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  1. Inaktiver User

    Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Hallo ihr Mamis und Hibblerinnen!

    Ich habe eine Frage und vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Sorry, das wird ein etwas längerer Text. Es geht um eine Freundin von mir. Sie hat mich in einer Sache um Rat gefragt, und ich weiß nicht, was ich ihr sagen soll bzw. wie ich ihr helfen kann. Kurz gefasst geht es um die Frage, ob sie mit ihrem Partner Kinder bekommen soll, obwohl sie eine Erkrankung hat, deren Fortgang ungewiss ist.

    Ich schildere das mal etwas ausführlicher: Meine Freundin ist 30, ihr Partner Anfang 30. Sie sind schon seit Jahren zusammen und haben immer von einer Familie geträumt. Jetzt wäre der Zeitpunkt gut hinsichtlich der Lebenssituation. Nun das große Aber: Meine Freundin hat seit einigen Jahren eine Erkrankung, deren Entwicklung sich nicht voraussagen lässt. Es ist nichts, woran sie sterben wird, und auch nichts, was vererbt wird. Aber wenn die Krankheit einen schlechten Verlauf nimmt, kann es sein, dass sie in einigen wichtigen Bereichen für den Rest ihres Lebens sehr stark eingeschränkt sein wird und dauerhaft ganz schlimme Schmerzen erleiden muss.
    Sie weiß von ihrer Krankheit seit ca. 3 Jahren. In den letzten zwei Jahren hat sich ihre Symptomatik verbessert, und sie hatte kaum Probleme. Deshalb hat sie gar nicht mehr so viel darüber nachgedacht. Sie hat mir ezählt, dass sie und ihre Freund eigentlich in diesem Jahr schwanger werden wollen.
    Dann kam aber ganz plötzlich und unvorhersehbar eine Verschlechterung im Winter. Es geht ihr mittlerweile schon wieder besser, aber dieser Vorfall hat eben die Krankheit wieder deutlich in Erinnerung gerufen. Jetzt ist sie unsicher, ob sie überhaupt Kinder bekommen sollte.

    Es ist wohl so, dass sich der Verlauf der Erkrankung nicht prognostizieren lässt. Bei den meisten verläuft es eher negativ, aber die Schnelligkeit kann man nicht wirklich vorhersagen. Will heißen: Im schlimmsten Fall geht es ihr schon in ein, zwei Jahren absolut schlecht, im besten Fall gar nicht oder erst im hohen Alter. Es würde deshalb nichts bringen, die Kinder-Entscheidung zu vertagen, denn die letzten beiden Jahre ging es ihr ja auch gut, und dann kam neulich wieder plötzlich eine Verschlechterung.

    Sie meinte jetzt, dass sie evtl. gar keine Kinder bekommen sollte, weil sie ihren Gesundheitszustand im „worst case“ keinem Kind zumuten möchte und den Kindern (sie wollen eigentlich zwei) dann auch keine richtige Mutter mehr sein könnte. Andererseits sagt sie auch, dass diese Entscheidung eben bedeuten würde, das ganze Privatleben auf diesem „worst case“ aufzubauen, ohne sicher zu wissen, ob oder wann der überhaupt eintritt. Im blödesten Fall ist sie im Alter immer noch einigermaßen fit und muss sich dann eingestehen, dass sie einen Großteil ihres Lebens verpasst hat...

    Ihr Partner meint, sie sollten trotzdem Kinder bekommen. Er sieht das Ganze eher optimistisch. Sie ist sich aber nicht sicher, ob er wich wirklich Gedanken gemacht hat, was im "worst case" dann wäre, oder ob er diesen Gedanken eher verdrängt...

    Sie hat mich gefragt, was ich an ihrer Stelle tun würde, aber ich muss ganz ehrlich sagen: Ich weiß es nicht! Zum einen finde ich es gut, dass sie verantwortungsvoll denkt und nicht einfach Kinder in die Welt setzt, ohne vorher nachzudenken. Zum anderen finde ich das Argument, dass man nicht sein ganzes Familienglück einem „Eventuell“-Szenario opfern sollte, auch sehr richtig. Und keine Frau hat ja im Vorfeld eine Garantie, dass sie gesund ist und bleibt, wenn sie ein Kind bekommt…

    Meine Freundin und ihr Partner wünschen sich wirklich sehr eine Familie, sie lieben Kinder, und ich glaube, dass meine Freundin eine wunderbare Mutter wäre… Das sagt sie auch selbst, dass sie – wenn die Krankheit nicht wäre – bestimmt eine gute Mutter würde und daran gar keinen Zweifel hätte.

    Sie ist so traurig und ratlos. Was kann ich ihr nur sagen? Was denkt ihr denn darüber? Oder vielleicht gibt es hier sogar Frauen, die selbst eine ernste Erkrankung haben und sich bewusst für oder gegen Kinder entschieden haben?

    Liebe Grüße,

    SeaWoman

  2. Inaktiver User

    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Was sagt denn der Gyn der Freundin? Der müßte das doch beurteilen können.

    Ich mag gar nichts dazu sagen, solange ich nicht weiß um welche Krankheit es sich handelt.

    Immerhin gibts viele schlimme Krankheiten da würde ich abraten - und andere schlimme Krankheiten, da würde ich das Risiko eingehen.

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    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Liebe SeaWoman,

    ich schließe mich Dharma an. Ich würde mit dem Frauenarzt darüber sprechen. Fragen wie "Müssen Medikamente während der Schwangerschaft abgesetzt werden- wenn ja, mit welchen Konsequenzen?" und "Risiken und Nebenwirkungen" kann nur der Arzt einschätzen.

    Und am Ende sollte deine Freundin ihrem Bauchgefühl folgen. Mit welcher Entscheidung fühlt sie sich wohl. Da kann man als Ausstehende/r, glaube ich, gar nichts raten. Das muss jede Frau für sich selber entscheiden.

    Ich kann eine kleine, vielleicht Mut machende Geschichte aus dem Freundeskreis berichten: eine Freundin hat seit Jahren Rheuma, die Schübe kommen und gehen und sie muss Medikamente nehmen. Wie ihr "Zustand" in 10 Jahren sein wird, kann keiner sagen. Sie und ihr Freund haben sich trotzdem für Kinder entschieden. Sie ist jetzt Ende 30 und wurde 2009 dann nach langer Zeit durch künstliche Befruchtung (Spermien waren für den natürlichen Weg "zu langsam") mit Zwillingen schwanger. Die beiden Mäuse kamen 8 Wochen zu früh und die Schwangerschaft war nicht einfach. Stand heute: sie ist überglücklich die beiden Kleinen trotz aller Umstände bekommen zu haben.

    Aber wie gesagt: die Entscheidung sollte jede Frau für sich selber treffen.

    Viele Grüße!

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    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Ich würde auch mit meinem Arzt darüber sprechen. Ob nun Gyn oder Facharzt für die Krankheit muss sie wissen. Evtl. wären beide auch gut.

    Je nach Krankheit kann der Rat so oder so aussehen.
    Meine große Maus und mein kleiner Mann. Die wertvollsten Geschenke!

  5. Inaktiver User

    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Hallo Ihr!

    Vielen Dank für eure Antworten!

    Welche Erkrankung meine Freundin hat, möchte ich hier lieber nicht schreiben, da das eine relativ seltene Sache ist und ich sie nicht im Internet "outen" will.

    Mit den Ärzten hat sie schon geredet, leider. Ihre Gyn meinte, von ihrer Seite aus spräche nichts dagegen. Damit bezog sie sich aber nur auf die Schwangerschaft und die Geburt, denn die Erkrankung hat darauf keine Auswirkungen, und eine akute Verschlechterung während Schwangerschaft oder Stillzeit könnte man auch zur Not auf eine Weise behandeln, die dem Baby nicht schadet. Was die Frage an sich angeht: Kind ja oder nein, da wollte sie sich nicht zu äußern, weil sie über die Erkrankung an sich und den Verlauf zu wenig weiß.

    Dann ist meine Freundin bei zwei Fachärzten in Behandlung. Der eine meinte, er sähe das mit dem Kind kritisch, da er die Prognose bei der KRankheit negativ beurteilen würde. Der andere meinte, das sei übertrieben und dafür gebe es nicht genug Anhaltspunkte - er würde an ihrer Stelle deswegen nicht auf Kinder verzichten. Also, der eine hü, der andere hott, und meine Freundin genauso schlau wie vorher...

    So, wie ich die Sache sehe, hat sie glaube ich auch sehr viel Angst vor dem Urteil anderer. Dass im Falle des Falles dann jemand sagt: "Wie konntest du mit diesem Wissen nur Kinder in die Welt setzen?!" Das schimmerte für mich in ihren Erzählungen so durch. Ich selbst würde nie so urteilen, aber wer weiß, vielleicht tun andere das wirklich...?

    Noch dazu kommt, dass ihr Partner auch unbedingt Kinder will. Er ist sehr verständnisvoll und nett, ich weiß auch, dass er auf Kinder verzichten würde, wenn sie keine bekommen könnten (aus welchem Grund auch immer). Aber er meinte wohl, mit einer bewussten Entscheidung gegen Kinder würde er sich sehr, sehr schwertun. Was ich verstehe, und meine Freundin sagt, umgekehrt würde sie genauso denken. Sie sagt, wenn er die Krankheit hätte und nicht sie, dann würde sie auch trotzdem Kinder wollen. Und könnte es wahrscheinlich nicht akzeptieren, wenn er sich dagegen entscheidet, obwohl beide biologisch zum Kinderkriegen in der Lage sind...

    Alles sehr verzwickt. Ich finde ja auch, dass sie ihrem Gefühl folgen sollte. Sie sagt, ihr Gefühl sagt ganz laut "JA"... Aber sie habe Angst, dass das egoistisch ist...

  6. Inaktiver User

    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    @ Rena84: Das freut mich sehr für deine Freundin! So würde ich es meiner auch wünschen...

  7. Moderation

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    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Hallo,

    ich habe zwei vielleicht vergleichbare Fälle im Freundes/Bekanntenkreis.

    Beide Frauen haben MS (eine Krankheit mit Ähnlichkeit zu dem was du schreibst), absolut unklarer Krankheitsverlauf mit Schüben und auch guten Phasen.

    Die eine ist inzwischen 65, die andere ist 31 und beide haben je zwei Kinder und hatten das Glück, dass die Geburten in eine relativ lange gute Phase fielen (es gibt wohl auch Theorien, dass Schwangerschaften MS positiv beeinflussen können - dazu weiß ich aber zu wenig davon, um das behaupten zu wollen).

    Bei der älteren ist die Krankheit erst sehr spät in ein schweres Stadium übergegangen, als die Kinder schon aus dem Haus waren - da wäre es in der Rückschau lächerlich gewesen, deswegen keine Kinder zu bekommen.

    Die Kinder der jüngeren sind noch eher klein und sie hat jetzt immer wieder Schübe und Medikamentenumstellungen und vieles ist nicht einfach. Aber sie hat immer Kinder gewollt und stand immer auf dem Standpunkt jeder anderen Mutter kann auch morgen etwas schlimmes passieren - sie weiß nur vielleicht etwas genauer, was passieren kann. Und sie will sich ihr Leben und ihr Verhalten nicht von dieser Krankheit vermiesen lassen und schon vorzeitig aufgeben. Und der Vater der Kinder ist auch sehr ein Familienmensch und sie teilen sich die Erziehung und alles andere sehr partnerschaftlich und wenn sie zB ins Krankenhaus muss ist selbstverständlich er bei den Kindern.

    Ich bewundere sie sehr für diese Lebenseinstellung und ihren Mut die Dinge anzugehen - auch in vielen anderen Lebensbereichen, neben der Familie ist sie nämlich auch noch Vollzeit als Architektin selbständig.



    Was mir allerdings an der Stelle deiner Freundin wichtig wäre (wobei das eigentlich für jede Frau mit Kinderwunsch gilt), wie engagiert ist der Vater, was gibt es für weitere Auffangnetze über Freunde (idealerweise mit Kindern), Verwandte, soziale Angebote.

    Jede Mutter macht sich vermutlich Gedanken darüber, was mit den Kindern passiert, wenn ihr was passiert und jede Mutter kann auch nach der Geburt erkranken oder einen Unfall haben. Nur bei deiner Freundin ist die Wahrscheinlichkeit zeitweise oder ganz auszufallen einfach größer als im Durchschnitt und dann würde ich mir die Frage stellen, durch wen und wie kann dieses Risiko ausgeglichen werden.

    Wie sehr will sich der Vater denn im Fall deiner Freundin in die Familie einbringen bzw. was ist auch praktisch möglich ?

    Und vielleicht findest du auch ein Forum von Betroffenen, in dem sie sich praktische Erfahrungen von anderen, die diese Krankheit haben, suchen kann.

    Liebe Grüße

    promethea
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  8. User Info Menu

    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Und letzten Endes ist jedes Leben in erster Linie mal ein Geschenk. Auch unter widrigeren Umständen als mit einer kranken Mutter können Kinder zu glücklichen Menschen heranwachsen und sich im wahrsten Sinne des Wortes ihres Lebens erfreuen.

    Es sind wohl nur sehr wenige Menschen, die auf ihr Leben schauen mit dem Wunsch, sie wären nie geboren worden.

    Das ist ein sehr extremer Gedanke, aber mE einer, den man im Hinterkopf behalten darf, wenn man den Wunsch hat, sich auf das Abenteuer Elternschaft einzulassen.

  9. Inaktiver User

    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Im Extremfall kann auch eine einst gesunde Mutter an Krebs sterben. Die Kinder meiner Freundin waren 7 und 9 als sie an Krebs starb. Etwas das meine Freundin nicht wissen konnte bei der Planung der Kinder.

    Und bei deiner Freundin ist ja auch noch der Ehemann da. Wenn es wirklich zum Äußersten kommt meine ich. Aber so darf man doch nicht denken.

    Uns allen kann jederzeit etwas passieren. Und dennoch bekommen wir zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten Kinder.

    Ich würde es machen - nichts ist schlimmer als sich später zu fragen, was wäre wenn?

    Deiner Freundin viel Glück

  10. Inaktiver User

    AW: Kinder bekommen trotz Krankheit?

    Ich stand selbst vor dieser Entscheidung, und habe mich schweren Herzens gegen eigene Kinder entschieden.

    Meine Gründe:

    1. Die Schwangerschaft hätte meine Erkrankung verschlimmern können. Ich hätte dann Medikamente nehmen müssen, und im Gegensatz zu den Inhalten der Beruhigungsbonbons, die gern verteilt werden, WEISS ich, dass zumindest ein Teil dieser Medikamente Embryo und Fötus hätten schaden können.

    2. Meine Erkrankung hat als Begleiterscheinung, dass Nährstoffe u.U. nicht oder nicht ausreichend aus der Nahrung aufgenommen werden können. Das halte ich für ein sehr wichtiges Kriterium hinsichtlich einer Schwangerschaft.

    3. Meine Erkrankung kann jederzeit mit schlimmen Phasen, Krankenhausaufenthalten verbunden sein. Ich kann während dieser Zeiten nicht gewährleisten, so für meine Kinder da sein zu können, wie ich das für sinnvoll erachte. Ich belaste meine Kinder mit meiner Erkrankung, das Krankheitsgeschehen wird emotional nicht spurlos an ihnen vorüber gehen, das kann ich gar nicht vermeiden.

    4. Aussagen hinsichtlich genetischer Faktoren und Versicherungen, es sei gar kein Problem, mit Erkrankung XY schwanger zu werden, sehe ich mit gemischten Gefühlen, da diese häufig mehr auf Annahmen und Abwägungen denn auf Fakten oder zumindest bedeutsamen Erfahrungswerten basieren.

    Mein Fazit aus diesen Punkten war: Ja, es wäre egoistisch, mich fortzupflanzen. Ich habe deshalb darauf verzichtet. Ich war allerdings während meiner fruchtbaren "Hochphase" auch phasenweise extrem krank.

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