Hallo,
gerade beschäftige ich mich mit der Frage, wo ich denn in fünf Monaten mein kleines Krümelchen zur Welt bringen möchte.
Dabei bin ich von der Hebamme wieder auf das Geburtshaus aufmerksam gemacht worden. Das hatte ich zu Beginn der Schwangerschaft schon ins Auge gefasst, dann aber wieder die Idee fallen gelassen, weil es mir zu "unsicher" erschien.
Je länger ich darüber nachdenke, merke ich, dass ich die Idee ohne Ärzte und in meinem Rhythmus der Geburt mich hinzugeben immer mehr anzieht und die Idee eines Geburtshauses mir sehr gut gefällt.
Wer hat in einem Geburtshaus entbunden und kann berichten wie ihr es so empfunden habt?
Liebe Grüße und vielen Dank
Jukah
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30.01.2013, 22:08
Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
* * * Das Glück eines Kindes beginnt, lange bevor es geboren wird, im Herzen von zwei Menschen, die einander sehr gern haben * * *
© Phil Bosmans, (*1922), belgischer Ordenspriester
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30.01.2013, 22:28
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Hallo Jukah,
ich habe meine zwei Kinder im Geburtshaus zur Welt gebracht. Beide Geburten waren sehr unterschiedlich, und bei beiden habe ich mich die ganze Zeit über gut aufgehoben gefühlt.
Ich hatte aber auch Glück, dass ich bei beiden Geburten von guten Hebammen betreut wurde, mit denen ich gut klargekommen bin. Wenn es eine Hebamme im Team gibt, mit der Du nicht gut klarkommst würde ich fragen, ob Du bei ihr entbinden musst falls sie am Tag X Rufbereitschaft hat.
Das ist auch mein einziger Kritikpunkt am Konzept Geburtshaus - man weiß nicht genau, bei wem man entbindet. Inzwischen denke ich, dass ich vielleicht auch direkt bei einer Hebamme in der Praxis entbunden hätte, falls ich eine gesucht und gefunden hätte
, dann entfällt dieser Unsicherheitsfaktor.
In dem Geburtshaus, in dem ich entbunden habe, wird zur Geburt selber (also wenn das Kind kommt) eine zweite Hebamme gerufen. Dadurch ist man richtig gut betreut: die Haupt-Hebamme ist sowieso die ganze Zeit über da, und wenn es akut wird kommt noch die zweite dazu. Alle Hebammen lernt man während der Vorsorgeuntersuchungen kennen.
Die Haupt-Hebamme übernimmt danach auch die Wochenbettbetreuung. Ich finde es ganz gut, dass sie "meine" Geburt kennt, das war jetzt beim zweiten Kind ganz gut um die Geburt nachzubesprechen. So konnte sie auch ihre Eindrücke von uns schildern.
Ich würde mir das Geburtshaus gut anschauen - Räumlichkeiten usw., aber auch, ob Du das Gefühl hast, dass Du der Leiterin vertrauen kannst und mit ihr gut zurecht kommst. Zumindest in "meinem" Geburtshaus sucht sie die Hebammen aus, die dort mitarbeiten, und dann kann man sich halbwegs sicher sein, dass die auch nett sind.
Wenn Du noch weitere Fragen hast, beantworte ich die gerne.
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30.01.2013, 22:34
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Liebes Maikind,
vielen Dank für deinen ausführlichen und flotten Bericht.
Das Geburtshaus, das ich ins Auge gefasst habe, arbeitet auch mit zwei Hebammen während der Geburt.
Was ich noch nicht so recht abschätzen kann: Wie waren deine Gedanken in Bezug auf eventuelle Komplikationen? Hast du dich sicher gefühlt, dass die Hebammen schnell und sicher handeln und eventuell verlegen? Oder mache ich mir da einfach zuviele Gedanken?
Liebe Grüße Jukah* * * Das Glück eines Kindes beginnt, lange bevor es geboren wird, im Herzen von zwei Menschen, die einander sehr gern haben * * *
© Phil Bosmans, (*1922), belgischer Ordenspriester
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30.01.2013, 22:49
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
ui, Maikind: Habe gerade erst gesehen, dass dein Baby erst vor ganz kurzem geschlüpft ist: Herzlichen Glückwunsch!
* * * Das Glück eines Kindes beginnt, lange bevor es geboren wird, im Herzen von zwei Menschen, die einander sehr gern haben * * *
© Phil Bosmans, (*1922), belgischer Ordenspriester
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30.01.2013, 22:53
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Darüber habe ich mir so halb Gedanken gemacht. Das Geburtshaus ist etwa 10 Minuten von einer Klinik entfernt, mit der die kooperieren. D.h. im Notfall (und mit Privat-PKW) wären wir in 10-15 Minuten da gewesen, mit Krankenwagen hätte das 20 Minuten gedauert.
Vielleicht fragst Du einfach, wie oft eine Verlegung bisher vorgekommen ist? Und wie weit es zum KH ist. Mir war auch wichtig, dass die Hebammen auch im KH bis zum Ende der Geburt dableiben, das ist nicht in allen GH der Fall.
Mein Gedankengang war in etwa: Die Hebammen haben auch ein Interesse daran, dass alles gut geht. Die werden mich schon rechtzeitig in's KH verlegen, falls das notwendig ist.
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30.01.2013, 22:56Inaktiver User
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Hallo allerseits,
ich bin zwar keine Mutter
aber habe zwei Freundinnen, die wollten im Geburtshaus entbinden. Beide Male mussten sie mit dem Privatauto schnell ins KH.
War ziemlich dramatisch und spitz auf Knopf. Zehn Minuten sind halt auch eine lange Zeit, wenn etwas passiert.
Ich wünsche ganz viel Glück.
LG Nudel
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30.01.2013, 23:01
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Schließe mich mal mit dem Danke an. Denke nämlich auch grade über Geburtshaus vs. KH nach.
Unser Großer ist ja im KH zur Welt gekommen und rückblickend fand ich das Erlebnis nicht so klasse.
Zu dem Kritikpunkt, dass man nicht weiß, welche Hebi nun grad am Stichtag Dienst hat, kann ich nur sagen, dass es mich schon erstmal beruhigen würde, die Frau überhaupt zu kennen, die mich während der geburt begleitet. Das wäre zumindest bei uns im KH nicht gegeben, da es keine Beleghebammen gibt.
Thema Sicherheit
Ist halt die Frage, wie weit man sich da fallen lassen kann und will. Unser geburtshaus ist 3 Minuten Autofahrt von der Kinderklinik entfernt. Trotzdem weiter, als von der Entbindungsstation auf die Kinderintensiv...
Die hebamme, mit der wir letzte Woche ein Gespräch hatten, hat uns aber glaubhaft versichert, dass sie einen im Zweifelsfall lieber zu früh verlegen, als ein unnötiges Risiko einzugehen, was ja auch in ihrem Interesse ist.
Man muss wohl einfach abwägen, was einem wichtiger ist.
Jukah
Berichte doch mal, wie ihr euch entscheidet.
LG
TjorvenTjorven mit:
Winterbärchi 12/09 und
Zauberfee 05/13
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30.01.2013, 23:57
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Hallo Jukah,
Auch ich habe wie Maikind kürzlich im Geburtshaus entbunden. Das zweite Kind - beim ersten musste ich Vom Geburtshaus während der Geburt in die Klinik verlegt werden (letztendlich kam mein Großer per Kaiserschnitt zur Welt).
Ich habe mich bei beiden Geburten sehr wohl gefühlt, vor allem bei der abgebrochenen Ersten hatte ich nie das Gefühl, dass die Hebamme irgendein Risiko eingegangen sind. Die Verlegung erfolgte zum genau richtigen Zeitpunkt, stressfrei und völlig unkompliziert (durch die Nähe zur Klinik konnte ich zu Fuss umziehen, eine Verlegung liegend hätte etwa 5 Min gedauert) und ich hatte nie das Gefühl, dass die Verlegung zu früh oder u spät war. Es hat genau gepasst. Und ich sehs wie Maikind, die Hebamme hat das Interesse, dass alles gut geht.
Die Hebammen (hier nur 2) haben in beiden Schwangerschaften abwechselnd mit dem FA die Vorsorge gemacht, die Nachsorge macht die geburtsbegleitende Hebamme. Bei mir war das in beiden Fällen die gleiche Hebamme, sie konnte sich jetzt sogar noch an die erste Schwangerschaft und Geburt erinnern und immer wieder Ängste und Bedenken gleich nehmen.
Schau Die die Räume an, lerne die eine oder andere Hebamme kennen und entscheide dann. Wichtig ist, dass Du Dich dort absolut gut aufgehoben fühlst!
Rami
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31.01.2013, 09:12Inaktiver User
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Nur hierzu ganz kurz: Auch bei einer Klinikgeburt ist kein Arzt anwesend. In der Regel wird bei einer Klinikgeburt ganz zu Beginn noch ein Ultraschall durch den Arzt gemacht, dann verschwindet der und wird erst dann wieder von der Hebamme geholt, wenn die Geburt vorbei ist oder es Komplikationen gibt.
LG,
Sue
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31.01.2013, 11:46
AW: Geburtshaus - wer hat Erfahrung?
Guten Tag,
Ramalama: Vielen Dankf für deinen Bericht. Schön zu hören, dass du trotz der Verlegung das Gefühl hattest gut aufgehoben und am richtigen Ort zu sein. Das zeigt ja auch, deine Wahl, trotz der Verlegung beim ersten Kind, beim zweiten Kind wieder ins Geburtshaus zu gehen. Herzlichen Glückwunsch noch zur Geburt!
Ich habe mich jetzt dazu entschlossen auf jeden Fall mir mal das Geburtshaus anschauen zu gehen und auch über deren "Notfallmanagment" mich zu informieren, was wahrscheinlich eh Inhalt der Infoveranstaltung sein wird. Soweit ich das einschätzen kann, liegt das Geburtshaus jedoch 20 km weit weg vom nächsten Krankenhaus... das ist natürlich doof, aber wie gesagt, erstmal nachfragen, vielleicht habe ich da ja was übersehen und wahrscheinlich ist alles gut geregelt ;).
Parallel schaue ich mir mal das Krankenhaus meiner ersten Wahl an, um eine Vergleichsmöglichkeit zu haben.
Tjorven: So geht es mir auch mit den Hebammen am Stichtag. Hier in der Stadt gibt es kein Krankenhaus mit Beleghebammenmodell, deshalb muss ich mit denen Vorlieb nehmen, die gerade da sein werden. Und das kann bestimmt so oder so sein ;). Unabhängig von der Hebamme, wie findest du sonst das "Ambiente" und "Umfeld" (weiß gerade nicht, wie ich es anders erklären soll).
Tirami-Sue (cooler Name B) ): "Ärzte" meinte ich in diesem Fall synomym für Klinik und Krankenhaus und Apparatur und Schwestern und Kreissaal und all das was halt zu einer Geburtsklinik gehört.
Liebe Grüße Jukah* * * Das Glück eines Kindes beginnt, lange bevor es geboren wird, im Herzen von zwei Menschen, die einander sehr gern haben * * *
© Phil Bosmans, (*1922), belgischer Ordenspriester


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