Hallo Ihr Lieben,
mein Sohn ist 5 Jahre alt und schon als Baby war er ein schlechter (Ein-) Schläfer. Seit etwa 1,5 Jahren weiß ich, das er einen Pavor nocturnus (oder auch Schlafschreck genannt) hat. Rückblickend kann ich heute sagen, das dies bereits anfing als er ungefähr 12 - 18 Monate alt war. Damals war dies für mich natürlich noch nicht erkennbar sondern wurde mit schlecht schlafenden/ bockenden Kleinkind abgetan. Ich hatte damals auch noch keine Ahnung, dass es diesen Schlafschreck überhaupt gibt.
Der Pavor tritt unterschiedlich oft auf, fast schon phasenweise. Mal gibt es eine Phase, da ist teilweise über Wochen nichts und dann passiert es wochenlang sehr regelmäßig, das heißt 1-3x die Woche. Dabei wirkt negativer als auch positiver Stress deutlich als Verstärker.
Ich habe mich mit der Situation arrangiert und empfinde es auch nicht als störend. Ich kenne es ja auch nicht anders.
Was mir nun aber doch etwas Sorgen bereitet ist, das er anscheinend anfängt zu schlafwandeln. Ich weiß, das Kinder mit einem Pavor Nocturnus die Tendenz zum Schlafwandler haben, aber jetzt schon? Bisher habe ich es zwei Mal bewusst mitbekommen. Beide Male innerhalb einer Woche, zuletzt letzte Nacht. Einen Pavor Anfall gab es dafür die vergangene Woche nicht.
Jetzt weiß ich nicht so recht wie ich mich verhalten soll. Ich habe Angst, das er sich beim schlafwandeln gefährden/ verletzen könnte.
Vielleicht reagiere ich ja auch etwas übereilt und es ist alles halb so wild. Ich bin schlicht verunsichert durch die neue Situation.
Deshalb meine Frage an Euch: hat jemand damit Erfahrung und kann mir davon berichten, mich beruhigen, mir Tipps geben?
Ich danke Euch.
Lefi![]()
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14.06.2013, 17:32
Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
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14.06.2013, 18:51
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
meine Kleine hat nachtschreck, ich bin fast geneigt an die Wirkung des Mondes dabei zu glauben. Auffällig oft haben wir das auch wenn es einen Entwicklungsschub gibt oder halt irgendwas zum verarbeiten.
Gerade jetzt war das Fünkchen krank, hat einige unangenehme Untersuchungen mitmachen müssen und eh schon ein Problem mit Ärzten. Wir hatten jetzt in 3 Wochen 2 mal den Nachtschreck zu Gast.
Bei uns ists zur Zeit noch so, dass sie halt mit weit aufgerissenen Augen im Bett sitzt, brüllt wie am Spies (ich warte wirklich drauf beim JA gemeldet zu werden) und mit nichts auf der Welt zu wecken ist. Genau so plötzlich wie es losgeht, ist der Spuk wieder vorbei, das fünkchen legt sich hin, schläft weiter (ganz im Gegenzug zu mir, ich sitz in der Regel kurz vor dem Herzkasper im Bett) und weiss auch am nächsten Morgen nichts mehr..ganz anders als bei Alpträumen, wo sie sich auch wecken lässt, man sie trösten kann und sie sich am nächsten morgen erinnert.
Bei der Diagnose, wurden wir gefragt (offensichtlich gibts eine Veranlagung dazu) und heute nehme ich an, dass sowohl ich als auch mein Cousin als Kind betroffen waren. Von uns beiden wurde erzählt, dass wir so fest geschlafen haben, dass man uns bei "Alpträumen" nicht wach bekamen und wir auch merkwürdige Sachen gemacht haben und nicht zu wecken wurden.
Bei mir ging das ungefähr ein halbes Jahr vor der Schule los, ich hätte z.b im Schlaf gespielt und einmal sogar einer Puppe die Haare schneiden wollen. Mein Cousin muss 2 mal an den Herd gegangen sein und einmal seine Nachtkomode verrückt haben. Einmal wollte er in die Schule gehen und man musste die Türe zusperren, weil eben wecken nicht ging.
Wie gesagt bei uns (mein Cousin wird jetzt 50 ich bin 44) wußte man vom Nachtschreck noch nichts..oder mal zumindest unsere Ärzte nichts. Aber der Spezialist zu dem unsere KÄ uns verwiesen hat, geht davon aus, dass das auch Nachtschreck ist.
Meine Mutter und auch Tante und Onkel hatten natürlich auch Angst erstmal. Aber letztendlich langte es eigenltich aus, aufzupassen, dass nicht allzuviel Unfug (siehe Herd) passiert.
ich weiss dass meine Tante bei meinem Cousin eine Glocke an die Zimmertür angebracht haben, die sie geweckt haben wenn T nachts aufgestanden ist. Ich musste durch das zimmer meiner Mutter, so dass sie unweigerlich wach wurde.
Lt dem Spezialisten soll man weder beim normalen Nachtschreck noch beim Schlafwandeln die Kinder mit Gewalt (kaltes Wasser, anschreien o.ä) wecken, da beides ja auf eine Störung des Aufwachmechanismus ist Man soll beim Wandeln eben nur schauen, dass keine Unfallgefahr besteht.
Ist dir vielleicht nur ein kleiner Trost, aber in dem Infoblatt dass wir dazu bekamen, steht dass sich alles rund um den Nachtscheck mit dem Alter verliert und spätestens mit der Pubertät verschwunden ist.
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14.06.2013, 18:58Inaktiver User
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Auch Schlafwandeln hört häufiger mit der Pubertät auf. (Wenn auch nicht bei Allen
)
Ansonsten Umgebung sichern.
Z.B. Nachts nicht den Schlüssel in der Haustüre stecken lassen!
Übrigens gibt es auch Fenstergriffe mit Schoss zum abschließen zu kaufen.
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15.06.2013, 19:26
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Wurde der Pavor Nocturnus vom Kinderarzt diagnostiziert und eine andere Ursache ausgeschlossen?
Mein älterer Sohn hatte das im 2. Lebensjahr für wenige Monate ein- zweimal pro Woche. Er schlief um 20 Uhr ein und der Anfall war gegen 22 Uhr. Er schrie, war nicht ansprechbar und seine Augen konnten nicht fixieren. Wir hatten vom Kinderarzt den Auftrag Tagebuch zu führen, nach einem Vierteljahr sollte ein EEG gemacht werden, da es aber nach 2 Monaten ( Tagebuch) vorbei war, haben wir das gelassen.
Kurz vor Einschulung ist er mehrmals schlafgewandelt: er musste auf Toilette und hat diese mit anderen Dingen verwechselt
Auch hier nicht ansprechbar und total hypoton.
Seit dem ist es vorbei. Bis auf wilde Drehungen schläft er störungslos und in seinem Bett.Geändert von xanidae (15.06.2013 um 19:35 Uhr)
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
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16.06.2013, 21:03
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
So ist das hier auch. Kind geht ins Bett und wenn der Nachtschreck kommt, dann kommt er 1,5 - 2 Stunden nach dem Einschlafen. Dann gibt es als erstes einen lauten Schrei, dann weint er, brüllt und redet teilweise. Die Augen sind auch hier weit offen, er sieht durch uns durch, registriert uns nicht. Spricht man ihn an oder fasst ihn gar an, verstärkt es das ganze nur. Wir lassen ihn in Ruhe, schließen das Fenster
und passen einfach nur auf, das er sich nicht verletzt. Meist rennt er dann im Bett umher oder steht auch mal auf und rennt in der Wohnung rum, aber meist lassen wir ihn nicht aus dem Bett, versperren den Weg, damit das nicht passiert. Irgendwann gibt es ein beherztes Gähnen, Kind legt sich wieder hin und schläft weiter. Am nächsten Morgen weiß auch er von nichts. Daran haben wir uns gewöhnt. Das ist ok so. Was will ich auch machen. Kinderärztin (mit Subspezialisierung auf Neurologie) sagt, das es harmlos ist, sich verwächst. Ein mir bekannter Oberarzt der Neurologie sagt auch, das er es bei Erwachsenen noch nie beobachtet hat. Aber eben die Neigung zum schlafwandeln (ohne Nachtschreck) gegeben ist, dann später, wenn das Kinde Erwachsen ist. Ok. Hab ich registriert. Mir aber keine Gedanken darüber gemacht, weil noch ist ja der Nachtschreck regelmäßig zu Gast und das Kind noch nicht Erwachsen...
Jetzt hat er aber ohne einen Nachtschreck gehabt zu haben, letzte Woche 2x geschlafwandelt, gestern hatte er dann wieder einen sehr ausgeprägten Nachtschreck.
Meine Frage bezog sich nun auf die Nachtschreckerfahrenen unter euch - haben eure Kinder dann irgendwann angefangen zu schlafwandeln? Oder hat sich der Nachtschreck verwachsen und gut war? Kam es überhaupt mal zum schlafwandeln oder überhaupt nie?
Mich verwirrt dieses Schlafwandeln. Ohne das er ja dabei rumschreit oder so. Er lief das eine Mal mit geöffneten Augen durch die Wohnung, war dabei nicht ansprechbar und legte sich dann aufs Sofa im Wohnzimmer um da weiter zu schlafen. Das andere Mal, war er in der Küche hat sich etwas zu trinken genommen und ging dann ins Schlafzimmer um sich in unser Bett zu legen. Auch in keiner Weise ansprechbar. Ihn zu wecken haben wir nicht versucht. Das soll man ja zumindest beim Nachtschreck nicht machen, ich gehe also davon aus, das man das beim schlafwandeln auch nicht tut. Nun jedenfalls ist dieses Verhalten auch ganz untypisch für ihn. Er steht nachts NIE (!) alleine auf. Schon gar nicht um sich etwas zu trinken zu holen. Er ruft IMMER nach uns. Egal ob die Decke aus dem Bett gefallen ist, er einen Schluck trinken oder er mit in unser Bett möchte.
In der Vorgeschichte gibt es niemand mir Bekannten mit einem Pavor nocturnus. Allerdings hat der kleinere Cousin von meinem Sohn auch den Nachtschreck.Bei der Diagnose, wurden wir gefragt (offensichtlich gibts eine Veranlagung dazu) und heute nehme ich an, dass sowohl ich als auch mein Cousin als Kind betroffen waren. Von uns beiden wurde erzählt, dass wir so fest geschlafen haben, dass man uns bei "Alpträumen" nicht wach bekamen und wir auch merkwürdige Sachen gemacht haben und nicht zu wecken wurden.
Das ist gar keine schlechte Idee.ich weiss dass meine Tante bei meinem Cousin eine Glocke an die Zimmertür angebracht haben, die sie geweckt haben wenn T nachts aufgestanden ist. Ich musste durch das zimmer meiner Mutter, so dass sie unweigerlich wach wurde.
Danke für den Tipp!
Geändert von Lefi (16.06.2013 um 21:18 Uhr)
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16.06.2013, 21:06
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Das sich Schlafwandeln auch in der Pubertät verliert ist mir neu. Ich hatte immer die Information, das die Nachtschreck-Kinder gerade die Neigung dazu haben später Schlafwandler zu werden. Ich werde das beim nächsten Kinderarztbesuch noch mal hinterfragen.
Den Schlüssel haben wir jetzt tatsächlich an der Tür abgezogen und über die verschließbaren Fenstergriffe werden wir uns auch bald kümmern, da in jedem Zimmer bei uns auch eine Balkontür vorhanden ist...
Bist du selber Schlafwandler, Lupin??Geändert von Lefi (16.06.2013 um 21:20 Uhr)
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16.06.2013, 21:16
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Ja, zumindest anamnestisch. Es gab bisher kein EEG. Das wollte ich zwar immer gerne, schon alleine weil es wohl eine Sonderform der Epilepsie geben soll, welche mit dem Pavor Nocturnus zu verwechseln sein könnte, aber die Kinderärztin ist darauf bisher nie eingegangen. Sie ist selber Kinder-Neurologin und der Meinung, das diese Untersuchung nicht notwendig wäre, da der Pavor Nocturnus ja harmlos, nicht weiter schlimm ist... Aber auch das werde ich wohl noch mal hinterfragen. Irgendwie hätte ich das EEG schon gerne. Der Lefimann war bisher immer dagegen, da er der Meinung ist, das es eine unnötige Untersuchung ist.
Ich sehe es aber so, das es eine Untersuchung ist, die nicht schadet und die nicht wehtut. Warum also nicht?
Tagebuch haben wir letztes Jahr im Sommer von uns aus geführt mit dem Ergebnis, das er ca. 2x die Woche einen Nachtschreck hatte mit einer durchschnittlichen Dauer von 10 Minuten.
Ach Gott, mit der verwechselten Toilette ist ja auch...nett.
Vielen Dank euch erstmal für die Erfahrungen/ Berichte. Leider kenne ich niemanden persönlich, wo das Kind betroffen ist, außer eben den Cousin, bei dem es ja aber gerade erst angefangen hat und der auch jünger ist. Aber vielleicht ist ja doch eine familiäre Disposition gegeben.
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17.06.2013, 09:15
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Uns hat er Spezialist erzählt, dass 30% der Kinder mit Nachtschreck zwischen 3 und 6 anfangen zu wandeln mal einmalig mal immer wieder und eben in der Pubertät wieder aufhören.
Wenn ich meine eigene Geschichte verfolge würde das passen.
Xanidae, ich hab eben beschlossen, dass das Fünkchen seine Windeln nachts trägt bis zur Pubertät
Toilette verwechseln fänd ich nun auch nicht prickelnd*g
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17.06.2013, 09:32
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Hallo, mein Großer ist 7 Jahre und hatte den Nachtschreck auch (er muss 4 Jahre gewesen sein), wie bei euch beschrieben, gegen halb 11 (man konnte den Wecker danach stellen) wachte er auf und schrie sich die Seele aus dem Hals, war nicht ansprechbar, nicht wach zu kriegen - nichts. Irgendwann hörte es so plötzlich auf wie es angefangen hatte. Bis heute wissen wir den Grund nicht. Heute schläft er noch unruhig, aber er war schon immer ein Wühler im Bett.
Wir wissen nicht, ob es vererbbar ist - das einzige was wir wissen, dass mein Mann als Kind geschlafwandelt ist, was sich in der Pubertät verwachsen hat. Also heute bleibt er ruhig neben mir liegen. Aber wir wissen nicht, ob er den Nachtschreck auch hatte, seine Mama verwechselt gern mal die Zuordnung der Geschichten bei ihren Kindern
Ich würde wohl alles so weit es geht absichern und gucken, dass sich mein Kind nicht verletzt.
Meine Cousine, arbeitet als Krankenschwester in einer Kinderarztpraxis, hatte mir damals übrigens Globulis aufgeschrieben, die bei dem Nachtschreck helfen sollen. Ich weiß den Namen nicht mehr, aber vielleicht kannst du dich in dieser Richtung mal erkundigen und im Largo stand auch etwas dazu!
Starke Nerven wünscht K.
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17.06.2013, 11:10
AW: Pavor nocturnus & schlafwandeln: wer hat Erfahrung?
Lefi ich hoffe es ist ok, wenn ich deinen Strang missbrauche um eine Frage loszuwerden?
In der Broschüre zum Nachtschreck steht als Tip drin, dass man die Kinder kurz vor dem üblichen Zeitpunkt wecken kann und somit den Nachtschreck umgehen. Hat das einer von euch gehört oder sogar probiert?
Ich hab bis jetzt davon abgesehen, da wir das ja nicht jede Nacht haben und ich das fünkchen nicht unnötig wecken will.


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an die Beiden

