Vorgestern abend ist plötzlich während einer Busfahrt mein Schwager mit 38 gestorben. Meine Tochter (4)beschäftigt sich eh seit 1-2 Monaten immer mal wieder mit dem Thema Tod, nachdem die Oma ihr erzählt hat, dass der Opa schon tod sei.
wir sind nicht gläubig (was nicht heißt das nicht zumindest ich davon ausgehe dass es irgendwas "danach" geben könnte) und nun überlegen wir, wie wir unserer Tochter erklären, dass ihr Onkel gestorben ist.
Sie ist ansich schon ein eher ängstlicher Tod...nach dem Gespräch mit der Oma hatte sie tagelang angst, dass wir sterben und nicht mehr da sind.
Wir sind auch beide keine Genies was den Umgang mit dem Thema Tod betrifft (haben beide je ein Elternteil noch im Kindesalter verloren). Habt ihr Tips, zum einen wie wir es kindgerecht erklären und mit Büchern aufarbeiten?
Für mich wäre es durchaus auch ok ihr zu erklären, dass die "Toten" irgendwo weiter existieren...nur so wirklich streng christlich wäre glaub ich nichts für uns.
Seht mir nach, dass ich die Suchfunktion nicht genutzt habe, ich WEISS dass es den Strang schon mal gegeben hat. Momentan sind wir damit beschäftigt die 12jährige Tochter und die Frau zu begleiten und so wirklich Nerv für Suchen habe ich nicht...
Dankeschön
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01.08.2014, 12:36
Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
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01.08.2014, 12:58
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Liebe Wiesenkraut
zunächst möchte ich Dir und Deiner Familie mein tiefempfundenes Beileid aussprechen und das Ihr in dieser schweren, schockierenden Zeit auf liebe Begleiter zurückgreifen könnt, die Euch die nächsten Tage den Weg wenn schon nicht leichter, so doch etwas erträglicher machen können.
Wie nun mit der vierjährigen umgehen, die offenbar schon einiger Zeit mit dem Tod ihres Opas umgehen lernen musste. Zum einen gab es mal eine Sendung über den Tod von der "Sendung mit der Maus" - vielleicht wäre das schon mal ein Anfang?
Ich bin auch in einer ungläubigen Familie großgeworden, mir wurde damals (5-6 Jahre) gesagt, dass es zwar schlimm ist, wenn jemand stirbt, aber meine Eltern haben meinen Bruder u mich damals ganz ganz fest in den Arm genommen (immer wieder), um zu signalisieren 'wir sind da, das bleibt so und ja, du musst Dein zimmer trotzdem aufräumen'. Vielleicht kann der Onkel ja von den Sternen aufpassen? Und das jedesmal, wenn man an eine lustige Erinnerung denkt dieser Stern abends ein bißchen heller funkelt? So mach ich das zumindest für meine Omi.
Ansonsten hab ich beim Stöbern im www noch diesen link gefunden - da ist das erste Buch gleich für 4-jährige gedacht.
Wiesenblume, ich mag jetzt nicht mit "liebe Grüße" mich so flapsig verabschieden, deswegen

SalsaschwedinWo kämen wir denn hin, wenn alle immer nur sagten 'wo kämen wir denn hin' und keiner ginge um zu kucken wohin wir kämen wenn wir gingen! (unbekannt)
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01.08.2014, 13:01
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Oh weia, Wiese...
Herzliches Beileid.
Ich komme gerade aus der Bib mit drn Zwergen und hab dort in "Abschied von Rune" herein gesehen, nachdem ich viel davon hörte vorher. Fand es sehr gelungen, auch wenn ich nah am Wasser gebaut hatte während des Lesens.
Anssonsten, so meine Erfahrung, kommen Kinder damit weitaus besser klar als wir Großen.
Ich würde recht klar benennen, was passiert ist, deutlich sagen, dass dies nur sehr sehr selten so geschieht und abwarten, was vom Fünkchen für Fragen kommen....
Mehr fallt mir dazu leider gerade nicht ein....
Ganz liebe Grüße!
Mit drei kleinen Rackern , dem besten Ehemann und einem Julibaby im Bauch 
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01.08.2014, 13:08
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Oh Wiese, das tut mir sehr leid, was für ein Schock, so plötzlich und noch so jung...
Hatte das Fünkchen denn engen Kontakt und ein gutes Verhältnis zum Onkel?
Mein Vater ist ja vor zwei Jahren gestorben, damals war Kitty erst zwei und hat gar nicht viel danach gefragt. Die Fragen kommen erst in den letzten Monaten immer mal wieder.
Wir sind auch nicht sonderlich gläubig bzw. beten wir nicht mit ihr oder gehen zur Kirche.
Ich erzähle ihr trotzdem immer, dass der Opa im Himmel ist, dort auf einer Wolke sitzt und uns zuguckt. Ihr scheint die Vorstellung zu gefallen. Manchmal winkt sie zum Himmel hinauf und ruft "Hallo Opa!" Manchmal ist sie aber auch traurig und möchte, dass der Opa wieder zurück kommt. ABer ich kann sie immer gut damit trösten, dass er ja von oben alles sieht und es da oben auch total schön ist. Unser Kaninchen ist vor ein paar Monaten auch in den "Himmel geflogen" und nun stellt sie sich immer vor, dass es oben beim Opa ist....
Euch alles Gute für die kommende Zeit
KittyCat *August 2010 - Lil`Kitten *Februar 2015
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01.08.2014, 13:18
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Uff, dass ist ja echt schlimm, so plötzlich, so jung, Familie hinterlassend (also engere mit nicht erwachsenem Kind).
Obwohl ich jetzt schon öfter darüber nachgedacht habe, wie wir mit dem Hasen über den Tod "im speziellen" sprechen würden ("allgemein" ist schon schwierig genug und "wenn man alt ist" funktioniert hier ja auch nicht), weiss ich keine klugen Tips (im Gegenteil, ich werde diesen Strang mit Interesse verfolgen) und antworte vorallem, um dir mein Beileid auszudrücken und ganz viel Kraft zu wünschen, besonders bei der Unterstützung von Frau und Tochter...
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01.08.2014, 14:35
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Wiese, mein herzliches Beileid.
Kürzlich ist die Tochter einer gutem Freundin gestorben, die große Tochter ist etwa so alt, wie Dein Fünckchen.
Ihr wurde erzählt, dass die Kleine nun Engel auf einem Stern ist, manchmal gehen sie abends vors Haus, suchen den neuen Stern und der Engel winkt ihnen zu.
Insgesamt hat die Große den Verlust viel besser weggesteckt, als die Eltern, für sie ist es heute etwas ganz besonderes, eine Schwester zu haben, die ein Engel ist und die auf sie aufpasst.Mit
Februarwunder 2012 und
Maischatz 2014 an der Hand
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01.08.2014, 14:40Inaktiver User
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Mein herzliches Beileid! Ich wünsche euch allen und vor allem deiner Schwägerin und Nichte ganz viel kraft für die nächste zeit.

Gerade so ein extrem plötzlicher Tod, macht es natürlich noch unfassbarer.
Ich kann den anderen Strang auch gerade nicht hervorkramen, aber die Sendung mit der Maus würde ich auch empfehlen. (Ich habe gerade nochmal das krötchen gefragt, und die sagte es wäre etwas traurig aber nicht unheimlich und gut erklärt
Mein Vater ist vor einem guten Jahr innerhalb von nur 3 Wochen aus völlig heiterem Himmel an krebs gestorben.
das krötchen war da 4 3/4 und stand ihm wie wir alle sehr nahe.
Es war einfacher, weil wir ihr sagen konnten, daß er sehr krank war und die Ärzte ihm nicht mehr helfen könnten. Sie hat ihn sogar nochmal im KH besucht.
Ich habe es ihr sehr "biologisch" erklärt, grob so in etwa daß wir den Körper und vor allem das Herz brauchen zum Leben, Atmen etc und wenn der Körper zu kaputt ist das Herz nicht mehr schlägt Leute sterben.
Sterben bedeutet, daß man nicht mehr atmet und sich nicht mehr bewegen kann und daß nur noch der Körper wie eine Schale zurückbleibt aber alles das was wir an dem Menschen geliebt haben (wie er erzählt, zuhört, lacht) bei uns im Kopf bleibt, weil wir uns an ihn erinnern.
Es ist traurig, aber es passiert allen Leuten. Genau so wie neue Babys geboren werden, sterben andere Menschen. Meistens erst wenn sie alt sind, weil ihr Körper nicht mehr genug kraft hat, aber manchmal auch früher, wenn der Körper durch eine ganz schwere Krankheit oder einen Unfall zu schwach würde.
Ich habe gesagt, daß keiner genau weiß was passiert, wenn Menschen sterben, aber daß verschiedene Leute verschiedenes glauben. ("Abschied von Opa Elefant" thematisiert das sehr schön und tröstlich finde ich)
Daß wir alle traurig sind und ihn vermissen und wünschten daß wir mit ihm zusammen sein könnten. Und daß ich deswegen oft weine und manchmal auch wütend bin.
Daß wir immer über ihn reden und uns an ihn erinnern können und an ihn denken oder auch wenn wir traurig sind weinen können.
Wir hatten uns noch das Buch "nie mehr Oma line Tag" ausgeliehen, daß dem krötchen viel geholfen hat ihre gefühlswelt zu sortieren. Es gibt da einen eher christlichen Satz über den Himmel, den ich einfach immer ausgelassen habe, weil ich es selber so nicht glaube und vermitteln kann.
Im kiga ist/war das Thema sehr präsent, weil bei einem Kind vor einiger zeit ein Elternteil ähnlich plötzlich verstorben ist.
Dort haben sie eine Kerze mit wachsplättcjrn verziert und wenn das Kind traurig ist oder Angst hat, bittet es die Kerze anzumachen und kuschelt eine Runde mit den Erziehern.
Das finde ich sehr schön.
Wir haben besondere Kissen, die aus Hemden von meinem Vater genäht wurden.
Ich hoffe das hilft ein bisschen und gibt dir vielleicht ein paar Ideen oder Denkanstöße. Ich wünsche dir und deiner Familie alles liebe.
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01.08.2014, 16:45Inaktiver User
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Mein Beileid Euch allen!
Ich habe in etwa dem Alter eine Großmutter verloren und erinnere mich gerne an "leb wohl, lieber Dachs". Da stirbt der Dachs und alle Freunde sind traurig. Dann treffen sich alle und erinnern sich, was sie alles mit dem Dachs gemacht haben und allmählich wird die Trauer weniger und es bleiben schöne Erinnerungen. Ein Manko vielleicht, dass der Dachs schon ganz alt ist und sein Körper schwach, das trifft bei Euch ja so nicht zu. Keine Ahnung, ob das der Logik einer Vierjährigen auffällt und ob das dann zum Problem werden kann. Aber ich fand und finde das eine traurige und wunderschöne Geschichte.
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01.08.2014, 17:54
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
Wiese, das tut mir sehr leid! Eine furchtbare Situation, zumal er auch so jung war.
Das Buch vom Dachs hätte ich auch empfohlen, das ist wirklich schön. Aber es stirbt eben ein "alter Dachs", der "Opa Dachs". Insofern passt es auch wiederum nicht so gut.
Es gibt noch ein anderes schönes Buch, wo von der Oma Abschied genommen wird, da müsste ich erst etwas forschen, um den Titel wiederzufinden. Aber auch da eben - die Oma, kein junger Mensch.
Was Anni schreibt, finde ich ganz toll und kann ich total unterstützen, bis auf den Tipp "Abschied von Opa Elefant". Das Buch fand ich GRAUENHAFT! Insbesondere die Seite, wo die gestorbenen Elefanten mit Teufelshörnern in der Hölle sitzen und Karten spielen. Da blieb mir echt die Spucke weg, und ich war heilfroh, dass ich es geschafft habe, relativ schnell weiterzublättern, ohne groß darauf eingehen zu müssen. Habe das Buch dann auch blitzschnell wieder abgegeben (wir hatten es aus der Bücherei).
Als mein Vater von einem auf den anderen Tag an einem Herzinfarkt starb, war mein Kleiner zweieinhalb. Da haben wir ihm nur gesagt (wir sind gläubig), dass der Opa jetzt beim lieben Gott ist, und dass wir von ihm reden können, um uns an ihn zu erinnern, und dass wir zum Friedhof gehen, um ganz besonders an ihn zu denken.
Das "Biologische" habe ich auch erklärt, also dass das Herz so schlimm krank war, dass es nicht mehr geschafft hat, regelmäßig zu schlagen, und dass deswegen der Körper nicht mehr weiterleben konnte, denn dazu braucht es Herzschlag und Atmung. Das hat ihm, glaube ich, geholfen, aber er ist irgendwie auch ein "faktenorientiertes" Kind.
Das mit dem Himmel finde ich schwierig für ein Kind, da haben es die Engländern mit den zwei Begriffen (sky - "technisch" und heaven - "im gläubigen oder übertragenen Sinne") deutlich leichter.
Inzwischen - mit knapp 6 - fragt er manchmal nach Reinkarnation; anscheinend hat er irgendwie im Kindergarten aufgeschnappt, dass es "sein kann", dass jemand als etwas anderes wiedergeboren wird. Dann sage ich immer, dass wir das nicht sicher sagen können, aber dass es halt Menschen gibt, die daran glauben, dass wir aber daran glauben, dass alle Verstorbenen bei Gott sind. Aber dass es letztlich niemand weiß, weil noch keiner wieder zurückgekommen ist und es uns genau erzählt hat.
Das Schwierige bei euch finde ich, dass der Onkel so jung war. Da bleibt einem ja fast nur, zu sagen, dass es wirklich ganz ganz selten ist, dass jemand so jung sterben muss.
Tut mir wirklich total leid; armes Fünkchen!
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01.08.2014, 19:08Inaktiver User
AW: Wie sag ich es meinem Kind- Onkel plötzlich verstorben
so verschieden kommen sachen dann beim leser an

Mir hat genau diese Seite ein wehmütiges Lächeln entlockt, weil ich daran denken musste, wie mein Vater bei diesem Bild gelacht hätte.
Es ist halt ein sehr sensibles und persönliches Thema.
Ich war vor einigen Monaten bei einem Erziehungsseminar in der Kita über Tod- und Trauerbewältigung bei Kindern. Dort sagten sie, daß es ganz ganz wichtig sei, sich Bücher etc erst einmal in Ruhe alleine anzugucken, damit man nicht beim vorlesen ganz unvermutet und unvorbereitet mit etwas konfrontiert wird, daß einem nicht passend erscheint und hinter dem man nicht selber stehen kann oder das einen aus welchen Gründen auch immer aus der Bahn wirft.
Das finde ich auch erinnernswert, wenn man (so wie ich
) selbst in der tiefsten Trauer das "Problem" jetzt sofort angehen und lösen will und voller Aktionismus mit Armen voller Bücher im Kinderzimmer steht.


an die Beiden
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