Hallo liebe Community,
ich habe das Forum von einer Bekannten empfohlen bekommen und bin neu hier. Wie ich sehe, gibt es einen regen Austausch über das Leben mit Babys und Kleinkindern und den damit verbundenen Herausforderungen.
Zu meinem Problem: ich begleite meinen Sohn (18 Monate) gerade bei der Eingewöhnung in eine Kinderkrippe. Ich muss ab Mitte Juli wieder in den Beruf einsteigen, um die Stelle zu behalten und auch weil es finanziell für uns anders kaum machbar ist, und wir haben ab Juni nach ewigem Suchen und Bangen einen heißersehnten Krippenplatz bekommen. Eigentlich hätten wir gute sechs Wochen Zeit für die Eingewöhnung gehabt, aber jetzt sind schon fast drei Wochen vergangen, ohne dass die "Trennung" von meinem Sohn gelungen ist.
Die Eingewöhnung erfolgt nach dem "Berliner Modell" und ist sehr, sehr sanft, d.h. erst kümmert sich die Betreuerin ein paar Tage nur um meinen Sohn (ich bin dabei), dann beginnt die Mutter ab dem 3./4. Tag etwa, sich für ein paar Minuten aus dem Raum zu entfernen. Das klappt jedoch so gut wie gar nicht. Solange ich im Raum bin, beachtet er mich kaum, spielt, nimmt Kontakt zu der Erzieherin auf, alles prima. Doch sobald ich rausgehen will und ihn anspreche, dass ich gehe, fängt er an zu weinen und lässt sich nicht beruhigen. Ich warte dann zwar immer noch ein paar Minuten ab, aber er brüllt sich immer mehr in Rage und kommt nicht runter.
Ich bin mittlerweile recht nervös, dass ich es nicht schaffe, ihn bis zu meinem Arbeitsbeginn in fast drei Wochen da lassen zu können. Selbst wenn ich es wollte, die Krippe würde es nicht wollen, solange er sich von denen nicht beruhigen lässt. Wenn ich aber nicht arbeiten gehen kann, wäre das ein mittlerer Gau für uns. Diese Angst versuche ich natürlich zu verbergen und meine auch, das zu können und gut gelaunt zu bleiben.
Jemand anders aus der Familie kann die Eingewöhnung nicht fortführen, mangels Zeit.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, Tipps? Bin für alles dankbar.![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 33
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21.06.2011, 10:27
Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
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21.06.2011, 10:44
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Liebe Jonagold,
einen konkreten Tipp kann ich nicht geben, aber vielleicht 1-2 Ideen.
Hat Dein Mann noch Urlaub? Könnte er die Eingewöhnung übernehmen bzw. ab Mo, 4. Juli weitermachen? Man beobachtet öfter, dass die Kinder beim Vater weniger Theater machen.
Hast du noch Resturlaub? Könntest du mit dem Arbeitgeber verhandeln, dass du am 15.7. anfängt und erstmal 3 Wochen Urlaub machst?
Habt Ihr Grosseltern in der Nähe die die Eingewöhnung übernehmen können?
Generell ist Eingewöhnung nach dem Berliner Modell, mit das Beste was mir bekannt ist. Da seid ihr bereits in guten Händen.
Hast du dich mit den Erzieherinnen bereits ausgetauscht? Konnten sie dir keinen Tipp geben?
Aus eigener Erfahrung kann ich wenig beitragen, da die Eingewöhnung bei uns ratzfatz ging und ich mich wie Bolle auf die Krippe gefreut habe und bereits im Vorfeld meinem Sohn vorgeschwärmt hatte, wie toll, das wird, wenn er endlich in die Krippe darf.... ob das einen Anteil hatte? Ich weiss es nicht.
Ich drücke dir die Daumen, dass ihr bald den Durchbruch schafft!
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21.06.2011, 10:44
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Hallo Jonagold,
bei uns hat es mit der Eingewöhnung ähnlich lange gedauert. Wir hatten 4 Wochen für die Eingewöhnung vorgesehen und selbst in der 4. Woche saß mein Mann noch dabei bzw. musste den Kleinen nach 2 Stunden schon wieder abholen.
Aber dann wurde irgendwie plötzlich der Schalter umgelegt und als es wirklich ernst wurde, lief es ohne Probleme. (Okay, ein paarmal hat sich mein Sohn noch an mein Bein geklammert und gejammert, aber irgendwann kam dann der Tag, wo er förmlich in die Krippe gestürmt ist.)
Ich spüre in deinem Posting viel Stress und Druck. Gibt es wirklich keine Möglichkeit, dass z. B. dein Mann noch zwei Wochen Eingewöhnung übernimmt? Könntest du im Zweifelsfall deinen Arbeitseinstieg verschieben?
Ich habe zum Glück einen sehr verständnisvollen Arbeitgeber, dem 2 Wochen Hin- oder Her nichts ausgemacht hätten.
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21.06.2011, 10:48
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Ansonsten gucke doch auch mal hier:
Kita-Eingewöhnung
KITA-Eingewöhnung
Wie lange dauert die Eingewöhnung im Kindergarten?
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21.06.2011, 10:59
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Ich habe gar keine Möglichkeit gehabt, so ein Trara zu machen. Arbeit, allein erziehend.
Kind abgegeben, es weinte kurz und von da ab schnuckelte es in der Gruppe rum. Nach einer Woche zauberte das Wort Kindergarten bereits ein Lachen ins Gesicht des Kindes.
Je mehr Unsicherheit ich selbst zeige, umso mehr Unsicherheit übertrage ich auf mein Kind. Und das wird dann ängstlich und schreit.
Je mehr ich überzeugt bin, dass das Kind gut aufgehoben ist und je mehr ich überzeugt bin, dass das Kind das schafft, schaffe ich eine gute Energie, die auf das Kind übergeht. Ich strahle etwas aus, was das Kind stärkt.
Kindergarten? Mein Kind bekommt glänzende Augen. Es ist fröhlich. Ich auch. Und wir sind zusammen fröhlich.
Übertragene und übertriebene Ängste und Befürchtungen - damit kann man ein Kind auch schädigen.
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21.06.2011, 11:05
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
bonneya
das mit der Unsicherheit ist sicherlich richtig aber ansonsten sind nicht alle Kinder gleich und manchen Kindern tut man damit wirklich etwas an.
Klar geht es nicht immer dass die Mutter sich vier Wochen Zeit nimmt, aber von jetzt auf gleich wird sicherlich keinem Kind guttun und es hat auch einen Grund warum sich dieses Berliner Modell so verbreitet hat.
Sie ist wieder da....
Aller guten Dinge sind 3!!! *
M (1/08), Li (12/09), La (10/11)
* Das hat sogar Talea erkannt
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21.06.2011, 11:09
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Du meinst also nicht, dass es auch vom Charakter des Kindes abhängt?
Ich würde mal sagen, wenn es bei dir so problemlos lief, dann hast du einfach Glück gehabt!
Ich habe während der Eingewöhnungsphase meines Sohnes beobachtet, wie andere Kinder gleich vom 2. Tag an problemlos mehrere Stunden ohne zu Weinen in der Krippe blieben. Das halte ich aber nicht für den Normalfall und daher finde ich es fies, Müttern, bei denen es nicht so läuft, den Rat zu geben, sie müssten sich einfach nur locker machen.
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21.06.2011, 11:09
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Ihr lieben,
vielen Dank für die Tipps und Links.
Es wird wahrscheinlich nicht gehen, dass mein Mann die Eingewöhnung übernimmt, er hat gerade eine neue Stelle angefangen und kann so früh keinen Urlaub nehmen. Großeltern haben wir nicht in der Nähe (beide 300 km entfernt), und selbst wenn, sind die einen zu gebrechlich und die anderen selbst berufstätig.
Mein Chef muss meine Stelle spätestens dann besetzen, wenn ich nicht komme, übernimmt jemand anders meine Aufgaben und für mich wäre erstmal nichts übrig, ich weiß nicht, wie es da rechtlich aussieht, ob er mich irgendwie beschäftigen MUSS, wenn ich ein paar Monate später anfange.
Das Komische ist, dass mein Sohn nie Probleme mit "Fremdbetreuung" hatte. Wir haben ihn schon früh manchmal ein, zwei Stunden zu unserer Nachbarin gegeben, die auf ihn aufpasste, und auch wenn er seine Großeltern alle paar Monate sieht, ist es überhaupt kein Problem, wenn ich ihn mit ihnen allein lasse, er sieht sich nicht mal nach mir um. Seine Tanten und Cousinen, die er sehr selten sieht, können auch ohne weiteres mit ihm allein bleiben. Daher hatte ich mir um die Krippe nie den Kopf gemacht und immer gedacht, wenn einer da gut auskommt, dann er! Und ich habe ich genauso drauf gefreut, weil er es liebt, mit anderen Kindern zu spielen.
Mittlerweile ist es aber fast so, dass alle ehemals sehr anhänglichen Kinder unserer Bekannten, bei denen teilweise nicht mal der Vater akzeptiert wurde, sich relativ schnell in ihre Institutionen eingewöhnt haben, und unser Sohn, der immer sehr aufgeschlossen war, nicht.
Ich frage mich, ob das Berliner Modell, was ich an sich gut finde, für jedes Kind geeignet ist, ich habe nämlich das Gefühl, dass mein Sohn die viele Aufmerksamkeit der Erzieherin gar nicht braucht, sondern eher "Mitten ins Geschehen" müsste, um davon abgelenkt zu sein, dass ich mich da langsam rausziehe....
Ja, und ihr habt recht, ich bin deswegen gestresst (wegen des Damoklesschwertes des Zeitdrucks) und weiß auch, dass das nicht gerade förderlich ist.
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21.06.2011, 11:14
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Auf solche Beiträge habe ich fast gewartet, Historia, danke, dass du dich dazu äußerst.
Es geht nicht um "Trara machen", ich hatte nie ein Problem damit, meinen Sohn abzugeben, siehe mein Folgeposting. Und ich habe auch jetzt kein Problem.
Es geht dabei aber nicht darum, was ich denke, die Krippe hat ihr Konzept und danach muss ich mich richten, sonst muss ich mir was anderes suchen.
Heißt: Wenn er sich nicht beruhigen lässt, darf ich ihn nicht da lassen, selbst wenn ich es wollte.
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21.06.2011, 11:14
AW: Eingewöhnung in die Krippe sehr schwierig
Liebe Jonagold,
versuche dir selbst ein bisschen den Druck rauszunehmen und probiere eine "es wird klappen Stimmung" für dich aufzubauen. Es wird klappen früher oder später!
Dass dein Sohn alleine spielt während du da bist ist schon mal ein ganz toller und riesiger Schritt. Für den brauchen viele Kinder schon lange. Und spricht ja auch für die Kita er fühlt sich dort wohl!
Ihr habt ja jetzt vermutlich immer probiert dass du dich vom Kind kurz verabschiedet hast und dann ging das Gebrülle los. Vielleicht macht ihr mal einen Versuch dass du wenn er schön brav spielt einfach mal für eine Minute raus gehst (vor die Tür, aufs Klo) sodass er nicht rausgerissen wird. Viele werden jetzt sagen dass das der ganz falsche Weg ist aber ich hab die Erfahrung bei einigen Kindern schon miterlebt dass es so dann plötzlich geklappt hat. Mama war mal eben kurz weg und siehe da es passiert ja gar nichts schlimmes. Da kann man Mama dann auch schon mal ne Stunde oder zwei (sich steigernd) gehen lassen weil ja eh nix passiert.
Eine zweit Möglichkeit (auch live miterlebt) war dass die die Kinder zwar gebrüllt haben (Mama blieb aber trotzdem erstmal vor der Tür) und nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei. Ich selbst bin kein Fan von Schreien Lassen und wir hatten das Problem GsD auch nicht weil mein Kleiner sich relativ schnell beruhigen ließ aber ein anderes Kind brüllte die ersten Wochen immer gute fünf Minuten bis er dann seelenruhig wurde, sich was zu spielen suchte und sich in den Kita Alltag eingliederte. Ich weiss nicht ob man in dem Alter schon von "sie probieren halt aus was geht" reden kann und darf aber in dem Fall machte es wirklich so den Anschein als wollte der Junge einfach mal schaun was passiert wenn er ne Zeit lang brüllt (nichts) ....also kann man ja spielen gehen. Natürlich waren die Betreuerinnen immer ganz nah bei ihm und versuchten ihn abzulenken.
Es wird immer so sein dass die Kinder am liebsten bei der Mama sind und erst dann kommt die Kita (mit Ausnahmephasen, ich hatte auch schon Tage wo mein Sohn weinte weil er NICHT nach Hause wollte - auch ein prickelndes Gefühl wenn man als Mama an der Schwelle steht und das eigene Kind will nicht mitkommen). Wenn ich meinem Sohn am Montag sage: so heute ist wieder Kita Tag meint er meisst nur: Neeeeeeein, Lauri bleibt Mama! Wenn wir dann aber in der Kita sind und er die anderen Kinder und die lieben Betreuerinnen sieht ist es OK und er geht gerne dort hin. Lässt sich dann aber auch gerne wieder abholen!
Ihr macht das schon, gewährt euch die Zeit und sprich wirklich mit deinem AG - so menschlich dass ihr den Start ein bisschen auf das Kind anpassen könnt wird der bestimmt sein!
Alles Gute für Euch!Seit dem 20.03.2009 zu dritt


Seit dem 19.08.2011 zu viert



Man sagt: alle guten Dinge sind Drei......oder???


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