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    AW: Die Einkindfamilie ♥

    Quieks
    Mich tröstet inzwischen der Gedanke, dass unser Kind nicht vom Thron gestoßen wird, so richtig. Das ist eine wertvolle Erfahrung, denn als Nicht-Einzelkind kenne ich das schmerzliche Gefühl des Nicht gut genug seins oder des "nur an zweiter Stelle stehenden Kindes" und des Übergangenwerdens. Das ist kein schönes Gefühl und selbst als Erwachsene versetzt es mir einen Stich, wenn ich hinten anstehe und nicht denselben Wert wie ein Geschwisterkind habe.
    Daher ist das für mich tröstlich. Mein Kind bleibt Erst- und Einziggeborenes und muss die Erfahrungen des vom Thron gestossen Werdens nicht machen. Wozu auch? Denn wie Du sagst, in der Kita lernt das Kind alles weitere, was es fürs soziale Leben braucht, entwickelt Freundschaften.
    Für Erwachsene Kinder ist die spätere Pflege der Eltern sicher leichter zu tragen, wenn es mehrere Geschwister gibt. Aber auch dies ist keine Garantie, dass es dann tatsächlich eine Hilfe ist, mehrere Kinder einer Familie zu sein. Was nützt einem eine Schwester in Timbuktu, die gar nicht vor Ort ist? Man weiß ja immer nicht, wohin das Leben einen Einzelnen verschlägt.
    LG von einer anderen Einkindfrau

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    AW: Die Einkindfamilie ♥

    Liebe Mailine,

    mir geht es da haargenau wie dir. Ich war in meiner Familie das "schlechte" Kind und bin diese Rolle bis heute nie losgeworden. Auch mir tut es nach wie vor weh, wenn meine Geschwister vorgezogen werden und nichts, was ich tue und wofür ich mich anstrenge, jemals gut genug ist. So wie du denke ich: Wie wunderbar, dass mein Sohn diese schmerzliche Erfahrung nie wird machen müssen! Ich denke, für die Entwicklung eines tiefen Urvertrauens ist es viel besser, ein geliebtes Einzelkind zu sein als bei Eltern aufzuwachsen, die einem ihrer Kinder massiv Unrecht tun, und das über Jahre und Jahrzehnte.

    Auch was die spätere Pflege der alten Eltern angeht, sind wir auf einer Linie. Geschwister sind niemals eine Garantie, dass man sie die Verantwortung teilen kann. Ich kenne auch genug erwachsene Geschwister, die sich z.B. über ein Erbe dermaßen zerstritten haben, dass sie vor Gericht gezogen sind. Oder kein Wort mehr miteinander wechseln. Und das z.T. auch noch im hohen Alter von über 70 Jahren!! Nee, da denke ich: Einem Einzelkind bleibt auch vieles erspart...

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    AW: Die Einkindfamilie ♥

    Dass dieser Strang nochmal aufgelebt ist, habe ich leider erst heute aus Zufall gesehen.
    Ich habe mir aber gleich einen neuen Account zugelegt, weil in der letzten Zeit doch einiges mit mir passiert ist.

    Ich bin Rosenrote aus dem Ursprungsstrang, und Quieks, vielleicht hast du gesehen, dass ich ein ähnliches Schicksal wie du habe, nur dass unser zweites Kind von selbst gegangen ist. Ich möchte da auf Einzelheiten aber gar nicht mehr eingehen.

    Ich musste tatsächlich zweimal gucken, ob es stimmen kann, dass ich vor ca. zwei Jahren hier geschrieben hatte. Meine Güte, wie die Zeit vergeht....ich bin nun zwei Jahre älter, mein Sohn ist sieben und ein Schulkind. Ein Geschwisterkind hat er nicht mehr bekommen, aber das war schon damals klar.

    Damals war die Sehnsucht nach einer "Mehr-als-ein-Kind-Familie" zu groß, als dass ich die Auswüchse, die der Strang teilweise nahm und das Unverständnis, das einem teilweise entgegenschlug, gut ertragen konnte, und so hatte ich mich aus dem Strang zurückgezogen. Wir hatten ja sogar noch eine geschlossene Gruppe versucht, aber dort waren wir einfach zu wenige, und so gab es auch da kaum Austausch.

    Ich war die, die das schrieb, es sei wie " auf halber Strecke stehengeblieben". Und ich denke immer noch, dass die Sehnsucht nach einem zweiten Kind einfach mit nichts zu vergleichen ist. Es ist anders als die Sehnsucht nach Mutterschaft überhaupt, und sicher nochmal anders als die Sehnsucht nach dem dritten oder vierten- liest man ja alles hier. Es ist einfach schwer zu vermitteln und eigentlich fühlte ich mich nur von denen verstanden, die das kennen.

    Aber ich muss sagen, heute geht es mir besser, ich habe so etwas wie Frieden mit der Sache gefunden. In meinem Alter, 42, möchte ich kein zweites Kind mehr, da ich ja eins habe, und da unser Sohn sieben ist, wäre ein Geschwisterkind jetzt sowieso kein Spielkamerad mehr. Ich finde die Familuenkonstellation immer noch nicht optimal und werde das auch nie, aber unser Sohn ist glücklich so wie er ist, und seit er in die Schule geht, achte ich darauf, dass wir oft Spielkameraden zu uns einladen- er ist nicht allein.

    Es geht mir besser, wie gesagt, und ich würde mich gerne weiter austauschen

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    AW: Die Einkindfamilie ♥

    Herzlich willkommen zurück, Rosenrote!

    Als ich diesen Thread vor einigen Monaten fand, habe ich natürlich auch deine Beiträge gelesen. Nun freue ich mich, dass es dir so viel besser mit dem Einzelkind-Thema geht als vor zwei Jahren! Außer der Metapher mit dem Zwitter-Dasein von uns unfreiwilligen Einkind-Müttern habe ich von dir übernommen, einfach als "Standard" davon auszugehen, dass bei Freunden, Bekannten und Verwandten irgendwann ein zweites Kind auf das erste folgt. Auf diese Weise wird frau von den immer neuen Baby-Meldungen nicht mehr so sehr überrumpelt...

    Glücklicherweise gibt es aber in unserem Umfeld noch einige andere dreiköpfige Familien, so dass ich mich nicht immer als Exotin fühlen muss. Z.B. bei den Schwestern meines Mannes ist es auch bei einem Kind geblieben. Die beiden Cousins meines Sohnes (er ist viereinhalb) sind vom Alter her plus/minus drei Jahre von ihm entfernt, und mit dem Älteren spielt er inzwischen wirklich gerne und gut. Das empfinde ich als echtes Geschenk, und so habe ich den Großen in den Ferien ein paar Tage zu uns genommen. Das möchten wir unbedingt wiederholen, so schön war das!

    Meine Schwägerinnen hätten beide auch sehr gern (mindestens) zwei Kinder gehabt. Die ältere hat längere Zeit und mit etlichen erfolglosen Behandlungen auf das erste warten müssen, das sich dann zwar spontan meldete, aber viel zu früh und mit schwerer Herzfehlbildung zur Welt kam. Der Kleine wurde zwei mal operiert und ist nun ein weitgehend normaler Zweitklässler. Ein Geschwisterchen ist einfach nicht erschienen, obwohl ich weiß, dass es seinen Eltern (inzwischen 44 und 49 Jahre alt) sehr willkommen gewesen wäre.

    Auch die jüngere Schwester meines Mannes hätte sehr gern mehr als nur ein Kind bekommen. Sie hat ihren Mann erst mit 36 kennengelernt, erst noch eine längere Reise gemacht, dann ein Haus gekauft und dieses aufwendig umgebaut. Ihr Kleiner kam kurz nach ihrem 39. Geburtstag zur Welt, auch nicht so ganz ohne Komplikationen. Bei ihr hätte es von der Fruchtbarkeit her vielleicht noch für ein zweites Baby gereicht, aber ihr Mann hat aus erster Ehe schon zwei Kinder und wollte für sich kein viertes, vor allem aus finanziellen und Platzgründen.

    Warum ich diese beiden Geschichten erzählt habe? Weil es für mich wichtig ist, im Umfeld nicht die einzige unfreiwillige Einkind-Mama zu sein. Und weil ich - trotz jedes persönlichen Kummers - es für eine günstige Fügung des Schicksals halte, dass sich in der Familie meines Mannes (mit der ich viel mehr zu tun habe als mit meiner eigenen) auf diese Weise eine Art von Gleichgewicht eingestellt hat: Alle drei Kinder meiner Schwiegereltern wohnen maximal eine Stunde von ihnen entfernt, alle drei haben sich mindestens zwei Kinder gewünscht, alle drei haben aber nur eins, und zwar einen Sohn. Auch, wenn es natürlich keinen Anspruch auf Gerechtigkeit gibt, ist diese Konstellation für den familiären Frieden (Vermeidung von Neid) meines Erachtens nun ganz günstig.... :-)
    Geändert von Quieks (20.11.2016 um 00:59 Uhr)

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    AW: Die Einkindfamilie ♥

    Quieks, ich kann deine Gedanken absolut nachvollziehen. Mir geht es auch so, dass ich mich besonders in Familien mit gleicher Konstellation wohlfühle, weil einem da nicht ständig vor Augen geführt wird, was man nicht hat, und egal wie man das moralisch von außen beurteilen mag, ich sehe mir auch die kinderlosen Frauen die Ende 30 sind an, in meinem Sportverein sind sehr viele komischerweise, die aber in einer Partnerschaft leben, und denke, ich muss schätzen, was ich habe, oder dass ich "Einkind-Mütter" sammle (oder besser: "gesammelt habe") und dachte, "ich bin nicht allein" und die sind ja auch irgendwie glücklich (wobei mir klar ist, dass man Menschen nur vor den Kopf schauen kann).

    Ich bin in unserem Bekanntenkreis dabei durchaus eher "Exotin", wobei, und das war ja schon vor zwei Jahren meine Vermutung, ich denke, dass die einen gar nicht als so einen empfinden. Gute Freunde oder Bekannte wissen natürlich von unserem Schicksal und würden nie dumme Bemerkungen machen oder uns abstempeln als etwas, was wir nicht sind.

    Bei mir hat "die Zeit die Wunden geheilt" in dem die Stiche, die ich bei Verkündigungen von "Geschwisterschwangerschaften" (die letzte vor ein paar Wochen) immer kleiner werden, oder immer kürzer dauern. Ich bin nicht mehr in dem "Babythema" drin, erst recht nicht mehr, seit mein Sohn in die Schule geht, in unserem Haus befinden sich keine besonderen Kleinkindsachen mehr, ich habe mich beruflich weiterentwickelt und anspruchsvolle Aufgaben zu bewältigen, die mir Spaß machen. Auch wenn der Stich natürlich noch da ist, ich behaupte auch nicht, dass er jemals GANZ weg sein wird, ich sehe mich nicht mehr als potentielle Babymutter- diese Phase betrachte und empfinde ich als vorüber und ich denke, ok, ich habe diese Phase kennengelernt, aber jetzt ist ein anderer Lebensabschnitt.

    Wie gesagt, unser Sohn ist sozial stark eingebunden, kann gut Kontakte schließen, und ist eigentlich täglich gut beschäftigt. Wir laden gerne mal Nachbarskinder ein, auch nur für ein, zwei Stunden, wenn die Nachmittage oder Wochenenden etwas lang werden wollen. Sicherlich ist das etwas anderes, als wirklich mit Geschwistern zusammenzuleben, aber es ist immer noch besser als wenn er ständig das Gefühl hat, keiner spielt mit ihm.

    Und mal später, wenn wir alt sind und er allein die Last mit uns hat- ich wünsche ihm, dass er auch dann sozial gut eingebunden ist und Hilfe erfährt, wenn er sie braucht. Geschwister sind auch keine Garantie auf Hilfe, wenn man jemanden braucht- ich kenne das sehr gut aus eigener Erfahrung.

    Der Ist-Zustand ist aber mittlerweile bei uns ganz gut- und manchmal genieße ich das auch, dass mein Familienleben so überschaubar ist, es gibt nur für drei Menschen Termine einzuhalten und morgens krank kann auch nur ein Kind werden Man hat eben tatsächlich mehr Zeit für sich. Noch vor zwei Jahren hätte ich diese Zeit für mich um alles in der Welt für ein zweites Kind eingetauscht- aber diesen Drang verspüre ich im Moment viel, viel weniger stark.

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    AW: Die Einkindfamilie ♥

    Liebe Rosenrote,

    ja, mir geht es so ähnlich... Wenn ich eine Mama mit Baby oder Kleinkind sehe, denke ich stichwortartig: Beikost? Windeln? Kinderwagen? Irgendwie so gar nicht mehr meine Themen! Das Lebensgefühl entfernt sich erstaunlich schnell davon. Und JA, ich gebe es zu: Mit einem Einzelkind im Vorschulalter lebt es sich weit entspannter als mit einem versorgungsintensiven Kleinstkind. Und ich GENIESSE ja die Komfortzone, die wir nach meinem Gefühl irgendwann im letzten Jahr erreicht haben, durchaus! Andere Mütter aus unserem Kindergarten dagegen... haben nach meinem Eindruck ziemlich viel Stress, wenn sie noch ein oder zwei ganz Kleine im Schlepptau haben... und/oder eine schwere Babykugel vor sich herschieben... Nicht immer würde ich tauschen wollen. Von daher hat die Trauer um das Steckenbleiben auf halbem Weg der Familiengründung doch viele Gesichter.

    In meinem Fall ist es sogar sehr schwer zu sagen, ob ich wirklich eine UNfreiwillige Einkindmutter bin. Auf der einen Seite fühle ich mich ganz klar so, denn unser WUNSCH war es immer, mehr als ein Kind zu bekommen. Andererseits... haben mein Mann und ich genau dasjenige Kind, das letztes Jahr zu uns hätte kommen wollen, abgelehnt und zurückgeschickt. Ja, wir hatten wirklich schwerwiegende Gründe dafür, denn die Kombination aus chronisch eingeschränkter Mama und behindertem Kind ist etwas, was unsere ohnehin schon grenzwertig strapazierten Kräfte vollends gesprengt hätte. Schon mit nur einem einzigen, gottseidank gesunden Kind war ich in den letzten Jahren NIE ganz fit. Und oft genug richtig krank. Aber ich wollte mich an dieser Stelle eigentlich nicht für unsere Entscheidung rechtfertigen, sondern nur sagen:

    Ich weiß nicht mal, ob ich über mein Dasein als Nur-Einkindmutter klagen DARF, denn in gewisser Weise ist ja dieses mein Schicksal doch selbst gewählt. Rational stelle ich, stellen WIR die Entscheidung, die wir im Dezember vor zwei Jahren treffen mussten, gar nicht in Frage. Die emotionale Seite hingegen ist eine ganz andere, die mitunter sehr düster und schuldbeladen daher kommt.

    Aber bevor ich nach dem Schreiben dieses Textes vielleicht wieder eine schlaflose Nacht habe, belasse ich es für diesen Moment einfach mal damit.

    Herzlichen Gruß

    Die Quieks
    Geändert von Quieks (23.11.2016 um 17:43 Uhr)

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