Hallo zusammen!
Heute möchte ich aus meinem Alltag als Mutter mit Baby berichten und einfach mal erfahren, was ihr so dazu meint. Ich fühle mich nämlich oft, als würde ich auf einem anderen Planeten leben.
Es fängt schon damit an, dass ich eigentlich keine Zeit habe hier zu schreiben. Ich zwacke mir die Zeit irgendwie ab, weil ich jetzt wirklich mal einen Austausch brauche. Aus meinem Monatsstrand habe ich mich schon lange verabschiedet. Ich habe nur noch gestaunt, dass anscheinend alle anderen Mütter Zeit haben, ständig Beiträge zu verfassen. Ich habe dies nicht bzw. wenn ich mal Zeit habe, freue ich mich über einfach mal Durchatmen o.ä.
Mein Sohn ist jetzt 4 Monate alt und war in den ersten 3 Monaten ein Schreibaby. Ob er wirklich per definitionem eins war, weiß ich nicht mal. Er hat aber unheimlich viel geschrien. Das fing in Woche 2 langsam an, steigerte sich stark bis Woche 6, blieb bis Woche 8 und nahm dann wieder allmählich ab. Es war der reinste Horror. Ich kam zu gar nichts. Nicht mal zum Toilettengang oder essen. Es ging mir und ihm sicherlich auch, furchtbar. Wir haben dann einen Weg gefunden damit umzugehen.
Heute habe ich einen süßen Babyjungen. Allerdings ist er immer noch sehr - ich nenne es mal anspruchsvoll. Er braucht viel Kommunikation mit uns, ist sehr interessiert, langweilt sich auch, spielt gerne braucht aber Abwechslung, macht alle 2 Stunden ein 30-minütiges Schläfchen, findet Kinderwagenfahren toll aber inzwischen auch nicht mehr stundenlang. Dann möchte er raus und die Welt sehen und spielen. Er äußert seine Befindlichkeiten immer noch sehr intensiv, hat auch intensive Emotionen - genauso im Positiven. Lacht viel, erzählt viel, bewegt sich viel.
Wenn ich das hier so schreibe, finde ich das selbst eigentlich sehr schön. Aber es ist auch sehr anstrengend. Wenn ich dann von anderen Müttern höre, lese dann bin ich gleichzeitig furchtbar neidisch. Mein Sohn liegt nicht lange irgendwo und spielt und ich könnte dabei einen Kuchen backen oder mir die Fingernägel lackieren. Ich sag mal, Schminken ist derzeit Luxus.
Jeden Entwicklungsschub nehmen wir fett mit, mit allen möglichen Erscheinungen die es so gibt. Gerne mit schlechten Nächten. Ich hatte die letzten 2-3 Wochen entzündete Augen vor lauter Schlafdefizit und bin wie ein Zombie rumgelaufen.
Kurse können wir nicht besuchen, bin ich auch nicht so scharf drauf, aber mein Sohn findet sich in fremden Umgebungen nicht zurecht und fängt dann wieder an zu schreien. Ich nehme an, das sind noch so die letzten Zuckungen aus seiner Schreiphase. Soll sich wohl nach und nach auch noch geben.
... Und jetzt ist mein Schatz wieder wach - ich schicke diesen Beitrag trotzdem ab. Vielleicht komme ich irgendwann mal dazu, ihn zu vervollständigen ;-). Wer dennoch verstanden hat, um was es mir geht, soll bitte gerne schreiben!
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Ergebnis 1 bis 10 von 127
Thema: Mein "anspruchsvolles" Baby
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15.05.2014, 12:12
Mein "anspruchsvolles" Baby



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15.05.2014, 12:48
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Jepp, ich habe dich verstanden. War bei uns genauso. Nur dass das Schreien nicht nach drei Monaten aufhörte, sondern nach acht Monaten. Jetzt ist mein Sohn 2 1/3, und es kommt selten vor, dass er sich mal alleine beschäftigt. (Zur Toilette alleine gehen kann ich übrigens nach wie vor nicht, da will er immer mit. Stört mich aber auch nicht.)
Aber es wird besser. Ich war auch oft neidisch auf Mütter, die mehr Freiräume hatten. Aber ich glaube, anstrengende Babys werden meist die interessanteren Kinder.
(Soll bitte nicht als Angriff empfunden werden.)
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15.05.2014, 12:54
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Hallo ihr 2 :)
Ich verstehe dich total. Ich habe dasselbe durchgemacht, und es ist super wenn man mütter findet denen es genau so geht/ging! Denn- das alles ist nun mal so und daran lässt sich wenig ändern, aber wenn man sich austauschen kann ist das sehr gut um mal ein wenig luft abzulassen;) meine kinder sind mittlerweile schon 3 und 4. sie waren aber auch (sind noch;)) sogenannte 24h kinder. Mit dem unterschied zu deinem dass sie nie gelacht haben (also kaum) und sich auch von niemand anderen beruhigen lassen haben, noch nicht mal vom vater, bis sie 10/16 monate alt waren. Auch nicht nachts, und durchschlafen ist immer noch ein thema.... Duschen konnt ich nur wenn sie mal geschlafen haben, zähneputzen oft erst gegen mittag. Was mich immer sehr getröstet hat war meine familie. Wir waren alle gleich meine mutter hat quasi dasselbe durchgemacht, aber wenn du es akzeptierst das er nunmal anders ist als andere dann fällt es dir evtl leichter damit umzugehn, und ihr werdet einmal eine starke bindung haben! Ich will dich hiermit ermutigen stark zu bleiben, das was du jetzt leistest wird einmal große entwicklungssprünge fördern, und immer immer mehr wird es anders/besser und ich finde dass man mit sp kindern oft dankbarer für kleine forstchritte ist als mit nem kind was eh 'nebneherläuft' .... Ich verzweifel oft aber genauso oft sehe ich wie sehr auch ich durch diese 'schule' gewachsen bin... Hiffe ich konnte dir helfen:)!!
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15.05.2014, 13:14
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Dass man sich vorkommt wie im falschen Film, kenne ich übrigens auch. Ich weiß noch, wie ich vor einiger Zeit unabsichtlich ein Gespräch zweier Mütter auf dem Spielplatz mitbekommen habe. Die eine hatte ein zwei Monate bis drei altes Baby dabei und wurde von der anderen gefragt, ob das Baby denn eher ein zufriedener Typ wäre. Sie antwortete, nein nein, das wär schon echt nicht ohne und ganz schön fordernd. Zu diesem Zeitpunkt lag das Baby schon seit einer Dreiviertelstunde im stehenden (!) Kinderwagen, ohne einen Piep zu machen... Ich hab mich ernsthaft gefragt, was sie meint. Das wäre bei meinem Kind undenkbar gewesen - der hätte wach sowieso schon mal gar nicht so lange still dagelegen, aber auch Schlafen ging ausschließlich in Bewegung.
(Von daher wären im übrigen für uns 30 Minuten Schlaf alle zwei Stunden schon ein unerhörter Luxus gewesen.
Aber ich will dein Problem damit nicht abwerten.)
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15.05.2014, 14:02
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Hallo comme_ci,
wie Du in unserem Monatsstrang siehst, komme ich auch nur sehr selten zum Schreiben. Was Du beschreibst kommt mir nur allzu bekannt vor. Bei meinem Großen war es damals genau so; wie oft saß ich nachmittags, wenn mein Freund nach Hause kam, immer noch im Nachthemd da, Zähne nicht geputzt, nichts gegessen. Der Kleine hat immerzu an mir geklebt. Ablegen war nicht drin. Duschen ging nur, wenn mein Freund ihn mir abgenommen hat usw. Im Rückbildungskurs war ich neidisch auf die anderen Mütter, da deren Kinder die ganze Stunde fröhlich glucksend mit ihrem Spielzeug gespielt haben. Beim Großen wurde es mit etwa 6 Monaten etwas besser, aber er braucht auch jetzt noch immer Beschäftigung und meine Aufmerksamkeit.
Zusätzlich habe ich nun noch den Kleinen, der seinem Bruder sehr ähnlich ist.
Gerade im Augenblick macht der Große Mittagsschlaf und der Kleine ist beim Stillen auf meinem Schoß eingeschlafen. Solange ich in der Position sitzen bleibe, schläft er weiter, wenn ich versuche ihn abzulegen, wird er wach und schreit. Dann muss ich ihn wieder stillen usw.
Zum Haushalt komme ich auch nicht. Zum Glück hilft mein Freund viel.
Eine Lösung für Dein Problem habe ich leider auch nicht. Ich kann Dir nur raten, Dir Entlastung zu suchen. Vielleicht kann die Oma oder eine Freundin Dir den Kleinen mal stundenweise abnehmen?
Jedenfalls bist Du nicht alleine! Auch anderen geht es so!
Und ich kann Dir Mut machen: mit der Zeit wird es besser!
Liebe Grüße,
Summerlady
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15.05.2014, 14:26
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Hallo Comme_ci,
mir ging es auch so. Kommt mir sehr bekannt vor. Meine "Grosse" ist mittlerweile fast 4 und irgendwann wurde es einfach besser. Ich glaube aber, dass nicht sie sich geändert hat, sondern wir. Und zwar unsere Verhaltensweisen und Ansprüche und vor allem aufgehört haben, uns mit anderen zu vergleichen. Hört sich jetzt total blöd an und man macht das ja auch nicht bewusst, aber unbewusst. Ich hatte z.B. aufgehört in Krabbelgruppen zu gehen und versuche mit anderen Müttern nicht über die Kinder sondern über andere Themen zu reden. Wir haben akzeptiert, dass unser Baby kein "Partybaby" war und haben nach 3 Versuchen aufgegeben, weil wir es immer tage- bzw. nächtelang ausbügeln mussten. Egal, was alle Freunde sagen. Wir sind bei Wochenendausflügen spätestens Sonntag mittag zuhause, sodass unsere Tochter sich wieder eingewöhnen kann, wir fahren nachts mit dem Auto alles was länger als 2 Std geht, weil es am Tage für alle eine Quälerei ist, schlafen ging nur im leeren Bett ohne Mobile oder im zugehängten, sich bewegenden Kinderwagen, usw. die Liste ist endlos. Ich glaube mittlerweile, unser Thema ist "Reizüberflutung" - und das geht bei uns anscheinend viel schneller als bei anderen. Aber seit wir das so machen und uns damit abgefunden haben, haben wir das liebste Kind. Interessant finde ich immer, dass meine Mutter behauptet, wir wären einfache Kinder gewesen und zwar genauso wie unsere Tochter es jetzt ist. Wenn man nachfragt, offenbart sich, dass sie ihren Alltag genau gleich umgestellt haben, weil sie nämlich in den ersten Monaten die gleichen Erfahrungen gemacht haben
Das haben sie nur vergessen. Ich drücke dir die Daumen, dass ihr bald euern Familien-Alltag findet, der zu euch und zu euerm Baby passt.
PS: ich bin gerade wieder schwanger mit Nr. 2 und habe mir jetzt eine Sonnenbrille mit Sehstärke für die ersten Babymonate gegönnt, um Müdigkeit und ungeschminkte Wahrheiten einfach verstecken zu können. Das ist dann meine Privatsache
Wir richten uns also wieder darauf ein.
mit der Maus (2010) und dem kleinen Mann (2014)
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15.05.2014, 14:31
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Rosalilabraun, das hast du schön geschrieben. Ja, ich glaube auch, jede Eltern-Kind-Konstellation hat "ihr" Thema. Unseres war definitiv nicht Reizüberflutung, sondern, wie ich vermute, Schmerzempfindlichkeit. Aber wissen kann man das nie so genau, man findet eben, wie du schreibst, einen Weg miteinander.
Und diesen Absatz finde ich (als eine ein 2. Kind mittlerweile tatsächlich trotz allem in Betracht ziehende Mutter) klasse.
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15.05.2014, 14:32Inaktiver User
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Jetzt war man ein paar Tage nicht online, und die Benutzeroberfläche für Tablets ist richtig doof geworden. Egal. Also, ihr lieben Schwestern im Geiste, ich reihe mich mal bei Euch ein. Nein, kniet nieder, ich habe den König aller nervigen Babys geboren, den one and only Terrorwicht.

Und ja, auch mich zerreisst es immer noch vor Ehrfurcht (und Wut), wenn ich sehe, dass ein richtig kleines Baby in der Softtasche vor der Mama abgestellt wird und die ganze Kaffetrink-/Yogarückbildungs-/ Tageschaugucksession dort bleibt, man höchstens nach ner halben Stunde mal ein verhaltenes Knörzeln wahrnimmt, das mit Schullergabe und Gutschi
Gutschi aber sofort wieder abgefangen werden kann. Mein Wicht war da der Gegenentwurf. Er musste grundsätzlich immer am Körper sein, hat Kinderwagen komplett abgelehnt (da durfte ich meine Tasche drin spazierenfahren), Kurse durchgebrüllt, bis er wieder bei mir auf dem Arm saß (was bilde ich mir auch ein, mein Kind vor mich auf sanfte Kissen zu legen und liebevoll anzusingen, ich muss verrückt geworden sein...
). Ich hätte gerne mal ein nettes Schwätzchen mit den anderen Müttern in der Rückbildung gehalten, aber das ist nicht ganz einfach, wenn man neben seinem Brüllafffenbaby sein eigenes Wort nicht mehr versteht.Ich bin trotzdem immer hingegangen, zum Einen, weil mir sonst die Decke auf den Kopf gefallen wäre, zum anderen wollte ich dieses Windelbiest nicht jeden Kampf gewinnen lassen. 
Die Nachricht ist, bei mir wurde es mit 6 Monaten (nach der ersten Drehung) radikal besser. Jetzt ist er zwar immer noch anstrengend, aber hat sich netterweise z.B. sehr regelmäßigen Mittagsschlaf angewöhnt (gut, alles nur mit mir neben ihm, aber auch gut). Ich frage mich jetzt, wie ich es noch vor einigen Monaten überlebt habe, dass das Kind fast den gesamten Tag ohne Schlaf auszukommen schien und sich gegen jedes Hinlegen mit Händen und Füßen wehrte. In Gesellschaft ist der Wicht mittlerweile ein Engelchen, spielt ganz lieb vor sich hin und lässt sich nicht von anderen Kindern stören. Auch zu Hause klappt es ganz gut, seit ich ein kindersicheres Wohnzimmer habe, dass sich komplett zur Wichtspielhö(ll)hle umfunktionieren lässt. Er muss dann beaufsichtigt werden, aber spielt ziemlich selbständig, ich muss ihn also nicht ständig bespaßen oder hochnehmen. Das ¨an Mama¨ kleben und nur engumschlungen einschlafen ist hier noch ein (an den Nerven zehrendes) Thema, aber in der Retrospetive haben wir schon einiges geschafft, Wichti und ich.
Da ich ¨so ein Kind¨ nicht in meinem Freundes- oder Bekanntenkreis hatte, hat mir die Bri damals sehr geholfen. Nicht nur in meinem Monatsstrang gab es ein kleines Mädel mit ähnlichen ¨high maintenance¨ Faktor (und einer total lieben Mutti, also nix von wegen unentspannte Mutter ist gleich unentspanntes Kind), und natürlich hatte Emma auch hin und wieder einen guten Tipp oder eine Anekdote parat, die mir immer weiterhalfen. Du bist also nicht alleine.
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15.05.2014, 14:35
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15.05.2014, 15:20
AW: Mein "anspruchsvolles" Baby
Ich habe auch herzhaft gelacht, aber über das hier: :Blume: Danke. Und die "Grosse" ist ja nicht ohne Grund mittlerweile schon fast 4
Voraussetzung war immer, dass mein Mann und ich uns beide zu 100% sicher sind, dass wir das nochmal wollen/ auf uns nehmen/ aushalten und mit Liebe überstehen… wie auch immer.
mit der Maus (2010) und dem kleinen Mann (2014)


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