+ Antworten
Seite 1 von 9 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 86

  1. Registriert seit
    05.07.2013
    Beiträge
    39

    Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Guten Abend,

    ich bin derzeit in der 15. SSW. Vor zwei Wochen hing ein Zettel im Kiga meiner Tochter: Ringelröteln. Leider auch noch in ihrer Gruppe. Ich habe sie sofort aus dem Kiga genommen und bin am selben Tag zum Bluttest gegangen. Das Ergebnis: keine Immunität, aber auch keine Infektion.

    Beim Feinultraschall eine Woche später (14. SSW) war alles ok, nix auffällig. Am folgenden Wochenende hab ich unglaublich starke Kopfschmerzen bekommen, diese hab ich aber auf entzündete Nebenhöhlen zurückgeführt. Am Dienstag hatte ich am ganzen Körper einen roten Ausschlag, so wie bei einer Allergie. Nun waren wir (meine Tochter und ich) an diesem Mittwoch (15. SSW) erneut beim Bluttest. Mein Ausschlag war da noch zu sehen, ging aber schon zurück. Bis dato hatte meine Tochter keinerlei Anzeichen, die für die Ringelröteln sprechen. Gestern bekam sie dann den typischen Wangenausschlag.
    Heute (Freitag) dann das Ergebnis: wir haben beide Ringelröteln, sie hat auch schon einiges an Antikörpern gebildet, ich fast noch nix. Mit anderen Worten, meine Ansteckung liegt noch nicht so lange zurück.

    Nun hatte ich in den letzten beiden Wochen genug Zeit das Internet zu bemühen und allerlei Horrorgeschichten zu lesen.

    Was mich jetzt interessiert: gibt es hier Frauen, die sich um die 15. SSW mit Ringelröteln infiziert haben? Ich bin am Montag beim Ultraschall in einer Pränatalpraxis. Sollte es zu Komplikationen (Wassereinlagerungen) beim Baby kommen, die eine Bluttransfusion über die Nabelschnur nötig machen, weiß jemand, wie das genau abläuft? In der Klinik? Ambulant? Und ab wann ist das überhaupt möglich?

    Ich danke Euch für Eure Antworten,
    Jukina

  2. Avatar von Zada
    Registriert seit
    24.01.2005
    Beiträge
    2.419

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    hi junika!

    grundsätzlich werden im internet nur schlechte sachen geschrieben, gute nachrichten findest du selten.

    eine bekannte von mir (erzieherin) hatte in der frühschwangerschaft ringelröteln. sie hat sie sich im kindergarten eingefangen, als sie noch gar nicht wusste dass sie schwanger war...
    aber: ihre tochter kam gesund zur welt.

    frage meinerseits: was sagt denn dein gynäkologe zu dem befund?

    ich wünsche dir alles gute!

    viele grüße
    Zada

    Hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.
    [Lucius Annaeus Seneca]

    Wer lebt, stört.
    [Tankred Dorst]
    In einer Familie, die nicht nur aus Mumien besteht, gehören Konflikte dazu.
    [Reinhard Mey]


  3. Registriert seit
    05.07.2013
    Beiträge
    39

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Huhu Zada,

    vielen Dank für Deine aufbauende Antwort.
    Mir ist theoretisch klar, daß nur 1/3 aller infizierten Schwangeren die Infektion an das Baby weitergeben und bei "nur" 10 % davon treten ernsthafte Komplikationen auf. Bei den Berichten im Internet könnte man den Eindruck bekommen, es sei andersherum.

    Mein Gynäkologe ist noch zwei Wochen im Urlaub. Den 2. Ringelrötel-Test hab ich jetzt bei meinem Hausarzt machen lassen, der mir die Überweisung zum Pränataldiagnostiker gab, zwecks engmaschiger Ultraschallkontrolle. Dort habe ich sofort einen Termin für Montag bekommen. Es ist eine große, sehr angesehene Praxis hier in Berlin, zu der ich viel Vertrauen habe.

    Gruß,
    Jukina

  4. Avatar von charleys.tante
    Registriert seit
    14.11.2007
    Beiträge
    6.779

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    jukina, falls du am montag nach dem termin irgendwelche zweifel an dem pränataldiagnostiker haben solltest, kann ich dir einen ganz wunderbaren, einfühlsamen und wirklich sehr guten solchen empfehlen. dann einfach PN an mich.

    das wirklich nur als hinweis, falls irgendwas ist … du scheinst ja schon jemand gutes zu haben.

    ansonsten wünsche ich dir alles gute und drücke dolle die daumen. ich hatte in meiner schwangerschaft ebenfalls angst vor RR, habe sie aber zum glück nicht bekommen. mein sohn war insgesamt 6 wochen zu hause, bis der kiga wieder frei davon war.

    die chance, dass etwas passiert, ist wirklich gering - aber es kann eben. ich hoffe mit dir!!!


  5. Registriert seit
    05.07.2013
    Beiträge
    39

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Hallo,

    gestern war nun der erste Termin beim Pränataldiagnostiker. Das Gespräch hat mich ersteinmal beruhigt. Obwohl man eben, sollte das Kind jetzt Komplikationen entwickeln, noch nicht viel tun kann. Und es ist eben leider auch Tatsache, daß manche Kinder eine Anämie bis zur 20. SSW nicht überleben. Bluttransfusionen sind wohl erst ab der 20. Woche (in die Nabelschnur) möglich. Deshalb sagt man auch, ab der 20. Woche wäre diese Infektion nicht mehr gefährlich. Ich finde allerdings diese Bezeichnung etwas irreführend.
    Morgen bin ich in der 16. SSW. Ich habe jetzt jede Woche einen Ultraschalltermin, der gestern war unauffällig. Kind bewegt sich normal, keine Wassereinlagerungen. Für die Fließgeschwindigkeit des Blutes, welche dann auf eine eventuelle Anämie hinweisen könnte, gibt es in dem frühen Stadium der Schwangerschaft noch keine Vergleichswerte. Der Arzt hat den Wert trotzdem ermittelt und diesen nehmen wir jetzt bis zur 22. Woche (dann gibt es Vergleichswerte) als Ausgangswert. Sollte er sich stark verändern (bei einer Anämie wird das Blut dünner und fließt dann schneller), wäre das ein Indiz auf eine eventuelle Infektion. Dann würde ich eine Überweisung in die Charité erhalten.

    In seinen 25 Jahren Berufspraxis hat er sehr viele Fälle erlebt, in denen die Plazenta diese Viren abgehalten hat. Ich bemühe mich also "guter Hoffnung" zu sein. :Blume:

    @charleys.tante
    Dankeschön für Dein Angebot, aber ich fühle mich dort sehr gut aufgehoben.
    Ich hatte meine Tochter ja auch sofort aus der Kita genommen, nur leider hat das nix genützt. Immerhin muß sie sich später diesbezüglich in der Schwangerschaft keine Sorgen machen. Und daß sie die Ringelröteln schon einmal hatte, werden wir wohl auch nie vergessen.

    Gruß,
    Jukina
    Geändert von Jukina (09.07.2013 um 11:17 Uhr)


  6. Registriert seit
    24.10.2011
    Beiträge
    4.672

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Ich drück dir ganz feste die Daumen.

    Schau mal in meine Signatur. Das hat mir einst gut geholfen.
    In allen Dingen ist hoffen besser als verzweifeln
    Johann Wolfgang von Goethe


  7. Registriert seit
    11.10.2012
    Beiträge
    1.007

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Hallo Jukina,

    drück dir ganz feste die Daumen, dass alles gut geht.
    Ich beschäftige mich auch seit Wochen mit diesem Thema. Laut meinem FA bin ich allerdings über die kritische Phase hinweg (morgen 28. Woche) und höchstwahrscheinlich immun (hab mich vor einigen Jahren bei meinem Ex auch nicht angesteckt). Mein FA hat mir emppohlen jetzt erst mal Ruhe zu bewahren und sollte ich Halzschmerzen oder irgendwelche Erkältungserscheinungen haben, dann sofort zum Arzt und testen lassen. Er meinte nur jetzt testen hätte wenig Sinn - wobei nach seiner Aussage man auch dann wenig machen kann - denn Medikamente gegen Symptome scheiden fasst alle aus ... also bleibt nur Krankschreibung und schonen. Aus einem anderen Grund bin ich eh alle 14 Tage beim FA - so dass er da immer schaut, ob alles ok ist.
    Grüße Sonnenblume
    Oktoberbaby im September gelandet.

  8. Avatar von Wiesenkraut
    Registriert seit
    25.11.2009
    Beiträge
    4.361

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Jukina ich kann dir da auch recht viel Hoffnung machen. Ich hab mich 2005 damit auseinander setzen müssen. Leider mit schlechtem Ausgang...aber statistisch gesehen ist das recht selten.

    Die Übertragung aufs Kind in der Schwangerschaft ist noch seltener als von dir angegeben. Je nach Quelle liegt sie zwischen 20 und 30%.

    Dann hast du das größte Risiko fürs Kind wenns früher als die 9. SSW ist, dann führt die Infektion häufig zur Fehlgeburt. Zwischen der 9. und 20. SSW.

    Nur 3-9% der Kinder deren Mütter eine aktive Infektion mitgemacht haben, reagieren eben mit der gefürchteten Komplikation. Es kommt zu Wasseransammlung im Körper und zur Anemie.

    In diesem Fall dein Kind Bluttransfussionen durch die Nabelschnur. Es handelt sich dabei um hochangereichertes sehr eisenreiches Blut. Das ganze wird änlich wie eine Fruchtwasseruntersuchung durch den Bauch der Mutter gegeben. Es wird immer die Blutgruppe 0 genommen (mal zumindest war es an der Uniklinik an der ich war so), da diese keine Abwehr hervorruft. An "meiner" Uniklinik wurden die Transfussionen schon vor der 20. SSW gegeben. Die Frau neben mir war in der 18. SSW als sie die Transfussionen bekam und das Kind ist heute in der 2. Klasse.

    Ich hab vor 2 Jahren noch mal mit dem Doc der Uniklinik gesprochen, der sagte sie haben das Alter für Nabelschnurpunktion auf die 16. SSW runtergesetzt und wenn es die letzten Chance für so einen Zwerg wäre, würde er auch ab diesem Zeitpunkt es mit Bluttransfussionen versuchen, das Risiko ist dann allerdings größer

    Worsest Case würde ich mir hier eine Uniklinik mit Erfahrung suchen. Bei mir wurde damals ein Spezialist aus Bonn geholt.


    Die Uniklinik hatte mit dieser Behandlungsrate eine Erfolgsrate von 80%. Sprich 80 Prozent der wenigen Kinder die sich überhaupt infizieren, sind völlig gesund auf die Welt gekommen.
    Da es sich um hoch angereichertes Blut handelt...besteht bei den infussionen ein geringes Risiko dass das Herz das nicht mitmacht und ein noch kleineres, dass die Behandlung nicht anschlägt. Schlägt die Behandlung an, so gibt es keine Spätschäden, die Kinder sind vollkommen gesund.

    Ach ja die 20. SSW
    Das ist meines Wissens nach anders als von dir vermutet. Bis zur 20. SSW werden die roten Blutkörperchen vorwiegend in der Leber produziert. Diese istein Hauptangriffspunkt des Parvovirus B19, danach werden die roten Blutkörperchen in den im roten Knochenmark produziert, das wesentlich weniger angegriffen wird.. Ich bin mir da eigentlich zu 90% sicher, les aber gern noch mal nach. Ich hab massig Infosachen noch hier rumliegen.

    An der Uniklinik wurde mir damals erklärt, dass es sich bei dieser 20. SSW nebst dieser Info vorwiegend um Studien geht. In der Fachliteratur wird immer gesagt "studien belegen, dass..."
    Diese Studien sind übrigens auch die Grundlage dafür dass es für Erzieher, Grundschullehrer, Kinderkrankenschwestern die noch keine Ringelrötelinfektion durchgemacht haben, ein Berufsverbot bis zur 20. SSW gibt, sobald Ringelrötelinfektionen in der Einrichtung auftauchen.

    Ich hab nach der Infektion meiner Tochter eine ganze zeitlang mich ehrenamtlich um die Mütter in der Klinik die sich eben infiziert haben gekümmert...mach dich nicht verrückt...die Chancen sind echt gut

    edit:die xte.
    jepp war so wie ich es im Kopf hatte:
    das fetale Blutbildungssystem entwickelt sich in Stadien, erst im Dottersack, dann in der Leber und ab der 20. SSW im Knochenmark
    Quelle:Molekularbiologie in der Schwangerschaft

    Manchmal ist das ganz große Glück ganz klein



    meine Binometten waren Kapuzinerkresse und Diadora.
    einen dicken an die Beiden


    Geändert von Wiesenkraut (09.07.2013 um 16:56 Uhr)


  9. Registriert seit
    09.04.2013
    Beiträge
    67

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Hallo Jukina,

    Ich hatte Ringelröteln in der Schwangerschaft und meine Tochter hatte sich infiziert.
    Da ich von der Infektion allerdings nichts gemerkt hatte, wurde bei meiner Tochter erst bei einem ausserplanmäßigen Ultraschall (mein Mann war sooo neugierig auf das Geschlecht) in der 24.SSW eine extreme Anämie sowie Wassereinlagerungen in Herz und Kopf festgestellt.
    In der Uniklinik Erlangen wurde daraufhin die Bluttransfusion durch die Nabelschnur durchgeführt und 2 Tage später war ich schon wieder daheim. Ein paar Tage Bettruhe wurden verordnet und ein paar mehr Ultraschallkontrollen als normal.
    Meine Tochter kam dann pünktlich zum Termin in der Badewanne zur Welt, war die ersten Jahre kleiner als ihre Altersgenossen, weil sie ja eine Zeit lang im Mutterleib nicht gewachsen war, hat aber innerhalb von 10 Jahren den Größenunterschied aufgeholt.
    Es war alles sehr aufregend und wir hatten viel Angst, aber wir haben ein süßes, gesundes Mädchen.
    Ich drücke dir die Daumen, dass alles gut geht und hoffe, dir mit meiner Geschichte etwas Mut machen zu können.
    Fühl dich gedrückt!

    LG Claudia

    P.S. Ich meckere seitdem nie mehr über die Neugierde meines Mannes;)


  10. Registriert seit
    05.07.2013
    Beiträge
    39

    AW: Ringelröteln in der Schwangerschaft

    Hallo,
    vielen Dank für Eure Antworten!

    @sonnenblumew78
    Ein Test würde zumindest Klarheit darüber verschaffen, ob Du immun bist. Weder meine Tochter, noch ich hatten irgendwelche Symptome. Sie bekam allerdings diesen typischen Backpfeifen-Ausschlag.
    Ich drück Dir die Daumen!

    @Wiesenkraut
    Danke, daß Du Dir Zeit genommen hast, so ausführlich zu posten.
    Ich habe jetzt noch eine Studie der Uniklinik Ulm gefunden: bei einer nach der 20. SSW erworbenen Infektion führten die Ringelröteln bei den infizierten Kindern nicht mehr zum Kindstod.
    Ich versuche mich natürlich nicht verrückt zu machen und sage mir immer, ersteinmal ist alles ok. Außerdem werde ich gut "überwacht". Aber von einer entspannten Schwangerschaft bin ich trotzdem weit entfernt.

    @Peppis
    Ich finde es wichtig, die Verzweiflung auch zuzulassen, nur darf man sich nicht unterkriegen lassen. Die Hoffnung überwiegt.
    Danke!


    @Soapfan
    Danke für Deine Geschichte. Wann Du Dich infiziert hast, wirst Du wahrscheinlich nicht wissen, oder?
    Es macht mir Mut, daß die Behandlung gut verlaufen ist und Ihr ein gesundes Mädchen bekommen habt.

    Gruß,
    Jukina 16. SSW

+ Antworten
Seite 1 von 9 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •