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    AW: Vater, Mutter, Elternzeit

    Zitat Zitat von Minstrel02 Beitrag anzeigen
    Ein (zumindest für mich) sehr heikles Thema im Zusammenhang mit Eingewöhnung und Fremdbetreuung habe ich noch:

    Ich muss gestehen, dass unser Sohn zu Beginn in der Krippe durchaus untröstlich weinen musste. Einige hier haben gesagt, sie hätten das nicht ertragen. Und auch für mich/uns war es sehr hart.

    Aber:
    mein Sohn "musste" auch zu Hause bei uns untröstlich weinen - manchmal stundenlang. Und vielleicht war die Eingewöhnung für uns auch deshalb zu ertragen, weil wir wussten, dass wir ihm nichts "besseres" geben können, als eine Person, die ihn liebevoll hält und erträgt, dass er weint. Und genau das haben sie auch in der Krippe gemacht.

    Nachdem ich im Zusammenhang mit Eingewöhnung immer mal wieder gehört/gelesen habe, dass ein Kind nie habe "weinen müssen" bzw. die Eltern es nie haben "weinen lassen" frage ich mich schon, ob es so ungewöhnlich ist, dass unser Kind viel "weinen musste" - gerade bis zum Alter von 6 Monaten. Und zwar eben sowohl bei anderen als auch bei uns.

    Klar war es schwierig, abends zu hören, dass er es an einem Tag mal nicht leicht hatte. Aber Tage, an denen er es nicht leicht hatte, gab es durchaus auch (mehr als genug...) in der liebenden Nähe seiner Mutter.

    (Aus dieser Zeit ist mir übrigens auch eine tiefe Aversion gegen den Begriff "weinen lassen" geblieben. Selbstverständlich lasse ich mein Kind weinen, wenn es frustriert, verwirrt, unglücklich oder wütend ist. Was denn auch sonst - abstellen kann ich es ja nicht. )
    Ministrel,
    ich fürchte, dass ich - wenn ich ein Kind hätte, das sehr viel Weinen würde- ein sehr viel höheres Interesse an einer professionellen Betreuungslösung gehabt hätte.
    Mein Kind weint- wenn es im Maxi Cosi sitzen und Autofahren muss, wenn es im Kinderwagen sein soll, wenn es alleine sein soll (Laufstall, eigenes Bett geht gar nicht), wenn ich mit ihr spielen oder sie hochnehmen soll, stattdessen aber etwas anderes erledigen möchte, wenn sie sich weh getan hat- oder aber, wenn sie müde ist.
    Für jeden dieser Punkte gibt es eine Lösung, so dass ich das Weinen (fast) immer binnen wenigster Minuten abstellen kann.
    Und somit lasse ich sie eben auch nicht weinen.

    Sie weint aber auch, wenn sie zu mir will, für diese Situation gibt es nur die Lösung, dass ich komme, bislang ist es noch nicht gelungen, dass sie sich dann bei anderen beruhigt. Und deswegen scheue ich solche Situationen.

    Die von Dir beschriebene Ausgangssituation ist grundlegend anders, in dem Fall hätte ich wohl ein weniger schlechtes Gewissen meinem Kind gegenüber (wohl aber dem gegenüber, den sie dann anschreit, sie ist nämlich in ihrem Weinen /Schreien SEHR ausdruckskräftig!!!!!).

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    AW: Vater, Mutter, Elternzeit

    wohl aber dem gegenüber, den sie dann anschreit, sie ist nämlich in ihrem Weinen /Schreien SEHR ausdruckskräftig!
    Ja, das ist hier auch so. Für die Fremdbetreuung habe ich das aber immer als eine gute Voraussetzung gesehen. Wenn unser Kind ein Problem hat, dann erfährt die Welt davon! Und ignorieren kann man das nicht

    Was die Belastung für die Betreuer angeht: da habe ich sehr genau nachgefragt. Ich fand es beruhigend, als sie mir geantwortet haben, dass sie ganz klar auch mal genervt und gereizt sind. Und dass sie dann so professionell sind, sich von einem Kollegen ablösen zu lassen. Dass mein Kind aber nie alleine sein wird. Und dass sie das Schreien genauso handhaben, wie wir es auch getan haben: die erwachsene Person ist für sich selbst zuständig, beruhigt sich selbst und gibt dem Kind so etwas wie die innere Erlaubnis, Stress/Frust/Unglück zum Ausdruck zu bringen.

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    AW: Vater, Mutter, Elternzeit

    Zitat Zitat von skalinchen
    Was ist ein OGS Paket? Ich kann nur aus Erzählungen berichten, weil ich ja selbst noch kein Kind in der Schule habe, aber bei uns machen die meisten Kinder in der Schulbetreuung ihre Hausaufgaben. Es gibt aber auch ganz tolle Angebote in der Betreuung, wenn die Kinder daran teilnehmen, müssen die Hausaufgaben später zu Hause erledigt werden.
    OT..mal testen ob das klappt *g

    bei uns können die Kids endweder bis 14 Uhr oder bis 16:30 in der Offenen Ganztagsschule (=Nachfolger Hort) bleiben. Bis 14 Uhr bekommen sie ein warmes Essen und Freizeitgestaltung in irgendeiner Form. In der "großen" OGS (bis 16:30) gibts Essen, dann werden Hausaufgaben gemacht, dann Freizeitangebote.

    Das klingt in der Theorie ja erstmal klasse. In der Praxis sitzen dann eine ganze Horde 1.-4. Klässler mit einer Betreuung (die unter Umständen keinerlei pädagogische Qualifikation hat, wobei das inzwischen besser wird)
    Die Qualifikation ist jedoch für mich das nachrangige Problem. Mein Großer war - vor allem in der 1. Klasse einfach nicht fähig sich bei dem permanenten Ablenkungspotiental zu konzentrieren. Sprich er war um 16:30 nicht fertig mit den Aufgaben (eine individuelle Betreuung war nicht möglich) und hatte nicht gespielt.

    dann um 17 Uhr noch Hausaufgaben machen zu müssen war für alle Beteiligten extrem frustierend..zumal er so während der Woche wirklich gar nicht gespielt hat

    Nach einem Monaten kamen wir überein (mit viel Diskussionen), dass er gar keine Hausaufgaben mehr in der OGS macht (es war eh höchst wenig was er nachzuweisen hatte) sondern dort spielt und danach die Hausaufgaben macht, was auch immer ein Drama war, weil er da erstmal KO war.

    Zum Glück hatte mein Arbeitgeber ein Einsehen und verschob meine Arbeitszeiten. Zuhause klappte das mit dem Hausaufgaben...natürlich brauchte er auch hier ganz viel "Erinnerung" und Motivation denn auch zuhause ließ sich mein Sohn ablenken, aber ich konnte/musste mich dann halt daneben setzen. Die Fehlerquote wurde wesentlich geringer, der Frust nahm ab, weil er nach einer Stunde fertig war.

    Meine Tochter war wesentlich Konzentrationsfähiger, aber auch sie hatte in der OGS Probleme ihre Hausaufgaben zu machen. (es saßen 20 Kids in einem Raum). Zuhause waren die Aufgaben innerhalb einer halben Stunde gemacht und das alleine. In der OGS kam sie oft nachhause und war eben nicht fertig.
    Hier haben wir auch nach einem Monat schon umgestellt auf nur "Übermittagbetreuung".

    Ich weiß, dass sich einiges getan hat, was die Betreuung in den offenen Ganztagsschulen betrifft, (meine Erfahrung ist ja nun schon 10 Jahre alt) nichts desto trotz halte ich gerade das 1. Schuljahr für eine sehr große Umstellung für die Kids und die Ganztagsbetreuung bis 16:30 Uhr für eine zu große. Von daher würde ich beim Fünkchen eben nur das Übermittagsbetreuungsangebot in Anspruch nehmen und im 2. Halbjahr oder im 2. Schuljahr oder im 3. Schuljahr (je nach Entwicklung) auf die Ganztagsbetreuung umsteigen.

    Ich denke, dass im ersten Schuljahr die Weichen gelegt werden, ob Schule Spaß macht oder eine Last ist und da will ich schon meins dazu tun, dass die Umstellung nicht mehr stresst als nötig.

    edit: OT
    Skalinchen, juhu danke für den Tip mit [.quote=Name] es klappt *freu
    Geändert von Wiesenkraut (19.12.2012 um 11:13 Uhr)

    Manchmal ist das ganz große Glück ganz klein



    meine Binometten waren Kapuzinerkresse und Diadora.
    einen dicken an die Beiden



  4. Inaktiver User

    AW: Vater, Mutter, Elternzeit

    Wiese, eine ähnliche Skepsis hege ich auch bezüglich der OGS. Hier werden die ja gerade erst eingeführt, und auch bei den Kindern in den Horten (wobei es da bessere und schlechtere gibt) sehe ich, dass die dann oft abends die Hausaufgaben doch nicht vernünftig gemacht haben.
    Deshalb haben wir uns ja für eine gebundene Ganztagsschule entschieden, wo die Kinder einfach neben einem Wahlfach ca. 4-5 Stunden Unterricht pro Woche mehr haben, es aber eben keine Hausaufgaben gibt, sondern Aufgaben, die in Arbeitsstunden (bei denen dann aber die eigene Lehrerin anwesend ist) bearbeitet werden. Da sehe ich den Vorteil, dass Fragen gleich beantwortet werden können, und dass die Lehrerin auch einen besseren Überblick hat, wobei sie bei den einzelnen Kindern drauf achten muss.
    Mein Großer hat gestern erstmals was mit nach Hause bekommen, wo er was nacharbeiten musste, weil er im Unterricht so rumgetrödelt hat - auch das keine schlechte Maßnahme den Kindern beizubringen zügig zu arbeiten, denn das merkt man sich schon nachhaltig, wenn man eigentlich keine Hausaufgaben hat und dann trotzdem welche machen muss (hoffe ich jedenfalls).

    Da die Schule an 3 Tagen pro Woche bis 15:15 Uhr geht, hat er auch an diesen Tagen noch genug Zeit, mit den Kindern zu spielen, die bis 13 Uhr in der Schule sind, danach essen und dann noch Hausaufgaben machen - nach meiner Erfahrung sind die auch nicht groß vor 15 Uhr mit ihrem Tagwerk fertig. Und er kann in der langen Mittagspause mit seinen Schulfreunden spielen, selbst wenn er sie nachmittags nicht mehr sehen sollte.

  5. User Info Menu

    AW: Vater, Mutter, Elternzeit

    sowas gibts hier im Grundschulbereich gar nicht, ab der 5. klasse ist meines Wissens nach die nächste 30km weiter....deshalb hats bisher wenig Sinn gemacht sich da schlauer zu machen, deiner Beschreibung nach klingt das aber nicht schlecht.

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  6. Inaktiver User

    AW: Vater, Mutter, Elternzeit

    Ja, hier gibt's das auch in der ganzen großen Stadt nur einmal als öffentliche Schule - da diese aber nicht viel weiter weg ist als die Grundschule, in die mein Sohn regulär hätte gehen müssen, haben wir uns dann dafür entschieden und zum Glück auch einen Platz bekommen. Ist nun halt nicht im gleichen Stadtteil, aber im Nachbarstadtteil, und ab nächstem Jahr gehen in die 1. und 2. Klasse immerhin ganze 5 Kinder aus unserem Viertel.

    Ich muss aber sagen, ich sehe gerade auch die Nachteile - man bekommt manches erst mit, wenn's schon relativ spät ist. So habe ich gestern durch dieses Nacharbeiten zu Hause erst gesehen, dass mein Sohn mit einer Sache Schwierigkeiten hat, wo ich es im Leben nicht gedacht hätte - da die ganzen Arbeitsmaterialien in der Schule bleiben und man sie eigentlich nur beim Elternabend ansehen kann, sieht man halt nur selten, was das Kind so treibt, und man erlebt eben auch nicht das Arbeitsverhalten mit. Da das besagte Arbeitsverhalten bei uns aber eher zu viel Streit und Stress führen würde, ohne dass sich groß was ändern würde, bin ich froh, dass die Lehrerin zusehen muss, wie und ob sie das ändern kann.

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