Hallo Stina,
ich wolle dir gestern schon was dazu schreiben.
Mein Ältester hat ja mit 3,3 die Windel relativ spät, dann aber auf Wunsch abgelegt.
Seitdem begleiten uns gute und weniger gute Phasen. 3 Monate lief alles gut und dann ging mit großen Rückschritten 2 Monate permanent Pippi rein. Die Motivation kam mir ähnlich wie dir vor (und das macht dann wirklich sauer) nämlich Unlust.
Schimpfen, bestärken, Windel androhen, nix half. Er hat damit nach 8 Wochen wieder aufgehört. Später hatten wir eine ähnliche Phase, in der das große Geschäft über einen längeren Zeitraum in die Unterhose gesetzt wurde. Auf drängelndes Nachfragen: Keine Zeit, nicht gemerkt, keine Lust.
Ich glaube das heute so nicht mehr. Ich denke, dass er auf meine Fragerei diese Antworten "geliefert" hat und es aber einfach im Spieln nicht gemerkt hatte bzw. kindlich wirklich keine Zeit hatte.
Inzwischen geht er mit strammen Schritten auf die 5 zu. Auch heute haben wir nochmal 2 - 3 Tage, wo Pipi reingeht. Dann wochenlang gar nicht.
Ich habe aufgehört mich darüber zu ärgern. Ich spreche ihm eher Mut zu, dass es bald ohne Probleme klappen wird und auch diese "Patzer" vorüberziehen.
Versuche deinen Ärger abzulegen und sie als das zu sehen, was sie ist. Ein kleines Mädchen, welches es noch nicht perfekt im Griff hat. Es wird vergehen. Das sie nachts keine Windel mehr braucht ist doch schonmal super !
Ich würde keinesfalls den Schritt zurück zur Windel gehen. Meinem Sohn hätte das das Gefühl einer Niederlage gegeben.
Gutes Durchhaltevermögen![]()
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Ergebnis 21 bis 30 von 38
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17.10.2014, 22:31
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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19.10.2014, 14:01
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Hallo,
ich komme erst jetzt dazu, auf Eure letzten Beiträge einzugehen, mein Schweigen war kein Desinteresse
Ninette, das weiß ich natürlich auch. Daher hab ich das ja auch mit dem ausdrücklichen Augenzwinkern dahinter geschrieben. Dass mein Töchterchen weiß, dass wir es so nicht wollen, steht zweifelsfrei fest.
Aber in einigen Punkten stehe ich der Haltung von Dir und Peppi doch etwas zweifelnd bis kritrisch gegenüber und ich habe den Satz in sofern nicht nur scherzhaft gemeint, dass L. tatsächlich manchmal etwas deutlichere Ansagen braucht. Weil sie sonst zwar weiß, dass sie etwas nicht tun soll, es aber trotzdem tut, wenn es ihr als der angenehmere Weg erscheint und auch gerne so argumentiert. Diese Sätze fangen dann mit "aber gestern..." an und ich mag sie nicht
.
Dass man über Belohnungen streiten kann, weiß ich und ich bin auch niemand, die ständig mit Belohnungen arbeitet. Dass man etwas aber nicht belohnen sollte, nur weil es etwas natürliches oder normales ist, erschließt sich mir nicht. Ich belohne ja nicht das Produkt, sondern den Umgang damit - bei einem jüngeren Kind mag das verschwimmen, weil es es nicht versteht, aber die Maus begreift das schon sehr gut, um was es geht.Ansonsten bin ich leider kein Fan von Belohnungen und würde das alles weglassen (was jetzt keine Kritik sein soll, ich kann sehr gut verstehen, dass ihr das probiert). Aber an sich ist ein Klogang in meinen Augen etwas Normales, und sollte auch als solches wahrgenommen werden. Die vielen Erzählungen von Mitschreiberinnen, die sich an dieses Thema noch erinnern, machen mich doch etwas nachdenklich ...
Was genau macht Dich nachdenklich? in diesen ganzen Erzählungen war doch nie von Belohnungen die Rede, wenn ich mich grad richtig erinnere?
Mir zeigt das eigentlich nur, dass etwas alltägliches, natürliches noch lange nichts sein muss, was Menschen automatisch leicht fällt.
Natürlich vertraue ich ihr, dass sie das hinbekommen wird!Das sage ich ihr auch oft genug. Bzw. ich weiß ja dass sie es kann, das hat sie ja knappe 2 Wochen lang unfallfrei bewiesen!Daher würde ich mir wohl vornehmen, einfach einen langen Atem zu haben, und stillschweigend die Unterhosen auswaschen. Meinem Kind würde so ein Verhalten wohl am meisten helfen. Denn Kinder wollen es uns doch unbedingt recht machen. Und sie wissen, dass wir möchten, dass sie aufs Klo gehen. Ich bin überzeugt, dass deine Tochter im Moment ihr Bestes gibt, auch wenn das auf dich nicht so wirkt. Und du wirst sie aus meiner Sicht am meisten stärken, wenn du ihr vertraust, dass sie das hinkriegen wird.
Ich halte mich für relativ geduldig und gelassen, und auch für empathisch, trotzdem kann (und will!) ich "stillschweigend" in diesen Momenten nicht immer. Allerdings ist es ja nun auch nicht so, dass ich bei jeder nassen oder vollen Hose ausraste, ich hoffe, das las sich nicht so. Für die allermeisten Pannen habe ich Verständnis und unterstelle keine Absicht.
Ich habe aber kein Verständnis für folgende Situation: Ich sehe ganz deutlich, dass die Maus muss. Ich frage sie freundlich, ob sie muss. Sie sagt "nein". Ich warte etwas ab, und bitte sie, aufs Klo zu gehen. Die Maus sagt "nein, ich muss nicht!". Ich warte noch etwas ab und sage noch imer freudnlich, aber nachdrücklich: "Maus, geh jetzt bitte sofort aufs Klo, ich seh doch, dass Du musst!". Ich drücke virtuelle Stopp-Tasten, verspreche, dass nichts an ihrem Spiel/im Buch/ etc. verändert wird und biete ihr Begleitung an. Die Maus kreischt und brüllt "neeeeeein! Ich muss nicht!!! Lass mich in Ruuuuhe!!". Und zwei Minuten später sagt sie mit einem fetten Grinsen "Mama, ich hab jetzt doch in die Hose gemacht.".
Nicht mal da flippe ich immer aus (aber zugegebenermaßen öfter), manchmal sage ich auch nur "Ach echt, na soo eine Überraschung" oder ähnliches. Trotzdem finde ich, dass sie in diesem Moment wissen darf, dass ich sauer bin.
Den Satz, den ich in Deinem Zitat oben fett markiert habe, unterschreibe ich übrigens auch nicht pauschal.
Nein, meine Tochter will es uns nicht immer recht machen. Oder mit uns kooperieren, wie es ja auch immer gerne mal formuliert wird. Und ich finde das auch logisch. Einerseits wird betont, dass Kinder in dem Alter nicht trotzig sind (diese Experten haben meine Tochter noch nicht "doch!" sagen hören
), sondern in der Autonomiephase sind. Und dann sollen sie aber angeblich immer mit ihren Eltern kooperieren wollen. Vielleicht ist unser Exemplar ja besonders widerspenstig (nicht mal das glaube ich), ich kann das jedenfalls so nicht bestätigen. Ich glaube schon, dass Kinder grundsätzlich (also wenn sie gerade nicht in akuten Emotionen gefangen sind) Kooperation wollen und dass die Eltern das, was sie tun, gut finden. Aber nicht in jeder Situation.
Unsere KiÄ sagt dagegen, dass es totaler Quatsch sei zu glauben, dass jeder Mensch täglich Stuhlgang haben müsse (und ich kann das aus eigener Erfahrung absolut bestätigenEin Gedanke noch: wir hatten hier auch eine Zeit lang Verstopfung, und du hast irgendwo was von nicht täglichem Stuhlgang geschrieben. Das brachte bei uns allerdings den Durchbruch. Die Kinderärztin meinte, ich solle ihm erklären, dass es wichtig sei, einmal am Tag groß aufs Klo zu gehen, und das hat er mit knapp 3 Jahren schon gut verstanden. Wenn er tagsüber also keinen Stuhlgang hatte, haben wir es uns abends auf dem Klo "gemütlich" gemacht
Und es war dann tatsächlich irgendwie auch ein schönes Ritual, da er dabei oft Dinge aus dem Kiga erzählt hat, wir gesungen haben ...
). Dass Stuhlgang wichtig ist, erkläre ich auch und ich glaube, rational weiß L. das auch.
Wenn ich merke, es steht etwas an und sie kann noch nicht so richtig loslassen (sei es mental oder körperlich) nehmen wir auch gemütlich Bücher mit oder singen, erzählen etc. In erster Linie deshalb, weil mir auffällt, dass Ablenkung da besser ist als Konzentration auf die Sache, damit diese wieder in Gang kommt.
Ich wünsche dir viel Geduld
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Danke! Auch nochmal für Deine Gedanken - ich hoffe, das las sich jetz nicht so, als würde ich die alle rundweg abschmettern. Ich teile ja durchaus die Grundansicht die dahinter steckt und es ist mir wichtig, meinen Kindern mit Verständnis, Geduld und Gelassenheit zu begegnen und sie nicht zu drängen. Allerdings habe eben auch ich meine Grenzen und es mag nicht bei jedem Kiind gleich sein, aber die Maus braucht an manchen Stellen schon deutliche Ansagen, weil sie eben nicht die Bereitschaft zur Dauerkooperation hat und das auch sehr klar so artikuliert.
Ähnlcihe Gedanken hatte ich daher auch bei Deinem Post, Peppi:
Also fast wie bei der Maus, die war 38 Monate.
Wie schon öfter geschrieben: ich glaube, nein, weiß auch, dass Kinder es manchmal im Spiel wirklich nicht merken. Oder zu spät. Oder vielleicht sogarmerken, aber als unwichtig zur Seite schieben. Das kann ich alles total verstehen und reagiere auch dementsprechend. Und beim großen Geschäft weiß ich tatsächlich manchmal nicht, ob die Maus es richtig und schnell genug deutet.Seitdem begleiten uns gute und weniger gute Phasen. 3 Monate lief alles gut und dann ging mit großen Rückschritten 2 Monate permanent Pippi rein. Die Motivation kam mir ähnlich wie dir vor (und das macht dann wirklich sauer) nämlich Unlust.
Schimpfen, bestärken, Windel androhen, nix half. Er hat damit nach 8 Wochen wieder aufgehört. Später hatten wir eine ähnliche Phase, in der das große Geschäft über einen längeren Zeitraum in die Unterhose gesetzt wurde. Auf drängelndes Nachfragen: Keine Zeit, nicht gemerkt, keine Lust.
Ich glaube das heute so nicht mehr. Ich denke, dass er auf meine Fragerei diese Antworten "geliefert" hat und es aber einfach im Spieln nicht gemerkt hatte bzw. kindlich wirklich keine Zeit hatte.
Aber ich hab ja eine Situation oben beschrieben und da kann ich "nicht gemerkt" einfach nicht gelten lassen, denn ich habe es ja gemerkt und sie mehrfach drauf aufmerksam gemacht! Wenn ich dann hinterher nochmal nachfrage "wieso bist Du denn nicht aufs Klo, Du wusstest doch, dass Du musst und ich hab Dich auch gebeten zu gehen?" und ich bekomme zur Antwort ein gleichgültiges "Jooh, aber ich hatte da grad keine Lust", dann tu ich mich da bei allem Veständnis für "aller Anfang ist schwer" etc. schon schwer, darauf nicht sauer zu reagieren.
Beim großen Geschäft ist es manchmal so, dass sie dafür in bestimmte Ecken verschwindet. Auch da bin ich dann schon offen genervt, wenn cih sie da rausziehe und es ist schon was in der Unterhose, denn wenn sie weiß, dass sie hinters Sofa/unter den Tisch etc. verschwinden "muss", hat sie ihr Bedürfnis ja wahrgenommen.
Das höre ich von vielen Kindern und das wäre echt nicht mein Problem! Dafür sind es Kinder! Selbst wenn ab und zu mal was "absichtlich" passiert, auch egal. Aber die Tage vor meinem Post war es so, dass L. nie von sich auf aufs Klo ist und auf unser Drtängen hin nur widerwillig. Und Windeln abgelehnt hat. Und diese Kombi ist schlecht, die sollte eben kein Dauerzustand sein.Inzwischen geht er mit strammen Schritten auf die 5 zu. Auch heute haben wir nochmal 2 - 3 Tage, wo Pipi reingeht. Dann wochenlang gar nicht.
Ich bin aber schon froh, dass die letzten beiden Tage besser liefen und L. zumindest gelegentlich mal von selbst gesagt hat, dass sie Pipi muss bzw. wieder begonnen hat, einfach zu gehen - so war es anfangs auch.
Das mache ich selbstverständlich auch. Kommt eben auf die Situation an. Wenn L. eh schon bedröppelt guckt, dann spare ich mir jeden negativen Kommentar und mache nur Mut.Ich habe aufgehört mich darüber zu ärgern. Ich spreche ihm eher Mut zu, dass es bald ohne Probleme klappen wird und auch diese "Patzer" vorüberziehen.
Wenn es aber eben so eine Situation wie oben beschrieben ist, dann ärgere ich mich eben. Und das darf L. auch wissen. Mut machen kommt dann später wieder dazu, aber in dem Moment, noch dazu angesichts ihrer oftmals sehr gelassen-fröhlichen Reaktionen, bin ich sauer.
Ich erwarte keine Perfektion, wirklich nicht! Natürlich sehe ich meine Tochter als das kleine Mädchen das sie ist! Ich weiß, dass wir gerade erst begonnen haben. Ich sage ihr auch ganz oft, dass sie es schon ganz toll kann.Versuche deinen Ärger abzulegen und sie als das zu sehen, was sie ist. Ein kleines Mädchen, welches es noch nicht perfekt im Griff hat. Es wird vergehen. Das sie nachts keine Windel mehr braucht ist doch schonmal super !
Das mit dem Ärger ablegen dagegen - in manchen Situationen wünsche ich mir das schon. Vor allem, wenn ich mich schlecht fühle, weil ich wirklich laut geworden bin. Und weil ich es schrecklich finde, dass ich merke, dass meine Hemmschwelle wieder so zu reagieren, mit jedem Mal sinkt. Letztens habe ich die arme Maus auch mal recht unsanft aufs Sofa gepackt, weil sie mich beim umziehen auch noch getreten hat, da sie es selbst machen wollte, ich aber unter Zeitdruck war. Das hat sie nachhaltig beeindruckt, ich habe mich auch entschuldigt und ihr versprochen, sowas nicht mehr zu machen. Die letzten Tage habe ich da auch an mir gearbeitet und bin nicht mehr so ausgerastet - was mir aber auch dadurch leichter fiel, dass es eben auch wieder Lichtblicke gab und ich mehr das Gefühl hatte, dass L. sich Mühe gibt.
Ausflippen will ich also nicht - Ärger zeigen dagegen finde ich grundsätzlich in den beschriebenen Situationen durchaus angemessen.12 26. We are Family.
Moderation in Erziehung & Freundschaft
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19.10.2014, 17:22
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Ich kenne genau diese Phase, genau in diesem Alter. Weil ich auch sehe, wenn Sohn Pipi muss. Er wackelt dann mit den Beinen rum. Noch heute passiert es, dass er trotz mehrmaliger Erinnerung dann den ersten Schuss in die Hose macht. Selten inzwischen, aber passiert.
Ich erinnere mich, dass wir mit 3,5 einen Wohnwagenurlaub gemacht haben und ich für 7 Tage 18 Hosen und Unterwäsche für 3 Wochen dabei hatte und die auch alle gebraucht habe.
Natürlich kann das einen sauer machen. Das Gefühl steht dir zu, auch Ärger. Dein und mein Kind können auch mit dem Ärger umgehen und dürfen ihn auch erleben. Ich war auch schon sauer und habe geschimpft, wie beschrieben, wenn Antworten wie: Keine Lust, weiss ich nicht, oder gar nichts, kommen.
Nur befürchte ich, dass es nichts bringen wird. Gerade bei diesen Geschichen, die etwas mit (körperlicher und geistiger) Reife zu tun haben, geben Kinder ihr eigenes Tempo vor.
Kinder sind auch nicht so rational denkend, wie wir, zumindest nicht mit 3,5. Aha, Mama hat mich erinnert, stimmt dann gehe ich mal. Das machen viele Kinder, einige, wie deine Tochter nicht. Die hat vermutlich gerade was besseres zu tun und Klo ist in ihren Augen nicht so wichtig.
Eine Fachfrau (Kindergärtnerin) sagte mir mal, dass diese Phasen bei einigen Kindern völlig normal sind, eben genau dann, wenn wichtigeres ihr Gehirn beschäftigt. Ich kann das für meine Sohn so bestätigen.
Ich konnte meinen vorhandenen Ärger minimieren, indem ich mir das bewusst gemacht habe. Ärgern kann ich mich immer nur dann, wenn ich mir an der Nase herumgeführt vorkomme.
Mein Sohn kriegt Konsequenzen, die sehen inzwischen wie folgt aus: Er zieht die nasse Hose, Unterhose aus und muss die Sachen in den Keller zum Wäschekorb bringen. Dann wird er kurz im kritischen Bereich abgeduscht, was ihn über Tag doch nervt, weil er ja besseres zu tun hat ;-). Dann holt er sich selbständig eine neue Unterhose und Hose im oberen Stockwerk aus seinem Kinderzimmer und zieht sich an. Er meckert und motzt, aber da bleibe ich hart. Ist nicht schlimm, kann passieren, ich wasche es, es gibt was neues, aber zu oben genannten Bedingungen.
Ich glaube nicht, dass es eine Dauerphase wird und bin mir sehr sicher, dass du in Kürze berichten wirst, dass sich das Problem minimiert hat.
Geändert von Peppis (19.10.2014 um 17:27 Uhr)
In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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20.10.2014, 19:22
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Stina,
Keine Angst, ich fühle mich nicht abgeschmettert
Und ich glaube, dass wir in vieler Hinsicht gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Das mit der Kooperationsbereitschaft sehe ich auch eher ganzheitlich, und empfinde daher die „Autonomiephase“ nicht im Widerspruch dazu, ganz im Gegenteil. Ich empfinde es so, dass mein Kind hier innere Konflikte durchlebt, weil es einerseits kooperieren will, andererseits aber auch seine Persönlichkeit entwickelt, und sich dafür abgrenzen will. Aber das ist ein anderes Thema 
Zum Thema täglicher Stuhlgang – du hast Recht, das muss bestimmt nicht bei jedem so sein. Bei einem verstopften Kind war es allerdings bei uns die einzig wirksame Möglichkeit, den Stuhlgang medikamentfrei wieder regelmässig werden zu lassen. Seitdem haben wir keine Probleme mehr.
Zu deine Frage bezüglich Belohnung – dass hier für mein Empfinden viel Feedback von BriComlerinnen kam, die sich an die Sauberkeitsthematik aus ihrer Kindheit erinnern, hat mit der Belohnung nichts zu tun, da habe ich mich (da auf Tablet unterwegs) missverständlich ausgedrückt. In Bezug auf das Feedback meinte ich eigentlich nur, dass wohl doch auf viele Kinder in dem Alter ein gewisser Druck ausgeübt wird oder wurde, den ich als kontraproduktiv empfinde, im besten Fall aber als „unproduktiv“. So dass sich viele als Erwachsene noch daran erinnern. Daher würde ich (!) davon absehen, auf mein Kind zusätzlich Druck auszuüben.
Vielleicht würde es dir helfen, dir zu überlegen, was genau dich am meisten an der Situation nervt. Ich sehe es nämlich wie Peppis: Der Reifeprozess zum Reinwerden passiert „von selbst“ und du kannst ihn eigentlich nur begleiten, nicht aber beschleunigen. Die Aussagen wie „ich muss nicht“ obwohl man es als Mutter genau sieht kenne ich auch, und haben mich auch wahnsinnig gemacht. Trotzdem glaube ich nicht daran, dass Strengsein hier hilft, weil ich in diesem Zusammenhang auch ich nicht an „Faulheit“ oder „Unlust“ glaube. Wobei deine Tochter damit auch leben muss, dass Mama sich ärgert und Grenzen hat, was ich nicht schlimm finde.
Ich würde mich also darauf konzentrieren, was das Verhalten deiner Tochter in dir auslöst. Fühlst du dich provoziert? Ärgert dich die Wäsche? Ist es dir unangenehm im Kiga (hattest du glaube ich wo geschrieben)? Bist du enttäuscht von deiner Tochter, dass sie es nicht besser hinkriegt? Entsprechend würde ich dann versuchen, Abhilfe zu schaffen, damit es für euch beide besser erträglich wird.
Ansonsten kann ich mich Peppis nur anschliessen – bestimmt wirst du schon sehr bald berichten, dass es jetzt wieder klappt mit dem Klogang. Dass deine Tochter nachts keine Unfälle hat finde ich dafür ein eindeutiges Zeichen. Alles Gute weiterhin,
ninette
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20.10.2014, 20:13
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Vielleicht nicht Faulheit oder Unlust, aber doch irgendwie der Drang, alle Varianten ausreichend häufig auszuprobieren. Es gibt ja diese "das und das habe ich genau einmal machen müssen und dann hat mein Kind nie wieder…." Kinder.Vielleicht würde es dir helfen, dir zu überlegen, was genau dich am meisten an der Situation nervt. Ich sehe es nämlich wie Peppis: Der Reifeprozess zum Reinwerden passiert „von selbst“ und du kannst ihn eigentlich nur begleiten, nicht aber beschleunigen. Die Aussagen wie „ich muss nicht“ obwohl man es als Mutter genau sieht kenne ich auch, und haben mich auch wahnsinnig gemacht. Trotzdem glaube ich nicht daran, dass Strengsein hier hilft, weil ich in diesem Zusammenhang auch ich nicht an „Faulheit“ oder „Unlust“ glaube. Wobei deine Tochter damit auch leben muss, dass Mama sich ärgert und Grenzen hat, was ich nicht schlimm finde.
(Von denen habe ich keins)
Und dann gibt es noch die "wenn ich es nicht 200mal ausprobiert habe, kann ich doch auch nicht sicher sein, dass es jedes Mal so ist" Kinder. (Ich tröste mich immer damit, dass er später vielleicht mal ein richtiger Naturwissenschaftler wird
)
Streng sein kann dann trotzdem helfen, wenn man das erwünschte Verhalten über ein Regelwerk herbeiführt, also in diesem Fall zum Beispiel: Du gehst immer zur Toilette, bevor wir das Haus verlassen und nach jedem Essen und immer vor dem Abendritual und….
Dann kann man auch 200mal ausprobieren, ob das wirklich "immer" gilt und ein Unfall ist dann keine nasse Hose, sondern eine wütende Mama
Bei freiem Versuch hingegen probiert man eben die Variante: und wenn ich bis hierhin einhalte…. und bis hierhin…? Und wenn ich gar nicht gehen will…?
Anstrengend finde ich das auch und von der Obdachlosen-Urinwolke, die unseren Sohn umschwebt, bin ich reichlich genervt. Aber ich fürchte irgendwie auch, dass es kein richtiges "Rezept" gibt.
Je nachdem, wie selbstständig Dein Kind vom Naturell her ist (oder sein will), kann vielleicht "loslassen" helfen. Unser Sohn ist eher ein serviceorientiertes Kind
, aber es gibt ja die, die alles alleine machen wollen.
"Ich habe es ungeheuer satt, dass wir immerzu Streit haben, weil Du nicht zur Toilette gehen magst. Ich frage Dich jetzt nicht mehr. Ich mag auch nichts mehr dazu sagen. Wir probieren mal aus, ob Du ganz alleine herausfinden kannst, wann Du musst."
Zumindest musst Du Dich dann nicht mehr über ignorierte Vorschläge ärgern.
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20.10.2014, 20:50
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Was Du noch versuchen könntest, um den Forschungsdrang zu unterstützen: in einem ruhigen oder spielerischen Moment darüber reden, woran man eigentlich genau merkt, dass man aufs Klo muss. Gluckert das Pipi irgendwann in den Ohren? Wird der Bauch ganz rund?….
Und auch über das Experiment an sich reden. Heute Morgen hast Du erst gesagt, dass Du gar nicht Pipi musst. Und dann hab ich nur grad so bis drei gezählt - eins, zwei, drei - und auf einmal war die Hose pitschnass. Das war ein ziemlich schnelles Pipi. Wie kam denn das?--> verrückte Geschichte erfinden.
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20.10.2014, 21:45
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Das wollte ich auch schon vorschlagen. Je nachdem wie gut dein Kind einhalten kann klappt das vielleicht sehr gut. Hier zB reicht: nach dem Aufstehen, vor dem Mittagessen, nach dem Mittagsschlaf bzw. vor der Nachmittagsjause, vor dem Schlafengehen. Erst seit kurzem geht er öfter, anfangs waren 4 Klogänge am Tag genug.
OT: Minstrel, ist das Thema bei euch auch noch aktuell? Was klappt bei euch?
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20.10.2014, 22:17Inaktiver User
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Mit dem Regelwerk hat es auch bei uns begonnen, hier war der latente Druck mit 3 für den Schulstart sauber zu sein, da war meiner absolut nicht so weit. Windeln haben wir dann trotzdem weggelassen, ich hab ihn regelmässig zu den von Ninette genannten Zeiten immer aufs Klo gesetzt, anfangs wurde gemeutert, da gabs allerdings keine Diskussion, nach kurzer Zeit war das für ihn einfach die Regel und wurde es akzeptiert. Hat super funktionniert, auch in der Schule, hab ich aber auch nur einmal vergessen ihn aufs Klo zu setzen war die Hose nass. Mit 3,5 hat er ganz von sich aus erklärt er sei nun gross und würde nun aufs Klo gehen, seit dem Tag geht er allein und gab es nicht einen einzigen Unfall. Manchmal muss man sie wohl schon zu ihrem Glück zwingen.
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20.10.2014, 22:21
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Tagsüber ist er eigentlich trocken seit über 1.5 Jahren und wir haben auch schon ewig keinen echten Unfall mehr gehabt (im wachen Zustand) und tatsächlich noch nie einen Unfall beim grossen Geschäft.
Aber das Kind ist halt ein wenig "leck" und in der Unterhose ist meist ein kleiner nasser Fleck, weil er fast immer ein bisschen zu lange wartet. Dafür kann er halt sehr gut einhalten, so dass es immer nur tröpfelt und nie läuft.
Wenn er schläft ist er hingegen komplett undicht. Wenn er mal Mittags einschläft (im Auto oder so) ist die Hose hinterher nass und nachts trägt er noch eine Windel. Er sagt selbst, dass er nachts "nichts merkt" (obwohl ich ihn manchmal auch im Verdacht habe, morgens aus Bequemlichkeit noch schnell in die Windel zu pinkeln).
Er ist ja jetzt bald vier und die Windeln halten auch nicht mehr wirklich alles. Also waschen wir mehrmals in der Woche das komplette Bett (weil er es irgendwie immer schafft, sich über irgendeinem Spalt zu entleeren).
Es nervt.
Wir üben uns in Geduld…
Die kleine Schwester ist übrigens mit jetzt 18 Monaten nachts trocken. Wenn man morgens zügig mit ihr aufsteht, füllt sie das Tröpfchen komplett und die Windel bleibt trocken. Tagsüber macht sie ab und an Pipi, aber wirklich trocken ist sie da natürlich noch nicht.
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21.10.2014, 21:51
AW: keine Windel mehr, aber Klogang klappt auch nicht
Das sehe ich genauso. Deshalb habe ich ja auch keinerlei Druck ausgeübt, was das Trockenwerden angeht, sondern geduldig abgewartet, bis es von ihr aus geht. Ganz leicht anschubsen mussten wir, aber wirklich nur indem wir ihr gesagt haben, dass sie sich einfach nur noch trauen muss und sie es dann ebstimmt toll hinbekommt. Was ja auch genau so war.
Und ich bin noch immer der Meinung, dass ich auch jetzt keinen Druck ausübe, ich versuche sie zu ermutigen und ihr die Vorteile aufzuzeigen. Sie wird ja nicht bestraft, wenn es nicht klappt. Gut - wenn ich dann mal sauer werde, mag das kurzfristig Druck erzeugen - aber selbst dann sage ich ihr eigentlich immer, dass ich weiß, dass sie es super kann und dass es nicht schlimm ist, wenn mal was danaben geht, aber dass ich nicht mag, wenn es absichtlich in der Hose landet. Du hast ja auch geschribeben, dass ein kind den Ärger ruhig mitekommen kann.
Ich wäre definitiv weniger genervt, wenn es nicht die Zeit gegeben hätte, wo die Maus so gut wie pannenfrei war (was ich gar nicht so wichtig finde) und ihre Bedürfnisse initiativ angegangen ist, also entweder durch Ansage oder durch selbständiges Klogehen. Ich weiß auch, dass Entwicklungsschritte auch von Rückschritten begleitet werden und damit habe ich auch kein Problem, bis auf dass ich weiterhin überzeugt davon bin, dass L. auch weiterhin ganz genau spürt, wenn sie muss.Vielleicht würde es dir helfen, dir zu überlegen, was genau dich am meisten an der Situation nervt. Ich sehe es nämlich wie Peppis: Der Reifeprozess zum Reinwerden passiert „von selbst“ und du kannst ihn eigentlich nur begleiten, nicht aber beschleunigen.
Nein. Persönlich nehme ich das nicht.Ich würde mich also darauf konzentrieren, was das Verhalten deiner Tochter in dir auslöst. Fühlst du dich provoziert?
Nein. Darum geht es mir nicht.Ärgert dich die Wäsche?
Ab und an nervt mich der zeitliche Aufwand, wenn wir knapp in der Zeit sind oder wenn der kleine Bruder auch schon länger auf essen/schlafen/wickeln/etc. wartet und dann noch sowas dazwischen kommt. (Und nein: L. macht das mit Sicherheit nicht deshalb, um dadurch mehr Zuwendung zu bekommen, das kann ich klar ausschließen).
Mir war unangenehm, dass in der letzten Woche die Pannen mit dem großen Geschäft mehrfach im Kindi passiert sind und die Maus immer gründlich gesäubert heim kam, obwohl die Erzieherinnen das offiziell nicht tun müssten - sie hätten mich auch anrufen können. Seit ich das aber von mir aus angesprochen habe, mich bedankt habe und angeboten habe, dass ich tatsächlich im Fall des Falles auch kommen würde, sowie die aktuelle "Problematik" auch dort kurz umrissen habe, ist es mir nicht mehr unangenehm. Ich wollte nur einfach nicht, dass die dort denken, ich nehme das gar nicht wahr.Ist es dir unangenehm im Kiga (hattest du glaube ich wo geschrieben)?
Nein! Ich hab doch hier mehrfach betont, dass ich keine Perfektion erwarte und es ja toll finde, wie gut sie es grundsätzlich (!) in der kurzen Zeit hinbekommen hat.Bist du enttäuscht von deiner Tochter, dass sie es nicht besser hinkriegt?
Ich finde etwas schade, dass ihre Euphorie und ihre Zuverlässigkeit so schnell Geschichte waren, aber enttäuscht hieße auch hier wieder, dass ich das persönlich nehme und das tue ich wirklich nicht. Ich glaube definitiv nicht, dass die Maus nichts mehr ankündigt, um mich zu ärgern!
Ich ärgere mich ehrlich einfach nur über die Situationen, die schiefgehen, obwohl wir die Maus vorher drauf aufmerksam gemacht haben und - mehr oder weniger nachdrücklich - aufs Klo geschickt haben und die dann doch schief gehen, und die dann mit "aber ich hatte keine Lust/Zeit" oder "aber ich will das so" kommentiert werden. Und Nachfragen, wieso sie das denn nicht wollte, ergeben dann meistens "weil ich grad das Buch gelesen habe/dies und das gespielt habe, etc.".
Ich weiß gar nicht genau, ob ich mich da nicht ärgern wollen will
. Aber wenn bräuchte ich dafür glaube ich eine Lieferung Zen-Eichhörnchen von Entchen 
Es gibt Situationen, wo L. immer zur Toilette soll (nach dem Aufstehen, vor dem Schlafen, nach dem Schlafen), die werden meistens auch akzeptiert, wobei letzte Woche "nach dem Aufstehen" teils heiß diskutiert wurde und es da auch einmal schief ging, weil L. verweigert hat und steif und fest bei "ich muss aber nicht!" blieb. Je nach Tag und Trinkmenge decken diese Situationen aber bei weitem nicht den gesamten Bedarf an Toilettenbesuchen.
Alleine ist sozusagen der zweite Vorname meiner TochterJe nachdem, wie selbstständig Dein Kind vom Naturell her ist (oder sein will), kann vielleicht "loslassen" helfen. Unser Sohn ist eher ein serviceorientiertes Kind
, aber es gibt ja die, die alles alleine machen wollen.

Aber genau aus der Situation kamen wir ja - L. hatte das einfach so umgesetzt und teils auch geäußert, dass wir sie nicht fragen müssen. Und das hat auch meistens geklappt und ich hab ihr gesagt, dass ich es toll finde, dass ich mich so auf sie verlassen kann. Aber genau das konnte ich ja von einem Tag auf den anderen nicht mehr."Ich habe es ungeheuer satt, dass wir immerzu Streit haben, weil Du nicht zur Toilette gehen magst. Ich frage Dich jetzt nicht mehr. Ich mag auch nichts mehr dazu sagen. Wir probieren mal aus, ob Du ganz alleine herausfinden kannst, wann Du musst."
Zumindest musst Du Dich dann nicht mehr über ignorierte Vorschläge ärgern.
Das dringend müssende Kind ignorieren kann ich nicht. Und weder Herr Stina noch meine Mama können das. Und ärgern würde ich mich dann vermutlich trotzdem - nicht zuletzt darüber, dass ich nichts unternommen habe.
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Auch kreative Ideen, aber nicht so mein Stil. Trotzdem danke, dass Du so viel überlegt hast für mich!12 26. We are Family.
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