So, bin nun auch da.
Ich bin ja leider noch nicht Mama. Man könnte also sagen, ich kann viel erzählen, ich weiß ja nicht, wie es ist. Stimmt auch.Aber ne Wunsch-Vorstellung habe ich natürlich auch. Wie es mal sein wird, wird sich zeigen - aber ich kriege mein Kind ja nicht allein sondern mit Partner und finde es von demher eigentlich nur logisch, dass wir uns da gleichermaßen einbringen. Klar - die ersten 6-8 Monate wären auf jeden Fall gesetzt mit: ich bleibe daheim. Ich würde ja auch stillen wollen. Danach fände ich es aber toll, wenn es sich so ausgehen könnte, dass mein Mann sich 6 Monate voll kümmert und ich bereits wieder arbeite. Und danach dann wäre Kita (naja, erstmal nen guten Platz kriegen, das dürfte wohl mit das Schwierigste sein) angesagt und beide arbeiten (wenn möglich reduziert - ich arbeite schon seit zwei Jahren 4 Tage und kann nur sagen: beste Entscheidung ever, das zu machen, auch ohne Kind!). Eine Freundin von mir, die zumindest schon wieder 25 Stunden arbeitet seit der Kleine 1 Jahr ist, sagte dazu, dass sie das mit der Kita nur empfehlen kann - der Kleine liebt es, stürzt morgens in die Arme der Erzieherin und nachmittags in ihre. Bei ihr istdie Erfahrung mit früher Kita durchweg positiv, obwohl er damals bei weitem der Jüngste und Kleinste dort war.
Ich finde immer diese Aussage "Dafür hab ich schließlich kein Kind bekommen" überaus befremdlich, wenn es um frühe Rückkehr in den Job geht. Selbst wenn ich länger aus dem Job wegbleiben würde als sagen wir die Elterngeldzeit, einen Kitaplatz fürs Kind fände ich wahrscheinlich trotzdem toll. (Ich seh schon - ich werde mal ein "Rabenmutter"-Shirt brauchen). Schon weil ich glaube, dass es nicht unbedingt förderlich ist, wenn Kind bis es 3 ist ausschließlich Mama sieht und ab und zu mal ein Bisserl vom Papa. Ich kann mir erstmal niemanden vorstellen, dem ich ein Kind lieber längerfristig anvertrauen würde als meinem Mann. Warum also sollte er sich nicht zur Hälfte an der Betreuung in der ersten Zeit beteiligen?
Wie ich drüben schon schrieb, finde ich, dass es hierzulande als viel zu selbstverständlich angesehen wird, dass die Frau zuhause bleibt. Mindestens bis in Schulalter - oder gar bis es Teenies sind. Ja, Gott bewahre! Es wird schlicht nach wie vor das klassische Modell erwartet - und auch gar nicht großartig hinterfragt. Auch nicht von den Frauen (von denen oft am wenigsten), das finde ich das Erschreckende. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn ein Paar sich dafür entscheidet, dass einer (wohl meist sie) länger als die Elterngeldzeit zuhause bleibt weil Für und Wider abgewogen wurden und weil man sich damit auseinandergesetzt hat. Kein Thema. Aber mir drängt sich der Eindruck auf, dass das nicht so ausführlich passiert...
Und wenn Longtime-Hausfrau-und-Mutter: Dann sollten aber auch bestimmte Dinge klar geregelt sein - Thema: Rentenansprüche und Scheidung. Auch wenn man's ja nicht wissen will, wenn man jung und glücklich ist: fast jede zweite Ehe in D wird geschieden - und die Gelackmeierten sind in aller Regel die Frauen, die dann nach X Jahren raus aus dem Beruf sind, von denen aber umgehend erwartet wird, ab sofort für sich selbst zu sorgen. Das muss einem vorher einfach klar sein, wenn man (bzw. frau) "dafür hab ich kein Kind bekommen" sagt. Das Kind 10 Jahre später mit Hart4 aufzuziehen, dürfte auch nicht der Knaler sein.
So. Nun ab in die Heia.
LG, Ete
Antworten
Ergebnis 11 bis 20 von 216
Thema: Vater, Mutter, Elternzeit
-
05.12.2012, 22:32
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
“Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)
-
05.12.2012, 23:28
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Mein Kind war ein Mamakind - ab dem 3. Monat war Katastrophenstimmung angesagt, wenn ich nicht greifbar war. Wir haben mit 6 Monaten vorsichtig mit Fremdbetreuung angefangen, bis es richtig lief, war unser Kind dann 9-10 Monate alt. Es gibt Kinder, die vertragen den Wechsel von Bezugspersonen super - meine Freundin hat so ein Baby (u1), das kein Problem mit Mama, Papa, Oma und VZ-arbietenden Eltern hat.
Nach meinen Erfahrungen würde ich mich auf solche Manöver nur mit Bauchschmerzen einlassen. Sollte es ein zweites Kind geben, würde ich wohl 8-10 Monate zu Hause bleiben wollen und dann langsam einsteigen, gern mit paralleler Elternzeit meines Mannes.
Seit unser Kind 1,5 Jahre alt ist, ist VZ-Tätigkeit für uns Eltern kein Problem mehr - bzw. die VZ-Betreuung durch die Tagesmutter kein Problem für unser Kind. Allerdings haben wir das Glück, dass unser Kind nicht um 19 Uhr ins Bett will wie manch andere, sondern nach dem Abholen noch rund 4-5 h wach ist und so genug Zeit für Familienleben ist.
Ein oder gar mehrere Jahre mit Kind zu Hause würden mich persönlich in den Wahnsinn treiben.Geändert von Halina (05.12.2012 um 23:52 Uhr)
-
05.12.2012, 23:36
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Ich bin auch noch nicht Mama, aber bald :).
Meine "Elternzeit" geht 5 Monate, die ich auch aufteilen könnte, aber ehrlich gesagt wäre mir das zu wenig, schliesslich will ich auch stillen. Wenn wir ein Jahr hätten, wäre ich auf jeden Fall dafür. Wir sind aber auch nicht in Deutschland.
Dann wollen wir uns die Betreuung aufteilen, da wir sowieso zeitversetzt arbeiten. Der Plan ist, dass ich dann 5 Stunden arbeiten gehe und mein Freund 7. 6 + 6 könnte ich mir auch vorstellen, aber nur ich kann die Stundenzahl frei bestimmen, geht also nicht. Bin gespannt, wie das wird und so klappt. Ich bin auch gespannt, ob es wirklich schwerfällt, den Kleinen mit 5 Monaten beim Papa zu lassen. Man redet uns jetzt schon viel rein, mal gucken wie die Realität dann aussieht :). Einige meinen auch, dass bei unserer Idee nicht viel vom Familienleben bliebe, aber 1. kenne ich es in vielen Deutschen Familien auch nicht anders, dass es unter der Woche kaum Familienzeit mit allen gibt, weil Papa kurz vorm ins Bett gehen des Kleinen kommt, und 2. haben wir wenigstens beide dann genug Kindszeit und nicht nur die Mama.
Wenn der Kleine 3 ist würde etwas aufstocken Sinn machen, aber das werden wir sehen. Hausfrauendasein in unserer Generation ist hier glänzlich unbekannt und würde bei mir auch nicht in Frage kommen. Habe sogar ne Kollegin, bei der der Mann dagegen ist, dass sie Teilzeit arbeitet und nicht Vollzeit (mit Kindern von 1 und 3 Jahren). Hier sind viele der Auffassung, dass Kleinkinder die Kita "brauchen", das finde ich jetzt auch nicht, schaden aber sicher auch nicht. Mein Bruder war in der Kita, ich nicht, ich kann keine andere einschneidende Entwicklung entdecken. ;).
-
06.12.2012, 07:25
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Ich spring hier mal rein, da die u.g. Aussage im anderen Strang ja von mir stammte aber mir ging es dabei ausschließlich um eine Rückkehr in Vollzeit !
Und ja, da dazu stehe ich auch, denn ich habe zumindest die nächsten Jahre kein Interesse daran 40 und mehr Wochenstunden, in einem Beruf der es erfordert bis min. 18 Uhr zu arbeiten und "nichts von meinem Kind zu haben".
Eine Teil-Fremdbetreuung OK aber bitte keine 8 Stunden täglich.
Das ist meine Meinung und vermutlich ecke ich damit bei einigen auch an.
Ich bleibe 1,5 Jahre zuhause und steige nächstes Jahr zunächst mit 20 Wochenstunden wieder ein mit der Option die Stunenanzahl nach und nach zu erhöhen. Später könnte ich mir eine 3/4 Stelle vorstellen.
Auch wenn ich vor der Schwangerschaft keine Vorstellung hatte so waren mein Mann und ich uns einig, dass wir den Kleinen nicht schon mit 1 Jahr fremdbetreuen lassen und ich bin froh um dieses zusätzliche halbe Jahr.
Volle 3 Jahre aussteigen erschien mir dann aber doch als zu lang und viele Jahre ausschließlich zuhause bleiben halte ich persönlich auch nicht für erstrebenswert.
Sowohl mein Sohn als auch ich profitieren sicher davon wenn wir nicht nur aufeinander hocken und er von mir "begluckt" wird.
Ach so, mein Mann hat bzw. nimmt 2 Monate Elternzeit aufgeteilt. Den 1. Monat war er nach der Geburt zuhause und es war schön, dass er soviel Zeit hatte mich zu unterstützen.
Familie habe ich hier keine die sich hätte kümmern können.
Geändert von Fairy_1501 (06.12.2012 um 07:37 Uhr) Grund: ergänzt
Mit Kindern vergeht die Zeit wie im Flug - doch Augenblicke werden zu Ewigkeiten 
Kleiner Räuber
April 2012
-
06.12.2012, 08:04Inaktiver User
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Hallo,
meine Vorstellungen sind ähnlich wie die von Ete, sollten wir noch ein Kind bekommen.
Ich habe meinem Mann von Anfang an klar gesagt, dass für mich eine klassische Rollenteilung nicht in Frage kommt und das ich auf keinen Fall länger als 6-12 Monate ausschließlich zu hause bleiben möchte.
Ich würde auch gern 6-8 Monate zu Hause blieben und danach wäre mein Mann dran mit Elternzeit.
Finanzielle ist es egal wer zu hause bleibt. Wir bekämem jeweils den Elterngeld Höchstsatz.
Nach der Elternzeit, würden wir beide etwas verkürzt arbeiten.
Beruflich gestehen haben wir beide dafür gute Bedingungen.
Obwohl ich mir wirklich ein Kind wünsche habe ich großen Respekt vor der Zeit mit Baby allein zu Hause.
Ich habe den Eindruck, man wird dann in einem Bereich gefordert, der mir nicht so liegt, wenig interlektuell, recht instinktiv.
Ich bin normalerweise nicht gut im Betüdeln.
Ich bin z.B. auch kein Mensch, der viel Körperkontakt mag und braucht. den ganzen Tag ein Baby bekuscheln und bespielen stelle ich mir als sehr anstrengend vor.
Meinem Mann liegt sowas mehr, deswegen ist es gut wenn wir das aufteilen können, sozusagen "best of both worlds".
Außerdem bin ich eine absolute Haushaltsniete.
Wenn ich dafür auf dauer alleine zuständig wäre, wäre das weder gut für mich, noch für unsere Beziehung.
Mag sein das mit kind die magische Hormonbombe einschlägt und man dann alles anders sieht, aber an eine totale Persönlichkeitsveränderung glaube ich dann doch nicht, eher, dass man manche Details anders sieht.
LG
-
06.12.2012, 08:26
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Unser Sohn ist 13 Monate alt und wir haben die klassische Rollenverteilung, etwas, was ich mir nie vorstellen konnte.
Bei uns sind es verschiedene Gründe. Mein Mann verdient deutlich mehr als ich, so dass es finanziell gesehen Wahnsinn wäre, wenn wir beide TZ arbeiten würden, selbst mit einer VZ-Stelle könnte ich den Verdienstverlust bei einer 50%-stelle meines Mannes nicht ausgleichen und das obwohl wir beide studiert haben.
Wegen eines jobwechsels wohnen wir jetzt auch noch so weit von meinem AG weg, dass ich nicht zurück kehren werde. Allerdings will ich in den Laden auch nicht zurück.
Geträumt habe ich immer von einer geteilten EZ und anschließend beide TZ. Aber das hätte bei uns vermutlich auch bei besseren Bedingungen nicht geklappt. Unser Sohn hat lange ausschließlich mich.als Bezugsperson akzeptiert und ich konnte mir auch lange nicht vorstellen wieder zu arbeiten und mein Kind, auf das wir lange warten mussten, allein zu lassen.
Seit einiger Zeit würde ich gerne wieder arbeiten und bin auf Jobsuche, was sich als.schwierig erweist, weil es.wenig qualifizierte TZ-Stellen gibt.
Mein mann hat übrigens 2 Monate EZ genommen.
-
06.12.2012, 08:50
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Hallo Zusammen, interessantes Thema!
Ich gebe auch mal meinen Senf dazu:
Unser Sohn ist jetzt fast 15 Monate alt. Ich habe die ersten sieben Monate Elternzeit gemacht, den siebten haben wir dann gemeinsamt gemacht (Umzug!), anschließend bin ich vollzeit wieder eingestiegen, mein Freund hat sechs Monate Elternzeit gemacht. Den letzten Monat haben wir dann noch einmal gemeinsam gemacht (Urlaub!), mit knapp einem Jahr ist Mini dann in die Krippe gegangen, wir beide arbeiten seit dem wieder voll.
Zuerst war es mir sehr komisch, die beiden alleine zu lassen und sozusagen "Alleinverdiener" zu sein. Es hatte aber aus meiner Sicht zwei unschlagbare Vorteile: 1. wusste ich nun, wie es sich anfühlt, wenn man von einem langen Arbeitstag nach Hause kommt und erstmal das Kind in die Hand gedrückt bekommt mit den Worten "jetzt bist du dran!"
zum 2. wusste mein Freund, wie anstrengend es ist, den ganzen Tag ein Baby zu betreuen und es fiel nie wieder der Satz "Was hast du eigentlich den ganzen Tag gemacht?" 
Nun muss man sagen, wir haben auch ideale Bedingungen: Eine tolle Krippe mit sehr kleiner Gruppe (max. 5 bis 6 Kinder), flexible Arbeitszeiten (wir wechseln uns ab, einer bringt ihn spät, der andere holt ihn früh wieder ab), so dass wir immer auch noch "Kinderzeit" haben, unsere Arbeitsplätze sind nah bei der Krippe und wenn es gar nicht anders geht wohnen auch noch die Schwiegers in der Stadt.
Für mich war dieses Modell ganz wunderbar, um einerseits das "Loslassen" zu üben, andererseits liebe ich meinen Job und seine Herausforderungen.
Ich sehe hin und wieder Freundinnen aus dem GVK oder so, die ihre Runden durch den Park ziehen oder im Cafe abhängen - ich würde für kein Geld tauschen.

*If you don't like the road you're walking start paving another one.*
(Dolly Parton)
-
06.12.2012, 09:40
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Wortfee - das klingt echt ideal bei Euch. Ich glaub, davon könnne wir in Bayern träumen - zumindest, wenn es noch bezahlbar sein soll... kenn mich aber nicht genauer aus damit.
Und DAS hier ist mir mit das Wichtigste:
Schon deswegen würde mein Mann auch mal für länger alleine ran müssen.zum 2. wusste mein Freund, wie anstrengend es ist, den ganzen Tag ein Baby zu betreuen und es fiel nie wieder der Satz "Was hast du eigentlich den ganzen Tag gemacht?"
Zum Thema Teilzeit: ich arbeite ja selber seit zwei Jahren 32 Wochenstunden an 4 Tagen und das aus der bewussten Entscheidung heraus, mehr Zeit für andere Dinge haben zu wollen. (Und ich bin bei uns derzeit die Alleinverdienerin, mein Mann studiert). Diese TZ, die in meinem Fall eine 85,33% Stelle bedeutet, würde ich auch so weitermachen wollen. Und klar kann ich mir vorstellen, in der ersten Fremdbetreuungszeit zunächst nur 20 Stunden zu arbeiten - aber nicht auf Dauer. Da ginge mir einfach zu viel an eigenem Geld verloren - zudem eigene Rentenpunkte (was auch immer uns die mal bringen werden) usw.“Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)
-
06.12.2012, 09:45
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Interessantes Thema und interessante Meinungen hier

Senf ich doch auch mal dazu...
Also: wir leben in der CH, da gibt es keine Elternzeit. Es gibt Mutterschaftsurlaub bis 14 Wochen nach der Geburt und dann kann man (also "frau"
) entweder wieder arbeiten gehen oder kündigen. Klingt für deutsche Elternzeitverhältnisse hart, aber war für mich jetzt nie so die Horrorvorstellung, da ich es mir schon vor dem konkreten Kinderwunsch nie vorstellen konnte, jahrelang daheim zu bleiben.
Umgesetzt haben wir das Ganze so, dass ich an den MU noch 2 Monate unbezahlten Urlaub gehängt habe und nach insgesamt 6 Monaten Auszeit für 40% (2 ganze Tage) wieder eingestiegen bin. Die Kleine ist an diesen Tagen in der Krippe und ihr hat es direkt in der Eingewöhnungsphase gut dort gefallen. Ich finde auch die Diskussion, ob man damit den Kindern schadet oder was weiss ich, etwas komisch. Denn immerhin haben die Erzieherinnen eine Ausbildung für den Umgang mit Kindern. Was hab ich? Zufällig die Gebärmutter hingehalten
Spass beiseite, aber ich hab mein Kind nicht irgendwo zur Aufbewarung abgegeben, sondern eine geeignete Stelle gefunden und gebe sie mit sehr gutem Gewissen dort ab an wirklich nette Mädels, die umgekehrt auch die Kleine mögen und mir immer ein tolles Feedback geben. Was will ich denn mehr?
Noch zur Frage: warum denn bitte nur 40% arbeiten, liebe neka, wenn du davon so überzeugt bist?
Weil ich fand: Mann, Kind und Job, das reicht doch nicht. Ich mach noch ne Weiterbildung nebenher für die nächsten 1,5 Jahre!
Die findet 1x pro Woche abends und am halben Samstag statt. In der Zeit ist mein Mann gefragt und der macht das wunderbar mit seiner Tochter.
100% daheim bleiben hatte ich ein halbes Jahr und das hat mir wirklich gereicht. Im Interesse meines Kindes muss ich eben auch noch was anderes mal in den Kopf kriegen und Leute treffen, mit denen ich auch kinderfreie Themen bespreche. Denn das Kind ist eben sehr präsent, man verliert sich sehr leicht im Windel-Schlafproblem-Brei-Geplauder, vor allem mit anderen Müttern
100% arbeiten wäre mir momentan einfach noch zu anstrengend, das geb ich völlig freimütig zu und ich bin auch froh, es finanziell nicht zu müssen. Mir war es hauptsächlich wichtig, den Anschluss nicht zu verlieren und keine grosse Lücke im Lebenslauf zu haben. Und die Teilzeitarbeit finde ich - rein CV-mässig, aber auch in der Praxis - doch ganz gut ergänzt durch die Weiterbildung. Kann ich im schlimmsten Fall mal als hübschen Lückenfüller verkaufen
Wie es übrigens in einem Jahr aussieht oder wenn ich dann mit meiner WB fertig bin: keine Ahnung. Ich werde sicher irgendwann mein Pensum erhöhen und die Kleine wird mehr in die Krippe gehen, aber wann und wie genau, das lass ich offen. Die Anforderungen werden sich ändern und entsprechend werden wir uns anpassen.
Was die allgemeine Diskussion Arbeit vs. Erziehung daheim (was auch Arbeit ist...) betrifft: grundsätzlich muss jede Frau, aber auch jeder Mann da die Wahlfreiheit haben. Es wäre wünschenswert, wenn gerade die Väter nicht nur mehr Zeit mit dem Kind verbringen wollten, sondern vor allem auch könnten ohne in der Firma schräg angeschaut zu werden. Dann sollten sich Frauen auch nicht die Augen auspicken, weil die eine daheim bleibt und die andere wieder arbeiten geht. Emanzipation geht anders... Für mich persönlich ist das klassische Rollenmodell einfach auf Dauer nicht gesellschaftsfähig, weil gut ausgebildete Frauen daheim bleiben und im Alter dann der Rente hinterherweinen, von Trennung usw. mal noch ganz zu schweigen. Also lieber früher in Teilzeit wieder den Anschluss finden, als 6 Jahre (ist wahrscheinlich gerne genommen: 1. Kind in der Schule, 2. im Kiga...) vom Arbeitsleben komplett verabschieden.
Auf die berühmte Hormonbombe möchte ich auch noch eingehen: ich denke auch, dass man durch ein Kind zwar ändert, aber nicht, dass der Charakter und grundsätzliche Ansichten deshalb komplett auf den Kopf gestellt werden müssen. Ich mag zwar seit der Geburt heulsusiger sein, aber den Plan mit Wiedereinstieg und Weiterbildung hatte ich so schon länger und fand diese Aussicht ehrlich gesagt eine tolle Perspektive in der MU-Zeit. Hätte mich ein blankes "Nichts" erwartet, ich wäre sicher die Wände hochgegangen - Kind hin oder her. Ist natürlich eine Typfrage, völlig klar. Aber wahrscheinlich wird man entweder zur - Vorsicht: Übertreibung
- Glucke oder Rabenmutter geboren und mutiert dazu nicht mit dem Platzen der Fruchtblase oder dem Milcheinschuss 
Achja: Glucke vs. Rabenmutter. Grässliche Begriffe
Ich geh mal davon aus, dass Eltern ihr Kind genauso lieben, ob sie mit ihm daheim bleiben oder es in gute Hände zur Betreuung abgeben. Das ist nicht der Massstab für eine gute Eltern-Kind-Beziehung. Genauso wenig wie Stillen oder Fläschchen und was noch alles...
Fühl ich mich "schuldig" wenn ich ins Büro oder zur Schule gehe? Nö. Ich freu mich, was für mich zu tun. Und ich freu mich, wenn ich auf dem Heimweg die Kleine abhole oder zu Mann und Kind heimkomme. Momentan ist alles gut ausbalanciert und ich fühl mich auch nicht, als müsste ich an verschiedenen Fronten kämpfen. Ich mach, wie ich kann und will
-
06.12.2012, 09:59
AW: Vater, Mutter, Elternzeit
Ja, und die gibt's ja leider nicht wirklich. Die CDU/CSU behauptet zwar steif und fest, dass das wunderbare, demnächst eingeführte Betreuungsgeld (allein der Betrag ist ja eine Frechheit!) diese Wahlfreiheit garantiere - huaha, selten so gelacht... was daran frei gewählt sein soll, keinen Kita-Platz zu kriegen, weil sie nicht genug davon geschaffen haben, und dann zuhause bleiben zu MÜSSEN. Aber hey - da krieg ich dann ja 100,-/Monat dafür, dass ich das Kind nicht in die Kita gebe (bzw. geben kann). Ich frag mich echt...
“Sometimes I think the surest sign that intelligent life exists elsewhere
in the universe is that none of it has tried to contact us.” (aus Calvin & Hobbes)


Zitieren

