Mich würden einmal die Meinungen und Erfahrungen derjenigen unter euch interessieren, die ihre Schwangerschaften und Entbindungen schon hinter sich haben, egal, wie lange das her ist….
Also, es geht darum, dass mein FA bei der letzten Vorsorgeuntersuchung das Thema Streptokokken angesprochen hat. Er hat mir erklärt, dass 30% aller Frauen Streptokokken haben, und dass sich das Kind daran dann bei der Geburt u.U. anstecken kann (aber nicht muss).
Es gäbe da einen Test, mit dem man herausfinden kann, ob Streptokokken vorhanden sind - und wenn das der Fall ist, dann kann man bei der Entbindung rein prophylaktisch ein Antibiotikum nehmen, um das Baby vor der Ansteckung zu schützen.
Dieser Test wird von der KK nicht bezahlt, man muss ihn selbst bezahlen, er kostet 25 Euro.
So. Und irgendwie weiß ich jetzt so gar nicht, was ich damit anfangen soll.
Natürlich verdient da mal wieder irgendjemand Geld dran - wie immer.
Wobei es mir echt nicht um diese 25 Euro geht, wenn sie sinnvoll investiert sind, das ist nicht das Thema!
Aber: einfach mal so prophylaktisch ein Antibiotikum nehmen, da hab ich überhaupt keine Lust drauf.
Aber dass mein Kind sich u.U. ansteckt und dann Probleme kriegt und gleich nach der Geburt behandelt werden muss, das will ich natürlich auch nicht.
Meine Hausärztin sieht das auch eher kritisch. Sie sagt, diesen Test gibt es erst seit wenigen Jahren… als sie ihre drei Kinder bekommen hat (die sind alle noch nicht sooo groß), hat da noch kein Mensch davon gesprochen. Soll es das Problem da etwa noch nicht gegeben haben?
Natürlich KANN etwas Schlimmes passieren und das kann dann echt blöd sein, das bestreite ich ja gar nicht. Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit wirklich? Ist sie groß? Oder ist es mehr Angst- und Geldmacherei?
Deswegen meine Frage an euch: habt ihr diesen Test gemacht oder nicht, und warum? Und habt ihr das Antibiotikum bei der Geburt genommen oder nicht, und warum?
Ich würde mich über zahlreiche Antworten freuen!![]()
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Ergebnis 1 bis 10 von 29
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01.12.2013, 17:32
Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
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01.12.2013, 17:40Inaktiver User
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
die angesprochenen streptokokken sind nur kritisch bzw. infekt-mässig relevant wenn es einen vorzeitigen blasensprung gibt.
das heisst: die fruchtblase, die auch eine schutzfunktion für dein kind hat, platzt bevor die wehen einsetzen. dann kann bis (je nach geburtsklinik) 36 stunden gewartet werden ob die wehen einsetzen oder ob eingeleitet wird.
da kind in dieser zeit "auf dem trockenen" sitzt, die streptokokken theoretisch die chance haben nach oben in die gebärmutter zu wandern- wird nach ablauf von x stunden (je nach geburtsklinik) eine antibiose bei der mutter und kind angehängt. in manchen kliniken bekommt nur das kind das antibiotika.
klar kannst du das geld deinem frauenarzt geben- nur: welchen direkten nutzen soll das haben? denn antibiotika wirst du in der schwangerschaft kaum nehmen bzw. verschrieben bekommen. und wenn es nötig ist- bekommt mini es eh.
in viele kliniken wird bei der eingangsuntersuchung beim eintreffen im kreissaal dieser abstrich routinemässig gemacht. und dann im bedarfsfall im mutterpass eingetragen.
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01.12.2013, 17:43Inaktiver User
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
Hallo celestial nutcake!
Ich bin privat versichert - mein FA hat den Test in beiden Schwangerschaften gemacht, ohne mich überhaupt darüber aufzuklären, dass er von gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen wird. So etwas verärgert mich immer etwas, weil ich nur teilweise privat versichert bin, der Rest über die Beihilfe geht und diese wiederum ähnliche Abstriche macht wie die gesetzlichen Krankenkassen. Aber gut, Du weißt ja immerhin schon, dass dieser Test selbst zu bezahlen ist und dass er noch nicht Standard ist.
In meiner ersten Schwangerschaft war der Test positiv. Allerdings lag das Testergebnis erst vor, als ich bereits entbunden hatte, weil meine Große ein paar Tage zu früh kam. Aber man hatte mich im Verlauf der Entbindung gefragt, ob ich das Testergebnis kenne und als ich verneinte, wohl das Kind besonders beobachtet. Ich kann mich nicht erinnern, Antibiotika bekommen zu haben, aber da ich u.a. zwei PDAs hatte, will ich nicht ausschließen, dass mir über den Zugang etwas eingeleitet wurde.
Der Test vor der zweiten Geburt war negativ. Dann hatte mein Kleiner aber mit knapp drei Wochen Fieber, Verdacht auf Neugeboreneninfektion und es wurde mit ihm trotz des negativen Tests das ganze Programm gefahren (eine Woche stationär mit Antibiotika intravenös), obwohl auch sonst nichts für eine bakterielle Infektion sprach. Ganz ehrlich glaube ich nicht, dass das Testergebnis tatsächlich viel beachtet wird.
LG,
Sue
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01.12.2013, 18:15
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
Streptokokken ist ein reizwort für mich. Ganz fiese bakterien.
Daher hab ich bei der bö den test machen lassen.
Damals musste es aber vier wochen vor dem ET sein. Der test war negativ, aber ich habe mich gefragt, was wenn ich mich nach dem test infiziert hätte???
Daher habe ich ihn bei buddy nicht mehr gemacht.
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01.12.2013, 19:06
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
Danke für diesen Strang!
Ich habe mal ein bisschen gegoogelt und bin darauf gestoßen, dass eine Antibiose unter der Geburt nicht unbedingt einen Nutzen hat - das Baby kann sich wohl trotzdem anstecken.
Da steht wohl die Frage im Raum, ob man sich testen lässt und wenigstens die Chance hat, zu wissen, dass man negativ ist - oder ob man sich nicht testen lässt und man potentiell als Risiko gilt (was in den Krankenhäusern dann wohl angenommen wird).
Ich frage mich nur, muss man bei einem positiven Test dann schon beim Einsetzen der Wehen ins KH oder kann man alles so machen, wie geplant?
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01.12.2013, 21:09Inaktiver User
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
der positive test auf streptokokken im geburtskanal - ist nur von belang bei einem vorzeitigen blasensprung.
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02.12.2013, 10:37
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
Danke schon mal für eure Antworten!
Leider bin ich mir nach wie vor absolut unschlüssig, ob ich den Test machen lassen soll….
Ist das wirklich so? Das ist mir absolut neu - wieso sagt einem das absolut keiner? Also mir hat das bisher noch niemand gesagt…. ich fühle mich einfach nur restlos verunsichert, was dieses Thema angeht.
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02.12.2013, 10:43Inaktiver User
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
du kannst noch hebamme und kinderarzt nachfragen.
ich sehe das so: wäre der test so relevant- wäre er im vorsorgeprogramm (über die kasse finanziert) drin.
ist meine einstellung bei sehr vielen igel-leistungen.
denn wenn ein risiko vorliegt, der arzt das begründen kann- zahlt es die kasse.Geändert von Inaktiver User (02.12.2013 um 10:46 Uhr) Grund: ergänzung
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02.12.2013, 11:00
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
Oh ja, der tolle Streptokokken-Test...
Ich habe ihn gemacht, obwohl ihn mein FA nicht empfohlen hat - aus gutem Grund (wie ich hinterher wusste).
Der Test war positiv, was uns einen Anruf Freitag spät Abends vom FA eingebracht hat. Dann war natürlich erstmal die helle Aufregung, vor allem bei meinem Mann. Es empfiehlt sich absolut nicht, zu googeln. Da kommen echte Horrorgeschichten raus.
Leider reagiere ich auf beide Antibiotika allergisch, die man unter der Geburt bekommen könnte. Nur ein Reserveantibiotikum hätte ich bekommen können. Ich habe dann gleich im KKH angerufen, die überprüft haben, ob sie dieses Antibiotikum vorrätig haben - hatten sie.
Am Ende hatte ich dann sowieso einen Kaiserschnitt. Ich wurde gefragt, ob ich das Antibiotikum trotzdem will, nötig wäre es nicht. Wollte ich natürlich nicht. Die ganze Aufregung also für umsonst.
Ich würde den Test nicht nochmal machen. Es bringt einfach nicht wirklich was. Außer Hektik.
Mein Hausarzt bietet überhaupt keine Igel-Leistungen an. Er ist der Meinung, dass die nötigen Dinge von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden und man den Rest schlicht nicht braucht. Ich fand das am Anfang seltsam, aber er scheint wirklich recht zu haben. Und das hat jetzt nicht nur mit diesem Beispiel zu tun.„Es ist schwer, das Glück in uns zu finden, und es ist ganz unmöglich, es anderswo zu finden.“
Nicolas Chamfort
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02.12.2013, 23:50
AW: Streptokokken-Test in der Schwangerschaft - sinnvoll?
Ich habe den Test machen lassen nachdem ihn mir sowohl Hebamme als auch FÄ ihn ans Herz gelegt hatten. Er war negativ. Meine sehr biologisch-dynamische Geburtsklinik war sehr erfreut, dass ich den Test hatte machen lassen, selbst sie geben bei einem positiven Test prophylaktisch ein AB. Und sie sind wirklich sehr öko und natürlich eingestellt. Daher würde ich den Test in einer weiteren Schwangerschaft wohl wieder machen lassen.


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