Grundsätzlich bin ich ja der Meinung, dass jeder machen soll, was er will. Oder ich bemühe mich zumindest es zu sein .*
Jetzt ist es mit aber letzte Woche mehrfach *passiert, dass ich Eltern mit sehr jungen Kindern (für mich<2) getroffen habe, die mir erst ganz groß erzählt haben, wie wichtig ihnen ihr Kind ist, der Mittelpunkt ihres Lebens, die Erfüllung ihres Daseins usw. Soweit so gut.*
Im weiteren Gespräch wurde dann erzählt, dass man grad 10 Tage beim tauchen auf den Malediven war (Kind bei Tante), Weihnachten geht's mit Freunden nach Thailand (Kind bei Oma), letztes Wochenende war man auf ner Spitzenfeier in München und hat bis zum Sonnenaufgang getanzt. Davor ne Filmpremiere in Berlin. Kurzzeitig nach London, ... Aufgepasst hat Kindermädchen.*
Versteht mich nicht falsch, ich bin *nicht neidisch, ich frag *mich nur, wie das alles zusammen passt. Mein Mann würd mir nen Vogel zeigen, wenn ich sag, Haupturlaub ohne Madam. Er arbeitet viel und freut sich auf jede Minute wo er zeit für die kleine hat. Und ich hab auch nicht die Kondition, nach ner durchzechten Nacht ab sechs Uhr wieder parat zu stehen und die Kleine entsprechend zu beschäftigen. Hin und wieder geht's aber nicht jedes Wochenende.*
*Ich hab auch die irre Ansicht, dass grad die Ersten Jahre entscheidend und prägend sind und diese Zeit verfliegt auch wie Nu. Gestern noch immobil im *Wagen, heut kleine Rennsau, morgen Plapperkasten. Da verpassten ansonsten viel.
Meine Freundin sagt, ich sei halt sehr konservativ, die Zeiten hätten sich geändert. Deswegen würd mich interessieren, wie ihr es auf die Reihe kriegt. Kriegt Ihr Euer früheres Leben auch mit Kind noch hin?
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Thema: Wieviel Zeit fürs Kind?
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28.08.2012, 06:28
Wieviel Zeit fürs Kind?
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28.08.2012, 09:01Inaktiver User
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Ich war auch früher weder auf den Malediven noch auf einer Filmpremiere und in London zuletzt im Schüleraustausch...
Aber zu Deiner Frage: Nein, unser früheres Leben kriegen mein Mann und ich derzeit - noch - nicht hin. Wir haben aber auch zwei kleine Kinder (gut 2,5 Jahre bzw. knapp 8 Monate alt) und leider weder Großeltern noch Tanten in der Nähe, vom Kindermädchen ganz zu schweigen. Wir gönnen uns - viel zu selten - einen Babysitter, um mal abends gemeinsam essen zu gehen; im Kino waren wir seit der Geburt der Großen nicht mehr. Die Große war phasenweise eine so schlechte Schläferin, dass mir die Gefahr, früher aus dem Film rauszumüssen, einfach zu groß war.
Aber: Mir wäre es lieber, ich hätte ein wenig mehr von meinem "alten" Leben. Ja, ein Urlaub nur zu zweit täte meinem Mann und mir wirklich gut und es ist schade, dass das auch dann nicht klappen wird, wenn Nr. 2 in einigen Monaten abgestillt wird. Allerdings wird er dann in die Krippe gehen und ich werde wieder arbeiten, das ist auch ein Teil meines "alten" Lebens, den ich gerne zurückhaben will. Den Haupturlaub möchte ich aber auch mit den Kindern verbringen und grundsätzlich genieße ich die Zeit mit den Kindern sehr.
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28.08.2012, 09:16
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Wir haben immer mal die Kinder bei den Großeltern gelassen und sind allein in Urlaub. Heute sind sie alle über 20 und sie sind alle prima geraten und nicht sauer auf uns ... scheint ihnen nicht geschadet zu haben.
Ich muss auch sagen, dass ich es immer fürchterlich finde Eltern zu sehen, die ihre Kleinkinder mit auf Fernreisen nehmen. Ich denke dann, statt 10 Stunden im Flieger zu schreien und sie z.B. einem Malaria-Risiko auszusetzen, hätten sich die Kleinen bei Oma und Opa bestimmt wohler gefühlt.
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28.08.2012, 09:28
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Ab welchem Alter? Und für wie lange? Hängt aber wohl auch etwas vom Alter und vom Vitalitätsgrad der Grosseltern ab. Hab ne alte Rennsemmel, die den ganzen Tag beschäftigt werden will und ich fall nach jedem Tag abends müd ins Bett. Das schafft die Oma mal nen Tag und braucht dann einen zum erholen, zwei Wochen am Stück will ich ihr das nicht zumuten.
Wenn es nur die zwei Alternativen gibt ja. Aber es gäbe ja vielleicht als Dritte, dass sie mit den Eltern zusammen wo hinfahren. Aber Kinderhotel im Schwarzwald ist halt für viele nicht so attraktiv wie der 5 Sterne Club auf Mauritius oder Bali.
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28.08.2012, 09:49
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Da haben wir es etwas besser, wohnen mit den Schwiegereltern auf einem Anwesen, da kann man schon mal schnell drüben das Babyphone abgeben und nur zu zweit was essen gehen. Bemühen uns aber, es nicht zu exzessiv zu nutzen. Eltern sind für mich für die Pflicht da, der Rest für die Kür. Fände es schon sehr seltsam, wenn ich ausgehe und meine Schwiegereltern dafür ihre eigenen Verabredungen absagen müssen. Haben wir so auch im Bekanntenkreis.
Wäre ja auch sehr schade, wenn es anders wäre :-).
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28.08.2012, 09:56
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Tamarisk,
ich finde es auch etwas schräg. Früher dachte ich auch, man bringt das Kind mit einem Jahr mal für ein paar Tage zur Oma und macht einen für Kinder totalen öden Städtetrip. Als es dieses Jahr so weit war, haben wir aber nicht mal im Traum daran gedacht, unsere damals 15 Monate Tochter für 2 Tage abzugeben, sondern haben sie eingepackt und mitgenommen.
Natürlich muss man sich mit Kindern umstellen - wir bevorzugen Bahnfahrten statt Auto, Museumsbesuche werden aufgesplittert, so dass sich jeder das anguckt, was ihn am meisten interessiert, während der andere das Kind bespaßt. Und trotzdem war es eine absolut tolle Reise.
Das Problem bei kleinen Kindern ist ja auch, dass sie kein Zeitempfinden haben - man kann ihnen nicht sagen, Mama und Papa sind in einer Woche wieder da und das Kind versteht das. Und ganz abgesehen davon, war unser Sommerurlaub das Jahreshighlight schlechthin - 2,5 Wochen nonstop mit Kind - wir wollten sie gar nicht mehr zur Tagesmutter zurückbringen, obwohl die wirklich toll ist und unser Kind sich da wohlfühlt!
Von der Seite her bin ich auch zunehmend skeptisch, zu sagen, ein Kind fühlt sich bei den Großeltern wohler als bei den Eltern auf der Fernreise. Mein Anspruch ist schon, dass mein Kind sich auch auf einer Fernreise mit uns wohlfühlt und ich bin sicher, das geht auch. Dieses Jahr war es allerdings ein Mix aus Camping-Meerurlaub und Landurlaub - alles in relativer Nähe zu unserem Wohnort.
Mein Kind wurde früh fremdbetreut und ich hatte abends regelmäßige Termine, wo die Großeltern einspringen mussten. Aber das war notwendig - für Spaß und Freizeit wäre es mir das nicht wertgewesen, zumal meine Tochter das anfangs auch nicht unbedingt sooo toll fand. Und wenn ich sie jetzt mit 1,5 Jahren 1 Woche bei der Oma abgeben würde, würde sie mir auch was husten - auch wenn sie sich in 20 Jahren nicht mehr dran erinnern und sich beschweren kann.
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28.08.2012, 10:00Inaktiver User
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Als unsere Tochter ungefähr 1 Jahr alt war, kamen meine Eltern mal wieder zu Besuch und fragten uns, ob wir uns vorstellen könnten, ihnen unsere Kleine für ein paar Tage zu 'überlassen', damit wir unseren Hochzeitstag zu zweit feiern können und zwei, drei Tage für uns sein könnten. Von meinen Eltern ging aber keinerlei Druck oder Erwartung aus.
Sie sind dann während unserer 'Bedenkzeit' mit der Kleinen spazieren gefahren und ich habe zwischenzeitlich echt Seelenstress gehabt, weil ich mir nicht vorstellen konnte, auch nur einen Tag ohne meine Süße sein zu können. Ich war total aufgelöst und habe auch geweint, ich erinnere mich sehr gut daran.
Ich habe dann allerdings auch daran gedacht, wie oft ich als Kind bei meinen Großeltern war, da meine Eltern immer viel gearbeitet haben, und dass ich die Zeit bei Oma und Opa total geliebt habe, es war ein zweites Zuhause für mich.
Wir haben dann die Süße mit meinen Eltern verabschiedet, und sie war 4 Tage weg, und ich hatte quasi 'Standleitung' mit meinen Eltern, aber es lief wunderbar.
In den folgenden Jahren sind wir immer wieder gern auf das Angebot meiner Eltern zurück gekommen. Unser Mädchen ist mittlerweile fast 8, dieses Jahr waren wir beispielsweise 1 Woche im Urlaub ohne Kind, so richtig schöner Paarurlaub
, momentan haben wir unseren Haupturlaub, natürlich mit Kind
.
Mein Mann und ich finden es schön, auch mal für uns zu sein, mein Bedürfnis ist leicht stärker als das meines Mannes. Unsere Tochter freut sich immer wahnsinnig auf Oma und Opa und jauchzt und lacht, wenn sie uns wieder sieht.
Ich finde nichts dabei, das/die Kind/er auch mal 'fremd' betreuen zu lassen, Voraussetzung ist, dass sich das Kind dabei wohlfühlt. Wir haben zu Hause auch eine ganz nette Nachbarin, die sich abends bissl zu uns ins Wohnzimmer setzt und über den Schlaf unseres Kindes wacht, wenn wir mal was vor haben, Essen gehen oder Kino. Das ist aber im Alltag eher selten.
Allerdings könnten wir uns unseren Haupturlaub nie niemals nicht ohne unsere Süße vorstellen.
Es ist sicherlich eine ganz persönliche und individuelle Entscheidung jedes Elternpaares. Letztendlich kann man von außen nicht in einen Familienverband hineinschauen. Es gibt bestimmt viele Eltern, die im Alltag für ihre Kinder immerzu da sind und gute, aufmerksame Eltern sind. Wenn sie dann mal ohne Kind verreisen, kann und sollte das für alle Beteiligten sehr schön sein.
Gruß, Preciosa
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28.08.2012, 10:20Inaktiver User
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Wir planen die 'kinderfreien' Tage mit meinen Eltern schon immer vorneweg. Da unsere Tochter ja auch Schulferien hat, wir aber arbeiten müssen, bedarf das einer guten Planung. Es funktioniert super.
Und ich kann immer nur nochmal wiederholen, es funktioniert nur so gut, weil unsere Tochter so gern zu Oma und Opa möchte. Sie sind als Großeltern unglaublich. Wenn das nicht der Fall wäre, würden wir ein Kindermädchen nehmen, aber dann nur für die unbedingt benötigte Zeit.
Unsere Tochter geht in den Herbstferien wieder ein paar Tage zu meinen Eltern, Zirkuskarten haben meine Eltern schon bestellt und im Reiterhof haben sie auch schon Stunden gebucht. Meine Eltern nehmen sich viel Zeit für ihr Enkelkind, im Garten werkeln und buddeln sie gemeinsam, meine Tochter hilft der Oma mit beim Tischdecken (das tut sie auch zu Hause sehr gern
), sie spielen UNO und Mensch ärgere dich nicht, fahren mit dem Rad, es sind richtig Wohlfühlferien für die Süße. Sie kommt auch immer in sehr guter Verfassung zurück zu uns. Ich telefoniere morgens und abends mit ihr, meist hat grad so gaaaaaar keine Zeit, weil sie mit dem Opa was ganz interessantes machen muss
, sie ruft mich dann meist zurück.
Für uns passt das so ganz wunderbar, es geht allen Seiten ausgesprochen gut dabei.
Gruß, Preciosa
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28.08.2012, 10:21
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
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28.08.2012, 10:30Inaktiver User
AW: Wieviel Zeit fürs Kind?
Und weil Kinder so die Erfüllung des Daseins sind kann man nie mehr ohne sie sein?
Auf der einen Seite sind Kinder sicher wichtig, aber man darf ja auch die Paarzeit nicht vergessen oder mal Zeit für sich - dafür muß man sicher nicht ständig und pausenlos mit den Kindern zusammengeschweißt sein.
Von daher finde ich das nun nicht so dramatisch mal allein in den Urlaub zu fahren oder mal eine Party oder einen Städtetrip oder was auch immer...


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