Ihr Lieben,
meine Große ist fast 2 1/2 Jahre alt. Sie ist an sich ein sehr aufgeschlossenes, fröhliches und selbstbewusstes Mädchen. Seit Mai ist die kleine Schwester da. Nach einem sehr guten Start hatten wir - pünktlich zum Ende der Elternzeit meines Mannes kurzfristig eine schwierige Phase mit der Großen, in der sie unglaublich anstrengend war. Zwischenzeitlich hat sich das aber wieder eingespielt und mit den üblichen Ausnahmen läuft es gerade sehr gut und die Große ist zum Anbeißen - total süß mit der Kleinen, macht - nicht immer, aber oft- worum ich sie bitte, plappert und hüpft und spielt den ganzen Tag.
Allerdings wird sie ganz plötzlich - seit ein paar Wochen- von einer Schüchternheit und Befangenheit ausgebremst, die für die völlig untypisch ist.
Bsp:
-sie möchte unbedingt zu unseren Nachbarn rüber gehen (das ist ihr Ding, ich bin nicht so auf Kontakt aus, aber die Nachbarn spielen schön mit ihr und lieben sie und sie geht total gerne rüber, drum darf sie das auch machen), aber dann muss ich klingeln und dann versteckt sie sich hinter mir und vergräbt ihren Kopf in meine Beine und bringt kein Wort mehr raus und geht dann wieder mit mir zurück.
- in der KiTa hat sie ein großes (4 jähriges) Mädchen, das sie total liebt und anbetet (mal wird die Liebe geteilt, mal hat die Große besseres zu tun). Zuhause redet sie ständig von der Freundin und freut sich total auf sie, wenn wir in die KiTa kommen muss sie sie erst suchen, sonst will sie gar nicht bleiben. Wenn wir sie aber gefunden haben- selbst wenn das Mädchen kommt und sie in den Arme nehme will- versteckt sie sich hinter mir und hält sich dann an meinem Bein fest und dreht immer wieder Runden durch meine Beine- was dann natürlich letztlich dazu führt, dass das Mädchen auch keine Lust mehr hat und geht.
- gleiches Theater beim Abschied. Sie muss das Mädchen erst suchen, dann traut sie sich aber nicht hinzugehen und sie selbst zu verabschieden.
- sie möchte unbedingt telefonieren, bringt dann aber am Telefon keine 2 Worte raus.
- sie möchte unbedingt Leute treffen, Opa, Tanten... wenn wir das dann tun, versteckt sie sich wieder.
- auf dem Spielplatz spielen Kinder im Spielhaus vor der Rutsche, sie will Rutschen, traut sich aber nicht an den Kindern vorbeizugehen (die ihr absolut gar nichts machen)
Mir ist völlig klar, dass das - was auch sonst- mal wieder "nur" eine Phase ist.
Allerdings fällt mir der Umgang damit schwer, vorallem weil sie sich selbst damit so sehr im Weg steht, etwas unbedingt möchte, dann aber nicht über ihren Schatten springen kann und hinterher total enttäuscht und traurig ist. Ich habe das Gefühl, dass es falsch ist, dem Verhalten zu viel Beachtung zu geben, weil es sich dadurch verselbständigt und sie so versucht Aufmerksamkeit zu bekommen (die sie ohnehin hat, auch wenn vielleicht von ihr gefühlt weniger). Ich möchte das Thema eigentlich auch gar nicht in ihrer Anwesenheit besprechen, weil sie mittlerweile schon so viel versteht, manchmal ist es unvermeidlich- zB Situation bei den Nachbarn, da hört sie dann ganz aufmerksam zu.
Auf der anderen Seite kann und will ich sie in ihrer inneren Gefangenheit auch nicht alleine lassen und möchte sie gerne bestärken, über ihren Schatten zu springen, weiß aber nicht so recht wie. Momentan läuft es eher auf Überredungsversuche hinaus, was ich eigentlich nicht will.
Wie kann ich ihr helfen, dass sie aus diesen Situationen selbst herausfindet und über ihren Schatten springt?
Wer hat Ideen oder Erfahrungen?
Antworten
Ergebnis 1 bis 9 von 9
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04.08.2014, 11:10
Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
Mit
Februarwunder 2012 und
Maischatz 2014 an der Hand
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04.08.2014, 11:24
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
Obwohl der Große ansonsten ein ziemlich großes Mundwerk
hat, hat er diese Art von Peinlichkeiten auch.
Ich finde das normal für Kinder dieser Altersgruppe. Sie kriegen halt ein Bewusstsein. Wie immer, je nach Character stärker oder schwächer ausgeprägt.
In der Regel unterstütze ich ihn dann und gehe mit und mache vor, bzw. frage für ihn. Damit er sieht, okay hier brauche ich mich nicht zu schämen, bzw. hinter Mamas Bein zu verstecken. Mit der Zeit gewinnt man so Selbstvertrauen für bestimmte Situationen.
Wir hatten das jetzt im Urlaub z.B. im Kinderclub. Er wollte gerne hin, konnte aber nicht über seinen Schatten springen, den Raum zu betreten, die Schatzsuche mitzumachen usw., weil er unsicher ist.
Dann bin ich mit ihm hin und hab uns vorgestellt, mich mit dazu gesetzt. Und irgendwann läufts dann.
Ich würde ihm vom Gefühl her nicht alleine damit stehen lassen so nach dem Motto: Pech gehabt, dann musst du halt zuschauen.
Ich würde in eurem Fall sagen: Komm, wir suchen schnell zusammen das Mädchen. Komm, wir gehen zusammen rutschen und an den Kindern vorbei. Am Telefon kannst du bspw. ja auf Laut stellen und dann mit plaudern, mit ihr zusammen sozusagen. Das es gar nicht erst so unangenehm wird.In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
Johann Wolfgang von Goethe
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04.08.2014, 12:21
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
meine Tochter ist ja eh (zu Beginn) eher schüchtern...aber in dem alter hatten wir so einen Schub wo es eben noch extremer war. Ich bin auch mit dem Fünkchen mitgegangen und hab den weiteren Verlauf etwas tagesformabhängig gemacht. An "wenigerschüchtern" Tagen, hab ich dann nur den Anfang gemacht mit "M hat dich gesucht, sie wollte dich was fragen"...an den ganz schüchternen hab ichs übernommen. Irgendwann war der spuk vorbei, ich kann so rückwirkend nich mal mehr sagen, ob es plötzlich wieder weg war oder ein langsames Verschwinden.
Nimms wie so vieles, als Phase und schau, ob deine Tochter eine Hand braucht, die komplette Übernahme der kontaktaufnahme oder es tagesformabhängig ist.
Übrigens: Inzwischen sind wir 2 Jahre weiter und mein immer noch eher schüchternes Fünkchen hat nun die entgegengesetzte Phase. Wildfremde Menschen werden mit den komischsten Themen überfallen, angefangen von "Sind deine Zähne echt" (nachdem sie letzte Woche erfahren hat, dass ältere Leute teilweise ihre zähne herausnehmen können) bis hin zu eher normalen "Hallo Sie!"
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09.08.2014, 17:49
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
Liebe Sonnenschnuppe
Sie wird da selbst heraus finden. Ohne dass Du etwas dazu tun musst. Ich würde ihr das geben wonach sie verlangt. Den Schutz den sie braucht und das Vertrauen in sie, dass sie selbst wieder Vertrauen und Mut findet. Und dass Du die Situation so annimmst, wie sie eben gerade ist. Somit nimmst Du sie an, wie sie gerade ist. Mehr braucht es meiner Erfahrung nach nicht.
Alles Gute nachträglich zur Geburt Deiner Zweiten Tochter! Ich war lange nicht hier
***Mit den zwei süßesten Rockern (4 & 6) im Arm und unserem Schneeflöckchen im Herzen***
* * * Bino von Engel09 * * *
* Dance as if no one were watching, sing as if no one were listening and live every day as if it were your last *
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09.08.2014, 21:39
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
hallo sonnenschnuppe

hier ist die situation ganz ähnlich, allerdings mit einem fast 3jährigen und einem schon immer eher schüchternen kind. zuhause hat er richtig mutige ideen und plaudert und schmiedet pläne und wenns dann darum geht sie umzusetzen, ist er der erste der kneift
. wobei wir ihn da immer versuchen abzuholen, rauszuholen und seinen ursprünglichen plan mit ihm durchzuziehen. aber er braucht meist unsere unterstützung und 'hilfe', zureden, hand oder bein....
grundsätzlich wissen wir mittlerweile, dass er ca 70 min. anlaufzeit braucht - egal ob auf dem spielplatz, zu besuch oder wenn uns wer besucht. er braucht die zeit, die nicht sooo bekannten oder total unbekannten gesichter zu beobachten und traut ihnen erst nachher. immer öfter, wenn wir ihm seine nicht gerade kurze anlaufzeit lassen und nicht mitfragen gehen etc. , schafft er den schritt nachher alleine und plaudert und spielt. am allerleichtesten, wenn ein kind auf ihn zu geht und mit ihm was machen will. dass er initiativ dann etwas anzettelt, ist noch schwer...das geht erst, wenn das eis gebrochen ist. und dann kann er lustigerweise dann richtig bestimmend und diktatorisch werden und den andern erklären wie man was spielt
...
was ich aber immer noch seltsam finde - unser nachbarsmädel von unter uns sieht uns täglich, die zwei plaudern oder spielen täglich im treppenhaus und lieben sich echt heiss - spielen auch wirklich schön zusammen, sie kommt auch sehr oft hoch zum spielen - aber er geht partout nicht zu ihr in die wohnung. und das nervt mich in der tat etwas
- weil immer nur bei uns chaos anrichten muss nicht sein... daher erlaub ich ab und an ihre besuch bei uns nicht und sag, dass sie ja mal bei ihnen spielen könnten oder sonst halt im treppenhaus: dann gewinnt immer das treppenhaus.
es mag allerdings sein, dass da etwas von mir mitschwingt und ich der auslöser bin
- ich muss zugeben, dass ich das mädel nicht so mag und ihre eltern sind zwar nett, aber wir sind sehr verschieden. sie sind total lieb zu den kinder, insofern hab/hätte ich da keine bedenken, aber einfach sonstwie sehr anders als wir. wir schaffen es zb nicht uns zu unterhalten
, irgendwie enden meine fragen immer in 'ja' oder 'nein' und keine gegenfrage oder irgendwas was das gespräch aufrecht erhalten würde
... aber egal, in wenigen tagen zeiehn wir eh weit weg

...
Liebe kann man lernen.
Und niemand lernt sie besser als Kinder.
Wenn unsere Kinder ohne Liebe aufwachsen,
darf man sich nicht wundern, wenn sie selber lieblos werden.
Astrid Lindgren
seit Ende September 2011 glückliche MAMA von dem liebsten und hübschesten Jungen der Welt
!!!

2014- Septemberverstärkungs-Schwesterchen ist gelandet
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10.08.2014, 08:22
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
sonnenschnuppe, unsere Mäuse sind doch echt noch klein. Die Motte ist zwar ein wilder Feger, aber solche Situationen kenne ich gut. Auch noch von Tirzi. Irgendwer schrieb von "Anlaufschwierigkeiten". Das triffts und geht wieder vorbei. man kann die Kinder durch Begleitung unterstützen, Worte vorsagen (am Telefon, beim Einkaufen etc) oder wie eine Freundin beim sehr schüchternen 5 jährigen, mit positiver Verstärkung/Verstärkerplan arbeiten. Der Junge kann jetzt Brötchen bestellen, grüßt die Erzieherinnen etc und hat seinen Matchbox -Fuhrpark dafür erweitern können ;-)
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10.08.2014, 09:20Inaktiver User
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
Liebe Sonnenschnuppe,
erst mal, ich habe keine Kinder im Alter Deiner Großen und keine Ahnung.
Aber ich frage mich, ob so etwas wie "Mutmachlieder" helfen könnten? Ich bin ja großer Fan vom Grips Kindertheater und auch von anderen Anbietern gibt es Lieder, die Kinder bestärken. Hier ist einiges vorrätig, also ein Wort von Dir und ich schicke Kopien über den Postweg.
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10.08.2014, 18:48
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
Coralie, sehr gerne!
Lou, Danke für die Glückwünsche!!!
Bei meiner Großen ist es halt so auffallend, dass das akuelle Verhalten gar nicht ihrem sonstigen Wesen entspricht. Normal hat sie vor nichts Angst, ist hier schon mit einem guten Jahrd dadurch aufgefallen, dass sie jeden Hund - sei er noch so garoß- gestalked hat, weil sie streicheln wollte, hat mit 1 1/2 auf dem Bauernhof Kühe aus der Hand gefüttert (meine Flickrfreunde kennen die Fotos). Sie ist anderen Personen total zugewandt, grüßt jeden...
und dann eben diese unerwarteten Anfälle von Schüchternheit.
Peppis, zusammen das Mädchen suchen machen wir, nur manchmal komme ich mir hat auch schon wie eine Stalkerin vor, weil ich auch verstehen kann, dass die Große nicht ständig meine kleine Klette am Bein hängen haben will...
ZBMit
Februarwunder 2012 und
Maischatz 2014 an der Hand
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10.08.2014, 19:42Inaktiver User
AW: Wie helfe ich meiner 2 1/2 jährigen aus plötzlicher Schüchternheit?
Kommt. Muss erst noch Herrn Coralie anweisen, die CD's unter dem Beifahrersitz hervorzuklauben und die Rohlinge suchen. Dann melde ich mich Mitte der Woche per PN.
Was mir noch einfällt: Ich habe von Zweitkindmüttern ganz oft gehört, dass die älteren Kinder mit Geburt des Nesthäkchens wieder ein bisschen zum Baby werden. Einen kleinen, temporären infantilen Regress erleben. Vielleicht fühlt sich Dein Mäuschen auch gerade ganz winzig und klitzeklein und damit geht auch ihr Selbstbewusstsein flöten? Bin weder psychologisch noch pädagogisch ausgebildet, aber es fällt mir gerade auf, dass ich ein ähnliches Anliegen wie das Deine schon öfters in der Konstellation "neues Baby ist da" gehört habe. Es ist dann aber wirklich nur eine Frage der Zeit, bis sich wieder alles reguliert.


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an die Beiden

