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    Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Hallo,

    ich würde gerne zu diesem Thema einen eigenen Strang aufmachen. Ich weiß nicht, ob vielleicht das Jobforum geeigneter wäre, aber ich denke, es passt hier am besten.

    Ich wollte Anfang Dezember (2009) wieder (Teilzeit) in den Job einsteigen (da war mein Sohn 4,5 Monate), aus diversen Gründen hat es aber leider nicht geklappt und ich habe nach einer Woche hingeschmissen.

    Nachdem wir uns die gefundene Tagesmutter noch eine Weile "warmgehalten" haben, haben wir dieser nun auch endgültig abgesagt.

    Einer der Gründe fürs Scheitern war auch, dass mein Sohn nicht zuverlässig aus der Flasche trinken wollte und ich den Gedanken nicht ertragen konnte, dass er vor Hunger schreit. Nun probierte mein Mann immer mal wieder Fläschen mit Pre-Milch ... und fast, als wollte mich der kleine Mann provozieren, trank er vorhin vor meinen Augen eine Flasche Pre-Milch leer, als hätte er nie was anderes gemacht.

    Ergänzung: Ich habe mir überlegt, die Gründe fürs Scheitern noch hinzuschreiben, jedenfalls in Stichpunkten. Ich habe es in Posting 19 ergänzt.

    Ich hadere schwer mit mir, dass ich so "versagt" habe. Immerhin habe ich vor einem Jahr noch groß rumgetönt, dass ich nach 6 Monaten in den Job zurückkehre. Und nun stelle ich fest, dass ich "doch Emotionen habe" (O-Ton eines meiner Arbeitskollegen, als ich abgesagt habe).

    Ich würde daher gerne einen Erfahrungsaustausch zum Thema Berufseinstieg anregen.

    Mich interessieren auch die Rahmenbedingungen, also z.B.:
    - Wer hat die Betreuung übernommen (Ehemann, Großeltern, Tagesmutter, Krippe, ...)?
    - Wie alt war das Kind?
    - Wie sah die Ernährung aus (abgepumpte Muttermilch, Pre-Milch, Brei, etc.)?
    - Wie weit war der Weg zur Arbeit?
    - Wie weit war die Betreuung entfernt (Nähe Wohnort, Nähe Arbeitsplatz, etc.)?
    - Was für ein "Programm" wurde dem Kind geboten?
    - Wie lagen die Arbeitszeiten (halbe Tage, volle Tage)?
    - Wie sah es mit der Unterstützung des Ehemannes aus?
    - War der Zeitpunkt richtig oder zu früh/zu spät?
    - Mit welchen (unvorhergesehenen) Problemen musstet ihr kämpfen?
    - Was würdet ihr anders machen?

    Ich freue mich auf Eure Postings :-)

    Viele Grüße
    Historia
    Geändert von Historia02 (09.01.2010 um 11:39 Uhr) Grund: Ergänzung

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Hallo Historia,

    wir kennen uns ja .

    Mach Dir keinen Kopf wegen dem geplatzten Job-Einstieg - man kann und muß mit Kindern zwar planen, aber mindestens genauso wichtig ist es flexibel umplanen zu können.

    Bei meinem ersten Kind wollte ich auch nach 6 Monaten wieder anfangen zu arbeiten (50% bei meiner Vollzeitstelle) - ging dann aber nicht, da ich einen totalen Flaschenverweigerer hatte - egal was drin war - und er es als untergewichtiges Kind tatsächlich auch über zwei Tage durchgezogen hat (war beruflich unterwegs).
    Meine Arbeitsstelle ist einfach 50 km entfernt - mal kurz heimfahren zum Stillen ist also nicht - Krippenplatz in der Nähe habe ich keinen bekommen.
    Zum Glück war mein AG verständig und ich konnte dann nach 10 Monaten, als ich nur noch Nachts gestillt habe wieder anfangen - immer ganze Tage, da bei dieser Anfahrt eine stundenweise Beschäftigung nicht lohnt und es bei meinem Aufgabengebiet so auch besser ist. Betreut wird hier durch die Omas, da es keine Krippenplätze gibt. Unterstützung durch den Mann = 0 (ist sehr viel beruflich unterwegs und kommt Abends selten vor 21 Uhr).

    Jetzt bei Nummer 2 will ich mir ein Jahr Auszeit gönnen, denn wieder Arbeiten ist ohne Frage stressig (ich muß um 4.30 Uhr aufstehen) und mit viel Organisation verbunden - und es hört sich vielleicht abgedroschen an - die Zeit vergeht so schnell und ist unwiderbringlich, was mir erst jetzt beim zweiten Kind so richtig bewußt wurde. Und mit Kind sind die Urlaubstage noch viel schneller aufgebraucht und verplant als ohne.

    Es hört sich leichter an als es ist - grüble nicht so viel, genieße die Zeit, Du hast auf keinen Fall "versagt" weil Dein Sohn nicht so "funktioniert" wie geplant und Du Gefühle entwickelt hast, die Du ohne Kind noch gar nicht voraussehen konntest.

    LG
    yannai

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Hallo Historia,

    mach dir wirklich keinen Kopf! Manchmal muss man recht deutlich darauf hingewiesen werden, dass Bauch und Kopf was anderes wollen... die Entscheidung wird schon richtig sein... auf die lange Sicht ganz sicher!!!

    Ich habe nach 6 Monaten wieder angefangen zu arbeiten. Mein Mann ist Hausmann und übernimmt die Betreuung.
    Ich arbeite Vollzeit und habe die Option auf einen oder 2 Homeoffice Tage in der Woche. Bisher habe ich das aber gestern zum ersten Mal genutzt.
    Die beiden Männer kommen gut zuhause klar und was Haushalt und so Nebensächlichkeiten angeht, habe ich eh nicht so die Ansprüche. Daher nervt mich das nicht so sehr.

    Wir hatten viele Probleme halt nicht, weil Rübe von Anfang an ein Flaschenkind war. Er hat dann angefangen, den Brei zu verweigern, aber dafür isst er nun eben normales festes Essen.
    Es gab eben auch keine fremde Betreuungsperson und auch das hat vieles vereinfacht.

    Bei Nr2 würde ich auch gern ein Jahr zuhause bleiben wollen, aber da müssen wir halt sehen, ob das Geld reicht, dass wir bis dahin zusammen gespart haben...

    LG
    20 years from now you will be more disappointed by the things you didn't do than by the ones you did. (M. Twain)


    Binomette von Engel09
    & von Mone27

    Rüberich ist da!!

  4. Inaktiver User

    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Hallo Historia...
    Na die Gedanken kenne ich...
    Ich habe in der Schwangerschaft auch gedacht / gesagt ach er kommt schnell in den Kindergarten...etc...
    Ich habe bei meinem AG ein Jahr Elternzeit beantragt...
    Habe aber durch Zufall eine andere Teilzeit Stelle angeboten bekommen...
    4 Stunden täglich...mal morgens mal nachmittags ...macht mit Fahrtzeit 4,5 -5 Stunden ausser Haus...
    Wenn ich dort bin ist es okay...die Arbeit macht Spass...
    Manchmal wenn ich morgens aufsteh denke ich...ach Mist warum kannst Du nicht jetzt zuhaus zum Schmusen bleiben...
    Mein Mann arbeitet von zuhaus und die Versorgung klappt...zur Zeit noch...
    Er schläft ja auch noch viel...
    Manchmal fällt es mir echt schwer...
    Mein Sohn ist "Flaschenkind " und am 01 Oktober 2009 geboren...
    Aber finanziell geht es uns mit der Arbeit einfach besser...
    Und ehrlich gesagt glaube ich dass ICH die grösseren Probleme hab als mein Sohn...
    Im nächsten Jahr hätte ich eh wieder gearbeitet...
    Ja stimmt die Zeit kriegt man auch nicht zurück...
    Verdammt schwere Entscheidung...
    Ich habe die Stelle angenommen weil sie langfristig ausgelegt ist und die bessren Arbeitsbedingungen als mein alter Job bietet...
    Wenn ich jetzt aber im Lotto gewinnen würde ...und ausgesorgt hätte würde ich definitiv zuhause bleiben...
    Und das ist völlig untypisch denn SOWAS hätte ich ohne Kind NIE gesagt...
    Wenn Du es die leisten kannst ...bleib zuhaus...wenn Du arbeiten möchtest auch okay..
    Die Entscheidung nimmt einem echt niemand ab..
    Lieben Gruss erstmal...

  5. VIP

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    mein mann und ich sind selbständig, d. h. wir arbeiten selbst und das ständig - ich bin flexibler als mein mann, kann mir meine zeit wirklich frei einteilen. im moment bestimmt die betreuungszeit der kinder und die arbeitszeit meines mannes meine arbeitszeit.
    die selbständigkeit führte dazu, dass ich keinen mutterschutz hatte und dass es für das amt sehr schwierig war, das elterngeld (damals erziehungsgeld) zu berechnen, so dass wir beim 1. kind 12 monate auf geld warten mussten, beim 2. auf 8 monate.

    bei kind 1:
    - nach 12 wochen wieder gearbeitet, 24 std. + ca. 4 - 8 std. fahrtzeit in der woche (je nach einsatzort)
    - göga übernahm betreuung bis 6 monat
    - dann gemeinsame betreuung (schichtdienst quasi)
    - zusätzlich hatten wir beide großeltern zur verfügung, die sprangen ein, wenn wir beide geschäftlich unterwegs waren. sohn 1 schlief ab 6 monate auch eine nacht in der woche bei den schwiegereltern
    - ab arbeitsbeginn gab es premilch (davor zwiemilch, brust und flasche)
    - ab 1lj betreuung bei tagesmutter (ca. 15min zu fuß entfernt)
    - zusätzliche betreuung durch eine babysitterin, die tagsüber einsprang wenn mich ein beruflicher notfall ereilte oder abends betreute, wenn wir mal als paar unterwegs sein wollten
    - kitaeintritt mit 3,5

    bei kind 2:
    - arbeitsaufnahme ab 16. woche, 15 std. pro woche
    - ab da dann premilch
    - großer ging weiterhin zur tagesmutter, aber nur noch 3 tage und nur 5 std.
    - der kleine wurde von den großeltern in der zeit betreut, betreuung bei tagesmutter mit 8mon
    - tagesmutter übernahm dann noch ein weiteres 8mon altes kind und war dann überfordert
    - tagesmutterwechsel mit 14 monaten und 3j
    - kitaeintritt 6 wochen vor dem 3. geburtstag

    die kinder erlebten bei ihren tagesmüttern sehr viel, die erste ging viel raus, sobald es von oben trocken war. sonst eher freispiel. die zweite tagesmutter war auch viel draußen, hatte bessere räumlichkeiten, eig. garten, hatte thementage (mo malen, di sport, mi wald, do basteln, fr musik) und hat sich auch stetig als tagesmutter weitergebildet.

    auch ich würde zuhause bleiben, würde ich im lotto gewinnen. doch meine kinder würden trotzdem zur kita gehen und auch die putzfrau würde ich weiter haben wollen - ich habe gerade 14 tage urlaub mit den kindern hinter mir und könnte noch eine woche alleine bleiben. obwohl wir einen schönen urlaub hatten. doch ich merke die anforderung an mich sehr deutlich. meinem mann geht es ähnlich.

    ich stehe sehr hinter einer guten betreuung, auch durch mehrere bezugspersonen. der grundstock dieser personen hat bei meinen kindern nicht gewechselt. (beide großeltern und wir).
    durch meine selbständigkeit habe ich die möglichkeit auch mal spontan die kinder zuhause zu lassen oder gezielt mit ihnen ins schwimmbad zu gehen, vormittags, wenn es nicht so voll ist. oder ich hole sie gleich nach dem mittagessen, für eine unternehmung, ab. dies versuche ich 1 - 2x im monat zu machen.

    eine zeitlang hatte ich mit schlechtem gewissen zu helfen, doch als ich merkte, dass mein mann überhaupt kein schlechtes gewissen hat, habe ich meine einstellung verändert.

    ein schlechtes gewissen tut keinem gut.

    mein plädoyer für frühes arbeiten ist nur meine sicht der dinge. für andere passt es anders. letzten endes erfordert die berufstätigkeit ein hohes maß an organisation und struktur.

    zuhause bleiben bietet auch chancen. meine nachbarin war nun 2 jahre zuhause wg. ihrem kind und zog zur gleichen zeit, wie wir, in diese gegend.
    die kennt alle nachbarn, kennt jeden postboten, ist in diversen vereinen u. a. engagiert. hat kontakte im ort ohne ende.
    dafür habe ich keine zeit. bei mir hat der grundstock für kontakte ein gutes jahr gedauert. weil viele eben nicht nachmittags arbeiten. ich kann nie zum kaffeeklatsch kommen, ich kann nur meine jungs abholen und krieg vielleicht noch eine tasse kaffee. aber beim sozialen teil, war ich nicht dabei.

    zuhause bleiben bietet auch chancen. vielleicht auch in bereichen, die man nicht sofort sieht.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Liebe Historia,

    sich solche Gedanken machen ist in Ordnung und mit einem kleinen Kind habe ich gelernt, dass die Planung doch relativ ist . Und es hat wirkllich nichts mit Versagen zu tun!

    Und hier unsere Geschichte:

    Angefangen zu Arbeiten habe ich am ersten Tag nach dem Mutterschutz. Mein Grundsatz war jedoch immer, dass egal was ich jobmäßig mache, meinem Kind darf es nicht schaden. So war es für mich von Anfang an klar, dass das Kind gestillt bzw. mit der Muttermilch ernährt wird und ich habe mich gleich drauf vorbereitet. Zwei Wochen nach der Entbindung habe mir eine Medela-Milchpumpe besorgt und gleich zum Berufsstart einen Milchvorrat angelegt. Mit dem Fläschchen geben gab es bei uns von Anfang an keine Probleme.

    Gearbeitet habe ich 3-5 volle Tage am Stück im Monat, wobei ich auch die Möglichkeit hatte, einige Sachen von zu Hause aus zu machen. Letzteres war jedoch nichts für mich, da dann keine Kinderbetreuung vorhanden war und ich mich überhaupt nicht auf die Arbeit konzentrieren konnte.

    Solange ich vollgestillt habe, bin ich mittags immer zum Stillen/abbpumpen heim. Das hat prima funktioniert, wobei mir jedoch an den Arbeitstagen immer eine Malzeit fehlte, da ich nur ein Mal mittags abgepumpt habe und der Kleine doch zwei Mal in meiner Abwesenheit gefüttert werden musste. Deswegen musste ich den drei Wochen, in welchen ich zu Hause war, zwischendurch mal ein Paar Malzeiten abpumpen und einfrieren.

    Aufgepasst haben auf den Kleinen die Omas.

    Den 10. lebensmonat habe ich Vollzeit gearbeitet - das war von uns so geplant und mein Mann war in diesem und in dem Monat davor in der Elternzeit. Das hat prima funktioniert! Als die zeit rum war, meinte mein Mann, dass eigentlich er lieber zu Hause geblieben wäre . Und für den Kleinen wäre es bestimmt auch ganz toll - mein Mann gehört nicht zu der Sorte, den man sagen muss, was zu tun ist, er sieht es selbst und macht es dann.

    Mein Sohn wird nächste Woche 1 Jahr alt und ich werde ab dann 5,5 Stunden täglich arbeiten. Der Kleine wird 5 Stunden am Tag bei der Tagesmutter sein. Klar wird es hier und da immer was geben, aber ich bin mir sicher, dass mein Sohn dort sehr gut aufgehoben sein wird. Und für die Notfälle habe ich immer noch zwei beste Omas der Welt.

    ich wünsche Dir bei Deinen entscheidungen alles gute und Du darfst nicht enttäuscht sein, wenn mal etwas nicht so klappt, wie du es Dir vorstellst. Es sind einfach Kinder !

    Liebe grüße
    Sternle

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Historia du durchlebst gerade ein Teil meiner größten Ängste.
    Kurze Vorgeschicht:
    ich hab schon 2 große Kids (13 und 15) bei denen ich auf Grund heftiger Astmaerkrankung wirklich zuhause war bis die Kleinere 3 war.
    Da mein damaliger Mann viel unterwegs war, wir hinter dem Mond die 3. Links wohnten und ich kein eigenes Auto hatte, bekam ich nach einem halben Jahr den ersten Anflug von Depris, weil ich echt nur babyisch hörte, den ganzen Tag.
    Der große trank auch keine abgepumpte Milch, so dass abgeben an die Schwiegermutter die die Zwerge supergern genommen hätte, auch nicht drin war.

    Jedenfalls hab ich mir damals geschworen, wenn irgend machbar geh ich so schnell wie unter Stillbedingungen möglich wieder arbeiten.

    Nun hat sich (inzwischen bin ich 40) tatsächlich ein kleines Fünkchen trotz Verhütung bei uns eingemogelt und natürlich hab ich sofort gesagt "ich komm nach einem halben Jahr wieder arbeiten"

    Den ersten Dämpfer bekam ich, als ich erfuhr dass hier die Grippeplatzlage ganz anders ist als im damaligen Bundesland und die Stadt in der ich arbeite erstmal gesagt hat "nee sie müssen schon hier wohnen wenn sie ihr Kind in die Grippe geben wollen" (ich fahr auch 40km), den 2. Dämpfer gabs, als es in meiner Stadt hieß "sie können erst bei der Geburt sich für einen Grippeplatz melden und mit einem Jahr Wartezeit müssen sie rechnen"

    Dann erinnerte mich mein Exschwiegermutter dran, dass der Große mit einem halben Jahr von mir noch voll und die Kleine fast voll gestillt worden sind und ob ich das mitbedacht hätte.

    das hatte ich doch ziemlich verdrängt, aber so nach und nach viel mir auch die Flaschenverweigerung ein.

    Stillen möcht ich unbedingt auf Grund hoher Allergiebelastung in der Familie, Schwiegereltern gibts hier nun auch nicht und eine Tagesmutter sagt mir persönlich auch nicht so zu.

    Hinzukommt dass dies sicher mein letztes Kind sein wird (so rein theoretisch könnt ich ja jederzeit Oma werden ) und je länger ich den heimlich eingezogenen Bauchbewohner mit mir rumtrage um so mehr Zeit möchte ich irgendwo haben.

    Nach einem Jahr muss ich aber wieder arbeiten gehen, da bei uns ein Gehalt sicher nicht ausreicht und dann auch gleich Vollzeit (halbzeit wäre nur zu meinem eigenen Wohlbefinden gewesen, finanziell mit Grippekosten gehts gerade so 0 auf 0 auf).
    Angst macht mir dieses "muss" aber schon.

    Ansonsten schließ ich mich meinen Vorrednern an. Die Zwerge sind halt einfach nicht planbar und ich seh dein Verhalten keinstenfalls als "Versagen" an sondern als sehr gute Reaktion auf die Situation.

    Vielleicht ists tatsächlich so, dass der Zwerg die Flasche verweigert hat, weil er da irgendwelche Ängste von dir gespürt hat. Aber selbst wenn. Es soll ja nicht nur dem Zwerg sondern auch dir gut gehen.

    Denn eins hab ich sicher gelernt bei meinem Beiden. Nur eine Mutter die sich wohl fühlt kann eine richtig gute Mutter sein.

    Deshalb ärger ich mich auch dass es da so 2 Fraktionen gibt, die einen die "Nur Mutter" als 100% richtig halten, die anderen die auf der "die Mutter muss sich auch selbst verwirklichen" Seite stehen. In meinen Augen kann beides richtig sein, wenns denn genau für die Familie passt.

    Manchmal ist das ganz große Glück ganz klein



    meine Binometten waren Kapuzinerkresse und Diadora.
    einen dicken an die Beiden



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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Hm, man darf leider nicht vergessen, dass es neben denen, die 100% Mutter sein wollen und denen, die sich verwirklichen wollen auch noch die gibt, die arbeiten müssen, damit das Geld reicht.
    Das ist so etwas bei mir das Dilemma. Beim Lottogewinn bliebe ich sofort zuhause (allerdings auch ohne Kinder). Die Zeit zuhause fand ich super.... ich gehe auch nicht arbeiten, weil da die fette Karriere wartet. Der Grund ist schlicht unser Lebensunterhalt. Da ist das Gewissen, morgens aus dem Haus zu gehen nicht gerade unbelastet... andererseits wußten wir das bereits vor der Schwangerschaft, dass es genauso und nicht anders laufen würde. Also hatte ich lange genug Zeit, mich darauf einzustellen.
    Im Nachhinein ist es auch echt ein Segen gewesen, dass ich keine Milch hatte, denn so ist die Umstellung für die kleine Maus sehr viel einfacher gewesen...
    20 years from now you will be more disappointed by the things you didn't do than by the ones you did. (M. Twain)


    Binomette von Engel09
    & von Mone27

    Rüberich ist da!!

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Hallo, Historia,

    erstmal: du bist keine Versagerin, es kommt nun mal oft anders als man denkt und mit einem Kind sowieso.

    Beim ersten Kind hab ich noch studiert und nebenbei 12 Stunden die Woche abends gearbeitet. Ich habe mich durch anfängliche Stillschwierigkeiten nicht durchgekämpft und schon im Mutterschutz das Handtuch geschmissen. Was das Arbeiten gehen betrifft, macht das Dinge schon leichter, auch wenn das für mich zumindest beim ersten Kind kein Grund war, mit dem Stillen aufzuhören. Ich bin direkt wieder ins Studium eingestiegen (der Große ist im August geboren, die Vorlesungen gingen im Oktober wieder los) und zwar mit einem Tag in der Woche an der FH. Zudem habe ich die Prüfungen nachgeholt, die ich im Sommersemester aufgrund der Schwangerschaft nicht mehr geschafft habe. Meinen Nebenjob bin ich auch nach dem Mutterschutz wieder angegangen, das hatte bei uns vor allen Dingen den Grund, dass ich über diesen Job krankenversichert war. Mein Mann ist privat versichert und der Wegfall meines Einkommens plus zusätzliche Belastung durch die KV für mich hätte uns schon arg weh getan. Der Job war allerdings in den Abendstunden, so dass dann mein Mann zu Hause war. Fahrtweg war so ca. eine halbe Stunde sowohl für FH als auch für den Job. Im nächsten Semester war ich dann während der Vorlesungszeit zwei Tage da. In der Zeit haben immer meine Schwiegereltern aufgepasst. Mit 14 Monaten ist der Große dann in die Krippe der FH gekommen bis 14:00 täglich. Hatte ich später eine Vorlesung an der FH, haben ebenfalls die Großeltern meinen Sohn abgeholt. Ich hatte zusätzlich das Glück, in einem sehr familiären Studiengang zu studieren, so dass ich oftmals mit den Profs auch flexible Lösungen absprechen konnte, wenn es beispielsweise schwierig war, die Vorlesungen zu besuchen. Wir hatten auch nur wenig Veranstaltungen mit Anwesenheitspflicht und ich hatte ein gut funktionierendes Netzwerk, so dass ich von Kommilitonen auch immer die Unterlagen bekommen konnte, wenn ich mal nicht an die FH konnte. Alles in allem war ich mit dem Studium sehr viel flexibler als ich es mit einem Vollzeitjob bin, den ich jetzt habe.

    Bei unserem Baby, das vor fünf Wochen auf die Welt gekommen ist, gehe ich direkt nach dem Mutterschutz wieder Vollzeit arbeiten. Mein Mann bleibt für 12 Monate nach meinem Mutterschutz zu Hause. Ich bin erst 2008 nach dem Studium wieder voll ins Berufsleben eingestiegen und hab noch eine ziemlich heftige Fortbildung vor mir, da ist ein Ausstieg zurzeit einfach nicht gut. Finanziell haut es mit Elterngeld hin, das Gehaltsgefälle zwischen mir und meinem Mann ist nicht so riesig und ein großer Teil wird dadurch aufgefangen, dass wir jetzt deutlich vom Ehegattensplitting profitieren. Was nach der Elternzeit kommt, ist noch nicht ganz klar. Mein Mann würde gerne auf 30 Stunden reduzieren und/oder einen Teil seiner Arbeit ins Home Office verlegen. Einen Krippenplatz bei uns in der Gemeinde zu bekommen, ist sehr schwer, wir haben den Kleinen direkt nach Geburt (vor Geburt geht nicht) angemeldet und stehen irgendwie auf Platz 127 oder so. Bei meinem Mann im Unternehmen gibt es allerdings eine Betriebskrippe, da werden wir ihn jetzt anmelden. Zur Not gäbe es aber auch noch in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, Betreuungsmöglichkeiten. Da wäre aber das Problem die Fahrtzeit, denn ich arbeite ca. eine Stunde bis 1,5 Stunden von unserem Wohnort entfernt, mein Mann hingegen braucht nur ca. 15 Minuten.

    Gestillt habe ich diesmal gar nicht - bis sich das eingependelt hätte, wären sicher ein paar Wochen vergangen und dann hätte ich rigoros abstillen müssen, denn ich muss ja wieder arbeiten gehen, da mein Mann Elternzeit eingereicht hat und ich den Verzicht auf Elternzeit auch sehr zeitnah nach der Geburt erklären musste. Da ist es so doch einfacher, zumal sich der Kleine auch jetzt schon an den Papa gewöhnen konnte (der war vier Wochen nach der Geburt zu Hause). Natürlich blutet mir das Herz ein wenig, aber es sind ja keine fremden Hände und auch beim Großen musste mein Mann ja aufgrund meines Nebenjobs und des Studiums (und auch meiner dann ja etwas länger anhaltenden Depressionserkrankung) immer mit anpacken und war da auch schon immer stark eingebunden. Da hab ich auch volles Vertrauen, dass die das schaffen. Mein Mann freut sich jedenfalls nach langen Jahren im Job auf sein Jahr Vollzeitpapa...

    ,
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

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    AW: Wiedereinstieg in den Job - Erfahrungsaustausch gesucht

    Ich mag den Begriff "Selbstverwirklichung" im Zusammenhang mit der Berufstätigkeit einer Mutter übrigens überhaupt nicht. Es gibt die unmittelbare finanzielle Notwendigkeit, wie sie caschuer beschrieb, es gibt aber nun auch mal viele Jobs, in denen eine lange Auszeit einfach tödlich ist, weil man da dann einfach nicht mehr reinkommt. Da sehe ich dann auch eine mittelbare Notwendigkeit - für die Rente, für die Absicherung im Falle einer Trennung oder Krankheit oder Arbeitslosigkeit des Partners oder sei es nur, um sich und seiner Familie einen gewissen Lebensstandard zu ermöglichen. Ich betrachte meinen Wiedereinstieg jedenfalls nicht als "Selbstverwirklichung", ich ernähre zu einem großen Teil die Familie in dieser Zeit. Steigt mein Mann nach der Elternzeit wieder ein, wird dies aber höchstwahrscheinlich auch nicht mit dem Begriff "Selbstverwirklichung" belegt, sondern ist vollkommen selbstverständlich.

    Vielleicht bin ich bei diesem Begriff aber auch einfach nur ein bisschen empfindlich. Und ist 100% Mutter sein, wenn es das ist, was man sich wünscht, dann nicht auch eine Art von Selbstverwirklichung?
    Time is an ocean but it ends at the shore - Bob Dylan

    Und wenn der Wind mal von vorne kommt - leicht nach vorne beugen und einfach weitergehen - S.B.

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