Hallo. Ich habe vor fast einem Monat mein Kind bekommen. Es war furchtbar. Zu meiner Vorgeschichte: Ich bin Angstpatientin, habe eine Angststörung und bekomme auch Panikatacken. Mir war eigentlich immer klar, dass für mich deshalb eine normale Geburt nicht in Frage kommt. Ich hatte auch schon einen Termin für einen Kaiserschnitt, für den ich ziemlich kämpfen musste, weil man mir zuerst in meinem jungen Alter (24) keinen Wunschkaiserschnitt machen wollte. Den Kaiserschnitt wollte ich trotz großer Angst mit örtlicher Betäubung machen lassen, da eine Vollnarkose für mich nie in Frage kam. Ich wollte nie die ersten Momente meines Babys verpassen.
Dummerweise wollte mein Baby 3 Tage vor diesem Termin aber von alleine kommen, und ich beging den Fehler meines Lebens. Ich ließ mich nach der ersten Nacht im Krankenhaus, wo der Muttermund mit Schmerzmitteln 2 cm aufgegangen war, von einer normalen Geburt überzeugen, da aus der Sicht von denen (!) alles bestens war und nichts dagegen sprach. Weil ich diese 2 cm mit den Schmerzmitteln als gar nicht soo schlimm empfunden habe, ließ ich mich leider darauf ein.
Ich hielt es aus bis ca. 3 cm, dann ließ ich mir eine PDA geben. Das Setzen der PDA war viel weniger schlimm als ich es mir vorgestellt hatte. Ab da merkte ich gar nichts mehr, nur noch einen leichten Druck im oberen Bauch. Bei 5 cm wurde mir dann die Fruchtblase aufgemacht. Ich lag mit der PDA eigentlich nur entspannt da rum und dachte auf einmal wirklich, ich könnte das doch schaffen. Ich freute mich schon und dachte, wenn ich das hier wirklich schaffe, kann ich stolz auf mich sein und vielleicht hilft es auch gegen meine Angst.
Bis das Drama anfing. Plötzlich bekam ich nämlich heftigste Wehen, trotz der PDA. Die waren ungefähr 15 mal stärker als die am Anfang und für mich schlicht weg nicht auszuhalten. Bei der Untersuchung stellte sich raus, dass der Muttermund ganz auf gegangen war. Dann wurde die Ärztin dazu geholt, die sich vorstellte und noch sagte "Wir bekommen jetzt ihr Kind." Den Satz werde ich wohl nie vergessen. Diese Schmerzen waren so heftig, dass ich komplett neben mir stand. Ich habe vor Schmerzen geweint und auch geschrien. Ich hatte nur noch Panik vor der nächsten abartigen Wehe und hatte das Gefühl, ich weiß nicht, wie ich die überleben soll. Die haben mich überhaupt nicht ernst genommen. Die meinten immer nur, dass man diesen "Druck" trotz einer PDA spüren würde und das wäre ganz normal. Das war aber kein Druck! Es waren wie gesagt heftigste Wehen. Ich habe dann nach einem Kaiserschnitt verlangt und gesagt, dass ich das hier doch nicht mehr will. Von der Hebamme wurde ich nur angemacht, dass man in meinem Alter in diesem Stadium nicht mehr in den OP fährt. Und die Ärztin hat mir Vorwürfe gemacht, dass ich nicht bereit wäre, mit zu helfen. Ich habe immer nur gejammert, dass ich nicht merken will, wie am Ende das Kind da raus kommt. Sie meinten nur, dass sie mir das nicht versprechen können. Dann haben sie mir einen erzählt, dass durch das Pressen die Schmerzen angeblich erträglicher werden. Ich dachte mir nur, soweit ich noch denken konnte, dass das vielleicht ja stimmt. Deshalb habe ich gefragt, ob ich mal versuchen darf, mit zu pressen. Doch es hieß nur, der Kopf wäre noch zu weit oben im Becken. Die Herztöne meines Babys wurden auch schlechter, wohl, weil ich mich wegen den Schmerzen gar nicht mehr auf die Atmung konzentrieren konnte und total verkrampft bin. Das machte mir noch mehr Angst, dass jetzt auch noch was mit meinem Kind passieren könnte. Im Detail weiß ich gar nicht mehr alles, weil ich ja ganz weit weg war. Irgendwann wurde aber die Narkoseärztin gerufen und mir wurde die PDA aufgespritzt. Da waren die Schmerzen wieder komplett weg, allerdings auch jedes Gefühl in meinem Unterkörper. Die Erfahrung, im Kopf einen Befehl zu geben, der in meinen Beinen nicht mehr ankommt, fand ich schrecklich. Dadurch geriet ich fast noch mehr in Panik. Ich weiß nicht, was genau es ausgelöst hat, aber irgendwann fiel doch die Entscheidung dass ein Kaiserschnitt gemacht wird. Vielleicht, weil ich gesagt habe, ich habe mich ja nur unter der Bedingung darauf eingelassen, dass jederzeit einer gemacht werden kann. Dann ging es also auf den letzten Metern doch noch in den OP. Es wurde einfach entschieden, dass ich eine Vollnarkose bekomme, ich wurde gar nicht gefragt. Erstmal war ich nur noch erleichtert, dass diese Situation vorbei war, auch wenn ich große Angst hatte, nicht mehr aus der Narkose aufzuwachen, mein Kind nie kennen zu lernen und meinen Mann nie wieder zu sehen. Im OP ging dann alles ganz schnell.
Als ich aufwachte, fühlte ich mich furchtbar. Nicht nur wegen den starken Schmerzen. Natürlich freute ich mich sehr, als sie mir mein Kind in die Arme gelegt haben. Doch fast sofort kamen die Gedanken, die eigentlich nicht hätten kommen dürfen: Ich bin wieder mal weg gelaufen und habe aufgegeben, ich habe nicht geschafft, was alle anderen schaffen, ich habe total versagt etc.
Jetzt, fast einen Monat später, belastet mich diese Geburt immer noch so sehr, dass ich u.a. deshalb jetzt eine Therapie angefangen habe. Ich leide sehr darunter, dass mir das Geburtserlebnis fehlt und die ersten Momente im Leben meines Kindes. Am schlimmsten finde ich, dass bei mir die Frage auftauchte, ob dieses Kind überhaupt mein Kind ist. Schließlich kann alles mögliche passiert sein, während ich unfreiwillig in Vollnarkose war. Ich habe deshalb schon unzählige male geweint, denn ich liebe meine Tochter und sie hat solche Gedanken von mir nicht verdient. Ich habe da auch keine ernsthafen Zweifel, aber allein dass dieser Gedanke auftauchen musste. Mich quält auch die Frage nach dem was-wäre-wenn. Ich habe später auch erfahren, dass überlegt wurde, das Baby mit der Saugglocke zu holen und sogar, dass die normale Geburt im OP doch noch weiter geführt wird. Die Ärztin wollte nämlich, dass ich im OP doch versuche zu pressen und dann halt evtl. mit Saugglocke nachgeholfen wird. Die Hebamme hat ihr aber davon abgeraten. Und genau auf die hab ich jetzt eine riesen Wut. Im nachhinein wäre es mir nämlich lieber gewesen, sie hätten mich irgendwie da durch gezwungen, und wenn ich nur noch um mich geschlagen hätte. Ich hätte aber das Geburtserlebnis gehabt, es geschafft und könnte am Ende stolz auf mich sein. Ich denke mir, meinetwegen hätten sie meine Tochter komplett mit der Saugglocke raus ziehen sollen unter der aufgespritzten PDA, egal, Hauptsache, es wäre nicht SO gelaufen. Natürlich alles nur, so lange es nicht auf Kosten des Babys geht, das ist klar.
Ich komme damit einfach nicht klar und es belastet mich. Dieses Gefühl, du hättest dein Baby aus eigener Kraft auf die Welt bringen können, wenn du nicht die Nerven verloren hättest, ist einfach furchtbar. Zu wissen, dass kein körperlicher Grund dagegen sprach. Die Geburt wäre wahrscheinlich wie im Bilderbuch gelaufen, wenn ich nicht die verfluchte Angststörung hätte. Hat jemand schon ähnliches erlebt oder kann mich allgemein nur irgendwie trösten? Ich bin mir nicht mal sicher, ob die Therapie mir helfen kann, damit klar zu kommen...![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 476
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26.03.2014, 22:01
Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
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26.03.2014, 22:11
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Geburt Deiner Tochter!

Ich kann grad nicht verlinken, aber hast Du meinen Thread weiter unten zum ungeplanten Kaiserschnitt gesehen?
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27.03.2014, 06:35Inaktiver User
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Bitte lass Dir professionell helfen, ich glaube nicht, dass ein Forum bei starken Angststörungen den richtigen Rat bieten kann. Vor allem musst Du auch an Dein Kind denken.
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27.03.2014, 06:56
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Da du bereits eine Therapie machst spare ich mir das "Oh je, wie furchtbar". Für mich hört es sich so an, als hättest du eine sehr leichte natürliche Geburt haben können. Deine Wut auf die Hebamme ist ja nun die größte Frechheit die ich mir denken kann. Es haben doch alle versucht dich zu dem Natürlichsten der Welt zu bewegen, deine Angststörung hat dir dabei im Weg gestanden. Du hast dein Kind und dich damit in eine lebensbedrohliche Situation gebracht und alle Entscheidungen wurden am Ende getroffen eure Leben zu retten. Vermutlich wäre es besser gewesen, du hättest erst an dieser gearbeitet und wärst in einem besseren psychischen Zustand schwanger geworden. Aber nun ist es so und du hast dank der Ärztin und Hebamme ein gesundes Kind. Nun solltest du dringend anfangen selbst Verantwortung für dein Leben zu übernehmen und nicht anderen die Schuld geben sondern DIR SELBER. Nicht dein Kind ist schuld, dass es 3 Tage zu früh kam, sondern du hättest dich im Vorfeld viel mehr damit auseinandersetzen müssen, was passiert, wenn das Kind zu früh kommt. Was meinst du denn wie dein Leben mit Kind aussehen wird? Du wirst noch Momente erleben, dagegen war die Geburt ein Kinderspiel. Ich will dich nicht runterputzen, aber ich glaube das ehrliche Worte dir mehr helfen als falsches Mitleid. Versuch in deiner Therapie nicht zurück zu blicken, sondern nach vorne. Versuch daran zu arbeiten, wie du deinem Kind ein schönes Leben bieten kannst und es nicht durch deine Angststörung belastest. Im übrigen kann ich dir versichern, dass jede Frau von der Geburt völlig überrollt wird. Niemand ist darauf vorbereitet, was einen da erwartet. Aber bei Frauen ohne Angststörung, ob siegt irgendwann der Instinkt und sie folgende ihrem Körper. Mit der Geburt hadern danach viele, auch das ist normal. Aber du solltest wirklich nicht versuchen die Verantwortung abzuwälzen. Alles gute dir, du wirst das bestimmt schaffen!
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27.03.2014, 08:31
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Ähm, Federfrau, auch ich kann die Wut nicht so ganz nachvollziehen, aber meinst du, dass diese harten Worte hier angebracht sind?
Sommerkind 2007 
Sommerkind 2013 
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27.03.2014, 08:42Inaktiver User
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27.03.2014, 08:48
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Auch an dich mein rat: schau nach vorne und nicht zurück.
Dein kind und du seid gesund durch die geburt gekommen, das ist das wichtigste und längst nicht selbstverständlich.
Hebammen und ärzte haben eine handvoll mehr geburten mitgemacht als du und wissen ganz gut, wann die zeit wofür gekommen ist.
Nutze deine erfahrungen, um es das nächste mal anders zu machen.
Und nutze die therapie, damit du in zukunft angstärmer leben kannst.
Alles gute!
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27.03.2014, 09:00
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Stella, inhaltlich kann ich Federfraus Argumente allerdings nachvollziehen. Mal ganz ehrlich: wie hätten denn die Hebammen und Ärzte reagieren sollen? Zuerst wolltest du unbedingt einen Kaiserschnitt und dann im Nachhinein doch nicht??? Wie hätten sie denn wissen können, dass du letztlich so damit haderst, "es nicht geschafft" zu haben? Schließlich hast du doch immer wieder gesagt, dass du doch lieber einen Kaiserschnitt hättest.
Ich denke, es ist ohnhin schwer während einer Geburt zu unterscheiden, welche Frau wirklich am Ende ihrer Kräfte ist und wer noch Kraftreserven hat, ohne es zu wissen. Bzgl Vollnarkose: da wird bestimmt eine medizinische Indikation vorgelegen haben, denn wenn es nicht sehr schnell gehen soll, wird keine Vollnarkose gemacht. Hast du nachgefragt?
Ich hatte 2 Kaiserschnitte, beide geplant (aus medizinischen Gründen) und beide Kinder kamen ein paar Tage früher, weil ich jeweils Wehen hatte (spontane Geburten waren bei mir zu gefährlich). Bei der 2. Geburt hatte ich sehr heftige Wehen, die sich schnell gesteigert haben. Ich war währenddessen so sauer auf die Hebamme und die Ärzte, dass sie mich nicht schneller in den OP geschoben haben und das Verhalten der Hebamme hat mich nur genervt und ich war sehr unfreundlich zu ihr. Als ich aus dem OP kam und ich wieder klar denken konnte, tat es mir leid, wie ich mich verhalten habe und habe mich auch bei der Hebamme entschuldigt.
Ich war halt einfach in einer Ausnahmesituation und für das KH-Personal einfach die normale Patientin Nr. X, die ein Kind bekam. Letztlich auch ganz stark eine Frage der Sichtweise. Ich war schließlich so froh, 2 gesunde Kinder zu haben, dass mir die unangenehmen Geburten und die Schmerzen danach mittlerweile egal sind.
Ich habe im Freundes- und Bekanntenkreis 3 sehr, sehr schlimme Situationen mit Geburten erlebt (2 Babys sind gestorben, eins Schwerstbehindert...) da wurde ich sehr schnell demütig und dankbar. Ich weiß, dass man diese Gefühle nicht einfach abstellen kann, deshalb wünsche ich dir, dass dir die Therapie und dein gesundes Töchterchen hilft, damit klarzukommen.
Und ich wünsche dir, dass du das Verhalten der Hebammen und Ärzte anders bewerten kannst, denn mir scheint es auch ein wenig unfair, sie zu beschuldigen (allerdings hast DU m. E. auch keine Schuld an der Situation, eine Geburt ist einfach ein Ausnahmezustand und zwar für jede Frau).
LG Prinzessin
PS: hast du eigentlich einen Partner, der bei der Geburt dabei war? Habe ich es überlesen? Wenn ja, wie hat er das erlebt?
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27.03.2014, 09:47
AW: Hilfe! Ich komme mit meiner Geburt nicht klar!
Man muss ein Gefühl ja nicht nachvollziehen können, aber zumindest respektieren kann man es mal, ohne demnjenigen diese subjektiven Empfindungen sofort um die Ohren zu hauen.
Wut ist ein intensives, aber auch absolut natürliches Gefühl, das aus Enttäuschung und Hilflosigkeit erwachsen kann.
Die Geburt ist gerade mal vier Wochen her - es ist vollkommen normal, dass die TE noch durcheinander ist und die Ereignisse nicht so einordnen kann, wie es ein objektiver Blick von außen ermöglichen würde. Es ist ihr gutes Recht, enttäuscht und in dieser Enttäuschung in mancherlei Hinsicht auch "ungerecht" zu sein.
Für die Hebamme und die Ärzte war es eine Geburt von vielen - für die TE hingegen ist es ein einschneidendes Erlebnis in ihrem Leben mit einem Stellenwert, den man mit etwaigen "Kränkungen" seitens der Hebamme nicht vergleichen kann.
Wahrscheinlich ist die Hebamme aber ohnehin deutlich empathischer als du und nimmt diese Wut noch nicht einmal persönlich, sondern kann es auf das zurückführen, dem sie entspringt.
Puh... und du echauffierst dich über "Frechheiten"?Es haben doch alle versucht dich zu dem Natürlichsten der Welt zu bewegen, deine Angststörung hat dir dabei im Weg gestanden. Du hast dein Kind und dich damit in eine lebensbedrohliche Situation gebracht und alle Entscheidungen wurden am Ende getroffen eure Leben zu retten. Vermutlich wäre es besser gewesen, du hättest erst an dieser gearbeitet und wärst in einem besseren psychischen Zustand schwanger geworden. Aber nun ist es so und du hast dank der Ärztin und Hebamme ein gesundes Kind. Nun solltest du dringend anfangen selbst Verantwortung für dein Leben zu übernehmen und nicht anderen die Schuld geben sondern DIR SELBER. Nicht dein Kind ist schuld, dass es 3 Tage zu früh kam, sondern du hättest dich im Vorfeld viel mehr damit auseinandersetzen müssen, was passiert, wenn das Kind zu früh kommt. Was meinst du denn wie dein Leben mit Kind aussehen wird? Du wirst noch Momente erleben, dagegen war die Geburt ein Kinderspiel. Ich will dich nicht runterputzen, aber ich glaube das ehrliche Worte dir mehr helfen als falsches Mitleid. Versuch in deiner Therapie nicht zurück zu blicken, sondern nach vorne. Versuch daran zu arbeiten, wie du deinem Kind ein schönes Leben bieten kannst und es nicht durch deine Angststörung belastest. Im übrigen kann ich dir versichern, dass jede Frau von der Geburt völlig überrollt wird. Niemand ist darauf vorbereitet, was einen da erwartet. Aber bei Frauen ohne Angststörung, ob siegt irgendwann der Instinkt und sie folgende ihrem Körper. Mit der Geburt hadern danach viele, auch das ist normal. Aber du solltest wirklich nicht versuchen die Verantwortung abzuwälzen. Alles gute dir, du wirst das bestimmt schaffen!
Liebe TE,
auch ich rate dir zu einer therapeutischen Begleitung, um das Erlebte aufzuarbeiten. Auch wenn du momentan noch das Gefühl haben magst, dass dir nichts und niemand aus diesem Gefühl der Verzweiflung und Unzulänglichkeit heraushelfen kann, sehe ich im Austausch mit Dritten die größte Chance für dich, um dich mit dir und der Geburt (sowie allen Beteiligten) auszusöhnen.
Man muss auch an keiner Angsterkrankung leiden, um während der Geburt an seine psychischen und körperlichen Grenzen zu stoßen - nicht allen Frauen verhilft dieser sogenannte "natürliche Instinkt" zu einer Geburt aus eigener Kraft. Ich habe es auch nicht "geschafft", dabei war ich rundum gesund.
Der Gedanke, dass es unter anderen Umständen und einer anderen "Einstellung" eine weitaus schönere Geburt hätte werden können, ist mir ebenfalls sehr vertraut und war lange Zeit auch sehr quälend für mich. Aber auch das lässt irgendwann nach und man akzeptiert, dass man zum Zeitpunkt des Geschehens nicht anders agieren konnte, aus welchen Gründen auch immer; ansonten hätte man es bestimmt getan.
Den Leistungsgedanken würde ich also ganz weit von mir wegschieben; es ist nicht deine "Schuld", dass du keine Bilderbuchgeburt erleben durftest - du hast es so gut gemacht, wie du es nun mal konntest und jetzt hast du ein gesundes Kind, welches DEIN Körper hervorgebracht hat und das ist und bleibt etwas Wunderbares, egal wie und auf welchem Wege es das Licht der Welt erblickte. Du hast deinen Beitrag geleistet und dein Kind wird dich nicht weniger lieben, nur weil es am Ende dann doch der "Notausgang" geworden ist.
Geändert von Vilie (27.03.2014 um 09:55 Uhr)
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27.03.2014, 09:56Inaktiver User



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