Antworten
Seite 4 von 17 ErsteErste ... 2345614 ... LetzteLetzte
Ergebnis 31 bis 40 von 161
  1. User Info Menu

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Interessantes Thema.
    Allgemein denke ich, man sollte sich möglichst wenig von aussen wirklich beeinflussen lassen. Austausch und mal was neues probieren, ok, das ist wieder was anderes - manche Anregungen bringen einen ja auch aus dem eigenen Gedankenkreisel usw. Aber mir persönlich ist es zu mühsam, äussere Erwartungen befriedigen zu wollen, wenn es mir selbst nicht ins Konzept passt. So hatte ich vor der Geburt auch den Plan, das Baby mindestens die ersten 6 Monate neben mir im Beistellbett schlafen zu lassen - den haben wir dann mit 4 Monaten über den Haufen geworfen, weil das insgesamt zu unruhig war. Wenn eine gute Idee nicht funktioniert, muss man eben auch mal was anderes probieren (dürfen und wollen).

    Und mir persönlich hilft auch der Blick in meine eigene Kindheit: ich wurde nur sehr kurz gestillt, habe dadurch aber auch keine mangelnde Bindung zu meiner Mutter oder andere Beschwerden, die man da gerne unterstellt. Fazit für mich: Stillen probieren, aber soll dann nach kurzer Zeit auch genügen. Worüber ich froh war, denn es war wirklich ein Krampf und zu wenig etc. - also kein Grund, dem hinterherzuweinen oder mir Vorwürfe zu machen, ich war und bin damit völlig im Reinen.
    Auch war meine Mutter mit mir nicht beim Pekip oder anderen Aktivitäten - weil es das vor 36 Jahren vermutlich einfach noch nicht in der Form gab. Vor dem Kindergarten gab es dann so ne Krabbel- und Spielgruppe, wo wir uns offenbar mit Fingerfarben beschmieren durften, die Fotos sehen unterhaltsam aus. Hab ich dadurch in der Entwicklung was verpasst, weil ich nicht im Babyalter mit Federn gekitzelt wurde? Wohl nicht. Und ich hab mich auch immer gefragt, ob ich so ne Gruppenaktivität mit Baby will oder brauche (mir hatte es ja eben nicht gefehlt...), aber da hab ich mich vom Kind leiten lassen, das mit 3-4 Monaten in der Rückbildung die anderen Babies und Mamas sooo bestaunt hat und wir hatten das Glück, in einer sehr vorurteilslosen (was wohl nicht die Norm sein muss ) und lustigen Gruppe zu landen. Das war toll und hat dauerhafte Kontakte gebracht. Eben auch die oben genannten Inputs, die andere Sichtweisen ermöglichen.

    Also oft blicke ich zurück, tausche mich auch mit meiner Mutter aus und schaue, was ich für uns heute mitnehmen kann. Weil ich meine Mutter für eine gute Mutter halte im Sinne von: sie hat mir alles mitgegeben, was ich als Erwachsene und auch als Mutter brauche. Je älter ich werde, desto mehr werden mir diese Dinge bewusst, mit Anfang 20 hätte ich darüber noch müde gelächelt. Altersweisheit? Natürlich gab es mit meiner Mutter auch Konflikte, aber bei den allermeisten Dingen versuche ich eigentlich, ähnlich wie sie zu verfahren. Sagt man nicht, dass ein gutes Vorbild die beste Erziehung ist?

    So Dinge wie verschiedene Ernährungsformen und Schlafgewohnheiten oder auch die Art der Geburt als Messlatte für die Qualität als Mutter (wer fragt eigentlich nach den Vätern?) herhalten zu lassen, halte ich für albern. Auch Krankheiten (körperliche und psychische) müssen keine absolute Einschränkung sein, die Frage ist nur jeweils, wie damit umgegangen wird und wie verschiedene Umweltfaktoren da mit reinspielen.

    Also nein, es gibt bestimmt kein Rezept, nach dem man sich die perfekte Mutter backen kann. Irgendwer hatte hier mal so nen guten Spruch gepostet, dass man sein Kind lieben und nicht mit der Bratpfanne verkloppen soll oder so ähnlich - ich musste jedenfalls drüber lachen und dachte "ja, alles weitere ist wohl wirklich Kosmetik"
    Dazu hilft mir immer noch ganz gut "Andere machen es anders", das passt auch sehr gut auf erstaunlich viele Situationen, die eben gar nix mit Kind und Familie zu tun haben.
    Insgesamt ist ein dickeres Fell wohl ganz hilfreich, um sich möglichst wenig von aussenstehenden Besserwissern (Nachbarin, Schwiemu, Supermutti aus der Krabbelgruppe...) nerven und verunsichern zu lassen.

  2. gesperrt

    User Info Menu

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Meine Mutter hat mich gar nicht gestillt und ich war mit 6 Wochen ganztägig in der Kinderkrippe.
    Das war damals (1972) so.
    Ich gehe davon aus, dass es meiner Mutter und auch meinem Vater nicht gefiel, aber es gab keine Alternative im Arbeiter- und Bauernstaat.

    Ich habe trotzdem eine so liebevolle (dabei sehr konsequente), fördernde, zugewandte Kindheit erlebt, die ich nur jedem wünschen kann.

    Die äußeren Umstände sind es also nicht, die gute Eltern ausmachen.

  3. Inaktiver User

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Kann man diese Frage grundsätzlich beantworten? Wenn ja, wie?

    Bei mir ist es so, dass die Antwort auf diese Frage je nach Tagesform variiert. Nach meiner Tagesform und die meiner Kinder.

    Im Großen und Ganzen schließe ich mich Neka an und auch ich versuche mich nicht beeinflussen zu lassen und vertraue meinem Instinkt und fühle mich meistens gut damit. Ganz frei von dieser Frage bin ich aber eben nicht und ich denke, Zweifel, ob man dieses oder jenes richtig gemacht hat, sind ja soweit ganz normal. Und auch das ist doch ein Zeichen dafür, dass man mindestens auf einem ganz guten Weg ist, eine gute Mutter zu sein.

    Ich kann nur versuchen, meinen Kindern den Weg in ihr weiteres Leben zu ebnen, so unkompliziert wie möglich. Ich kann aber nicht verhindern, dass das gewisse Verhaltensmuster von mir und meinem Mann sie nicht in irgendeiner Weise prägen werden.

  4. User Info Menu

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Für mich unterscheidet eine gute Mutter von einer schlechten, dass sie in der Lage ist (bzw. es zumindest versucht), Faktoren, die auf das Kind langfristig negative Auswirkungen haben können von Dingen unterscheiden zu können, die allenfalls kurzfristig mal für zumutbaren Frust sorgen.

    Sprich: Es ist für mich völlig ok, auf Pekip und Co. zu pfeifen - nicht aber, ein Kind aus Gründen zu bekommen bzw. unter Umständen großzuziehen, die eine Bürde für's Leben darstellen können.

    Mir ist klar, dass das die Metaebene ist ... Und noch viel klarer, dass das im Alltag oftmals kaum bis nicht unterscheidbar ist. Aber damit müssen wir Mütter nunmal leben und nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden - ohne uns dabei selbst zu vergessen. Einen konkreteren Fahrplan als das eigene Judgement, (bis zu einem gewissen Grad!!) die eigenen Bedürfnisse (und natürlich allerlei Literatur - die aber im banalen Alltag auch nicht immer hilft) gibt's da, fürchte ich, nicht.

    Ein Satz, der übrigens m.E. derzeit überstrapaziert wird, ist: Geht's der Mutter gut - geht's dem Kind gut. Ich denke, man muss als Mutter auch akzeptieren, dass man Abstriche machen muss und darf nicht erwarten, dass es einem immer gut geht. Manchmal gehen die Bedürfnisse des Kindes einfach vor.

  5. User Info Menu

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Zitat Zitat von Jouri Beitrag anzeigen
    likema: Vermutlich gehörst du auch zu der Sorte Mütter, die ihre Kinder nicht schon mit fünf Jahren zum Chorsingen, Tanzen, zum Yoga und zum Geräteturnen schickt.
    Aber Spaß beiseite. Wenn man diese - und ähnliche Ideale - nicht erfüllt, kommen dann nicht irgendwann Zweifel, ob man das mit dem Muttersein auch wirklich richtig gut macht?

    xanidae: Sich nicht in kleinlichen Diskussionen über Familienbett ja oder nein / Tragetuch ja oder nein etc. zu verlieren, sondern das große Ganze zu sehen, halte ich für einen guten Hinweis.
    Ich finde in dieser deiner Aussage steckt ganz schön viel Wertung drin und ich frage mich ob du dich wirklich ernsthaft fragst ob du eine gute Mutter bist weil deine Kinder keinen vollen Freizeitterminkalender haben oder ob du einfach polemisch argumentieren willst.
    Dazu gute Eltern zu sein gehört m.E. einen EIGENEN für die Familie gangbaren Weg zu finden, durchaus auch kritisch mit sich selbst zu sein, sich einzugestehen, dass man manchmal Fehler macht und keine Nerven wie Drahtseile hat. Das wichtigste für ein Kind ist aber Verlässlichkeit: was morgens gesagt wird muss abends auch noch gelten. Das schafft Sicherheit und Vertrauen. Ob die Eltern dabei streng oder nachsichtig sind, in einer Villa oder einer Gartenlaube leben ist dem Kind egal. Es will als Mensch respektiert und ernst genommen werden und dabei Kind sein dürfen.

  6. User Info Menu

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Ob wir gute oder schlechte Mütter sind, ist das wirklich eine Frage, die wir uns oft stellen?
    Vielleicht bin ich keine Gute, weil mich diese Frage im Zusammenhang mit Dingen wie Stillen, Kinderkurse, Berufstätigkeit überhaupt nicht beschäftigen und nie haben.
    Jede Mutter ist hier und da unzulänglich, aber "Schlecht"?
    Für mich greift die Kategorie "Schlechte Mutter" im eigentlichen Sinne nur dort, wo wir zum Beispiel eine körperlich misbrauchende/mishandelnde (oder dieses zulassende) oder aber eine narzisstisch gestörte Mutter haben, die über das Kind nur ihre eigenen narzisstischen Bedürfnisse befreidigt.
    Deren (krankheitswertige) psychische Verfassung also dazu führt, daß ihr Kind im Umgang mit der Mutter Überlebensstrategien entwickeln muss. Die das Kind manipuliert und seine Wahrnehmung der Realität verzerrt. Die um ihr Selbstbild aufrecht zu erhalten, ihr Kind instrumentalisiert.
    Oder der die Reflektionsfähigkeit (oder der Wille) fehlt, negative Emotionen wie Neid auf das eigene Kind, Kontrollbedürfnis etc. bei sich zu erkennen und entgegenzuwirken mit professioneller Hilfe. Also in den letzteren Fällen nicht unbedingt krankheitswertig, aber definitiv eine problematische Persönlichkeitsstruktur haben.
    Das sind für mich "Schlechte Mütter", im Endergebnis.

  7. User Info Menu

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Es gibt diese Theorie der "Good enough" Mother, die besagt, dass auf dem Niveau um das es hier IdR geht, alles möglich und erlaubt ist, denn jeder Weg ist mit einer liebevollen Erziehung in Einklang zu bringen. Der Anspruch perfekt zu sein, ist zum Scheitern verurteilt.
    Ich finde es wichtig, den eigenen Weg konsequent zu gehen, denn nur der wird in der Regel authentisch sein. Natürlich darf und soll man sogar Erfahrungen anderer anhören, aber ob sie zu meiner Familie passen, kann ich nur selbst entscheiden. Ich habe hier schon Gedanken und Anregungen gelesen, die ich toll finde und gerne für uns probiert habe, solche, die mir völlig fremd sind und solche, die ich interessant und spannend finde, die aber für uns nicht passen.
    Wichtig ist mir, dass ich mit meiner Erziehung im Reinen bin. Ich kenne Leute mit Schulkindern, die die Kinder als Babys geferbert haben, weil das zu der Zeit jeder so machte, und dabei nächtelang heulend vor der Tür der Kleinen saßen und heute Probleme der Kinder auf das Schlaftraining schieben. Ich halte diese Eltern nicht für schlechte Eltern, aber für ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht sinnvoll ist, immer nur mit dem Strom zu schwimmen, sondern mehr auf eigene Gefühle und Intuition zu vertrauen.
    Ich kann ZB mit Erziehungsratgebern nur wenig anfangen, ich komme mit meiner Intuition sehr weit und wenn ich merke, dass ich an einem Punkt nicht weiter komme, höre ich gerne, wie es Mütter im Rl oder hier in ähnlichen Situationen geht und reflektiere dann meine Einstellung entsprechend.

    Meine Mama war für uns Kinder eine ganz wunderbare Mutter. Allerdings mache ich selber sehr viel anders als sie, zT der anderen Zeit geschuldet. Teilweise bin ich mir sehr sicher, sie würde es heute auch anders machen. Zum Teil gruselt es mich,wenn ich an Sachen denke, die sie gemacht hat, bei anderen denke ich, wie hat sie dass geschafft?
    Insgesamt weiß ich, dass ich eine ganz wunderbare Kindheit hatte. Ich würde mich selbst als sehr belastbar einstufen. Meine Schwester hatte die gleiche Kindheit, sie leidet an einer Depression und laut ihrer Therapeutin sei einiges auf die Kindheit zurückzuführen.
    Ich frage mich aber doch, ob da Therapeuten mit ihren Urteilen nicht oft vorschnell sind. Klar kann man jedem Symptom eine frühkindliche Ursache zudichten, wenn man lange genug sucht, aber wenn man davon ausgeht, dass Eltern immer an allem Schuld sind und man eigentlich alles nur falsch machen kann, erzeugt das einen enormen Druck.
    Geändert von Sonnenschnuppe (03.02.2015 um 14:00 Uhr)

  8. Inaktiver User

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Zitat Zitat von Federfrau Beitrag anzeigen
    Dazu gute Eltern zu sein gehört m.E. einen EIGENEN für die Familie gangbaren Weg zu finden, durchaus auch kritisch mit sich selbst zu sein, sich einzugestehen, dass man manchmal Fehler macht und keine Nerven wie Drahtseile hat. Das wichtigste für ein Kind ist aber Verlässlichkeit: was morgens gesagt wird muss abends auch noch gelten. Das schafft Sicherheit und Vertrauen. Ob die Eltern dabei streng oder nachsichtig sind, in einer Villa oder einer Gartenlaube leben ist dem Kind egal. Es will als Mensch respektiert und ernst genommen werden und dabei Kind sein dürfen.

  9. Inaktiver User

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Zitat Zitat von Jouri Beitrag anzeigen
    Ich befürchte, wir Frauen neigen dazu, unsere Qualitäten als Mutter selbst zu beurteilen. Und das ist noch viel schlimmer, als wenn das die Nachbarin oder die Bri-Gemeinde tun würde.
    Wenn ich in der Bri oder sonst im Netz von anderen Müttern lese, frage ich mich ab und an, woher eigentlich diese ganze Unsicherheit kommt?

    Schon vor dem Hibbeln wird auf Alkohol verzichtet, ab der Schwangerschaft auf jedes einzelne potentiell problematische Lebensmittel verzichtet, jeder Arztbesuch herbeigebibbert & wenn das Kind auf der Welt ist, herrscht große Verunsicherung - beschrieben etwa hier: ab heute gehe ich ohne Feuchttücher auf den Spielplatz.

    Manchmal denke ich da, ich lebe in einer anderen Galaxie. Bitte nicht falsch verstehen: Wenn jemand eine lange Kinderwunschzeit oder bereits eine Fehlgeburt erlebt hat, will man natürlich versuchen, jedes Risiko zu vermeiden & macht sich auch Sorgen.

    Aber wenn man bislang Glück hatte? Warum kann man nicht einfach auf einen positiven Verlauf vertrauen, sondern muss sich einen solchen Stress machen? Also ich nehme immer noch Feuchttücher mit auf den Spielplatz und kann trotzdem entspannt sein...

  10. Inaktiver User

    AW: Nur gute Mütter kommen in den Himmel - oder wie?

    Zitat Zitat von neka Beitrag anzeigen
    So Dinge wie verschiedene Ernährungsformen und Schlafgewohnheiten oder auch die Art der Geburt als Messlatte für die Qualität als Mutter (wer fragt eigentlich nach den Vätern?) herhalten zu lassen, halte ich für albern.
    Habe das nochmal markiert, weil ich es so wichtig finde. Ich glaube, die Männer machen sich selbst einfach viel weniger Druck beim Thema Familie.

Antworten
Seite 4 von 17 ErsteErste ... 2345614 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •