Mir ging es ähnlich. Von 50-60 Stunden Arbeit pro Woche quasi auf Null. Allerdings habe ich nach 3 Wochen schon wieder "Telefondienst" gemacht, weil ich selbständig bin und nach 8 Wochen bin ich wieder 4 Tage pro Woche arbeiten gegangen. Okay, dieses Pensum kann ich wirklich nicht empfehlen, da ich die ersten Wochen mit dem neuen Alltag nicht klar kam und alles wahnsinnig stressig war.
Ich vermutete ebenso eine postpartale Depression und habe mir Hilfe bei einer Psychologin gesucht (auch, weil die Geburt für mich recht dramatisch war). Die Psychologin konnte mir sehr schnell aufzeigen, dass ich Auszeiten brauche und dabei kein schlechtes Gewissen haben muss. Sie war sich nicht sicher, was eine PPD angeht, eventuell hatte ich eine leichte.
Mittlerweile (mein Kind ist auch im Januar geboren) haben wir einen geregelten Alltag. Ich stehe mit dem Kind auf, frühstücke zusammen mit ihm (mit 9 Monaten geht das!), bringe ihn zur Tagesmutter, fahre ins Büro und komme abends heim.
Was bleibt, ist das schlechte Gewissen, das ständige Gehetztsein, ein wenig Bedauern darüber, dass ich keine Zeit für Pekip, Babyschwimmen etc. hatte (aber die bei uns auf dem Land angebotenen Termine sind auch zu unterirdischen Zeiten) und die Erkenntnis, dass man das Kind nicht den ganzen Tag bespaßen muss. Wir besuchen unsere Freunde, haben viel Besuch und gehen mit dem Zwerg raus. Ansonsten würde mir auch die Decke auf den Kopf fallen.
In diesem Sinne: Alles ziemlich normal. Man muss sich erst finden und lernen, die blöden Kommentare anderer zu ignorieren.
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31.10.2014, 11:45
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
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31.10.2014, 11:57
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Hallo Ihr Lieben,
ich bin total baff, schon so viele positive Rückmeldungen bekommen zu haben! Vielen Dank erst einmal dafür!



Ich wohne in der Nähe von Frankfurt am Main und nutze etwa 2 x pro Woche die Möglichkeit den Kleinen in den KiWa zu packen und mit der S-Bahn (die nervtötend piepst, jedes Mal wenn die Türen an den Stationen scheppernd aufgehen :D) die 40 langen Minuten in die Stadt zu fahren. Das gibt mir zumindest zeitweise das Gefühl, das ein Teil meines alten Lebens auch mit Baby umsetzbar ist.
Gaaanz langsam bekomme ich ein Gefühl dafür, wann der Kleine ratzen muss (z.B. Vormittags immer mal so plusminus 2 Stündchen und dann jeweils mehrmals 30-45 Minuten am Tag) und versuche dann die Zeit mit ihm möglichst für mich erfüllend zu nutzen. Meine Mutter hütet ihn jeden Donnerstagabend für ein paar Stündchen bis mein Mann heimkommt und übernimmt, damit ich mal was für mich tun kann. Leider hat er ja immer noch die abendlichen Schreiattacken, weswegen ich meinen Mann dann zwar tapfer, aber doch abgekämpft vorfinde und was mir dann auch nicht die Entspannung bringt, die ich so dringend benötige.
Er wird Anfang 2015 Geschäftsführer des Unternehmens in dem er schon seit der Ausbildung ist, daher ist Elternzeit leider gar nicht möglich.
Zwischendurch hatte ich auch ganz schön mit Schlafstörungen (Durchschlafen nach dem nächtlichen Füttern) zu kämpfen, was inzwischen etwas besser, aber immer noch kraftraubend ist. Mein Mann füttert nachts, er sagt das sei seine Extrazeit mit dem Kleinen
. Dieser schläft abends nach dem "Kampf- und Schreifläschchen" gepuckt ein und bekommt dann nachts (mal um 3, mal um 5) nur noch EIN Fläschchen.
Zum Glück habe ich auch eine liebe Therapeutin, die mich auch immer mal drückt
und eine Freundin, deren 2. Kind im gleichen Alter wie mein Baby ist, und mit der ich ca. 3 x die Woche einige Stündchen quatschen kann. Zusammen waren wir 2x im Baby-Shiatsu-Kurs, leider war das zu so ner doofen Zeit am Tag für ihn - viell. wage ich mal einen neuen Versuch...
Dennoch: Jede Stunde alleine ist eine Qual - DAS GIBT ES DOCH NICHT! Ich frag mich immer warum ich mich so anstelle!
Essen und Trinken dient einzig dem Überleben
, heidewitzka!
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31.10.2014, 12:04
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Ja, das kenne ich.......ich habe in der Stillzeit irgendwann festgestellt, das ich Essen nicht mehr richtig gründlich kaue, weil ich so schnell wie möglich , wenn Zeit war, was runterbringen wollte.....und ich habe immer sehr gerne gegessen und mit Genuß, das war in der ersten Zeit komplett anders.
Wenn ich jetzt zurückschaue, frage ich mich, warum ich es mir so schwer gemacht habe. (das soll jetzt keine Kritik an dir sein! )Aber das wäre etwas, was (zumindest glaube ich das) bei einem zweiten Kind komplett anders wäre.
Schön, das du Unterstützung durch deine Mutter hast und mit Kind rausgehst!
Was ich super fand, war Babyschwimmen. Das hat meiner Tochter viel Spaß gemachtGeändert von Dannygirl (04.11.2014 um 10:44 Uhr)
Kleine Raupe Mai 2013 
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31.10.2014, 12:58
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Julimama,
das klingt doch insgesamt schon mal sehr gut, dass du dich mit deiner Freundin viel treffen und austauschen kannst!
Und ich verstehe deinen Drang, was zu unternehmen. Das hatte ich mit der Tussi sehr lange auch und noch heute (sie ist 2,5) plane ich an unserem gemeinsamen freien Tag (die anderen 4 arbeite ich und sie geht in die Krippe) für den Vor- und Nachmittag Unternehmungen ein. Weil sie sonst nicht ausgeglichen ist ohne Programm und wir uns dann daheim annerven
Das muss dann auch nix grossartiges sein, da reicht Einkaufen und mit ner anderen Mama nen Kaffee trinken - hauptsache unterwegs gewesen.
Was bei uns auch geholfen hat, war die zunehmende Mobilität und da war die Tussi auch noch eher später dran als die meisten Kinder im Umfeld. Aber da konnte sie sich erstens auspowern und zweitens war sie so noch selbständiger beschäftigt (davor konnte sie auch schon kurze Zeit alleine an was fummeln und schnullen, zum Glück). So ist sie dann auch mit Vorliebe dem Staubsauger nachgekrabbelt (später geflitzt) und ich kam sogar zu Erledigungen im Haushalt. Irgendwann konnte sie mir Wäsche aus dem Wäschekorb reichen, kleine Sachen aus der Spülmaschine aufräumen usw... da spielt die Zeit wirklich für dich und das Gefühl, dass alles sich ums Kind kreist, wird immer weniger werden
Heute morgen hat z.B. die Tussi selbst ihre Cornflakes reingeschaufelt - alleine am Tisch. Herr neka und ich haben uns in der Zeit fertig für die Arbeit gemacht. Das hätte ich mit einer halbjährigen Tussi nie zu hoffen gewagt und heute ist es selbstverständlich! (da will ich nicht verschweigen, dass es andere Phasen gibt, in denen sie dann lieber Theater macht
aber auch das ist wirklich kein Dauerzustand und geht vorbei)
Dass dein Mann die Nächte übernimmt und du einen fixen freien Abend hast, das ist ja schon mehr als manche Mütter haben und super! Macht das so weiter. Als nächstes kommt dein Arbeitstag neu dazu, freu dich darauf
nach meinen Arbeitstagen freu ich mich abends ganz anders aufs Kind, als wenn ich schon den ganzen Tag mit ihr zusammen war - bei uns hat das ganz viel zusätzlich entspannt. Zum Ausgleich gehe ich auch an meinem freien Tag (also eigentlich mein mit-Kind-daheim-Tag - frei wäre anders
) abends zum Yoga und Herr neka kümmert sich. Traumhaft.
Also für mich klingst du weder überfordert mit Kind noch depressiv, du bist nur einfach so wenig eine absolute Ich-will-nur-fürs-Kind-da-sein-und-brauche-sonst-nix-Mama, wie ich es bin. Von denen gibt es hier noch ein paar, keine Sorge
Und es ist doch schön, dass nicht alle genau dasselbe erwarten und brauchen. Nur sollte es auch niemand von dir erwarten, dass dich die Mutterrolle zu 100% ausfüllt. Und du selbst auch nicht
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31.10.2014, 13:50
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Ich machs kurz, hier sind schon die besten Ratschläge und jede Menge Damen, die ähnliches berichten. Immer wieder.
Mir ging es ganz ähnlich, nach fast ewigen Jahren im Job und recht spätem erstem Mutterglück mit 37. Dazu ein Häusschen in der Pampa. Pampa ist hier wörtlich zu nehmen, es war 75 km von der Arbeitsstätte entfernt im Nichts.
Und ich ein Jahr zu Hause, rausgerissen aus einem sehr erfüllendem Job mit Überstunden, aktivem Leben etc.
Von Babys keinen Plan, es fiel mir sehr schwer, ich war tageweise neidisch auf meinen Mann.
Das hat sich gelegt, mit Rückkehr in den Job nach einem Jahr, mit Umzug (in unserem Falle) in bewohntere Regionen mit der Eingewöhnung in die Mutterrolle. Die fällt nicht bei jedem vom Himmel.
Das ist nun über 4 Jahre her, ich habe inzwischen ein zweites Kind (bei dem das alles übrigens nicht mehr im Ansatz so war) und die Tragweite, wie sehr mich das erstmal aus der Bahn geschmissen hat, habe ich erst im Nachhinein begriffen.
Heute kann ich darüber lachen und auch erzählen.
Gebe dir einfach etwas Zeit, schau, dass du was für dich tust, nehme die Arbeit wieder auf und ich bin mir sicher, bald wirst du mit deinem Doppelleben gut klar kommen.
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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31.10.2014, 14:01
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Peppi, Doppelleben trifft es super

Ich kann noch beitragen, dass mir von vornherein klar war, dass ich nicht das perfekte Muttertier werden würde mit Kind. Schon immer wollte ich recht früh wieder Teilzeit arbeiten gehen und nicht das inzwischen sehr übliche Jahr oder gar länger daheim beim Kind bleiben. Sowas hat für mich auch gar nix mit fehlender Liebe zum Kind zu tun, eher mit Liebe zu sich selbst und guter Selbsteinschätzung. Wer länger daheimbleiben will, kann das ja tun. Als in der Familie eine werdende Mutter vor der Geburt des 1. Kindes meinte, sie würde dann 3 Jahre daheimbleiben, dachte ich mir direkt "WAS?"
Es wäre einfach nicht mein Ding gewesen. Umgekehrt wäre sie im Leben nicht nach 6 Monaten zurück in den Job. So unterschiedlich kann es einfach sein und passen. (ihr war übrigens nach 1,5 Jahren etwas langweilig und sie wollte dann wieder arbeiten...
)
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31.10.2014, 20:27
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Huhu, hier auch! Nicht gar so schlimm, aber bei Kind Nr. 1 kamen folgende Aspekte zusammen:
- ich hatte gerade eine Festanstellung und war voll motiviert
- mein Baby hat geschrien und geschrien und geschrien
- ich hatte mit den Babyturngruppen totales Pech: ich passte nicht zu den anderen Müttern oder sie nicht zu mir, wie mans sieht
- das Kind schlief ausschließlich beim Spaziergang im Kinderwagen, hieß 4 Stunden pro Tag laufen (immerhin, so schlank war ich vorher nicht und nachher nicht
Ich hab die MINUTEN gezählt, bis mein Mann nach Hause kam. Und nach außen hin das natürlich nie irgendjemandem zugegeben.
Ich hab schnell wieder angefangen, zu arbeiten (nach 7 Monaten 15 Stunden/Woche), das hat mich (uns???) gerettet.
Kind Nr. 2 war einfacher und die Situation natürlich "bekannt", dennoch bin ich einfach auch nicht die geborene "Babymutter" um es mal so zu sagen. Bei Nr. 2 stimmte aber immerhin mein Mütterumfeld, viele Freundschaften waren schon da und mit der "Großen" bin ich dann oft nachmittags rumgejuckelt und die Kleine kam halt mit. Da fällt das Decke-auf-den-Kopf-fallen dann weg.
Was vielleicht Mut macht: ab 3 Jahren empfand ich meine Kinder nur noch als Bereicherung und jetzt gerade (fast 4 und 6) will ich die Zeit anhalten, weil es so schön ist. Das ist so viel mehr mein Ding gerade: man kann ihnen die Welt erklären/zeigen, vorlesen, basteln, Gesellschaftsspiel spielen.
Und auch mit Baby wird es ja zu Hause auch immer erträglicher, wenn man sie halt schon ein bisschen beschäftigen kann und ein großer Durchbruch war bei mir die Mobilität, Krabbeln können, hab ich als unheimliche Entlastung empfunden, weil Baby halt allein los konnte.
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01.11.2014, 03:25
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Mich würde mal interessieren wie die sechs Wochen vor der Geburt im Mutterschutz für dich waren oder hast du länger gearbeitet?
War das schon nervig langweilig oder hast du die Zeit für dich genießen können und Dinge gemacht wozu man mit Job nie zeit hat?
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01.11.2014, 11:42
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Den Mutterschutz vor der Geburt habe ich sehr genossen und mich eigentlich auf alles gefreut, was da kommen wird. Dass das dann so heftig wird, hätte ich nie gedacht!
Wie seid Ihr mit Kommentaren zum frühen Wiedereinstieh umgegangen?
Hatte grad heute Morgen wieder ne Diskussion mit einer Freundin, die meinte ein Kind in dem Alter braucht seine Mutter. Au Mann - Salz in die Wunde!!!
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01.11.2014, 11:46Inaktiver User
AW: Von der "Working Bee" zur Mama - Anpassungsprobleme oder Wochenbettdepression?
Dickes Fell zu legen und höchstens wundern.
Und sich einfach dran gewöhnen dass man es nicht allen recht machen kann.
deine Familie und du müssen damit klar kommen und nicht die anderen


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