Hallo!
Ich bin in der 40. SSW, Entbindungstermin ist am Samstag.
Seit Monaten schon wird mir von sämtlichen Ärzten gesagt, dass mein Kind sehr groß und schwer ist.
Meine Frauenärztin, von der ich eigentlich viel halte, rät mir daher immer deutlicher zum Kaiserschnitt.
Angeblich wäre ich bzw. mein Becken zu schmal bzw. das Kind zu groß, um es natürlich zu gebären.
Mein Wunsch wäre eine möglichst natürliche Entbindung, weshalb ich mir verschiedene Meinungen eingeholt habe und noch einhole.
Meine Hebamme meint, einer natürlichen Geburt stehe nichts im Wege; sollte es wirklich nicht vorangehen, könne immer noch ein KS mit PDA (also nicht Vollnarkose) gemacht werden.
In der Klinik, in der ich entbinden wollte, meinte der dortige Assistenzarzt dasselbe, riet mir aber, das Kind zum Termin einleiten zu lassen, damit es bei Übertragung nicht noch größer wird.
Jetzt hätte meine Ärztin einen Termin zur Einleitung ausmachen sollen, stattdessen meinte sie gestern, ich solle mich nochmal in der Klinik vorstellen, und zwar beim Privat-Chefarzt, um den entscheiden zu lassen. (Von beiden, meiner FÄ und diesem Prof, höre ich leider, dass beide sehr gerne zum KS raten).
Ich will niemandem etwas unterstellen, aber ich weiss, dass Privatpatientinnen gerne zum KS geraten wird - bringt halt mehr Geldund ist einfacher zu organisieren...
Diesen Termin habe ich am Do. Jetzt habe ich noch einen Termin am Mittwoch in einer anderen Klinik, um mir noch eine zweite Meinung einzuholen.
Wenn mir aber in beiden Kliniken zum KS geraten wird, muss ich das wohl akzeptieren...
Hat jemand von Euch Erfahrungen gemacht mit der Vorab-Diagnose "relatives Missverhältnis" und konnte dann doch natürlich entbinden?
Oder was würdet ihr mir raten - KS akzeptieren oder um die Chance einer natürlichen Entbindung zu "kämpfen"?
Was soll ich tun?
LG, Sofie
Antworten
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24.03.2009, 09:15
Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
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24.03.2009, 09:32
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Liebe Cybersofie,
ich versteh deinen Wunsch nach einer natürlichen Geburt und ich denke du solltest nach deinem Bauchgefühl gehen.
Einer Freundin von mir gings ähnlich. Man hat ihr während der Schwangerschaft dauernd gesagt wie groß das Kind wäre (sie ist selbst auch sehr groß) und es muss mit Kaiserschnitt raus. Sie hat sich dagegen entschieden. Bei 10 Tage über Termin wurde eingeleitet. 2 Tage hat sich nichts getan. Dann wurde das Mittel verstärkt oder geändert und das Kind kam mit Hammerwehen und Saugglocke innerhalb von 2 h auf die Welt. Das Problem war wohl nicht die Größe des Kindes sondern wohl der sehr feste Beckenboden meiner Freundin.
Ohne auf weitere Details eingehen zu wollen: Mein Kind, war immer als "normal" groß eingestuft worden ist auf natürlichen Weg auf die Welt gekommen. Wenn ich heute nochmal die Wahl hätte würde ich einen KS machen lassen. Weil sowas würde ich mir und meinem Kind nicht nochmal antun wollen.
Aber, dass muss ja jeder für sich selbst entscheiden. Wenn du eine natürliche Geburt möchtest, versuche es. Einen Kaiserschnitt kannst Du immer noch machen lassen wenn es nicht geht. Und was die Aussagen der Ärzte nach Größe und Gewicht der Babies angeht, haben die sich ja schon sehr oft getäuscht. Meist liegen Hebammen da richtiger. Die tasten nämlich den Bauch und richten sich nicht nach rechnerischen Werten vom Ultraschall.
Alles Gute
Philipa
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24.03.2009, 09:42
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Hallo Philipa,
danke für Deine Antwort!
Für mich ist es das erste Kind, daher habe ich keine Geburtserfahrungen - war die Geburt Deines Kindes so schlimm, dass Du jetzt für KS wärst?
Deine Freundin war sehr groß, hmmm... ich bin eher klein (1,62) und war mal "normal schlank" (jetzt hab ich 22kg mehr drauf durch die SS
), aber ich bin nicht extrem klein oder superdünn. Eigentlich verstehe ich nicht, wie da so ein Missverhältnis zustande kommen kann, mein Mann ist auch kein Riese mit knapp 1,80.
Früher sind doch die Kinder auch nicht mit KS auf die Welt gekommen... mir kommt es einfach übertrieben vor und ich glaube da auch eher den Hebammen....
Kann man einfach gegen den Willen der Ärzte entscheiden, dass mein keinen KS will??
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24.03.2009, 09:48
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Mein Sohn (1. Kind) wog knapp 5 kg und hatte einen Kopfumfang von 39 cm (ja, *aua*). Außerdem hatte er sich nicht gesenkt, sondern hing mir bis zum Schluss unter den Rippen.
Ich hatte einen "Deal" mit dem Chefarzt und dem Anästhesisten vereinbart: solange ich noch kann und es medizinisch vertretbar ist, versuchen sie alles, damit es eine natürliche Geburt wird.
Die Einverständniserklärung für den Kaiserschnitt musste ich aber schon unterschreiben und es wäre dann ein Not-KS unter Vollnarkose geworden. O-Ton Chefarzt: "Wir versuchen alles. Aber wenn ich sage, jetzt geht es nicht mehr, machen wir einen KS und dann gibt es auch keine Diskussionen mehr."
Hat dann ohne KS geklappt, war aber eine ganz schön lange Plackerei.
Hatt mir aber u.a. dieses Krankenhaus im Nachbarort ausgesucht, weil das Krankenhaus an meinem Wohnort eine extrem hohe KS-Rate hat.A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
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24.03.2009, 09:57Inaktiver User
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Hallo CyberSofie,
meine FÄ hat auch in der Schwangerschaft regelrecht Panik geschoben, weil sie durch den Ultraschall meinte, mein Kind wäre so groß und würde mindestens 4,5 wenn nicht gar 5kg wiegen, wenn es rauskommt.
Ich wollte im Geburtshaus entbinden und hatte natürlich dementsprechend Angst und war verunsichert. Glücklicherweise hatte ich eine super Hebamme, die durch Bauchfühlen geschätzt hat, dass mein Kind maximal 4,3kg wiegen würde. Sie hat mich total beruhigen können.
Im Endeffekt hatte ich eine sehr schnelle und unkomplizierte Spontangeburt sechs Tage über Termin im Geburtshaus und mein Kind wog "nur" 4090g und war 54cm groß. Der Kopfumfang war mit 38,5cm schon sehr groß und ich bin auch eingerissen, aber das habe ich nicht als schlimm empfunden und unter der Geburt habe ich es nicht bemerkt.
Generell sind die Messwerte per Ultraschall häufig sehr ungenau, Abweichungen von 500g oder gar mehr kommen desöfteren vor. Die Einschätzungen der Ärzte richten sich nach Mittelwerten. Was aber, wenn dein Kind einfach lang und dünn ist? Oder wenn der Kopf einfach etwas größer ist, der Rest aber ganz normal?
Meine FÄ meinte zum Ende hin auch, dass man eigentlich ab der 35. SSW keine exakten Messungen mehr durchführen könnte, einfach weil das Kind im Bauch so groß ist, dass man nicht mehr wirklich messen kann.
Meine Hebamme war in dieser Situation wirklich Gold wert und hat mit ihrer Erfahrung die Situation besser einschätzen können als die FÄ mit all ihrem technischen Gerät.
Der Aspekt der besseren Planbarkeit durch KS für eine Klinik ist auch nicht zu unterschätzen als unterschwellige Begründung. Allerdings: Geburten gehen nun mal nicht nach Plan!
Ich wünsche dir einen kühlen Kopf und hoffentlich eine gute Zweitmeinung im anderen KH! Und natürlich eine schöne Entbindung!
Liebe Grüße, Bine
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24.03.2009, 09:58Inaktiver User
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Vorsichtiger Vorschlag (nicht hauen): wie wäre es mit "normalem Versuch" unter PDA, die dann notfalls für einen Kaiserschnitt aufgespritzt werden kann/ oder auch keine PDA, aber die Kanüle liegt schon, damit man eine geben könnte? Da weisst Du, Du musst nicht Sorge haben, plötzlich in Vollnarkose zu liegen (das wäre meine größte Angst gewesen, dass ich dann dadurch was "verpasse")?
Was dagegen spricht: Irgendwann wirst Du einen Kaiserschnitt wollen, wolltest Du aber auch, wenn Dein Kind mini und klein wäre...
Ist, glaube ich, fast normal, das man mal an den Punkt kommt...
Mein Sohn wurde damals auf 3400 g geschätzt und war gut ein halbes Kilo leichter, hört man oft.
Egal, wie Du Dich entscheidest, alles Gute!!!

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24.03.2009, 10:00
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Hallo,
mein FA sagte mir auch das es evtl. ein Missverhältniss zwischen Kopf des Babys und meinem Becken geben könnten, weil der Kleine einfach nicht ins Becken rutschen wollte. Und ich mich schonmal an einen evtl. KS gewöhnen sollte.
Für mich ist damals eine Welt zusammengebrochen, weil ich unbedingt natürlich Entbinden wollte.
Die Geburt wurde dann auch nach einem Wehenbelastungstest eingeleitet (Fruchtblase war geplatzt) und es wurde versucht das Kind natürlich auf die Welt zu holen.
Aber nach 30 Stunden Kreißsaal wollte ich nicht mehr. Der MuMu war voll geöffnet, aber Kind hat sich nicht richtig ins Becken gedreht.
Die Hebamme wollte zu diesem Zeitpunkt immernoch eine natürliche Geburt ("Da müssen sie jetzt durch") und hätte mein Mann nicht gedrängt den Oberarzt zu holen würde ich wohl heute noch dort liegen
Naja, unser Sohn kam dann per KS (mit PDA) zur Welt mit 4.350g, 55cm und einem Kopfumfang von 36cm.
Im nachinhein bin ich froh das er per KS kam, weil das wäre wohl eine wahnsinns Arbeit gewesen ihn durchzudrücken
Wünsche dir alles Gute
pewter
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24.03.2009, 10:25
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Oh, schon so viele Antworten, vielen Dank!!

Bei mir ist auch das Problem, dass das Köpfchen noch nicht ins Becken gerutscht ist und daher den Verdacht auf rM noch verstärkt.
@izzie: mit so einem Deal wäre ich auch auf jeden Fall einverstanden! So hat man wenigstens die Chance, es natürlich probieren zu dürfen. Die Klinik, in der ich eigentlich entbinden wollte (hat einen super Ruf), hat leider auch eine hohe KS-Quote, deshalb tendiere ich jetzt auch zu einer anderen, in der ich mich morgen vorstellen möchte. Dort soll die KS-Rate längst nicht so hoch sein.
@adbine: Meine FÄ macht auch richtig Panik!!
Sie sprach davon, dass die n. Geburt die reine Quälerei wäre und ich doch nicht da unten "zerfetzt" werden wolle? Lauter solche Sprüche!
Geburtshaus traue ich mich leider nicht, da ich im Notfall schon medizinische Versorgung vor Ort haben möchte...
Ich vertraue aber auch mehr auf die Hebammen-Meinung.
Deine Geburtserfahrung macht mir Mut!
@Schokomilch: so ein Vorschlag war ja auch das, was ich wollte! Eigentlich hätte jetzt zum Termin eingeleitet werden sollen, mit der Option im Hinterkopf, dass man immer noch einen KS machen kann (mit PDA), wenn es nicht "vorangeht". Das wäre für mich absolut ok, ich will aber einfach die Chance, es wenigstens erst mal ohne OP zu versuchen!
@pewter: Auch das kann ich mir vorstellen, dass man irgendwann an einem Punkt ist, wo man den KS möchte!
Kann ich also gut verstehen!
Nur: viell. kommt es ja anders als gedacht und die Geburt klappt auf natürliche Weise ganz unproblematisch...
Wie gesagt: mir geht es v.a. um die CHANCE einer nat. Entbindung - wenn es sich im Geburtsverlauf zeigt, dass ein KS nötig ist, werde ich mich sicher nicht dagegen wehren...
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24.03.2009, 10:43Inaktiver User
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
Also die Sprüche deiner FÄ sind ja wirklich das letzte!

Sicherlich ist eine Geburt an und für sich kein Spaziergang und es tut sehr weh und man kann sich die Schmerzen vorher nicht vorstellen und so weiter. Aber ein KS ist doch auch kein Spaziergang, sondern ist mit Schmerzen usw. verbunden. Schließlich hat Frau keinen Reißverschluss am Bauch, der mal eben kurz aufgezippt wird und dann wieder zugemacht wird, als sei nix gewesen!
Und zum "zerfetzt" sein: ich habe die Dammnarbe schon noch recht lange gespürt, aber seit ich abgestillt habe, merke ich nichts mehr davon und es ist alles so wie vorher. Lass dir da keine Angst machen! Es gibt auch Frauen, die reißen nicht und haben noch nicht mal Abschürfungen.
Zudem kann man KS-Narben auch noch länger merken bzw. bleibt ein Teil des Bauches taub (ist bei ner Freundin von mir so). Was da besser ist, ist die Frage... Und manchmal kann man es sich eben nicht aussuchen, z.B. in Notfällen. Aber man kann es ja wenigstens auf dem natürlichen Weg probieren, wenn denn alle Vorzeichen gut sind!
Egal auf welchem Weg man sein Kind zur Welt bringt, Schmerzen sind immer dabei, ob nun vorher oder nachher.Geändert von Inaktiver User (24.03.2009 um 10:45 Uhr) Grund: kleine Ergänzung
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24.03.2009, 10:55
AW: Erfahrungen mit relativem Missverhältnis - Kaiserschnitt ja oder nein??
@adbine: Das sehe ich auch so, ganz ohne Schmerzen geht es nicht und ich hab schon eine ungefähre Vorstellung davon, da ich zuvor eine Fehlgeburt mit extrem schmerzhaften Wehen hatte, aber das hab ich auch überlebt, ganz ohne Schmerzmittel.
Und die Probleme, die man nach einem KS hat, sind eben auch nicht ohne!
Die Sprüche meiner FÄ fand ich auch daneben, so kenne ich sie gar nicht...
Habe jetzt schon von vielen gehört, dass sie einem gerne Schmerzen ersparen will, es also nur gut meint... sie selbst hat keine Kinder, sieht halt nur, wie Frauen unter der Geburt leiden und will das dann wohl möglichst vermeiden.
Trotzdem wäre es mir lieber, sie würde meinen Wunsch nach einer nat. Entbindung ernster nehmen und mir nicht stattdessen ständig Angst zu machen, indem sie mir Horrorszenarien schildert mit Zange, Saugglocke, Zerfetzen usw.



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