koalabaerin, ich wollte nicht abstillen, aber ich kann die Süße nicht zum trinken zwingen.
Und so leid es mir auch tut, ich kann die Zeit nicht zurückdrehen.
Aber wir werden es auch so hinbekommen.
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30.07.2015, 14:40
AW: Abstillen schwer gemacht?
Koalabaerin, DANKE
für deinen für mich unendlich wertvollen Beitrag
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Meine Kleine ist jetzt fast 19 Monate und ich stelle mir die exakt gleichen Fragen, die du dir gestellt hast. Ich habe auch so überhaupt keine Lust auf Tränen und Geschrei und stille auch immer noch in den Schlaf. Dein Beitrag hat mir wirklich unheimlich gut getan. Sie und ich, wir sind einfach noch nicht so weit. Punkt. Danke
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30.07.2015, 15:16
AW: Abstillen schwer gemacht?
Cathitree, ich finde noch immer, dass Du ein bisschen zu negativ auf die Sache schaust. Du wolltest, dass Deine Tochter sich selbst abstillt und das hat sie doch getan. Ob die Sache mit dem Beißen da überhaupt so ausschlaggebend war, wie Du denkst, weißt Du doch gar nicht. Du schreibst ja selbst, das kam auchvorher schon vor und trotzdem wollte sie danach wieder an die Brust.
Meine Tochter wollte damals auch für mich relativ unvermittelt nicht mehr gestillt werden. Es gab zwar vorher einmal die Situation, dass sie nachts die angebotene Flasche (nachdem sie an der Brust nicht glücklich wurde) vorgezogen hatte, aber ansonsten auch keine Vorzeichen. Am einen Abend habe ich sie noch ganz normal gestillt, am nächsten wollte sie nicht mehr. Und wie gesagt, sie hat dann zwar gut stattdessen eine Flasche akzeptiert, aber trotzdem war da erstmal ein Bruch in unserem Abendritual und es hat etwas gedauert, bis alles wieder eingespielt war. Ich finde es bei Kindern in dem Alter nicht so ungewöhnlich, dass sie erst mal eine Weile brauchen, bis sie selbst weider wissen, was sie wollen, gerade bei so wichtigen Entwicklungsschritten.12 26. We are Family.
Moderation in Erziehung & Freundschaft


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