Sonnenschuppe, ich verstehe deine Bedenken bei Rakelfaukes Bericht, kann in ihrem Fall aber wirklich keine Fahrlässigkeit erkennen. Sie ist ja nicht einfach wieder heim gefahren, sondern hat, bei guten Herztönen, gutem CTG und nachlassender Blutung, eine zweite Meinung eingeholt.
Wenn sie übrigens in der Stadt entbunden hat, in der ich denke, war das sicher die richtige Entscheidung. Obwohl mit zahlreichen Kliniken und Uniklinikstandorten ausgestattet, ist die Geburtshilfe teilweise Katastrophal. Die KSrate sehr hoch und die Interventionsrate ebenso. Ich durfte das mit meiner 6 Monate alten Tochter selbst erleben (natürlich nicht Geburtshilfe, sondern Kinderstation), die hing mit fast 40 Fieber apathisch auf meinem Arm und war nicht ansprechbar und ich habe einen ganzen Tag darum kämpfen müssen einen Arzt zu sehen, weil die unfähige Assistenzärztin meinte die hätte nur Schmerzen vom Husten.
Ist zwar völlig OT, soll aber zeigen, dass man manchmal auf sein Bauchgefühl vertrauen sollte und im Zweifelsfall lieber eine Zweit- oder Drittmeinung einholt.
Antworten
Ergebnis 391 bis 397 von 397
-
12.04.2014, 08:52
AW: Viele Wege führen nach Rom – Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
-
12.04.2014, 09:34
AW: Viele Wege führen nach Rom – Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
Federfrau, Du hast Recht, rf hat eine zweit und dritt Meinung eingeholt, was völlig i.o. ist, man muss sich ja nicht entmündigen lassen.
Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass die eigene Intuition nicht immer Recht haben muss, zumal da auch Hoffnungen und Ängste verfälschen können.
Und - auch das Berufserfahrung - ich würde zB in keine der hiesigen anthroposophischen Entbindungkliniken gehen, obwohl die Frauen, die dort komplikationslos entbunden haben völlig glücklich sind. Ich weiß einfach um zu viel Probleme, die daraus entstanden sind, dass dort sehr lang und manchmal eben zu lange gewartet wird einzuleiten oder eben doch einen KS vorzunehmen.
-
12.04.2014, 11:10
AW: Viele Wege führen nach Rom – Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
Liebe Sonnenschnuppe,
ich verstehe deine Bedenken! Und ich gehe vollkommen mit dir überein, dass man den Rat eines Arztes, dem man vertraut, annehmen sollte.
Genau das habe ich gemacht. Und wenn es in Klinik 2 geheißen hätte, dass der Kaiserschnitt tatsächlich unumgänglich gewesen wäre, dann hätte ich keine Minute gezweifelt.
Die Ärzte in Klinik 1 allerdings haben meiner Meinung nach mein Vertrauen durch ihr Verhalten und die schwammige Diagnose verspielt. Es war sonnenklar, dass sie die Chance auf eine schnelle, unkomplizierte, womöglich lukrative OP gesehen haben, indem sie mich verunsichern mit einer "Nichts genaues weiß man nicht"-Diagnose und für dumm bzw. unmündig verkaufen. Dieses nebulöse Schüren von Ängsten ohne ganz akuten Handlungsbedarf hat sie verraten. Denn wenn man sofort hätte handeln müssen um Mutter&Kind zu retten, dann hätte das anders ausgesehen. Da lasse ich mich doch lieber von einem Arzt und einem Hebammenteam behandeln, die direkt mit mir sprechen, mir in die Augen schauen und mich ernst nehmen. Anthroposophische Klinik ja oder nein, dass muss hier nicht diskutiert werden - das ist eine ganz individuelle Entscheidung, die wirklich jeder für sich treffen muss - ich hatte es einfach mal dazu geschrieben. Auf jeden Fall habe ich mich dort vor, während und nach der Geburt sehr gut aufgehoben gefühlt, habe in Ruhe das Stillen gelernt und bin mit einer großen Rucksack an guten Erfahrungen, Wissen und nicht zuletzt einem gesunden Baby wieder Nachhause gegangen. Das hätten sicher so einige andere Kliniken auch leisten können - nur mit Sicherheit nicht die, in der ich zuerst war...
Das nur eben noch zur Erläuterung.
Liebe Federfrau, jetzt bin ich aber tatsächlich gespannt ob du richtig liegst mit der Stadt... Meine Stadt ist M, die der zweiten Klinik ist G.
Liebe Grüßen in die Runde und ein schönes Wochenende
wünscht Rakelfauke
Auf den richtigen "Ruck" kommt es an 
-
12.04.2014, 20:08
AW: Viele Wege führen nach Rom – Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
Liebe radelfauke, ich wollte Dich wie gesagt nicht für Deinen Weg kritisieren, zumal er für Euch offensichtlich goldrichtig war.
Was der Hintergrund des Rates der Ärzte in der 1. KLINIK war, weiß man nicht. Vielleicht auch einfach die Sorge, dass sie tatsächlich nicht wussten, was los ist und lieber auf Nummer sicher gehen wollten.
Den Schluss, den man jedenfalls ziehen kann und sollte ist, dass es sich schon lohnt, sich vorab mit der Frage der Geburtsortlichkeit zu befassen und soweit möglich Vertrauen in diese aufzubauen.
-
12.04.2014, 20:34
AW: Viele Wege f�hren nach Rom � Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
Ich kann (teilweise) nachvollziehen, dass rakelfauke dem Arzt nicht vertraut hat, manchmal stimmt die Chemie einfach nicht. Und in diesem Fall war's sicher gut und nicht verantwortungslos, das KH zu wechseln. Aber ich kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, wie ein normaler Krankenhaus-Arzt von einem sofortigen nicht indizierten Kaiserschnitt profitieren soll. Provision wird er ja wohl keine kriegen.
Manchmal SIND die Dinge diffus. Und irgendwelche Verdichtungen im US interpretieren - da sind oft Bauchgef�hl, Intuition, Erfahrung und Selbstvertrauen des Arztes entscheidend. Ein junger und / oder unsicherer Arzt wird eher f�r einen KS entscheiden.
-
12.04.2014, 23:04
AW: Viele Wege f�hren nach Rom � Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
Besser er fragt vorher jmd mit mehr Erfahrung (wie in radelfaukes Bsp ja auch passiert, da war ja der junge Arzt noch für Einleiten, die OÄin dann für KS). Im Zweifel ist es aber m.E. genau richtig, wenn in einer unklaren und dem Arzt nicht mehr kalkulierbaren Situation Maßnahmen ergriffen werden.
Es ist sicher schade, wenn der Wunsch nach einer natürlichen Geburt nicht in Erfüllung geht, obwohl diese retrospektiv möglich gewesen wäre. Schlimmer ist es aber, wenn das Kind nicht überlebt oder unter der Geburt Verletzungen mit Langzeitfolgen erleidet, wenn die Ärzte die Gefahr verkennen und die Sache zu lange einfach laufen lassen.
Zu entscheiden, wie lange ein Zuwarten noch hingenommen werden kann, wie engmaschig kontrolliert werden muss, wie lange ein natürlicher Geburtsvorgang laufen gelassen werden kann... ist sicher schwer und eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Und ich glaube auch bei den meisten Ärzten nicht, dass sie sich diese Entscheidung aus monitären Interessen heraus einfach machen. Aber auch bei Ärzten ist es eben so, dass die gleiche Situation von verschiedenen Ärzten je nach Kenntnisstand, Berufserfahrung etc. unterschiedlich beurteilt wird.
-
13.04.2014, 07:54Inaktiver User
AW: Viele Wege führen nach Rom – Spontane Geburt, PDA und Kaiserschnitt
Ich kenne zufällig die Klinik, in der rakelfauke zuerst war und vermutlich auch den Arzt (ich wurde da im Vorfeld der Geburt meines Sohnes engmaschig überwacht und kenne daher viele Ärzte dort). Ich fand da immer sehr interessant, wie unterschiedlich 7 Ärzte die immer selbe Ausgangslage beurteilen (Plazenta verkalkt, Fruchtwasser vorhanden, Kind wächst, Doppler super, CTG unauffällig). 2 fanden das bedenklich und murmelten was von Einleiten oder früher holen, 4 fanden den Befund völlig OK (zum Glück waren die die ich näher am Termin erwischt habe) und einer hatte echt sowas von keine Ahnung, dass man ihn nicht ernst nehmen konnte - und das war der Beschreibung nach der, auf den rakelfauke getroffen ist. Ein Assistenzarzt auf der Geburtsstation, der ein Ultraschallgerät nicht wirklich bedienen konnte und mit dem CTG so wenig anfangen konnte, dass er lieber mal die Hebamme gefragt hat, aber nicht ohne mich durch ein ärztliches oh-ohh zu verunsichern...
Um aber dennoch eine Lanze für die Klinik zu brechen: Die meisten Ärzte da wirkten sehr kompetent, im Vorfeld war bestenfalls von Einleitung, aber nie von KS die Rede (ich wäre ja ein guter Fall zum Reinquatschen gewesen nach 2 Monaten Verunsicherung) und während der Geburt waren alle toll. Auch wenn es dort kein offiziell "hebammengeleiteter Kreißsaal" ist, wäre es ohne Komplikationen so gelaufen, dass ich den Arzt nur am Schluss noch gesehen hätte und als am dramatischen Ende die gesamte Belegschaft im Kreißsaal stand, war es die OÄ, die Saugglocke ins Gespräch brachte und Hebamme und der diensthabende Arzt(sowie die werdenden Eltern) die meinten, dass das mutmaßlich weder Mutter noch Kind mitmachen würden.
Trotzdem höre ich immer, wenn ich erzähle, wo ich mein Kind bekommen habe, dass ja schließlich bekannt ist, dass die gerne unnötig zum KS greifen. Dass es bei uns höchste. Zeit war, alles versucht worden war und es völlig in die Nabelschnur verschhlungen mit Saugglocke auch nicht funktioniert hätte ( bzw. böse Folgen hätte haben können) wollen manche einfach nicht hören (damit meine ich aber nicht rakelfauke). Das ist denke ich einfach der. Ruf der großen Kliniken, die als Zentren mit allen Risikogeburten der Region auch die Kaiserschnittstatistik anführen.
Trotz all dem Lob für diese Klinik halte ich rakelfaukes Entscheidung für richtig und bewundere sie für ihren Mut. Und das Risiko, sich in eine andere Klinik verlegen zu lassen für vertretbar. Ich habe inzwischen immer wieder mal Personal getroffen, bei dem ich denke "die/der wäre ein Grund die Beine zu überkreuzen und bis zur nächsten Schicht zu warten". Mehrere Ärzte die meinen, dass da evtl. was sein könnte aber vermutlich auch nicht, sind einfach keine Diagnose, die einen zu einem KS bewegen sollten, immerhin hätte man es ja auch weiter in der Klinik beobachten können. Ich verstehe die Angst der Ärzte vor Fehlern, aber KS, damit sich der Arzt wohler fühlt kann die Lösung nicht sein. Und Ärzte die nicht mit Patienten sondern über sie kommunizieren, sollte man zwangsschulen. Und für mich bin ich froh, bei der Geburt an so tolles Personal geraten zu sein, dass ich mich nicht fragen muss, ob mit vernünftigeren Menschen alles besser gelaufen wäre. Aber das ist in Kliniken leider fast immer Glückssache, egal wie groß oder klein.


Zitieren

