Liebe Julimama,
auch wenn jeder Mensch ein bisschen anders tickt, bringt es dir vielleicht trotzdem was, zu hören, dass es mir am Anfang ähnlich ging. Schon in der Schwangerschaft hatte ich überhaupt keine Angst vor der Geburt, sondern vor der ersten Zeit mit Kind, ohne meine Arbeit, meine Kollegen und ohne die für mich so wichtige Freiheit.
Als ich das erste Mal bei der Rückbildungsgymnastik war, war das für mich gefühlt ein kleiner Wellnessurlaub!
Mittlerweile ist meine Tochter 11 Monate alt. Wenn mich jemand fragt, ob mein neues Leben anders sei, bin ich froh, antworten zu können, dass es eigentlich kein neues Leben ist, sondern ich mich mittlerweile genauso fühle wie davor, nur dass ich jetzt ein lustiges kleines Mädchen habe, das mir oft noch zeigt, dass der Alltag so viel mehr zu bieten hat.
Ich muss dazusagen, dass ich immer schon wusste, dass aus mir nie eine Vollblutmutter werden würde. Und so war es auch. Ich treffe mich viel lieber mit Leuten ohne Kind, um über Themen jenseits voller Windeln usw. zu sprechen.
Mein Mädchen war immer sehr kompliziert, wenn's um die Nächte ging und ich habe bis vor ein paar Wochen im 2-3h-Takt nachts gestillt. Trotzdem war ich, als sie 12 Wochen alt war, auf dem ersten Konzert u total selig, mich dabei wieder so zu fühlen wie früher, wenn auch nur für ein paar Stunden. Das Abpumpen und trotzdem dann um Mitternacht zu Hause sein, war zwar gewöhnungsbedürftig, aber eben auch kein Weltuntergang. Und es hat mir immer das Gefühl gegeben, dass (fast) alles so sein kann wie früher, nur noch besser.
Mein Mann und ich haben uns dann recht schnell so eingerichtet, dass jeder pro Woche gleich oft allein was unternehmen kann. Klar hab ich das anfangs wegen der schlechten Nächte dann eher tagsüber gemacht, aber eben immer ohne kind und mit den "alten" Kollegen/Freunden.
Und dann konnte ich das neue Leben auch viel mehr genießen. Bin nämlich dazu auch immer gerne mit der Kleinen rausgegangen, am liebsten an die Orte, an denen wir früher auch immer waren. und klar treffe ich mich trotzdem auch mit anderen Müttern, weil ich ja möchte, dass die Maus auch Kontakt zu anderen Kindern hat.
Kann dir also nur raten, öfter mal allein was zu machen, sofern dein Partner Zeit hat, um aufzupassen. Und spätestens wenn du wieder anfängst zu arbeiten, wirst du sicher schnell wieder in deiner alten/neuen Welt angekommen sein, das Gewohnte genießen und das Neue zu schätzen lernen. ist nämlich eigentlich gar nicht alles so schwarz/weiß, wie es einem anfangs vorkommt... ;)
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20.11.2014, 21:25Inaktiver User
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
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20.11.2014, 22:07
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
Ich denke auch, Baby, später Kleinkind in die eigenen Unternehmungen einbinden kann einem schon ein ganz neues Feeling verschaffen.
Eine gute Freundin von mir hat ihren Sohn ab dem Alter von 5 Monaten die Stunde in der Kinderbetreuung ihres Fitnessstudios abgegeben und war happy.
Wenn das nicht vorstellbar ist, hilft vielleicht ein Crosstrainer im Haus :-) Hab ich mir nach der Geburt angeschafft.
Und eine Vision kann helfen, wobei ich das zu gut verstehe, mir ist es auch beim ersten Kind sehr viel schwerer gefallen mich mit einem Kind im Alter von einem Jahr, zwei, später 3 und älter zu sehen. Aus dem hilflosen Baby, um das man sich rund um die Uhr zu kümmern hat, werden Kleinkinder und große Kindergartenkinder, die schon sehr autonom werden.In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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22.11.2014, 07:02
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
Was mich noch interessiert ist, was dir so ganz konkret fehlt? Ich habe die Gespräche mit den Kollegen gelesen, die Arbeit - aber die Arbeit war sicher vor dem Baby in deinem Leben auch nicht alles.
Was fehlt dir konkret noch? Gewisse Freiheiten, Sponatnität, weggehen, Sport?
Ich habe eine Tochter (14 Monate), war vor der SS ein sehr, sehr aktiver Mensch - viel gereist, daheim im Theater, Konzert, Sport, Freunde treffen....
Mir ging es nach der Geburt einige Wochen nicht gut - sehr hoher Blutdruck, so dass ich fast nicht raus konnte. Die Zeit war nicht einfach, gepaart mit vielen Arztbesuchen.
Keine Frage, es war eine Umstellung. Ich habe 6 Monate voll gestillt und wir haben bis heute ein absolutes Mama-Kind trotz vieler Versuche/Bemühungen von Seiten des Papas. Also gleich oft weggehen wie bei anderen ist hier (leider) nicht.
Ich kann mich aber nur anschließen: Man hat selbst viel in der Hand. Plane wieder! Klar kann es sein, dass du mal absagen musst, weil das Kind nicht geschlafen hat, krank ist etc. - aber das ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme.
Ich habe die Kleine schon sehr, sehr früh dann mitgenommen in Cafés, Eisdiele etc. So lange sie so klein sind, ist es gar kein Problem gewesen. Jetzt ist sie schon mobiler und 30-45 Min meist die Grenze. Aber auch das reicht für einen Cappu.
Ich bin mit ihr viel draußen an der Luft - es gibt auch Kinderwägen zum Joggen, wenn du sehr sportlich bist.
Als sie 2 Mon alt war, bin ich wieder ins Fitness. Die Maus in der Kinderbetreuung (wäre in 1 Min bei ihr gewesen, wenn sie geweint hätte), ich beim Sport. Hat uns beiden gut getan.
Wir sind mit ihr das erste Mal verreist (Fernreise) als sei 3 Monate alt war - hat gut geklappt. Klar, fallen jetzt einige Urlaubsziele weg - ich war auch früher viel in Asien, fand Afrika immer faszinierened, möchte aber kein Land, in dem gesundheitliche Risiken bestehen.
Wie du siehst, es geht auch wieder viel mit Kind. Und ich arbeite auch wieder.
Du hast wegen Freunden gefragt. Das seh ich sogar als Vorteil - ich habe welche von früher (manche mit Kindern, manche ohne Kindern) und auch neue Freunde (durch die Kleine). V.a. habe ich sortiert - wer tut mir gut, mit wem verbringe ich gerne meine Zeit.
Und gegen die Müdigkeit von der du schreibst hilft wunderbar ein Cappu im nächsten Café - evtl. zur (Kinderwagen-)Schlafenszeit der Kleinen und mit einer Zeitschrift unterm Arm.
ALLES GUTE
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22.11.2014, 15:54
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
Hm, was mir noch fehlt... Klar, die gewissen Freiheiten, das Käseglocken-freie-Kopfgefühl, dass sich auch mal schick machen können, das Kochen (bin immer zu kraftlos dafür oder denke ich müsste mir diese Kraft sparen um mit dem Kleinen klar zu kommen), das auf mich selbst achten können und auf meinen Mann, der eben einen ziemlich heftigen Job hat und ich dachte immer ich könnte ihm ein bissl den Rücken frei halten, wenn ich "endlich" weniger arbeite und mit Kind Zuhause bin. Stattdessen brauche ich ihn mehr denn je...
Mir fehlt so viel... Ich kann die Vorteile am Leben mit Baby noch nicht finden... Bis jetzt kostet es einfach nur immens viel Kraft und Freiheit, obgleich ich ihn von Herzen liebe und nie wieder hergeben würde...
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22.11.2014, 19:40
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
jetzt hab ich gestern schon so viel geschrieben und alles war weg...
also nochmal...
nein also ich war die ersten monate so drauf wie du julimama! und ich konnte mit meinem kleinen nicht irgendwo hin gehen! kein cafe, keine eisdiele nichts. fernreise.... wäre niemals gegangen. er hat mir die ersten Monate alles zusammengeschrien, ich hab mich wochenlang, monatelang nicht gut gefühlt. körperlich und seelisch hat es lange gedauert, bis ich die geburt und ersten wochen verkraftet hatte. ich finde es immer sehr aufreizend zu lesen, wenn andere es gar nicht verstehen können, dass man nicht doch noch fast alles ganz schnell wieder so machen kann wie vorher
richtig gut ging es mir nach etwa 6 monaten. mein kleiner war schon länger viel ruhiger geworden. aber es dauerte bis sich dann alles einspielte. ein faktor neben vielen anderen war, dass ich da dann auch komplett abgestillt hatte. da ging es enorm aufwärts!!!!!! mich hat das stillen total aufgezehrt. und die nächte waren schlimm. mit der flasche wurde einfach alles besser.
aber ich denke, vor allem ist jede frau anders. jedes baby ist anders. da gibt es kein patentrezept. manche frau juckt es nicht groß, auf einmal mama zu sein. bei mir war es lebensumwälzend, da blieb kein stein auf dem anderen.
jetzt ist es auch so, dass mich das mamasein komplett ausfüllt. da ist kein platz für anderes. und das fällt mir manchmal immer noch schwer. ich habe es mir einfach aufgezwängt, dass ich einmal in der woche zum yoga gehe. das war schon mal gut. ansonsten schaffe ich es gar nicht, irgend jemandem den rücken frei zu halten. im gegenteil, ich fänd es super wenn mir jemand den rücken freihalten würde. ist aber leider nicht so. ich hab es mir jetzt aber gut eingerichtet. und das schaffst du auch!!!
ich glaube, ich bin streng genommen einfach keine vollblutmama. das fällt einigen anderen leichter. keiner von beiden ist besser!
Geändert von comme_ci (22.11.2014 um 20:07 Uhr)
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22.11.2014, 20:22Inaktiver User
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
Huhu Comme_ci
, grundsätzlich gebe ich dir natürlich Recht: Jede Mutter ist anders und jedes Baby auch, klar! Allerdings scheint es ja bei Julimama recht unkompliziert zu sein, weil sie in ihrem anderen Strang davon schreibt, dass der Kleine tagsüber schon sehr oft und nachts auch schon ein paar Mal bei den Omas gewesen sei. Das wäre bei uns wegen der fiesen Nächte und des Dauerstillens in den ersten Monaten gar nicht gegangen.
Daher gehe ich davon aus, dass sie diese tolle Ausgangslage für sich nutzen kann, um ab und zu mal was Nettes für sich selbst zu machen.
Julimama, falls ich da was falsch verstanden haben sollte, gilt das natürlich nicht.
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22.11.2014, 20:41
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
@ Julimama: Ich hatte auch die Vorstellung, dass ich dann ganz viel schaffe und Mittags was leckeres koche...
In der Wohnung war "Land unter" und gekocht war, wenn es gut ging, etwas Schnelles.
Man kann es sich halt so nicht vorstellen.
Hast du die Möglichkeit dir ein paar Stunden/Woche eine Putzfee zu leisten? Vorkochen, wenn du die Möglichkeit hast und eine Portion einfrieren für die schlechten Tage?
Und ich habe auch gerade gelesen, dass du dir zumindest kleine Freiräume durch die Oma schaffen kannst. Das ist doch ein Traum!
@ comme_ci:
Schnell deinen Satz zitiert:
ich finde es immer sehr aufreizend zu lesen, wenn andere es gar nicht verstehen können, dass man nicht doch noch fast alles ganz schnell wieder so machen kann wie vorher
Ich denke, du hast das auf mich gemünzt. Schade, wenn es so ankam. Ich habe auch nie geschrieben, dass ich alles und schnell wieder machen konnte. Anscheinend missverständlich ausgedrückt. Mir ging es nach der Geburt wie geschrieben alles andere als gut mit dem hohen Blutdruck.
Und ich stille bis heute (14 Monate) und hatte die ein oder andere Zufallsnacht, in der die Maus durch geschlafen hat. Müdigkeit kenne ich auch.
Was ich Julimama sagen wollte ist, dass es Möglichkeiten gibt, sich ein paar "Sahnestücke" aus dem "alten Leben" (ein blödes Wort, aber mir fällt gerade kein besserer Ausdruck ein) rüber retten kann. Man muss halt einfach nach Möglichkeiten suchen. Und sich vielleicht auch ein Stück weit aufraffen.
Ich denke, jede von uns musste ihr Leben ziemlich umkrempeln.
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22.11.2014, 20:49Inaktiver User
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
Hihi, ich dachte, ich wäre gemeint.
Ist aber auch egal. Was hier geschrieben und geraten wird, ist ja - zumindest in meinem Fall - nichts Pauschales, sondern vor dem Hintergrund einer zumindest in dem einem Punkt ziemlich guten Ausgangslage durch die Omas und einem Kind, das kein Schreibaby ist, sondern sich recht unkompliziert auch mal abnehmen lässt, und das sogar über Nacht!
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22.11.2014, 21:18
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
nee, ich meinte keine von euch beiden ;-) ich lese das hier in der bri generell oder höre das nur oft.
diese gute Ausgangslage von julimama ist mir bisher entgangen...
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22.11.2014, 21:29
AW: An die erfahreneren Mama´s: Wie habt Ihr Euch an die Mutterrolle gewöhnt?
Ich will euch nicht allen Mut nehmen, aber ich habe mit drei Kindern (12, 17 und 18) so ca. seit einem Jahr das Gefühl wieder an mein Leben vor den Kindern anknüpfen zu können.
Beim Arbeiten mal ein paar Stunden nicht an die Kinder denken, mal alles vergessen, was daheim an Aufgaben wartet.....das hat sehr lange gedauert.
Und ich bin ganz sicher keine Glucke und gewinne keinen Supermutti-Wettbewerb.
Es gibt das alte Leben nicht mehr. Es gibt nur noch ein neues Leben, in dem die Existenz des Kindes nicht wegdiskutierbar und wegdenkbar ist.
Annehmen oder Unglücklichsein, mehr Alternativen gibt es nicht.


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